11 Videoaufrufe·16.08.2024
Source:
https://www.spreaker.com/episode/zaster-und-desaster-mit-rene-zeyer-lage-in-kuba--61043684
Prof. Bert Hoffmann ist Lateinamerika-Spezialist im Leitungsteam des German Institute for Global and Area Studies. Mit ihm unterhält sich René Zeyer in dieser Ausgabe von Zaster und Desaster über die für die Bevölkerung Kubas immer hoffnungslosere Lage. War die Insel in den 50er-Jahren noch der größte Zuckerexporteur der Welt, muss heute jede nur erdenkliche Ware, nicht nur im Bereich der Nahrungsmittel, importiert werden. Der Staatschef Díaz-Canel macht, ganz in der Tradition der Castro-Brüder, die USA für die missliche Lage verantwortlich, obwohl es an der Möglichkeit, Waren von dort zu importieren, längst nicht mehr mangelt. Nur dass ein Durchschnittsgehalt von umgerechnet 50 Dollar im Monat gerade mal reicht, dem Hungertod zu entgehen. (Wiederholung)
[Musik]
[Applaus]
[Musik]
ha la Victor e immer bis zum Sieg mit
dieser Losung von schegewara begrüße ich
Sie zur neuesten Ausgabe von zasta und
disaster das Wirtschaftsmagazin mit Rene
zeer in der karibischen Hitze steht auf
der Plaza de la revolution in Santa
cllara das Denkmal für C eine
pothässliche Bronzestatue wurde gerero
grimig marschiert in der einen Hand sein
Gewehr der andere Arm ist einbandagiert
er hatte ihn sich vor der entscheidenden
Schlacht gebrochen aber gererus sind
hart im Nehmen nachdem die Revolution
1959 in Kuba gesiegt hatte TR 1965 von
all seinen Ämtern zurück und suchte nach
einem neuen Ort für eine Revolution
zuerst in Afrika dann in Lateinamerika
1967 fand er in Bolivien den mertyer Tod
seither ist das ikonische Portrait des
kubanischen Fotographen Korda die meist
reproduzierte Darstellung eines Menschen
nach weit vor Jesus aber nicht nur die
revolutionäre müssen hart im nemen sein
auch diejenigen mit denen Revolution
gemacht wird die wird natürlich für das
Volk gemacht damit es allen besser gehe
jeder respektvoll behandelt wird ein
lebenswertes Leben genießen kann die
revolutionäre und viedel Castro wollten
aus der karibischen Insel ein Paradies
auf Erden machen Ausbildung gratis für
alle Gesundheitsversorgung gratis für
alle der Rassismus virulent und stark
auf Kuba der Havana der
Hauptumschlagplatz für die
sklaventransporte aus Afrika war auf den
Müllhaufen der Geschichte ganz in der
Nähe des Denkmals gibt es das cffé
Revolution hübsch dekoriert mit Fotos in
memorabila aus den klorreichen
Anfangszeiten der Revolution kleines
Problem es gibt keinen Kaffee im Kaffee
Revolution aber die Revolution war mal
groß gleiche Rechte für alle überhaupt
Gleichheit kein obszöner Reichtum der
Zuckerbarone mehr keine schreiende Armut
der zuckerrohrschläger die nur in der
Erntesaison dieser brutalen Arbeit
nachgehen konnten und den Rest des
Jahres in der Misere vegetierten nun war
es aber so dass die gereros in ihrem
vorherigen Leben durchaus bürgerliche
Berufe ausgeübt hatten fedel Castro war
Anwalt chegevara war argentinischer
Artzt nicht unbedingt die besten
Voraussetzungen wenn einem die Macht und
die Verantwortung über eine nicht gerade
kleine Insel mit damals 8 Millionen
Einwohnern in den schoßfät bzw wenn man
sie mit der Waffe in der Hand und unter
Einsatz des leb erobert hat in den
ersten Jahren der Revolution standen
wohl 90% der Kubaner hinter fidel und
seinen Mann mit seinen stundenlangen
reden hypnotisierte er die Bevölkerung
deren Aufmerksamkeitsspanne sonst bei
ein Z Minuten liegt aber wenn Castro
sprach dann hörte jeder zu die Exil
Kubaner unterstützt von der CIA und den
USA die am idiotischsten Ort Kubas eine
Invasion versuchten um Castro von der
Macht zu vertreiben erlebten 1961 ein
Debakel heute erinnert noch ein Plakat
an der einzigen Straße die aus dem
Sumpfgebiet an der Schweinebucht
herausführt daran wie weit die Söldner
wie die Invasoren hier genannt werden
kamen nicht sehr weit denn die
Bevölkerung lief nicht wie von Ihnen
erwartet in Scharen über sondern
erfaltete erbitterte Gegenwehr daran
erinnert in Chiron noch ein Museum dort
steht auch der Panzer von dem Fidel
sprang um natürlich zu forderst den
Gegenangriff anzuführen das Museum
selbst ist menschenleer
50 m weiter unten am Strand steht ein
Allinclusive Hotel für vornehmlich
kanadische Touristen die holen sich hier
einen Sonnenbrand und einen schweren
Kater denn auch die Drinks sind gratis
dann fliegen sie wieder nach Kanada
zurück und haben keine Ahnung an welch
geschichtsträchtigen Ort sie gebartet
haben denn hier erlitt der Yankee
Imperialismus seine erste Niederlage in
Lateinamerika wie die offizielle
Geschichtsschreibung stolz vermeldet
aber all das ist lange sehr lange
her chigiwara ist seit mehr als einem
halben Jahrhundert tot fedel Castro
starb 2016 im biblischen Alter von 90
Jahren sein Bruder Raul lebt noch ist
auch schon über 90 und hat sich
weitgehend aus der Öffentlichkeit
zurückgezogen einer nach dem anderen der
historikos der historischen wie die
Teilnehmer an der Revolution von 1959
heißen ist ins Grab gesunken nur die
Revolution lebt noch tut sie das mit der
kubanischen Revolution verhält es sich
eigentlich genauso wie mit
sozialistischen Revolutionen nach
spätestens zwei Generationen brechen sie
dann mal zusammen die
SSR dauerte für 1917 bis 1990 73 Jahre
lang Kuba geht in das 65 Jahr seit dem
triumphalen Einzug von Fidel und seinen
olivgrünen Mitkämpfern in Havana der
Revolution ist es gelungen alle ihre
inneren Feinde zu besiegen bis heute es
gibt keine nennenswerte Opposition auf
der Insel die Exil Kubaner vor allem in
Florida wetteln seit 65 Jahren von außen
in die Insel hinein und träumen vom
baldigen Ende der kastristischen
Herrschaft als fidell starb gereten sie
wieder einmal in Wallungen und mieteten
bereits mal wieder charterfugzeuge um
möglichst schnell in Havana zu sein wenn
es endlich auf der Insel kracht die
Flüge mussten dann alle samt abgesagt
werden der Revolution ist es allerdings
auch gelungen die Wirtschaft und die
Landwirtschaft auf der Insel zu besiegen
dazu muss man wissen dass Kuba 1959
ein hochentwickeltes Land war mit einer
blühenden Industrie wegen der
zuckerrohrwirtschaft war es das erste
Land Lateinamerikas mit einem
Eisenbahnsystem und Kuba war
nettoexorteur von so ziemlich allen
Nahrungsmitteln nicht nur Zucker
heutzutage muss Kuba manchmal Zucker
importieren die Ernte deckt nicht einmal
mehr den Eigenbedarf auch sonst sieht es
nach offiziellen Zahlen sehr düster aus
denn der Sieg der Revolution über die
Landwirtschaft ist nachhaltig und
vollständig seit 1959 insbesondere seit
der Agrarreform von 1960 geht's Berg ab
den Bauern wurde mit großer Gäste und
Urkunde das Land übereignet das den
großen latifundistas den
Großgrundbesitzern weggenommen worden
war aber bevor sich die Bauern so
richtig darüber freuen konnten erklärte
man ihnen dass so ein Geschenk natürlich
nicht ohne Gegenleistung Erfolge das sei
dann nur eine Kleinigkeit wenn jetzt die
Bauern meinten sie könnten auf ihrem
Land anbauen was Ihnen passt dafür das
nötige Saatgut Dünger und so weiter
kaufen um dann das Produkt ihrer Mühe
auf Bauernmärkten zu verkaufen dann
hätten sie sich nämlich geirrt und den
Sozialismus nicht so ganz verstanden
denn Sozialismus sei dass der fleißige
Bauer nicht einfach reich werden könne
indem er sein Produkt zu einem Preis
verkauft der von Angebot und Nachfrage
bestimmt wird denn der freie Markt ist
bekanntlich eine kapitalistische
Erfindung und daher des Teufels im
Sozialismus ist es so dass der Bauer
seine Ernte bis auf ein min dem Staat zu
verkaufen hat und der Staat sorgt dann
für die Verteilung und legt die Preise
fest da der sozialistische Staat
landwirtschaftliche Produkte möglichst
billig an die Bevölkerung verteilen will
kann er den Bauern leider auch nur ein
Trinkgeld dafür zahlen aber dafür gab es
noch eine zweite Nachricht so jeder
Bauer bauert alleine vor sich hin das
bringt ja auch nicht also wurde er mit
sanften Zwang und wenn sein musste auch
unsanftem dazu gedrängt sich einer
Kooperative anzuschließen machten die
Sowjets in der SSR damals schließlich
auch so und dort hatte das ja auch
großartig geklappt damit verwandelt sich
Kuba von einem netto Exporteur von so
gut wie allen Nahrungsmitteln zu einem
netto Importeur von so gut wie allen
Nahrungsmitteln ein Disaster schlimmer
noch ein über 60 Jahre andauerndes
disaster schlimmer noch ein Disaster das
sich kontolierlich
verschlimmert dazu gibt es sogar
ausnahmsweise offizielle Zahlen laut dem
Statistischen Büro one ne ist die
Nahrungsmittelproduktion im Jahr 2023
dramatisch zurückgegangen die nationale
Reisproduktion auch in Kuba ein
Grundnahrungsmittel erreichte noch knapp
28 000 Ton 5 Jahre zuvor 2017 waren es
noch
273 000 Ton ein Rückgang um
ungeheuerliche
90%. 2018 wurden noch rund 500.000
Tonnen Getreide geerntet 2023 waren ist
noch 326 000 Tonn wobei man hinzufügen
muss dass sich die offiziellen Zahlen
nicht immer durch einen hohen
Realitätsgehalt auszeichnen oder auf
Deutsch wenn es sein muss wird
beschissen was die nicht nachprüfbaren
Zahlen hergeben nun ist es so dass die
tägliche Abgabe eines Brötchens pro
Kubaner wiea die rationierungskarte
libretta zu den letzten Errungenschaften
der Nahrungsmittelversorgung gehört an
der aus symbolischen Gründen eisern
festgehalten wurde die Größe und der
Inhalt eines solchen Brötchens sollte
nicht genauer analysiert werden aber
immerhin es gab eins vorbei vor kurzem
räumte die Regierung ein dass es da
leider gewisse Verzögerungen gäbe also
eigentlich gäbe es halt nicht genügend
Mehl und Mehl sei halt nun mal ein
grundlegender Bestandteil eines
Brötchens das wiederum liege daran dass
von den drei Mühlen im Lande leider nur
noch eine in Betrieb sei und auch die
nur teilweise die tiefere Ursache dafür
liege aber bei der grausamen US
Handelsblockade mit der das Land seit
über 60 Jahren bestraft wird was die
Regierung der Bevölkerung aber nicht
sagt schon seit vielen Jahren sind
Lebensmittel von diesem embargo
ausgenommen Kuba kann in den USA so viel
Nahrungsmittel kaufen wie es will aber
eben vor allem wie es kann denn
natürlich bestehen US-Hersteller auf
Vorauskasse denn Kuba ist pro Kopf das
höchst verschuldete Land der Welt nur
schon mal in Dollar gerechnet die
multimilliarden die es in Form von
transferrubeln erhielt die sind
eigentlich schon längst abgeschrieben
die ehemaligen Ostblockstaaten inklusive
der BRD als Rechtsnachfolger der DDR
haben schon längst die Hoffnung
aufgegeben auch nur einen Peso zu
bekommen so ist jeder lierant mit dem
Klammerbeutel gepudert wenn er nicht
Vorauskasse verlangt das Regime gibt
sich auch alle Mühe mit den
nahrenssmittel Importen und behauptet im
vergangenen Jahr über 800 Millionen
Dollar dafür ausgegeben zu haben selbst
wenn das stimmt ein armuls ugnis dass
Kuba die fruchtbarste Insel der Karibik
laronsmittel importieren muss im Hafen
von Havana oder Mariel werden dann die
reisäcke auf den made in USA steht in
neutrale Behälter umgeschüttet damit das
Regime nicht offenkundig beim Lügen
erwischt wird obwohl eigentlich jeder
Kubaner das weiß die Lage ist inzwischen
so dramatisch dass die Ankunft eines
Flugzeugs ja eines Flugzeugs aus China
mit ein paar Tonnen reiß an Bord in den
Staatsmedien als News Nummer 1
abgefeiert wird und auch wenn ein Schiff
aus Russland mit Getreide im Hafen
festmacht wird das verkündet und
behauptet dass damit die Belieferung mit
Brötchen bald wieder aufgenommen werden
könne wann na manianaer natürlich morgen
das klassische spanische Wort für keine
Ahnung wann aber ich will nicht
unhöflich sein die Lage ist so
verzweifelt dass Kuba zum ersten Mal
seit dem Triumph der Revolution sogar
die Welternährungsorganisation der UNO
um Hilfe gebeten hat etwas was aus
Gründen des Stolzes niemals zuvor getan
wurde aber das ist nicht alles was sich
zu einem perfekten Sturm über der Insel
entwickelt genauso dramatisch wie die
Versorgung mit Lebensmitteln steht es
mit der Stromversorgung stundenlange
apagones Stromabschaltungen weil die
Erzeugung nicht mit dem Bedarf schrittth
halten kann kuba hat angeblich eine
gesamtstromerzeugungskapazität von etwas
über 6000 Megawatt wie die staatliche
Elektrizitätsgesellschaft jeweils auf X
mitteilt fehlen regelmäßig bis zu 1000
Megawatt um die Nachfrage zu befriedigen
der Strom wird fast ausschließlich mit
uralten ölkraftwerken erzeugt die noch
von der Sowjetunion geschenkt wurden und
ständig defekt sind betrieben werden die
betrieben wurden die mit Öl das vor dem
Zusammenbruch des sozialistischen Lagers
aus der UdSSR kam bis zum faktischen
Zusammenbruch Venezuelas aus diesem
lateinamerikanischen Bruderland
alternative Energien Wind und Sonne auf
einer von ständiger Meeresbrise
umschmeichelten Insel mit Sonne satt
wurden bis heute
vernachlässigt das Problem wird hier
verschärft dadurch dass ab Juni
spätestens juli die heißesten Monate des
Jahres beginnen wo kein Kubaner ohne
Hilfe von wenigstens einem Ventilator
schlafen kann und ein eigener
Stromgenerator ist ein Luxus der nur der
reichen Oberschicht und Funktionären
zugänglich ist und auch der braucht
Treibstoff womit wir beim nächsten
disaster wären schlagartig wurden die
Benzin Preise in diesem Jahr
verfünffacht auf mitteleuropäische 1,25
€ pro Liter allerdings auch nur dann
wenn es hat so beten sich vor den
Tankstellen regelmäßig lange Schlangen
wenn nur das Gerücht aufkommt dass
vielleicht morgen ein Tankwagen zu
erwarten sei wie über die mit
Schlaglöchern übersätten Autobahnen oder
Verbindungsstraßen zwischen größeren
Städten fährt den begegnet oft eine
halbe Stunde lang oder länger kein
einziges Fahrzeug unter den Brücken über
den Autobahn die für niemals gebaute
Zubringer blöd rumstehen aber immerhin
Schatten spenden ballen sich
verzweifelte Kubaner und winken mit
Banknoten sobald sich ein Wagen nähert
womit wir gleich beim nächsten
dramatischen Problem wären dem Zerfall
der Landeswährung bzw einer
galoppierenden Inflation in einem
vermeintlichen Geniestreich hat das
Regime die Kunstwährung kuck abgeschafft
die nur auf Kuba verwendet werden konnte
und eins zuue eins mit dem Dollar stand
der Sinn der Sache war dass alle
dollarüberweisungen die auf der Insel
ankommen sofort für die Bezahlung der
dringlichsten Rechnungen verwendet
werden konnten während dem kubanischen
Empfänger diese CCK ausbezahlt wurden
vorbei jetzt gibt es nur noch den
kubanischen Peso als Zahlungsmittel aber
das wäre natürlich zu einfach es gibt
staatsläden in den nur mit einer
speziellen Kreditkarte bezahlt werden
kann die können nur Kubaner bei Ihrer
Bank aufladen zu einem staatlich
festgelegten Wechselkurs zu den
gängesten ausländischen Währungen das
Problem hier ist entweder sind in den
staatsläden Produkte zu unverschämten
Preisen erhältlich eine normaler
Kühlschrank oder eine kleine Klimaanlage
können locker 1000$ Kosten oder sie sind
leer da gäbe es eigentlich Abhilfe denn
neuerdings ist es den Kubanern erlaubt
selbstwaren zu importieren der Staat hat
sein außenhandelsmonopol teilweise
gelockert also gibt es nun zum ersten
Mal im revolutionären Kuba Privatleben
deren Regale überquellen mit allem was
das Herz begehrt Lebensmittel Kosmetika
Kleider Schuhe elektronische Geräte
Handys einfach alles und gibt es etwas
nicht es wird schnell und gerne besorgt
ein Paradies nach so vielen Jahren der
Karken realsozialistischen Tristess in
den staatsläden nur die Preise
entsprechen ungefähr denen in Miami
natürlich mit transportaufschlag also
sind diese Produkte schlichtweg für den
normalen Kubaner unbezahlbar der
offizielle Durchschnittslohn beträgt
3200 Pesos im Monat ein Art
Wissenschaftler Lehrer Ingenieur
Architekt verdient bis zu 8000 Pesos
aber der Wert dieser Einkünfte nimmt
täglich ab wenn man sie am Wechselkurs
misst lange Jahre war es dem Regime
gelungen den offiziellen Wechselkurs zum
Dollar bei 24 Pesos festzunageln aber
seit Anfang dieses Jahres konnte das
nicht mehr gehalten werden der
offizielle Wechselkurs wurde auf ein zu
125 angehoben lachhaft auf dem
Schwarzmarkt steigen die Preise für den
Dollar täglich und haben gerade die schw
von 400 Z ein überschritten womit selbst
das Höchsteinkommen von 8000 Pesos noch
schlappe 20 Wert ist damit kann man sich
auf einem inzwischen doch existierenden
Bauernmarkt nicht viel kaufen ein Pfund
Tomaten kostet 300 Pesos ein Karton mit
24 Eiern kostet 3000 Pesos das Pfund
Reis 220 ein Liter Speiseöl 1500 Pesos
das ist mehr als eine durchschnittliche
Monatsrente eines pensionierten Kubaners
zum perfekten Sturm gehört auch dass
beispielsweise in Havana ein
Touristenhotel nach dem anderen
hochgezogen wird ein gigantischer Kasten
der alles überragt ist 42 Stockwerke und
152 m hoch Eröffnung hätte 2022 sein
sollen aber die 565 Zimmer sind immer
noch nicht bezugsbereit typische
schlliche Schlamperei währenddessen
türmen sich in den Straßen von Havana
die Abfallberge fehlt es an Baumaterial
um die zerbrückelende Substanz in havan
oder in den Plattenbausiedlungen zu
renovieren nach jedem stärkeren
Regenfall brechen Häuser zusammen
gleichzeitig nimmt die Kriminalität
immer brutale Reformen an dass Leute
wegen eines Handys oder eines Motorrads
niedergestochen werden kommt täglich vor
das Schulsystem pfeift aus dem letzten
Loch es fehlt an alle genauso sieht es
in den staatlichen spitäln aus die
Revolution ist bankrott das war sie
eigentlich schon immer ohne ausländische
Bruderhilfe hätte sie sich nicht bis
heute durchgehangelt die
Industrieproduktion auf der Insel ist
fast vollständig zum Erliegen gekommen
eigentlich alles wirklich alles muss
importiert werden die Regierung wird vom
Präsidenten Dias canell angeführt er
wurde von den beiden Castros
handverlesen als ihr Nachfolger
ausgesucht seine Qualifikation dafür
besteht aus einer Eigenschaft er hatte
noch nie in seiner funktionärskarriere
eine eigenständige Idee er plappert bis
heute davon dass die US Handelsblockade
an allen hausgemachten Problemen schuld
sei und man sich halb nun etwas mehr
anstrengen sollte mehr revolutionären
Widerstandsgeist entfalten dann werde
nächstes Jahr aber bestimmt alles besser
und was machen die Kubaner sie haben
inzwischen drei verschiedene
Überlebensstrategien sie mischeln sich
durch klauen und bescheißen sich alles
zusammen was sie zum täglichen überlegen
brauchen obwohl man inzwischen mehr
bettlauft den Straßen sieht und auch
Leute die die Mülltonnen nach etwas
brauchbarem durchwühlen dann gibt es die
privilegierten Kubaner die über
Verwandte im Ausland verfügen die
remessas die Überweisungen der
auslandkubaner auf die Insel ist die
devisene Einnahmequelle Nummer 1
entweder wird das Geld mit Mulas
Maultieren in Cash auf die Insel
transportiert oder überwiesen in beiden
Fällen schöpft es in erster Linie der
Staat ab der ja im Prinzip alles
anbietet was der Kubaner so braucht aber
immer bedeutender wird der Exodus die
Flucht so haben in den letzten zwei
Jahren über eine halbe Million Kubaner
die Insel verlassen die meisten
natürlich gut ausgebildete junge
Menschen die Tragödie der Revolution in
Agonie kann man wohl am besten am
Beispiel von Antonio darstellen
natürlich heißt er anders er hat für
einen Kubaner ein anständiges Einkommen
weil er als Kulturvermittler für diverse
Galerien außerhalb Kubas arbeitet und
denen Kontakte mit dem immer noch
reichen Kunstschaffen auf der Insel
herstellt er ist verheiratet hat zwei
Kinder die angefangen hatten an der
Universität Naturwissenschaften zu
studieren
seine Frau arbeitete bei der staatlichen
Ölfirma Coupet zusammen ist es ihn
gelungen sich selbst ein kleines
Häuschen zu bauen sie besitzen einen
Lader dennoch ist Antonio das letzte
Familienmitglied das noch in Havana lebt
er war nie ein politischer Mensch aber
sicher auch kein konterrevolutionär er
hat Jahr für Jahr Jahrzehnt für
Jahrzehnt die ewigen Versprechungen dass
es nun aber sicher besser werde geglaubt
zu lange wie der 56jährige heute zugibt
er wie seine ganze Familie wollten Kuba
nie verlassen das ist ihre Heimat ihr
Land ihre gewohnte Welt aber dann fragte
sich Antonio welche Chancen eigentlich
seine Kinder in Kuba haben würden wenn
sie dort ihr Studium abschlossen und
dann für das maximalgehalt von 8000
pessos zu arbeiten ohne Aussichten auf
Besserung im sicheren Bewusstsein dass
dieser Betrag niemals für das
lebensnotwendige ausreichen würde also
machte Antonio etwas was inzwischen
Millionen von Kubanern versuchen er
erinnerte sich dran dass Spanien so
stolz auf seine Tradition ist dass jeder
Kubaner der auch nur einen spanischen
Urgroßvater in seiner Ahnenreihe
nachweisen kann die spanische
Staatsbürgerschaft beantragen darf die
einzige Schwierigkeit besteht darin dass
Spanien über kein zentrales
Zivilstandsregister verfügt er muss also
eruieren woher seine Familie stammt und
dann dort die lokalen Geburts und
Sterberegister durchsuchen Antonius Frau
schaffte es als erste sie konnte ihre
Abstammung aus Spanien lückenlos
nachweisen und die Staatsbürgerschaft
beantragen über sie wurden auch die
Kinder Spanier und gerade hat Antonio
auch die gute Nachricht von der
Botschaft eralten dass er demnächst
seinen Pass abholen kann die beiden
Kinder wurden als erste nach Spanien
verfrachtet wo sie von entfernten
Verwandten aufgenommen wurden und dort
ihr Studium noch mal von Anfang an
beginnen das sei zwar ein kleiner
Zeitverlust sagt Antonio aber dafür sind
sie auf der Höhe der modernen
Technologie und haben vor allem eine
Zukunft als nächstes wanderte seine Frau
aus und versucht in Madrid eine neue
Existenz aufzubauen und als Letzter wird
Antonio noch dieses Jahr auswandern das
Haus und der Lader sind verkauft nach
den Flugreisen bleibt noch ein kleines
Startkapital Antonio macht sich keine
Illusionen in seinem Alter ist es nicht
leicht in Spanien einen Job zu kriegen
aber er ist kein typischer Kubaner er
ist bereit jede Arbeit anzunehmen
Kellner Taxifahrer Lehrer Bote ist ihm
egal da wird sich schon etwas ergeben
sagt er das traurige ist nicht nur dass
er eigentlich zur schweigenden Mehrheit
der Kubaner gehört die niemals lauthals
die Errungenschaften der Revolution
bejubelten oder sozialism deskandierten
er war auch kein kontrarevolutionär der
sich nichts lieber gewünscht hätte als
den baldigen Zusammenbruch des Regimes
aber er fragte sich immer stärker wie so
viele andere Kubaner was eigentlich der
Unterschied zwischen Sozialismus oder
Tod auf Kuba sei nun gibt es aber
Millionen von Kubanern die diese
Fluchtmöglichkeit nicht haben entweder
weil sie nachkommen von schwarzen
Sklaven sind die keinerlei Wurzeln in
Spanien gelten machen können oder weil
sie zu alt zu letargisch oder zu
deprimiert sind um an Auswanderung zu
denken ganz abgesehen davon dass eine
spanische staatsfürgerschaft natürlich
das freie Eintrittsticket für ganz
Europa und viele andere Staaten auf der
Welt wäre dann gibt es noch eine dünne
Schicht von reichen Kubanern besser
gesagt von sich bereichernden wenend es
früher als sehr unschicklich galt
solchen Reichtum offen zur Schau zu
stellen sind da inzwischen alle Dämme
gebrochen die Clans der Mitglieder der
sogenannten kupola der Kuppel der
höchsten Parteifunktionäre oder Militärs
zeigen ihren Reichtum immer ungenierte
das äußert sich schon darin dass sie
fast ausnahmslos dick ja gerade zu fett
sind der abgesetzte Wirtschaftsminister
war dick sein Nachfolger ist fett dem
Präsidenten Dias canell quält sein Bauch
über die Hose wenn er im Staatsfernsehen
auftritt und seine Genossen zu mehr
Disziplin Opferbereitschaft und Einsatz
auffordert eine Tochter von Raul Castro
besitzt unter anderem die fabrikarte
einen schicken Komplex mit Disco
eventthale Luxusrestaurant Bar und allen
Schikanen auf nicht viel Verständnis
stieß als er eine herrschaftliche Villa
in miramaar auf Airbnb zur Miete anpres
Die war staatlich und stattlich
renoviert worden verfügt über luxuriös
eingerichtete Zimmer eine zentrale
Klimaanlage Swimmingpool Privatkoch
Dienstpersonal und Chauffeur bis zu zehn
Leute können diesen Luxus genießen für
000 pro Tag das offizielle minimalgehalt
beträgt 2100 Pesos im Monat das sind
aktuell rund 5$ also müsste der Kubaner
rund 16 Jahre arbeiten um sich einen Tag
in dieser Villa leisten zu können aber
auch nur wenn er diesen 16 Jahren keinen
Cent ausgebe die Feierlichkeiten für den
1 Mai wurden in Havana abgesagt das war
ein Ereignis an den traditionell mehr
als eine Million Kubaner über die Plaza
der Revolution marschierten offiziell
wegen Benzinmangel und Schwierigkeiten
mit dem Transport in Wirklichkeit wohl
weil das Regime befürchtete dass es zu
neuen Unruhen kommmen könnte wie schon
vor z Jahren die wurden damals
niedergeknüppelt Teilnehmer drakonisch
bestraft mit bis zu 15 Jahren Gefängnis
aber in Havana bemüht sich das Regime
noch nach Kräften die Fassade
einigermaßen aufrechtzalten im Südosten
der Insel sieht das noch schlimmer aus
das fängt schon damit an dass es sehr
schwierig ist überhaupt nach Santiago de
Cuba zu kommen es gibt manchmal einen
wöchentlichen Flug wenn genug Kerosin
vorhanden ist es gibt gelegentlich Züge
und es gibt Busse die aber nicht so
selten stecken bleiben wenn die für sie
vorgesehene Ration Diesel nicht
eingetroffen ist dort ist auch die
Ernährungs und stromlage noch
desaströser als in havan vor kurzem
macht ein Video auf den sozialen Medien
die Runde wie eine Bande von
Parteifunktionären eine Party feiert
hinter sich volle Tische mit Essen und
Rum es ist deutlich zu hören wie man
sich gegenseitig ermahnt das Jahr nicht
an die große Glocke zu hängen damit es
in der Bevölkerung nicht noch mehr Ärger
gibt als Besucher fliegt man wie in
einem UFO durch diese Misere mit
genügend Geld mietet man einen SUV mit
Chauffeur der sich um die
Benzinversorgung kümmert in
privatrestaurants kann man nach wie vor
zu durchaus europäischen Preisen
angenehm Speisen in Privathotels wird
man freundlich umfangen und umhgt
schläft klimatisiert frühstückt so
reichlich wie es kaum ein Kubaner bei
sich zu Hause tun kann schon seit vielen
Jahren wird geunkt dass es dann mal
kracht auf der Insel ich kenne sie seit
1989 habe viele Jahre dort gelebt und
bin außer in der coronazeit regelmäßiger
Besucher ich hatte mich nie den
sprechkören angeschlossen die aus
welchem Anlass auch immer einen baldigen
Volksaufstand
herbeifantasierten auch jetzt wird
entscheidend sein auf welche Seite sich
das Militär der einzig wichtige
Machtfaktor stellen wird aus
Eigeninteresse das Militär kontrolliert
das Wenige was an Produktion noch
vorhanden ist müsste es das Regime
Stützen auf der anderen Seite wissen die
intelligenteren Militärführer dass mit
dieser Regierung und ihren Funktionären
wirklich kein Staat mehr zu machen ist
deren Unfähigkeit für das
lebensnotwendige zu sorgen ist
offenkundig und eklatant ihre
Beteuerungen dass bald mal alles besser
werde werden so wenig geglaubt wie ihre
Behauptung dass an allem die grausame
us-handelsblockade schuld sei diesen
Sommer wird sich zeig ob es bei den
sicherlich stattfindenden neuen Unruhen
den Ordnungskräften gelingt darunter
schwarz gekleidete tropas speciales die
Demonstrationen zusammenzuknüppeln oder
ob es was für Kuba neu wäre die ersten
Toten gibt sollte das der Fall sein ist
durchaus denkbar dass endlich der Funke
überspringt und immer mehr auf die
Straße gehen bislang hielt sich das
Regime an der Macht weil es einigermaßen
Lebensmittel Strom und gewisse
Dienstleistungen garantieren konnte aber
seine Unfähigkeit die sich im fast
völligen Zusammenbruch der
landwirtschaftlichen Produktion am
deutlichsten zeigt kann nicht mehr mit
Durchhalteparolen übertüncht werden der
bedeutende kubanische Schriftsteller
Leonardo Padura wie so viele im Exil
sagte kürzlich dass es Kuba nicht in
erster Linie an Nahrungsmitteln mangle
auch nicht an Strom sondern an Hoffnung
an Hoffnung dass es mal besser werden
könne denn fast noch schlimmer als eine
Fortsetzung des kastristischen regims
wäre sein
Zusammenbruch ist das so darüber
unterhalte ich mich nun mit Bert
Hoffmann einem ausgewiesenen Kenner
Kubas Professor Bert Hoffmann ist im
Leitungsteam des German Institute for
global and era studies kurz Giga und
spezialisiert auf Lateinamerika er ist
der wohl beste Kenner Kubas im deutschen
Sprachraum und hat umfangreich dazu
publiziert spätestens seit 1989 seit dem
Zusammenbruch des sozialistischen Lagers
werden die letzten Wochen Tage Stunden
Sekunden des kastristischen Regimes
heruntergebetet ist es nun soweit nein
das glaube ich nicht die eine Frage ist
ja wie die Situation vor Ort ist und die
ist tatsächlich sehr schlecht und in
vieler Hinsicht unglaublich schwierig
geworden für die Bevölkerung und
Unzufriedenheit ist groß viele gehen
eine andere Frage ist aber daraus eine
Dynamik entsteht die zu einem
politischen reg Wechsel führt dazu
bedürfte es natürlich noch anderer
Komponenten nämlich eine Mobilisierung
dass Leute auf die Straße gehen oder
sonst wie einen Wandel herbeiführen dazu
bräucht es auch die Hoffnung dass es
diesen geben kann und da haben wir auch
verschiedene sozusagen
in den letzten Jahren verschiedene
kleine Momente von erlebt kleinere
Ausbrüche von Unzufriedenheit die aber
eigentlich alle sehr schnell im Keim
erstickt worden sind und in den den
meisten Fällen hat das einfach nur dazu
geführt dass die Unzufriedenen dann die
Insel verlassen haben die Ausreisewelle
hat zugenommen das war bis jetzt der
wesentliche Moment das ist nicht gut für
das Land aber das bringt nicht das
Regime zum Stürzen und ich glaube
insofern auch nicht dass das unmittelbar
bevorsteht 2016 ist Fidel Castro im
biblischen Alter von 90 Jahren gestorben
sein Bruder Raul lebt noch hat sich aber
weitgehend zurückgezogen ist das dann
das Ende der Revolution auf Kuba oder
wird vom Präsidenten Dias kanel
weitergeführt ja auch das ist natürlich
eine nahliegende Frage die Figur fel
Castros war ja so überdimensioniert der
war so lange an der Spitze des Staates
und so eine riesige auch weltfigur kann
man ja sagen dass alle dachten Bo wenn
der charismatische fidell nicht mehr ist
dann bricht alles zusammen und das ist
nicht passiert und D man g na gut das
sein Bruder Raul der lebt noch sozusagen
10 Jahre mit dem Charisma
seines Bruders nach aber auch seit Raul
die Bühne geräumt hat für einen wirklich
sehr blassen Bürokraten technograten den
deas kanell den sie genannt haben auch
da bricht es nicht zusammen es kommt
auch nicht vom Fleck also wir kriegen
auch keine reformdynamik wir kriegen
auch keine positive Entwicklung aber die
Beharrungskräfte sind stark und das hat
natürlich auch damit zu tun dass alle
die in irgendeiner Weise mit dem Staat
verbunden sind
den Tag danach fürchten also sie alle
wissen dass man an vielen Sachen
beteiligt war das muss ja gar nicht
schlimmste Repression sein aber jeder
der in der Führungsposition ist ist
Parteimitglied musste zu allem Ja und
Amen sagen und wenn das katastrophal aus
deren sich zusammenbricht dann sieht man
für sich da keine Zukunft und fürchtet
dass Miami den Laden übernimmt und sowas
schweißt natürlich sehr stark zusammen
wenn ich bezüglich Ideologie noch etwas
nachstochern darf auf Cuba gibt es ja
immer noch die Parteihochschule Nico
Lopez bezeichnenderweise gleich
gegenüber der Marina Hemingway das ist
so ein Hafen für Luxusjachten wird in
Kuba eigentlich Marxismus Leninismus
nicht nur gelehrt sondern auch noch
angewendet ja gut es ist ein Parteien
hererrschaft der Kommunistischen Partei
andere Parteien sind nicht zugelassen
und diese Partei ist schon
im weitesten Sinne nach ein m
lenistischen Muster gestrickt also das
ist eine starke Parteidisziplin die
funktioniert im Prinzip von oben nach
unten es gibt auch ein paar
feedbackmechanismen andere Richtung aber
es ist eigentlich ein sehr klar von oben
nach unten gestrickter Apparat mit hoher
Parteidisziplin das ist schon dieses
dieses Muster ökonomisch ist das
inzwischen natürlich ganz schön weit weg
von den ursprünglichen Schriften von
Marx und Engels und Lenin aber trotzdem
gibt's auch da noch sehr viel
Staatsbesitz der heilig gehalten wird ob
der sehr produktiv ist oder nicht aber
da werden in vielen Bereichen bis heute
immer noch die Staatsbetriebe gehegt und
gepflegt auch die Arbeitskräfte dort
bleiben beschäftigt auch wenn der Lohn
praktisch soweit entwertet worden ist
dass G nicht viel Motivation daraus mehr
ist für wirkliche Arbeit insofern gibt
es da schon noch natürlich eine
Herleitung die auch bis heute präsent
ist und zum anderen ist es natürlich
auch immer eine Doktrin die zur
Vergewisserung von Loyalität dient das
ist ein abnicken man weiß sozusagen an
der Ideologie die Ehre und dann kann man
ja Praxis natürlich vieles anders machen
und es gibt Märkte und es gibt kleine
Unternehmen und weiß ich was es
inzwischen alles gibt auf Kuba findet
jedes Problem seine Lösung und jede
Lösung ihr Problem halten Sie das für
eine zutreffende Zusammenfassung na gut
das ist natürlich ein bom solche Art von
Szen wir man ein kuber auf den Straßen
oft und gerne aber ich sag mal was ich
dahinter sehe ist dass es sehr sehr
viele Probleme im Alltag in allen
verschiedenen Bereichen gibt aber keine
koherente Lösung die werden aller Regel
sozusagen in einem Stück für Stück
Verfahren versucht man irgendwas zu
reparieren ob das die Stromausfälle sind
oder eine Straße die unter Wasser steht
oder ein Produktion die nicht mehr läuft
wir haben das mit einer Währungsreform
auch gehabt die dann angegangen worden
ist aber eigentlich mehr Probleme
geschafft hat als sie gelöst hat die
Währung unterliegt einem hohen
Inflationsdruck sie verliert täglich
eigentlich an Wert gegenüber harten
Währungen und das hat die Währungsreform
nicht angegangen sondern in die Ursachen
für diesen inflationären Prozess und
insofern ist das sozusagen eines dieser
Beispiele wo die Lösung gleichzeitig
neue Probleme schafft und in das ist
schon sehr
bezeichnend für das was wir einfach als
Prozess in Kuba haben wo ein Schritt vor
und einer zurück geht mehr als dass wir
wirklich sehen aha das ist ein
Reformentwurf nach meintwingeg
chinesischen oder vietnamesischenem
Vorbild wo man im Prinzip eine ganz
klare Entwicklung sieht das haben wir in
der Form in Kuba den letzten 10 20 30
Jahren seit 9 wenn Sie so wollen nicht
gehabt hat es viel vor und zurückgegeben
und viel stückwert
wenn ich es noch mit einem weiteren bomo
probieren darf es muss sich alles ändern
damit es bleibt wie es ist wenn man
diesen Satz auf Kuba anwendet besteht
die Tragik nicht darin dass es zum
herrschenden Regime keine sinnvolle
Alternative gibt wenn man nicht die
Rückkehr der Exil Kubaner will ja das
kann man ein bisschen weiter noch fassen
die internationale Frontstellung
sozusagen kubanische Revolution gegen
US-Imperialismus in der kubanischen
Diktion bzw gegen die Exil Kubaner in
den USA das ist dann mit Miami vor allem
verbunden diese externe
konfliktstellung die war immer schon
sehr radikal die hat sich in den
trumpjahren noch weiter radikalisiert
das heißt wir haben im Prinzip kaum eine
Perspektive dass es eine Alternative
gibt die nicht schwarz oder weiß ist
also ein Reformweg von innen meintweggen
das war in der Obama Zeit ganz anders
Obama hat ja eine
aussöhnungspolitik mit Raul Castro
damals als
regchef aufgesetzt mit Eröffnung von
Botschaften Obama ist nach Havana
gereist und hat hemtsärmlich mit Raul
ein Baseballspiel zusammengeguckt also
lauter vertrauensbildende Maßnahmen und
da war auf einmal diese Perspektive
möglich hey wir können ein Reformweg
gehen wir können es verändern ohne dass
der Hälfte der Bevölkerung danach um ihr
Leben fürchtet von die auf Revange auss
sind oder die Leute fürchten dass sie
das weniger in Besitz was sie haben dann
auch noch nämlich Haus ihre Wohnung
verlieren wenn da ein Alteigentümer
Ansprüche hat das sind ja die
Bedrohungen die tatsächlich viele Leute
haben und insofern ist die Frage von der
alternative diese Frontstellung des
entweder oder und das ist aus Miami
gerade wie im Verbund mit der trumpschen
Politik
ein wir wollen die komplette
Kapitulation und das ist wirklich etwas
was jegliche Reform jegliche Veränderung
im Moment massiv blockiert die
vielleicht möglich wäre wenn diese diese
Bedrohungssituation nicht ganz so krass
wäre die Produktionszahlen in Wirtschaft
und vor allem Landwirtschaft s weit
erhältlich sind desaströs galoppierender
Wertverlust des kubanischen Peso
Stromausfälle Probleme bei der Ernährung
der Bevölkerung Schul und
Gesundheitssystem im blamablen z stand
geht's noch weiter runter also erstmal
stimmt es die Situation ist wirklich
wirklich schlecht für sehr viele Kubaner
für die die Geld haben
das heißt harte Währung aus dem Ausland
oder weil sie harte Währung verdienen
weil sie für ein Joint Venture arbeiten
weil sie eine Tante im Ausland haben die
ih Geld schickt die kommen gut über die
Runden also es sind jetzt nicht alle für
die große Mehrheit aber ist das knapp
und etliche haben auch gar keinen Zugang
zu diesen dollarwelten und da wird es
dann sehr sehr bitter das haben sie
beschrieben das ist auch noch mal viel
schlechter als es vor 34 Jahren war muss
man auch sagen es gab viele Probleme es
immer schon gab aber die covidpandemie
da ist ja der Tourismus
zusammengebrochen Kuba ist ein sehr
tourismusabhängiges Land hat sich danach
auch nicht weiter erholt der Tourismus
das ist die eine große Einnahmequelle
des Landes eigentlich abgesehen von
Geldsendung aus dem Ausland er hat sich
nicht erholt unter anderem auch weil die
USA weiter auch unter beiden scharfe
Sanktionen haben so werden Leute nach
kuber Reisen kommen nicht mehr in das
est Verfahren also erleichterte
visumsvergabe für die Länder die das
haben können das betrifft z.B alles
Deutschland die das schreckt natürlich
Tourismus fürchterlich ab wenn Leute das
Gefühl haben danach kommen sie nicht
mehr leicht in USA also der Tourismus
hat sich in anderen Ländern der Karibik
erholt in Kuba wirklich nur zu hälftte
zwei Drittel von dem
vorpandemieniveau und das kommt zusammen
mit den aufgestauten Problemen die über
viele Jahre sich angesammelt haben
insofern sehr sehr kritische Lage kann
sie schlechter werden ja sie kann auch
noch schlechter werden gleichzeitig hat
Kuba immer auch bestimmte Möglichkeiten
internationale Hilfe zu bekommen sei es
von lateamerikanischen Staaten Mexiko
z.B hat Öl geliefert werden Erz nach
Mexiko entsendet diese sehr günstig für
Kuba vergütet werden Russland China es
gibt immer noch Handelspartner die im
Prinzip dieses geopolitische Kapital was
kuba hat diese Symbolfigur die dies das
Symbol was Kuba politisch ist
unterstützen insofern wird es auch nicht
ganz sinken aber eine leuchtende
Perspektive ist wirklich nicht
auszumachen im Moment eine halbe Million
Kubaner fast 5% der Bevölkerung hat in
den vergangenen zwei Jahren das weit
gesucht wo soll das alles enden es ist
ja sogar noch ein bisschen dramatischer
weil der Teil der Bevölkerung der geht
das sind ja nicht die Babys und das sind
nicht die Rentner in aller Regel sondern
das sind die im erwerbsfähigen Alter die
woanders eine Perspektive suchen sehen
sehr viele gut ausgebildete Leute sehr
viel dynamische Leute insofern ist
gerade in diesem Bereich derer die
studiert haben eine gute Ausbildung
haben oder sie gerade bekommen ist
dieser Anteil der die gehen ja noch viel
höher prozentual als auf die
Gesamtbevölkerung gesehen also das ist
etwa in den Universitäten dramatisch
aber auch im Verwaltungsapparat R
Verwaltungsapparat in den
Leitungsfunktionen mittlerer Ebene
fehlen überall Leute die gegangen sind
auch im Gesundheits auch im
Erziehungsbereich insofern ist das eine
auch langfristig für die
Entwicklungsperspektiven das Landes
wirklich fatale Entwicklung die schicken
dann in aller Regel wenn Sie im Ausland
sind auch Geldsendung zurück an die Oma
Tante auf der Insel und so da gibt es
auch Rückflüsse aber das natürch kein
Ersatz für die fehlende Leistung die
diese dieser Teil der Bevölkerung
eigentlich für das Land erbringen müsste
und der Anteil der in Rente leben den in
Kuba ist sehr sehr hoch der altenanteil
ist sehr sehr hoch
das gibt eine ganz ganz schwierige
Abhängigkeit von diesen ausländischen
Geldsendungen die wirklich keine gute
Basis sind um ein schölzenozialismus
aufzubauen der kubanische Schriftsteller
Padura hat kürzlich gesagt was Kuba in
erster Linie fehlt ist nicht Strom oder
Nahrungsmittel sondern Hoffnung hat er
recht das ist zugespitzt aber da ist
sehr viel dran im Alltag fehlen den
Leuten natürlich die Nahrungsmittel und
die täglichen Nöte die überlagern vieles
aber es gibt tatsächlich wenig Vertrauen
darauf dass sich das in den nächsten
Jahren wendet das war in den 90er Jahren
das da ist man auch nach dem sowet tief
gefallen aber es gab sozusagen die
Vorstellung das wird auch wieder das ist
nicht mehr der Fall bei ganz vielen und
deswegen haben wir Studierende die in
der Regel wenn die jetzt studieren dann
haben die ganz ganz viele man hat will
mal sagen alle und alle stimmt natürlich
nicht aber ganz ganz viele vor Augen ich
mache hier noch die Ausbildung kuber
damit ich dann imigrieren kann damit ich
im Ausland ausgebildet ankomme und einen
besseren Staat woanders habe
und das hat natürlich damit zu tun dass
das Aufbegehren was es gegeben hat z.B
Kultursektor das war ein moderates
Aufbegehren gegen für mehr Öffnung im
Kulturbereich dass auch das dicht
gemacht worden ist die etwas diffuseren
Straßenproteste vor ein paar Jahren sind
ja auch sehr schnell dicht gemacht
worden gar nicht mit wahnsinnig viel
manifester Gewalt wenn man das
international vergleicht also das das
ist relativ schnell und fast geräuschl
los bewältigt worden vom Regime aus aber
das hat den Leuten die Hoffnung genommen
dass sich was ändert und dann gehen sie
und das ist wirklich für die die bleiben
extrem bitter zu sehen und für das Land
wirklich eine ganz schwere Last auf den
Hoffnung die man haben kann für
mittelfristige Entwicklung man könnte
ohne Ende Niederlagen und Defizite und
disaster der allein regierenden
Kommunistischen Partei aufzählen seien
wir aber positiv was für Chancen hat das
regim um an der Macht zu bleiben na gut
ich will das Positive gar nicht nur
daran festmachen ob das Regime an der
Macht bleibt also da kann ich noch mal
sagen solange die externe Frontstellung
zu den USA und zum Exil so krass ist
schweißt das sehr große Teile der Eliten
einfach zusammen wenn Sie das Gefühl
haben am Tag danach hänge ich dann am
lenfah so abermer von der Bevölkerung
gedacht was für Chancen hat das auf
Besserung
es gibt ein
reformdiskurs eigentlich verbal sagt die
Regierung wir müssen vieles ändern was
in vernünftige Richtung geht mehr Markt
mehr Freiräume zulassen das wird alles
durchaus gesagt allein es fehlt an der
Umsetzung wenn es da einen Schwung geben
könnte dass tatsächlich dieser
herrschende Apparat dazu kommt sagen
okay so geht das nicht wirklich lange
weiter und nicht lange gut wir müssen
jetzt ein Reformweg gehen das ist noch
keine Demokratisierung oder so aber es
könnte auf ein der wirtschaftlichen
Ebene natürlich vieles unterhalb dieser
Schwelle sich verändern dann müssten man
halt tatsächlich mehr als nur halbherzig
Marktmechanismen öffnen und man müsste
den Bauern Chancen geben anzubauen und
die Produkte dann auch für einen Preis
verkaufen zu dürfen der ihre
Produktionskosten deckt das ist nicht
der Fall deswegen bauen die auch nichts
an weil sie vom eigentlich kein Geld
dafür kriegen und sehr wenig
Möglichkeiten haben ökonomisch zu
funktionieren also all sowas sind
Probleme wo eine reformdynamik nicht
abwegig ist und wenn es die geben könnte
dann wären auch die Perspektiven auf
eine Verbesserung der
Lebenssituation tatsächlich da das ist
eine politische Blockade aber die muss
auch nicht ewig sein also da kann man
schon sagen wenn sie Hoffnung und
positives wollen das ist da wo man hin
hoffen könnte dann sein wir halt mal
negativ was passiert wenn es
zusammenbrechen würde ja das kann
natürlich verschiedene Formen annehmen
das kann tatsächlich zu gewaltsamen
Konflikten auf den Straßen kommen und
davor schrecken ja ganz viele Kubaner
zurück fast jede Familie hat jemand der
auf der einen und auf der anderen Seite
einer Konfrontation stehen könnte ein
Schwager arbeitet im Innenministerium
ein anderer auf dem Schwarzmarkt also
das ist ja zusammen am gleichen
abendessenstisch das sind ja gar nicht
nur getrennte Lage also es kann sehr
bittere Situationen geben und auch
unfriedliche wirklich wenn es z offenen
Konflikt kommt wenn so negativ wollen
wenn tatsächlich eine komplett
konträre Regierung aller Miami rankommt
und alte Rechnung begleichen will dann
kann das natürlich auch zu sehr viel
langdauernden Konflikten führen und auch
in jedem Szenarien wird auch Massi
Wanderung ein Problem werden was auch
für die USA spürbar wird weil wenn die
Konflikte dermaßen
eskalieren werden auch deswegen viele
Kubaner und Kubanerinnen die Insel eher
verlassen als selber ihren Kopf
hinhalten wollen zum Schluss so viel
Gutes gewollt so viel Schlechtes so
schlecht gemacht wenn das eine
Zusammenfassung ist wieso hat das Regime
in mehr als 60 Jahren nicht aus seinen
Fehlern gelernt beispielsweise in der
Landwirtschaft es ist nicht so dass sie
gar nicht gelernt haben sonst hätten wir
jetzt noch die gleiche Ökonomie wie in
den 70er Jahren das haben wir nicht wir
haben ja Bauernmärkte wir haben klein
unternehmen
wir haben Liberalisierung von Importen
wenn Sie heute Nutella oder Whisky haben
wollen den Kriegen sie in Havana so
leicht gekauft wie nie zuvor sie müssen
Geld für haben was die meisten auf der
Insel natürlich nicht haben also ist ja
nicht so dass sich nichts verändert hat
was sie aber nicht geschafft haben ist
aus der Fehleranalyse sozusagen eine
irgendwie stimmige koherente
reformdynamik zu haben die ih gangbar
erscheint sie haben immer ganz schnell
jemand der ruft oh das gefährdet aber
das politische System und das wir den
Anfängen das ein abschlüssige Bahn das
haben wir gesehen wie das in Osteuropa
gegangen ist und und und also es ist
nicht dass es kein keine Fehleranalyse
kein lern gibt es hapert an der
Umsetzung daraus tatsächlich die Lüsse
zu ziehen die sie abstrakt vielleicht
wüssten die sie aber im politischen
Prozess sich nicht trauen
umzusetzen Herr Professor Hoffmann ich
danke Ihnen ganz herzlich für diese
differenzierte Analyse und Meinungen
weil das Problem mit Kuba ist ja häufig
entweder ist man für Kuba oder man ist
dagegen dazwischen gibt es eigentlich
kaum etwas ums wertvoller ist eine
solche Unterhaltung wie die mit ihnen
ich danke herzlich dafür vielen Dank
Ihnen
[Musik]
Sonne Salzer Revolution das war die
revolutionäre Ausgabe von zastter und
Desaster das Wirtschaftsmagazin mit René
zeer und wir freuen uns auf die nächste
Begegnung mit unseren Zuhörern
[Musik]