ich bin Robert, auch bekannt als der Mann mit dem Bart.
Am 01.03.2025 brach ich von Leipzig in das größte Abenteuer meines Lebens auf - ein Spaziergang nach Singapur.
Ich habe alles hinter mir gelassen und entdecke nun zu Fuß Menschen, Länder und Kulturen.
In diesem neuen Video siehst Du, was mir auf diesem Abschnitt widerfahren ist.
Ich nehme Dich mit und gebe Dir Einblicke in mein Abenteuer, meine Gedanken und teile persönliche Erfahrungen mit Dir. -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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The narrator documents a challenging trek from central Hungary into Serbia on a journey toward Singapore. The trip is defined by a cycle of physical exhaustion, mental crises, and profound gratitude for the hospitality of locals, culminating in an exploration of Belgrade's history and urban landscape.
Die Geschichte zum Thema Gastfreundschaft und Aufenthalt geht noch weiter, denn Freunde
meiner Gastgeber hier haben sich gemeldet und gesagt, ja, der Bursche kann gerne bei
uns schlafen.
Gut, dann mache ich das.
Schauen wir mal, was wird.
Was wird, meine Freunde?
Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Video hier auf YouTube, zu Video Nummer 6
auf meinem Weg nach Singapur.
Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid, wenn es heißt, ich bin immer mit im Warten.
Heute geht es nach, in diesem Video nehme ich euch mit durch Zentral-Ungarn, durch das
ungarische Becken bis nach Serbien, wo wir die erste innereuropäische, sozusagen nicht
europäische Unionsgrenze zu Fuß überschreiten werden.
In Subotica werden wir eine Mauer mit einem ehemaligen Profifußballer der belgischen
Fußball-Bundesliga, wie auch immer das dort heißt, bauen und in Belgrad werden wir uns
neuzeitliche Zerstörung und eine sehr prickelnde, moderne, hypermoderne Stadt an der Donau anschauen.
Viel Spaß!
No show, no dance!
Servus!
Es geht wieder los!
Ich bin back on track, nach fast 14 Tagen Chillerei, Föllerei und Rumlaxerei, presse
ich meine Abdrücke wieder in den Asphalt und lasse die Kunigunde wieder in den Asphalt
schneiden. in wenigen metern verlasse ich das kleine städtchen arduin. es war
fantastisch. ganz ganz liebe grüße gehen raus an alle leute, die ich hier
kennenlernen durfte, die mir eine fantastische zeit bereitet haben und mir
den aufenthalt so versüßt haben. ihr seht, ich habe auch ein neues
sicherheits-setup. der rudi, der mann von der juji, hat nicht locker gelassen und
hat eines tages ganz einfach diese weste hingelegt und darauf bestanden, dass
ich endlich eine trage, weil er mitbekommen hat, dass ich keine trage
bis dato. und er hat ja recht, ich laufe relativ viel an straßen und so und ist
schon besser. insofern gibt es jetzt immer etwas
mehr farbe in den videos. ich bin doch auf der falschen straßenseite.
aber doch, jetzt bin ich auch schon außerorts. erwischt, erwischt.
na ja, heute geht es 18,7 kilometer von arduin bis nach dunaivaros. die geschichte
zum thema gastfreundschaft und aufenthalt geht noch weiter, denn freunde
meiner gastgeber hier haben sich gemeldet und gesagt, ja der bursche kann gerne bei
uns schlafen. gut, dann mache ich das. gesagt, getan,
meine lieben pimmelfingerinnen und pimmelfinger, ich habe dennoch ein
geständnis zu machen. nach meinem aufenthalt in arduin bin ich einfach
platt. ich bin erfüllt, ich bin satt, ich bin über die maßen gesättigt mit
eindrücken, mit wonne und guten gefühlen. gleichzeitig bin ich
überfordert und weiß momentan nicht, was ich mit der kamera machen soll. ich finde
keinen zugang zum content, zur contentproduktion, zum besprechen von
dingen mit mir selbst, über mich, mit euch. ich weiß nicht so recht, was los ist und
trotz der tollen zeit habe ich momentan irgendwie eine kleine krise. die nächsten
tage sind einfach so mir vorbeigezogen. ich habe nicht so viel erlebt, ich habe
auch nicht so viel gefilmt, ich habe auch schon gar nicht groß mit der kamera
gesprochen, als dass ich euch hier einblicke und erkenntnisse mitgeben kann
und zeigen kann. ich bin einfach nur gelaufen. bis ich irgendwann das
ungarische becken erreicht habe und neue herausforderungen vor mir sehe, wie
sandigen untergrund und steigende temperatur. das gute ist, meine lieben
freunde, wie wir alle wissen, kommt nach jedem tief auch immer wieder ein hoch.
zumindest das meistens so. der rückschauer weiß ich mittlerweile auch,
was damals mit mir los war. der lange aufenthalt in arduin, das lange ausruhen
der besucher aus der heimat in budapest haben einfach dazu geführt, dass ich ein
bisschen faul geworden bin und auch einfach angekommen bin irgendwo. das
heißt, der erneute aufbruch nach dem langen rasten und ruhen war einfach
mental etwas schwierig für mich und ich kann sagen, das wird nicht das letzte
mal gewesen sein. schöne momente gab es auch immer wieder, wie hier in diesem
schlafplatz, wo mich ein restaurant beziehungsweise hotelbetreiber einfach
einlooten, ein zelt aufzuschlagen und gratis zu essen und die tolle gastfreundschaft
der ungarn zu genießen. fette gegenlichter. naja, für mich nicht
gegenlichtaufnahme, aber für euch. also bin jetzt angekommen. mega schöner platz.
ich freue mich riesig. da ist eine hochzeit. also ich weiß nicht, wie der
abend läuft. ich vermute mal nicht, dass ich da irgendwie partizipieren werde,
aber ihr kennt ja die ungarn. ich baue mein zelt gleich auf. ich muss fix duschen.
so geht der tag zu ende. schönes outcome für mich. bin ziemlich platt. waren dann
25 km, was nicht schlimm ist. heißt, ich habe es dann morgen nicht ganz so weit.
ja, schauen wir mal, was passiert. heute geht's nur 14 km von akastor nach
köschküres auf einen campingplatz mit bad. dort werde ich tatsächlich morgen
einen tag pause machen, weil ich mich nicht ganz so gut fühle. kein grund zur
sorge. ich habe einfach muskelkater und die knochen sind fest und ein bisschen
schnupfen habe ich seit zwei, drei tagen. ich fühle mich komplett ausgelaugt.
nicht mental, sondern körperlich. also richtig matschig. ich habe morgens nach
dem aufstehen ungefähr eine stunde lang energie. dann tanke ich früchtig rein,
trinke einen kaffee. dann hält das noch eine weitere stunde. jetzt habe ich so 12
kilometer hinter mir oder 11,5. und ich muss jeden schritt, ich muss mich
komplett schleifen. und das war gestern schon so, nachdem ich dann ja auch quasi
nicht einkehren konnte, wo ich dachte, dass es eben sei und noch mal dreieinhalb
kilometer weiter musste. das hat mich fast gebrochen, körperlich. obwohl das
halt nicht viel ist. und für die verhältnisse, die ich hier eigentlich
runterrocke oder andere, komplett lächerlich. also ich habe keine ahnung,
was das ist. deshalb bin ich lieber ein bisschen vorsichtig und mache noch ein
tag kürzer heute und vielleicht morgen pause, damit ich das ziel belgrad bis
ende des monats auch nicht aus den augen verliere und dann im zweifel für
drei, vier, fünf tage noch mal ausfalle. weil das muss eigentlich nicht sein. ein
paar strohbeeren auf die hand und dann alles wieder gut. okay, gute nachricht, es
ist ein thermalbad. schlechte nachricht, erst ab zwei nächten ist der eintritt
kostenlos. marketingopfer. ich habe natürlich gleich zwei nächte gebucht,
mache also morgen tag pause, hänge mich hier in die karpfensuppe noch den ganzen
tag morgen und ja, kuriere mich einfach ein bisschen aus. stichwort karpfensuppe.
ungarn verfügt über tausende, also genauer gesagt etwa 1400 thermalquellen
und dutzende thermalbäder, die sowohl bei einheimischen als auch bei
ausländischen touristen sehr sehr beliebt sind. das besondere ist, dass das
wasser sehr eisen- und sulfithaltig ist und es dadurch etwas nach ei riecht und
eine sehr spezielle farbe hat. heute geht es 29,5 kilometer von Kishkörös nach
Kishkunhalas. ich habe mich mal wieder getraut, von der straße wegzugehen und
den überlandpfaden meiner navigationsapp zu vertrauen und bin
gespannt, was uns so erwartet. update nach zehn kilometern. es geht mir richtig gut,
das ist das wichtigste. es ist recht anstrengend, aber gut, heute war wie
gesagt mal die entscheidung wieder überland zu laufen, also feldwege zu
nutzen, diese kleinen gestrichelten in der app. da weiß ich immer schon, was
mich erwartet. es sind einfach keine landwirtschaftliche wege, also nicht mal
forststraßen oder so, einfach landwirtschaftliche wege zwischen den
feldern, die das alles so miteinander verbinden und entsprechend ist der
untergrund hier natürlich nicht eben und nicht flach und nicht perfekt. also für
zu fuß mega. da ist natürlich dann so ein wagen, naja ein ballast. man muss es halt
sagen, man muss es einfach gestehen, die kunigunde ist manchmal auch ein ballast.
ist mir trotzdem sehr sehr heilig, das ding. gibt es eigentlich schon wölfe hier in
ungarn in die wälder? sind die schon soweit in den wäldern? sind die schon
soweit vorgedrungen? die spuren sprechen für mich eine eindeutige sprache, aber
will ja hier auch niemand verrückt machen. landschaft auf jeden fall mega
chillig. dickicht, es gibt wild, kleines und großes. rotwild habe ich schon
gesehen. zu essen wäre genug da für die brüder und schwestern. 22 haben wir
drin, sechseinhalb sind noch zu gehen, aber ich habe einfach keinen bock mehr.
überhaupt nicht. das ist glaube ich bisher der absolut beschissenste tag was den
untergrund angeht. schöne landschaft, schöne natur und so, alles nice.
ich sage euch, dieser ballast da hinten über sand, absolute katastrophe. richtig
die schnauze voll. also wirklich komplett. es ist so anstrengend, alter. ich habe
keinen bock mehr. es hört nicht auf. dieser verfickte sand. es ist so anstrengend.
dieser scheiß sand. ja meine lieben zuschauerinnen und zuschauer, der hat
tatsächlich dazu geführt, dass sich die gelaufenen 30 km eher wie 45 angefühlt
haben. die drohende unterzuckerung, die er dann bereits einsetzte, hat dazu
geführt, dass ich mir ein ganzes glas marmelade, erdbeermarmelade reingedrückt
habe und gleichzeitig war es der letzte tag in ungarn, denn morgen erreiche ich
hoffentlich, wir werden gleich sehen, serbien. heute geht's. ich weiß noch nicht
wie weit und wohin. entweder etwas über 30 km bis nach kejebia über die grenze
nach serbien an tag 75 oder nur 18 km bis vor die grenze, kurz vor die grenze.
update nach dem mittag. die eigentlich angesteuerte destination war nix. demzufolge
geht es jetzt noch mal weiter. 14 km knapp und tatsächlich dann doch schon über die grenze.
und in der nächsten szene, kurz vor der grenze nach serbien, war ich sehr gerührt,
aber ich habe es euch mal nicht geschnitten und auch das original einmal drinnen gelassen.
die letzten meter in madurazak. was soll ich sagen. siastok, busibusi und ganz ganz großes
kösi. an die wundervolle zeit, die ihr mir hier gemacht habt. ich muss das mal irgendwie locker
ausbringen. die letzten meter in madurazak. wahrscheinlich habe ich es falsch ausgesprochen,
ich gebe mir beste mühe. jedenfalls siastok, kösinem und busibusi. vielen dank für die gute
zeit an alle leute, die ihr mir hier beschert habt. bis bald mal wieder.
ich laufe hier auf jeden fall einfach völlig falsch. irgendwo mitten auf der straße. aber
hier kommen so wenig autos durch. who cares baby. ich konnte natürlich nicht direkt drauf halten,
aber ich mache die kamera jetzt mal an. ich habe diese led für die statusanzeige ausgemacht.
just here to the hotel kelebia. yeah and then to singapur.
so das war ein proper grenzübergang sozusagen. und jetzt sind wir auch gleich da. noch noch
ein kilometer. wo will ich jetzt den ausweis nehmen? ah hier. hi sorry.
germany. yeah. kishkun halasch today. yes the first time. and i'm so excited.
thank you. what's thank you in serbia? kvala. ah kvala. yes. kvala. enjoy. kvala. bye bye all the best.
hello. hi. where are you going? singapur. ah singapur. you are going to singapur. right. from? germany.
yes. i mean not today. i go to kelebia to the hotel. but in the next two years i go to singapur.
yes. maybe two and a half. thank you. ciao bye. ja servus. das ist ja ein empfangskommando.
hi lanzak. ja was ist denn da los? der weggehende hat es nicht erwarten lassen. aber wenn die bilder
zur realität passen. jo tagesziel erreicht. hier ist niemand. hier ist kein einziges auto. ich bin
echt gespannt was mich hier erwartet. i have a reservation for tonight. robert friedrich.
können wir deutsch sprechen? ja können wir. eine frage kann man in serbien aus der leitung trinken?
ja. hier kann man das trinken. aber man kann es auch in einer flasche trinken. stillwasser.
und mit sprudel. wie ist das draußen irgendwo? in anderen häusern oder sowas? wir haben hier
einen pferdhof. hier sieht man einfach zwei esel die nicht wissen was sie voneinander wollen. oh
mein gott das ist so witzig. also generell ob man in serbien leitungswasser trinken kann?
nein. nicht immer. hier geht es? ja. aber in anderen? keine ahnung. also lieber vorher noch
mal fragen. immer fragen. ok perfekt. dankeschön. ich habe noch so einen großen wagen. kann ich
den vielleicht irgendwo hier parken oder so? sehr schön. lauter? ja. von deutschland. leute die
szene scheint euch vielleicht ein bisschen langweilig und langatmig und vielleicht unbedeutend.
das ding ist aber diese junge dame war eine der größten heldinnen auf meiner reise bisher. denn
ich habe in diesem schönen hotel meinen ausweis vergessen. ich erhielt am nächsten tag einen
freundlichen anruf und den hinweis dass ich einfach da bleiben solle wo ich bin warten
solle. weil siebzehn geweise eine kollegin nach feierabend 25 oder 30 kilometer wie ich zu dem
zeitpunkt schon geschafft hatte ins nächste örtchen kommt und mir meinen ausweis bringt.
mein erster voller tag in serbien. heute geht es 30 kilometer von kelevija nach starišetnik. gibt ein
kleines problem. frühstück war sehr lecker. frühstück war nicht sehr reichhaltig. es gab
french toast also so domestic breakfast hieß das. eggy bread hieß das mit so schinken und dann gab
es noch so einen richtig geilen käse dazu. war lecker aber es war einfach nicht so viel und ich
habe schon wieder hunger. allerdings bin ich mittellos da es noch kein atm für mich gab. der
nächste atm oder der erste jetzt auf meiner tour, auf meiner route kommt in drei kilometern. allerdings
bin ich dann schon fast am sportsausgang und dann kommt bis zu meinem kleinen zielörtchen
praktisch nichts mehr außer der tankstelle. und tankstellen essen wird heute nicht reichen. ich
in eine fette ladung. so wie lösen wir das problem? okay wieder so eine übelst krasse
geschichte. also zumindest für meine verhältnisse. ich bin hier rein und so eine kleine kaschemme
weil ich einfach rein flattern wollte, weil hunger. und da saß ein typ igor, grüße igor und wir haben
uns unterhalten und ja was soll ich sagen. ich brauchte nicht diskutieren ob das mit dem bezahlen
klar geht oder nicht. er hat einfach bezahlt. es war gar keine chance für mich die rechnung zu
bestellen. es war alles erledigt. wahnsinn. also hvala igor. und mir ist durchaus bewusst, dass ihr
vermutlich genau solche interaktionen auch sehen wollen würdet. ich halte da nicht drauf. ich hole
die kamera dann nicht raus und expose die leute und filme denen mitten ins gesicht. das sind so
random begegnungen, die passieren einfach. das kann man nicht staging und ihr wisst wie es ist,
wenn man nicht an die kamera gewöhnt ist, dann hat man einfach ein anderes verhalten. dann ist
der habitus ganz anders und ich möchte mir solche situationen nicht zerstören, indem ich dann hier
voll die kamera zücke und hier alles dann festhalte. nehmt nicht beim wort, glaubt mir, dass ich mich
sehr darüber freue und so ist es einfach. ey ey ey, mut zur farbe. hey man. ja chill halt.
ah, die polizei.
Okay, friendly cops.
All the best, my friend. Take care. All the best for you.
Okay, ich habe noch weitere Wanderer getroffen, Protestler getroffen.
Im Hintergrund, das habe ich da nicht mehr aufgenommen,
es geht darum, dass vor ein paar Wochen in Novi Sad eine Bahn oder Busstation eingestürzt ist,
wo 16 Leute ihr Leben verloren haben.
Und das war sozusagen der Tropfen, das Fass hat sich überlaufen lassen,
also so der Stein des Anstoßes.
Der Katalysator, so nennt es der Kollege hier,
warum die Leute losgegangen sind und eben protestieren und demonstrieren
gegen die doch teilweise sehr offensichtliche Korruption im Land.
Ja, das ist der Hintergrund.
Wie gesagt, ich bin hier als Gast.
Ich passe mich an.
Ich halte meine Augen und Ohren offen.
Ich bin aber kein Richter und niemand, der hier zum Urteilen da ist.
Insofern halte ich mich da mit jedem Kommentar auch zurück.
Jeder Mensch hat für seine Tatenhandlungen seine Beweggründe.
Und auch die jungen Leute hier haben ihre Meinung, ihre Stimme.
Und die tragen sie eben durch diese Protestmärsche auf die Straße.
Und damit ist doch alles gesagt, meine lieben Freunde.
Ich habe leider keine Ahnung, ob und was sich in Serbien seit den Protestmärschen
entwickelt hat, verändert hat, eventuell verbessert hat.
Weiterspaziert bin ich dann noch bis zu meinem Tagesziel,
dieser kleinen Kasemi hier, wo ich tatsächlich den schlimmsten Kater,
den schlimmsten Abend hatte ever auf meiner Reise.
Ich kann euch sagen, mit drei Brüdern, die zusammen vielleicht zwölf Zähne im Gesicht haben
und irgendwie mindestens vier Finger nicht mehr an den Händen haben,
sollte man nicht Palinka und Bier den ganzen Abend trinken.
In den nächsten Tagen habe ich dann ein wenig Pause gemacht in Mali-Jidosh
und habe meine Zeit nicht verplempert.
Anstatt Videos zu schneiden, habe ich einfach eine Mauer gebaut,
obwohl niemand davor hatte, eine Mauer zu errichten.
Nichtsdestotrotz, es war ein sehr, sehr schöner Gastgeber.
Es war ein toller Gastgeber, es war ein freundlicher Gastgeber.
Es war schön, bei seiner Familie zu wohnen, es war ein warmer Showerhost
und es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste Mal,
dass ich bei jemandem privat untergekommen bin.
Und es war mir eine große Ehre, dort mit der Familie zu grillen, zu essen,
in den Nachbarschaften ein bisschen rumzutoben, mit dem Fahrrad rumzufahren
und dann noch ein, zwei Ausflüge gemacht.
Da hatte ich die Kamera jeweils immer nicht dabei,
deshalb erzähle ich es euch einfach so, bevor ich dann weitergelaufen bin
und in der nächsten Zeit schon sehr, sehr schnell dann Novi Sad erreiche.
Ich glaube, es ist die drittgrößte Stadt.
Oder die zweitgrößte Stadt.
Ganz sicher bin ich da nicht.
Bildungsauftrag auf jeden Fall verfehlt.
Na Vater, was geht ab?
Und die anderen Boys?
Oder Girls?
Was seid ihr für eine merkwürdige Mischung?
Was ist denn mit euch?
Ich habe noch 5,5 Kilometer vor mir.
Ich muss fast bis direkt runter zur Donau.
Also komplett runter ins Becken.
Heute geht es 32 Kilometer von Novi Sad bis nach India.
Nach einem Blick in die Weite ins Bering-Gebiet an dieser Baustelle
wurde ich von Bauarbeitern 10 Uhr morgens gefragt,
ob ich das erste Bier und einen Palinka mit ihnen trinken möchte.
Ich verneinte natürlich.
Das erste, allerdings nicht das letzte Mal,
hatte ich dann hier die Begegnung und die Verfolgung eines Straßenhundes.
Also der Hund und ich sind wieder getrennte Wege gegangen.
Das hat irgendwie nicht so ganz gepasst.
Ich habe ihm gesagt, das liegt an mir und nicht an ihm.
Und ja, was soll man sagen?
Hat einfach nicht gepasst.
Ich bin jetzt gleich da.
Ich habe noch 8,5 Kilometer vor mir bis nach India.
Das wird auch Zeit, dass ich ankomme.
Mir tun die Knochen weh.
Ich glaube, der jährliche Tag liegt mir immer noch ein bisschen schwer.
Morgen wird auch nochmal ein langer Tag.
Über 30 Kilometer Kraft tanken ist angesagt heute Abend.
Als hätte ich geahnt, was auf mich zukommt,
habe ich also morgen einen Tag Pause eingeplant.
Ich habe mich also um die Hausarbeit gekümmert
und baue schon mal den Spannungsbogen auf.
Denn der nächste bzw. der übernächste Tag
werden einen absoluten Tiefpunkt auf meiner Reise markieren.
Reine Tube ist ein tolles Produkt.
Ich benutze reine Tube sehr oft auf meiner Reise.
Reine Tube, bitte meldet euch.
Ich brauche diese Kooperation ganz, ganz, ganz, ganz dringend.
Ironie Ende.
Zunächst wird also die Wäsche gewaschen
und der Körper wieder in weniger Forderung eingebracht.
Zumindest halbwegs optisch obenrum.
Heute geht es 31,2 Kilometer von India bis nach Belgrad.
Juhu, ein neues großes Etappenziel.
Die erste Millionenstadt auf meinem Weg.
Aha, was ist mit Prag und Budapest?
Es verspricht ein ungemütlicher Tag zu werden,
denn laut Wetter App gibt es Warnungen vor Starkregen
und Gewitterstürmen mit Blitz und Donner.
Tja, was gehört doch sonst zu Gewitterstürmen dazu?
Mensch, Blitz und Donner, was sonst?
Aber Leute, wenn das mal das Schlimmste an diesem Tag gewesen wäre.
Ich habe an diesem Tag mein Zuhause verloren.
Mehr dazu seht ihr gleich.
Es ist ein unfassbar schlimmer Tag.
Es ist so ein Tag, an dem ich alles hinterfrage.
Mich selbst, das ganze Projekt, die bisherige Leistung,
den Plan, den es umzusetzen gilt bis Istanbul.
Ist das alles machbar? Ist das alles schaffbar?
Ist das realistisch? Muss das sein?
Gut, dann gibt es ein paar Dämonen aus der Vergangenheit,
die heute so ein bisschen schwer auf der Schulter liegen.
Aber das ist nichts für die große Runde.
Es geht mir auch gut, also keine Sorge.
Das ist einfach so.
Viele kennen das wahrscheinlich,
wenn man manchmal so eine Mentalkrise hat.
14 Kilometer haben wir jetzt.
17 sind noch offen.
Gerade ist es ganz schön,
weil ich hier an so einem Fußweg oder einem Fahrradschnellweg bin.
Parallel der Hauptstraße, das ist ein bisschen entspannt.
Ich bin hier ohne Musik im Ohr, ohne alles.
Einfach am Spazieren.
Das ist das Einzige, was ich hinbekomme heute.
Abgesehen von meinem Hirn zu verarbeiten und zu bearbeiten.
Ich bin halt einfach platt.
Daher die Überlegung, ob ich einfach in Belgrad eine Pause jetzt schon mache.
Einfach eine Woche.
Bin eine günstige Unterkunftssuche.
Luft ist heute gerade einfach ein bisschen raus.
Ich weiß nicht genau, wie ich es weitermachen soll.
Also ich weiß, dass ich es weitermachen will und soll und muss.
Also muss nicht, aber will und werde.
Aber ich weiß einfach nicht, wie.
Ich habe einfach mein Zelt verloren.
Ich riesiger Idiot.
Ich habe es nicht fest genug verzurrt
und habe beim Pausemachen gemerkt, dass es weg ist.
Normalerweise liegt es auf meinem Wagen.
War nicht mehr da.
Bin jetzt hier am Rückweg bis zum Ausgangspunkt,
um zu schauen, ob ich es da irgendwo finde.
Ich habe zum Glück den ein oder anderen Kontakt schon hier geknüpft in Serbien.
Und es gibt jemanden, der an einer verabredeten Stelle auf mich wartet
und mich dann zur Not wieder zurückfährt.
Leider hat alles zurückfahren, suchen, hoffen und bangen nichts gebracht.
Wir haben das Zelt nicht wieder gefunden.
Es ist in den Tiefen und Weiten des nordserbischen Gebirgesgeländes,
wie auch immer, verschollen und für immer in andere Hände gefallen.
Ich habe neue Freunde gewonnen hier in Belgrad oder kurz vor Belgrad.
Vielen, vielen Dank an das infernale Trio Rundum Perishan, Darko und Dujan,
die diese Suchaktion erst möglich gemacht haben.
Ich habe mich dann nach dem Schock hier in Belgrad, kurz vor Belgrad,
in Semun besser gesagt, auf einem netten kleinen Campingplatz niedergelassen
und einige Sachen für die digitale Arbeit erledigt,
ein bisschen relaxed, mir die Stadt angeschaut.
Ich bin also in Belgrad, der Hauptstadt von Serbien.
Hier leben rund 1,7 Millionen Menschen
und die Stadt gilt als eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte in Europa
mit über 7000 Jahren Geschichte.
Belgrad liegt genau da, wo Save und Donau zusammenfließen.
Dieser Punkt war strategisch so wichtig, dass diese Stadt im Laufe der Zeit
über 40 Mal zerstört und wieder aufgebaut wurde
und genau das sieht man hier und da eben.
Dazu sage ich aber gleich nochmal was.
Übrigens ist der ÖPNV hier kostenlos, deshalb ist Busfahren ziemlich chillig.
Ich bin von erstmal Random irgendwo ausgestiegen,
weil ich nicht verstanden habe, wo ich bin und nicht richtig gecheckt habe,
wo ich hin muss und wusste aber,
dass ich zu diesem Dom des Heiligen Sava möchte.
Da bin ich jetzt und ich muss sagen,
Digger, wow, übertrieben cool das Ding.
Der Dom des Heiligen Sava ist ein monumentaler serbisch-orthodoxer Kirchenbau.
Er ist einer der größten orthodoxen Gotteshäuser der Welt
und das größte in den Balkanländern.
Der Mann, der sich die Mütze absetzen muss,
das habe ich tatsächlich nicht auf dem Schirm gehabt.
Sorry, no disrespect.
Ich wollte hier eigentlich nur mal zur Donau runter,
um an dem Bach so ein bisschen lang zu spazieren,
damit ich die Front mal so ein bisschen sehen kann,
die Riverfront.
Keine Chance, alles zugebaut hier.
Alles zu.
Komplett neue Häuser, Wohnhäuser.
Dieses riesengrasse, kranke Hotel.
Wahnsinn.
Ich bin in zweiter Reihe zur Donau.
Die ist hier hinter dem Gestrüpp,
da und hinter diesem kleinen Wohnblock.
Und hier ist einfach nichts.
Hier ist kein Fußweg, kein nix.
Es ist, weiß nicht, das finde ich echt nervig.
Es fällt mir an ganz, ganz vielen Ecken auf.
Es ist nicht schlimm oder schlecht oder wirklich kaputt.
Also es gibt schon Verfall und Zerfall, ja, okay.
Aber es ist halt eher so funktional
und teilweise einfach nicht zu Ende gedacht oder gemacht.
So, ich kann das nicht recht beschreiben.
Einfach nicht auf den Punkt.
Hauptsache, es ist irgendwie etwas da
und das reicht dann schon so mäßig.
Also ich mag das jetzt auf jeden Fall nicht vergleichen
mit irgendwelchen anderen Städten,
die ich hier auf meinem Weg bisher besucht habe.
Entlang des Flusses Donau oder auch Moldau hoch,
beziehungsweise auch Elbe.
Ja, es hat schon Alleinstellungsmerkmale hier die Stadt.
Auf Platz 1 ranken würde ich sie definitiv nicht.
Wiederkommen würde ich wahrscheinlich trotzdem noch mal.
Definitiv würde ich das, denn Serbien hat mir insgesamt
sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr gut gefallen.
Im nächsten Video laufe ich dann bis nach Sofia.
Ich werde also noch sehr viel Strecke in Serbien zurücklegen.