mein Name ist Robert, hier und da bekannt als der Mann mit dem Bart.
Am 01.03.2025 brach ich von Leipzig in das größte Abenteuer meines Lebens auf - ein Spaziergang nach Singapur.
Ich habe alles hinter mir gelassen und entdecke nun zu Fuß Menschen, Länder und Kulturen.
In diesem neuen Video siehst Du, wie das Leben in Damaskus 1 Jahr nach dem Krieg ist und wie es dort ausshieht. Das Video ist im Oktober 2025 aufgenommen worden.
Ich nehme Dich mit und gebe Dir Einblicke in mein Abenteuer, meine Gedanken und teile persönliche Erfahrungen mit Dir. -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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Kapitel: 00:00 Intro 01:13 Syrische Hochzeit 04:04 Jungesellenabschied 06:46 Zerstörung, Folter, Vermisste 09:25 Scharfschützen am Highway 11:56 die andere Seite 16:55 wie ist es wirklich? 22:20 Kultur und Religionen 24:27 Umayyaden Moschee 26:29 neues Visum 27:40 Frauen in Syrien 30:28 das letzte Mahl 32:08 Community Projekt 35:52 Outro
KI-generiert·Kann Fehler enthalten
Es gab hier überall Leichen, aber keiner konnte dann ran, um die Leichen zu beseitigen.
Und alle, die bisher nicht verbreit sind oder rausgekommen sind, sind höchstwahrscheinlich nicht mehr am Leben.
Also das sind auf jeden Fall echt gemischte Gefühle, die man hier hat, also wenn man hier an dieser Straße steht.
Rechts, das ist ein Thermal, ist alles zerstört, alle diese Häuser, die du siehst.
Über 250.000 sind verschwunden.
Syrien ist sehr schön, Syrien ist für alle. Das möchte keiner von anderen auch zeigen.
Jetzt laufen wir zu einer Kirche, aber das hat mit der Zeit von Jesus zu tun.
Die Treuen wissen es, die Neuen erfahren es.
Seit mehr als 500 Tagen bin ich, der Mann mit dem Bart, unterwegs von Leipzig nach Singapur.
Immer wieder biege ich dabei links und rechts ab, um verschiedene Sidequests oder Nebenabenteuer zu erleben.
Und dieses Mal bin ich in Syrien gelandet, um einen Freund bei seiner Hochzeit zu besuchen.
Dabei durfte ich teils unbeschreibliche und verstörende Dinge erleben, die meine Sicht auf dieses unfassbar facettenreiche Land verändert haben.
Denn ausnahmslos alle warnten mich vor einer Reise in ein Land, welches sich zum Zeitpunkt der Aufnahmen im Oktober 2025, also vor weniger als einem Jahr, noch im Kriegs- und Ausnahmezustand befand.
Dazu aber später mehr.
Im ersten Teil des Videos nehme ich dich mit zu den Festivitäten, zeige dir die Eigenheiten und Geheimnisse einer, wie mir gesagt wird, ganz traditionellen syrischen Hochzeit.
So, jetzt sind wir in Damaskus unterwegs, auf dem Weg in die Altstadt, weiter geht's zum Schneider.
Und die ganze Familie ist einfach am Start. Onkel, Baba, Mama, Bruder, Bruder, Bruder, alle. Und so sieht das dann aus.
Ich bin das erste Mal in einem arabischen Land, in einem kurz nach dem Krieg Land und in einem Es geht wieder los Land.
Und entsprechend fühlt es sich für mich ständig wuselig an und einfach schier chaotisch.
Für mich, der sich selbst als strukturierten und insbesondere im Straßenverkehr halbwegs regelkonformen Allmann beschreibt, grenzt dieses Chaos an eine einzige mentale Katastrophe.
Ist sich die daraus resultierende Freiheit entdecken.
Aber eins nach dem anderen. Die Tradition sieht vor, dass sich die Familie gemeinsam auf den Weg macht, um sich für die Hochzeit einzukleiden.
Insbesondere die Männer haben häufig keine feinen Kleider im Hause, weshalb es Nachholbedarf gibt. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Zusammen Zacke und Weste, Hemd, Schuhe und Gürtel. Einmal alles zum Mitnehmen versteht sich.
Der Bordigam darf selbstverständlich nicht selbst entscheiden. Am Ende entscheiden die leuchtenden Augen der Mutter,
der geübte Blick des Onkels, welcher sich im Textilbusiness behauptet und warum auch immer die Stilberatung des Allmanns hinter der Kamera.
Und eine weitere Bitte von hinter der Kamera, liebe Freunde, wenn euch das Video bisher gefallen hat, lasst doch gerne ein Like oder ein Abo und einen Kommentar da.
Ihr seht hier sehr, sehr viele private Aufnahmen aus meinem Archiv beziehungsweise für und von den Aufnahmen der Familie.
Mir wurde gebeten, keine Mädels der Familie zu zeigen, deshalb kann ich euch leider nicht die leuchtenden und tränenden Augen der glücklichen Mama zeigen. Ich bitte um Verständnis.
Die Woche vor der Hochzeit ist vollgepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen, mit Terminen und Verpflichtungen.
Die Wahl der Location, die Wahl der Dienstleister, Dekoration und so weiter.
Da auch die Familien des Paares stark involviert sind, sowohl finanziell als auch organisatorisch, geht jede Entscheidung durch viele Gremien und nicht immer hat das Brautpaar das letzte Wort.
Außerdem lebt das Paar nicht zusammen, sodass einfachste Absprachen zwischeneinander eben bis zum abendlichen Treffen warten müssen.
Keinesfalls wird es dabei langweilig, denn weit gereiste Familienmitglieder, auch in ferneren Grades, kommen zusammen und gratulieren und feiern.
Rituale wie die Waschung des Bräutigams, der Junggesellenabschied oder das Hennerfest am Abend vor der Hochzeit finden ebenfalls statt.
Also das ganze Ding ist jetzt durch. Das war weniger ein chilliges Hammam als mehr eine Wasserschlacht.
Das ist eher so wie eine Art Junggesellenabschied hier im Hintergrund. Die ganze Bande.
Jetzt gibt es Tee, ein Lungenbrötchen, eine Shisha.
Ah, ich brauche noch einen Hut.
Und dann gibt es noch was zu essen.
Wir feiern ausgelast und lautstark.
Immer wieder bin ich zutiefst gerührt, wie sehr mich diese doch noch vor wenigen Tagen fremden Menschen innerhalb kürzester Zeit in ihren Kreis aufnehmen,
mich einbeziehen und alles tun, sodass der Allmann eine schöne Zeit hat,
sich um nichts kümmern muss und sich vollends der syrischen Gastfreundschaft hingeben kann.
Und das, obwohl es doch gar nicht um mich geht, sondern um meinen Freund Anas.
Die Hochzeit stellt schließlich den krönenden Abschluss der intensiven Woche dar.
Auch hier wird natürlich ausgelassen gefeiert, ganz ohne Alkohol.
Ganz ohne alberne Spiele, wie ich finde und bevorzuge.
Und ganz ohne den berühmten deutschen Stock-Impo.
Der Bräutigam wird entkleidet und wieder in Schale geworfen.
Es werden Gratulationen und Spenden eingesammelt, die dem Paar den Start in die Ehe finanziell einfacher machen sollen.
Und dann, schließlich und endlich, wird der Bräutigam feierlich durch den Papa höchstpersönlich an die Braut übergeben.
Das ganze Spektakel dauert etwa vier Stunden, bevor der Party-Konvoi das Paar in seinen Flitterwochen eskortiert und übergibt.
Und ich kann euch sagen, allein dieses Event ist eigene Dokumentation wert.
Das war so wild.
Also auch wir machen ja Straßenkonvois hier und da immer mal wieder bei uns zu Hause.
Aber das habe ich so noch nicht erlebt.
Wir haben einfach ganz kurz mal die halbe Stadt, das Zentrum, hier um das Damascenerschwert eines der Wahrzeichen lahmgelegt.
Der Fahrer engt sich kurz aus dem Auto, grüßt und winkt und der Beifahrer, der jüngere Bruder, lenkt halt.
Ich habe das Gefühl, dass die einzige Regel lautet, solange du keinem Straßenverkehr verletzt, kannst du so gut wie alles machen.
Aber es ist ein trügerisches Bild der Ausgelassenheit und Unbeschwertheit.
Denn das ist längst nicht selbstverständlich.
Denn wir wissen, dass Syrien auch eine sehr tragische und noch nicht zu lange zurückliegende Vergangenheit hat.
Die gute Nachricht ist, das Land versucht sich wieder aufzubauen.
Mit allen Mitteln aller Kraft, die in diesem Land steckt.
Vor allem mit einigen Händen und einigen Kindern.
Bis hierher ist damals die freie syrische Armee im Kampf gegen das Assad-Regime vorgedrungen.
Das ist wirklich heftig, ey.
Komplett zerbombt. Komplett zerbombt.
Es ist leider auch eine Gefahr heute über die Müllansorgung hier im Land. Das funktioniert einfach noch nicht.
Hier haben viele, viele Menschen ihr Leben verloren.
Hier gab es einen Checkpoint. So viele Leute, vor allem Männer, Jugendliche wurden hier behaftet.
Und wir wurden dann in einem Geheimdienstgebäude, da sieht man vielleicht hier nicht ganz genau, aber das ist in der Nähe.
Das ist Farah Falastin auf Arabisch dann.
Und da gehen dann Verhaftete rein und 90 Prozent von den Leuten kommen nicht raus.
Die sind einfach tot.
Verschwunden, für immer weg.
Genau. Und jetzt nach der Befreiung, es gibt eine Aufzählung, eine ungenaue Aufzählung.
Und die meinen über 250.000 sind verschwunden.
Weg. Einfach weg.
Wir wissen nicht, was mit denen passiert ist, aber nach all diesen Jahren,
viele sind dann fast sicher, dass alle schon im Gefängnis oder irgendwo tot sind.
Klar, genau. Da gibt es wenig Hoffnung, dass die Leute wie aus einem Wunder plötzlich wieder herbeigezaubert sind und zurückkommen.
Alle Geiseln, alle Gefängnisse sind befreit. Das heißt, niemand ist jetzt im Gefängnis.
Okay, also alle Geiseln sind befreit und alle, die bisher nicht befreit sind oder rausgekommen sind, sind höchstwahrscheinlich nicht mehr am Leben.
Syrien lebt über fast zehn Jahre hinweg an einem teilweise ausländisch finanzierten und somit künstlich verlängerten brutalen Bürgerkrieg.
Einem Krieg gegen das eigene Volk und zuletzt an einem stellvertretenden Krieg zwischen geopolitischen Einflussnehmern aus beiden Hemisphären.
An dieser Stelle möchte ich betonen, liebe Freunde, dass ich kein Historiker, Forscher oder ausgebildeter Reporter bin
und lediglich meine und die Sicht meiner Gesprächspartner auf die Dinge wiedergebe.
Ich desinziere mich von jeder Positionierung und Gutheißung des einen oder des anderen.
Jeder möge sich bitte sein eigenes oder ihr eigenes Bild machen.
Das ist der Weg, der dann Damaskus mit Homs verbindet. Das ist M5, der auf der Bahn war, für Jahre dann gesperrt.
Für Jahre, ja. Gab es keine Verbindung zwischen Homs und Damaskus?
Nein. Und da waren überall Scharfschießsoldaten. Und es gab hier überall Leichen. Aber keiner konnte dann ran, um die Leichen zu beseitigen.
Weil es direkt wieder erschossen worden wäre.
Genau. Hier sind viel zu viele Menschen gestorben. Ganz vorne links siehst du dann Harasta.
Genau, da ist die ganze Zerstörung. Und daneben geht es dann nach Jobar.
Diese Trümmern, die du siehst, da waren alle Häuser. Die sind aber Trümmern jetzt geworden.
Rechts, das ist ein Thermal, ist alles zerstört. Alle diese Häuser, die du siehst, die waren neu gebaut 2011.
Alle zerstört. Alle waren beruht. Alles mittlerweile.
Also das sind auf jeden Fall echt gemischte Gefühle, die man hier hat.
Also wenn man hier an dieser Straße steht, an diesem Highway, von dem man gerade erfahren hat, dass dort hunderte Menschen einfach durch Scharfschützen erschossen wurden.
Und die Straße gesäumt war von Leichen, die nicht geborgen werden konnten.
Diese Zerstörung auf der einen Seite, der Versuch des Wiederaufbaus auf der anderen Seite.
Das ist schon heftig. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier sein darf und das zeigen kann mit meinen Worten und mit meinen Augen sehen darf.
Hohe Gewalt gegen das eigene Volk, Folter, Misswirtschaft und rücksichtsloses Morden, zudem Korruption, haben das Land infrastrukturell und wirtschaftlich ins Bodenlose gestürzt.
Ganze Wohngebiete existieren schlicht nicht mehr. Nicht mehr zumindest als über meterhohe Schuttberge hinaus.
Unter diesen Trümmern und inmitten derer fanden erbittete Kämpfe zwischen der Armee des Assad-Regimes, der freien syrischen Armee, aus welcher die aktuelle Region hervorgeht,
und dem islamischen Staat und weiterer Splittergruppen statt.
Im weiteren Verlauf meiner Reise werde ich auch noch nach Mosul reisen, wo das Kalifat von Abu Bakr al-Baghdadi ausgerufen wurde.
Es ist sehr schwer zu greifen, was mir erzählt wird. Mir vorzustellen, was diese jungen Menschen erlebt haben, sehen und hören mussten, ist einfach niederschlagend.
Mir wird außerdem außerhalb der Kameraaufnahme berichtet, wie man, wenn der Wind richtig bzw. falsch stand,
aus besagtem Geheimdienstgefängnis die Schreie der Gefolterten eben auf diesen nun gesehenen Balkonen hören musste.
Das ist nur eine von vielen tragischen Geschichten und es dauert nicht lange, bis ich erneut ins Mark erschüttert werde.
Zugegebenermaßen ist das nicht die beste Überleitung. Nichtsdestotrotz ist sie sehr, sehr passend.
Denn im dritten Teil dieses Videos bin ich ob der Gastfreundschaft und Herzlichkeit immer wieder positiv erschüttert und mehrfach überrascht worden.
Es ist nicht so, dass ich von geringer Gastfreundschaft oder gar Kaltherzigkeit ausgegangen bin. Nein, nein. Und doch habe ich damit nicht gerechnet.
Gastfreundschaft und Herzlichkeit sind in Syrien und in vielen anderen Ländern der Region untrennbar miteinander verbunden.
Ja, Liebe geht auch hier durch den Magen. Und das nicht nur zwischen Paaren.
In diesem Teil des heutigen Videos wird es also viel um Essen gehen und kulinarisch werden.
Von eigenwilligen Spezialitäten, die ich nicht täglich haben muss, bis hin zu klassischen lokalen Speisen, war zu jeder Tages- und Nachtzeit ständig alles vorhanden.
Er hat hier selbst ein Plakat gemacht, machen lassen. Und es steht hier, Syrien ist sehr schön, Syrien ist für alles.
Und das möchte er gerne von anderen auch zeigen. Das sind seine Aussagen.
Er ist hier der Oberchef. Ihm gehört dieser wundervolle kleine Laden. Ich zeige euch auch gleich, was es da gibt.
Und ich habe euch hier an der Wand gerade Zitate gezeigt von ihm. Und er sagt, Syrien ist sehr, sehr schön. Syrien ist für alle.
Und ich kann es einhundert Prozent unterschreiben, Leute. Gebt diesem Land eine Chance. Kommt nach Syrien und habt hier eine schöne Zeit.
Die Tage verfliegen förmlich. Einfach so. Ohne, dass ich merke, wo sie hin sind.
Und immer wieder tauchen wir in das turbulente Treiben des Stadtlebens ein.
Auch immer wieder tauchen wir in lokale Bistros oder Streetfoodstände ein.
Wie schnell willst du einfach Falafel machen? Das ist einfach verrückt. So muss das sein.
Nicht aus einem Kilo in irgendeiner komisch gepressten Form in altes Frittenfett gelegt.
Jetzt sind wir auf der anderen Seite. Wir verkaufen jetzt einmal.
Dann werden die also verteilt. Vier Stück. Ein bisschen Grünzeug, ein bisschen Rotzeug drauf.
Petersilie, Zitrone, salzige Gurken, Minze, Joghurt, Tahin, Kanadapfelsirup. Fertig.
Gut.
Und dann gibt es noch eine auf die Hand.
Gibt es noch eine auf die Hand für mich, zum Probieren.
Das ist nicht zu vergleichen mit dem, wie wir das bei uns kennen.
Auch wenn sich viele sehr viel Mühe geben, aber ein frisch gemachter Falafel ist einfach nochmal wahnsinnig anders.
Dieses ganze Sandwich hat übrigens weniger als einen Dollar gekostet. Ungefähr 90 Cent.
Auch für meinen Freund Anas ist es der erste Besuch in seiner Heimat nach dem Ende des Krieges.
Und ich hatte es eingangs erwähnt, Liebe geht hier nur mal durch den Magen.
Wir haben eine sehr, sehr gute Freundschaft miteinander.
Also versucht er natürlich, mir sein Damaskus zu zeigen in jeder Form, die nur erdenklich möglich.
Deshalb geht es quasi minütlich, stündlich von einem Stand zum nächsten.
Und hier gibt es jetzt noch was Süßes.
Hier gibt es einmal heute traditionelles syrisches Eis.
Da wird im Rhythmus das Eis gestampft und geklopft.
Da kann man sich vorstellen, was der Kollege für Kraft haben muss.
Das ist eine kleine Kostprobe schon.
Sehr, sehr lecker.
Schmeckt einfach nach Milcheis.
Milcheis. Vanillesüß. Mit Pistazien.
Sehr cremig.
Sahnig.
Gut? Gut?
Diese Eisdiele ist eine absolute Institution in Damaskus und seit vielen Generationen in den Händen derselben Familie.
Ich habe zuvor meine Recherche für Damaskus und was man so machen kann, das ein oder andere Video gesehen.
Auch von anderen YouTubern, die irgendwelchen Schwachsinn über Kaffeeverkäufer am Straßenrand erzählt haben und sich lustig gemacht haben.
Diese Szene hier.
Also Solidarität für alle meine Tamarindensaftverkäufer von Istanbul bis Damaskus.
Ganz getreu dem Motto, wie Sammy Deluxe schon sagte.
Ich habe gehört, man soll nicht alles glauben, was man hört.
Also auch wenn euer Lieblings YouTuber hier und da irgendwas erzählt.
Man kann trotzdem mal die Frage stellen, ob das wirklich alles immer so ist, wie wir das sehen.
Und ich nehme mich natürlich davon nicht aus und versuche daher auch insbesondere immer bei den Dingen so zu bleiben und sie so zu erzählen, wie sie wirklich sind.
Stichwort, wie ist das Leben eigentlich? Jetzt mal ein Buddha bei die Fische.
Wie fühlt es sich an, als ausländischer Tourist durch Syrien, durch den Zug mitten in Alt-Damaskus zu spazieren?
Wir sind mittlerweile am Umayyaden-Zug angekommen.
Es ist ein sehr bekannter Bazaar und so fühlt es sich hier auch an.
Es ist ziemlich voll, wuselig, trubelig.
Die Leute wollen dir was verkaufen natürlich.
Alle wollen ein bisschen Pada Pada machen.
Alle sind freundlich, es ist nicht aufdringlich oder so.
Es gibt ja nun auch Bazaare, wo es wirklich belasten wird.
Das ist hier gar nicht.
Willst du gucken, willst du nicht gucken, nicht gucken.
Perfekt, schön, dass du hier bist.
Aber ein schönes Leben, mein Freund.
Und es gibt hier alles zu kaufen.
Von Klamotten, Parfums, Düfte, Sportklamotten, traditionelle Klamotten, Sachen zum Bauchtanz.
Bademode sehe ich hier, Taschen, Rucksäcke.
Gold gibt es natürlich auch zu kaufen.
By the way, auch die Security ist natürlich am Start.
Also es ist alles, ja, wie soll ich sagen, alles chillig.
Und der Himmel, also das Dach, schaut mal, das sieht aus wie der Sternenhimmel.
Ich bin nicht sicher, ob das so gewollt ist.
Ja, also man wird angesprochen.
Und da ich mittlerweile sagen kann, woher ich komme, also auf Arabisch, sind die Leute sofort freundlich irgendwie.
Lachen, grinsen, machen Jokes.
Der ist einfach cool, hier zu sein.
In Damaskus.
Die sprechen übrigens noch gutes Englisch hier.
Und viele sprechen Englisch, weil es ja auch eine Zeit vor dem Krieg gab.
Da waren ja auch schon Touristen hier.
Viele haben ja auch von euch geschrieben, dass sie es noch kennen von vor 2011 oder sowas, von vor 10, 12 Jahren.
Also ich kann euch nur ermutigen, wenn ihr Lust und Zeit habt und die Gelegenheit, kommt wieder hierher.
Und schaut euch an, wie das Land wieder zurück zur alter Stärke kommt.
Wie geht's?
Wie geht's dir?
Warum sprichst du so gut Deutsch?
Sprichst du gut Deutsch?
Ah, in Syrien?
Schön, schön.
Woher kommst du? Aus Deutschland?
Aus Leipzig.
Warst du schon mal dort?
Nein.
Ich habe einen Deutschkurs hier besucht.
Hier an der Universität, bei dem deutschen Professor?
Nein, leider bei der Stadt Dersow.
Ah, Dersow.
Ist das im Norden, wo ist die Stadt?
Norden, ja.
Was ist Homs, Aleppo in der Richtung?
Ja, Homs, Aleppo, in der Nähe von Irak.
Perfekt, Erbil?
Erbil, ja, in der Nähe von Erbil und Damschl und Hasaka.
Also, willkommen in Syrien.
Ja, und trotzdem muss ich sagen, dass ich natürlich auch ein bisschen ein mummiges Gefühl hatte, bevor ich nach Syrien gereist bin.
Es ist ja völlig klar, es ist etwas völlig Neues für uns Europäer, absolut Unverständliches, wie es einem Land zugeht, was eben noch kurz zuvor im Kriegszustand war.
Wie ist die Sicherheitslage? Wie sind eventuelle Splittergruppen noch organisiert? Was kann schief gehen? Was kann alles passieren?
Auf meiner Reise habe ich gelernt, dass es manchmal besser ist, sich zu fragen, was kann alles nicht schief gehen?
Was passiert, wenn das und das nicht passiert? Wenn nicht das Schlimmste eintritt, sondern das Beste eintritt?
Ich denke, ihr könnt sehen, dass ich meine Zeit in Syrien sehr genieße, insbesondere auch das Nachtleben, das Treiben am Nachmittag, wenn die Sonne untergeht,
wenn die Leute nach ihren arbeitsreichen Tagen in das soziale Leben starten.
Das ist eine sehr interessante Sache. Grundsätzlich findet das Leben eher am Abend statt, bis in die Nacht hinein.
Dafür ist es morgens ein bisschen länger ruhig, je nachdem, wer wie in die Arbeit gehen muss.
Das gefällt mir sehr und so geht auch dieser Tag zu Ende.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das sind unfassbar leckere Leckereien, Leckerigkeiten, die man hier so sieht.
Verschiedenste Baklava.
Das ist das Haus der Vögel.
Das sind Vögel, Babyvögel, Großvögel, Muttervögel.
Okay, Babyvögel, Mamavögel, Papavögel.
Das ist die Großmutter, das ist der Großvater.
Es ist total wild, überfordernd. Wir sind gerade durch diese Stadt gerammelt, ihr habt es ja gesehen.
Ich lasse mir die Süßigkeit erstmal schmecken. Es ist auf jeden Fall ein Blätterteig, möglicherweise Marzipan.
Cremefüllung, Keksteig, mega gut.
Brande Mandeln, Almond, Almond.
Hier sind nur Süßigkeiten, nur Süßigkeiten.
Hier so Knabberzeug.
In Arabisch Mukassarat.
In Arabisch Loz, Loz, Joz, Joz, Walnüsse, Erdnüsse.
Aber es geht natürlich nicht nur ums Essen, denn ganz nebenbei erkunden wir auch Teile von Altdamaskus
und ich sehe, wie hier verschiedene Religionen zusammenleben.
Zumindest für die Zeit, in der ich da war und für die Teile, die ich gesehen habe,
in den Bereichen, die ich besichtigt habe, für mich sehr, sehr friedlich.
Immer das hohe Lied der Liebe.
Woher kommst du?
Deutschland.
Die Leute sind so herzlich und so freundlich, es ist unglaublich.
Ich habe nichts daran gezweifelt, aber es ist einfach schön zu wissen, dass es bestätigt ist, was man von einem Land denkt.
Möchtest du hier ein Foto machen?
Salam Aleikum.
Wir fahren jetzt mit den Öffentlichen hier in Syrien.
Ihr versteht jetzt, was ich meine mit Hektik und Trubel und Chaos durcheinander.
Also das funktioniert jetzt so, dass wir warten, bis dieser Bus voll ist mit Leuten und dann geht's los.
Das kann drei Minuten dauern, fünf Minuten, zehn Minuten.
Es gibt jetzt also keine konkrete Abfahrtszeit im Sinne von geregeltem Verkehr.
Der Fahrer muss halt ein bisschen Werbung machen und die Leute ansprechen und dann geht es los.
Vielleicht macht das Sinn, wenn er sagt, hier ist ein Deutscher, mit ihm mitzufahren.
Dann kommen ein paar Leute dazu.
15.01 Uhr, dann macht er die Tür zu.
Ein wenig später ging es dann auch schon los und wir sind recht schnell in die Innenstadt gelangt.
Heute war das Ziel, wie gesagt, die kleine Kirche und die Umayyaden-Moschee mit ihrer doch recht interessanten Historie.
Denn sie war früher eine Kirche, wurde dann zunächst hälftig an den Islam verkauft und später vollständig an den Islam verkauft.
Bis heute liegen Überreste des Johannes des Täufers hier in der Moschee und können besichtigt werden.
Deshalb ist es sowohl für Muslime als auch für Christen ein sehr interessanter Pilgerort.
Noch ein kleiner Prolog.
Natürlich ist es nicht einfach so gestattet, hier zu filmen, aber das Gute ist, ich bin ja hier mit den Jungs unterwegs.
Wir sind also direkt zum Chef von der Moschee, aber es ist nicht der Imam, es ist einfach der Chef der Verwaltung hier.
Wir haben ihn gefragt wegen Filmen und so weiter und so fort.
Ganz freundlicher Typ, ist alles okay.
Das ist nicht gemalt hinter mir, das ist Mosaik.
Das sind feine Mosaike, auch was ihr hier seht an diesem Turm.
Das sind feine Mosaike.
Du siehst hier einen Turm.
Dann kommt er dann nach oben.
Das Geld wird dann oben gelandet.
Also wenn du einen gewissen Reichtum hast, musst du einen Teil davon abgeben.
In der Kirche war das für das Kirchenzählen, dann ging es aber an die Kirche.
Und hier ist es so, ein Teil deines Reichtums ging halt zurück an die Community, an die Gemeinschaft.
Genau, es gibt so viele Voraussetzungen, bis du dann an diese Grenze kommst.
Und es ist auch vorgeschrieben, wie viel Prozent du abgeben musst.
Und diese Abgabe werden dann an armen Leuten zum Beispiel verteilt.
Und in bestimmten Zeiten wurde das Geld hier dann drin gesammelt.
Und genau, wird es dann am Abend, das ist halt für die Stadt.
Die Gemeinde.
Genau, für die Gemeinde.
Also das ist das, was die Leute mir sagten, als sie sagten, warte ab, wenn du die türkischen Moscheen geil findest.
Je weiter du nach Osten gehst, desto noch detaillierter werden die.
Rumpfvoller.
Schön und nicht schön ist immer streithaft subjektiv, deshalb sage ich das auch nicht.
Aber es ist sehr, sehr beeindruckend.
Die Hochzeit liegt nun bereits hinter uns und ich habe das Gefühl, dass ich länger bleiben möchte, als anfangs gedacht.
Außerdem findet ein Event von und mit der lokalen Community meiner Gastgeber statt, an welchem ich sehr gerne teilnehmen werde.
Das sehen wir aber gleich.
Zunächst muss ich also mein Visum verlängern und der Kunde alt Damaskus auf eigene Faust.
Es gibt einen Behördengang.
Ich habe freundliche Unterstützung dabei.
Ist einfach für die Übersetzung ganz gut, um mein Anliegen komplett zu erklären.
Nicht jeder spricht überfließend Englisch und wir sind schon da.
Wir sind schon da.
Hier geht's rein.
So, Anliegen ist geschildert.
Ausweis.
Ausweis ist abgegeben.
Reisepass abgegeben.
Jetzt wird gerade übersetzt.
Stockwerk wurde erfragt.
Jetzt gehen wir also hoch.
Übrigens ein Verwaltungsgebäude.
In Syrien sieht es so aus.
Hier ist alles aus Marmor.
Ich finde es hier ziemlich nice.
Da bin ich wieder.
Wir waren in einem Regierungsgebäude und da war das Filmen dann leider nicht mehr erlaubt.
Hat auf jeden Fall auch nicht geklappt.
Ich weiß nicht, was jetzt passiert, wo wir hingehen müssen.
Aber hier hat das mit dem Visumsverlängerungsthema noch nicht funktioniert.
Ich war stehen geblieben beim Thema Mädels und Frauen, weil ihr ja auch mal wissen möchtet, wie ist das hier.
Frauen spielen hier eine sehr, sehr große und wichtige Rolle im öffentlichen Leben.
Sowohl arbeitend in der Verwaltung, in vielen, vielen Berufen.
Also in allen Berufen, die nicht ein körperlicher, harter, schwerer Arbeit zu tun haben, sind die Mädels hier genauso vertreten wie die Jungs.
Ich habe da mal ein bisschen nachgefragt und die Info bekommen, dass Mädels einfach verschont werden von schweren Tätigkeiten.
Also alles was Bau oder solche Sachen sind, Straßenbau, Hochbau, Tiefbau oder sowas, da machen sie nichts.
Alles was Müllabfuhr, Straßeneinigung und sowas ist, da sind sie auch in der Regel nicht tätig.
In allen anderen Berufen allerdings ganz normal.
Mädels sind hier nicht ausgeschlossen vom öffentlichen Leben, weder im Sinne der Bildung, also was Schülerinnen angeht oder Studenten, Studentinnen angeht.
Es gibt trotzdem auch Teile in der Gesellschaft, da ist es einfach getrennt.
Im Hamam zum Beispiel, beim Beten, da sind Männer und Frauen jeweils für sich.
Aber im generellen öffentlichen Leben, alles was sozusagen nicht eine Religion zu tun hat, alles.
Und ihr seht es ja auch im Hintergrund, im Vordergrund überall, Mädels, Frauen mit Kocktuch, ohne Kocktuch.
Das liegt auch daran, dass hier Christen und Muslime einheitlich zusammenleben, Tür an Tür.
Teilweise Kirche neben Moschee sich besindet, Wohnraum, Wohnsiedlung christlich geprägt, muslimisch geprägt nebeneinander.
Das ist mein Eindruck und das was ich euch mitgeben kann.
Aber zurück zum Thema.
Ich hab den Stempel, hat geklappt. Ohne Hilfe wäre das auf jeden Fall nicht so einfach gewesen.
Es war ein ewiges Hin und Her, ein mehr hierarchischer Prozess bis hin zum Direktor für Immigration und Einreise und Einwanderung.
Der hat irgendwann seinen Stempel gegeben, ich musste Briefmarken kaufen, ich musste noch eine Fotokopie kaufen.
Es ist auch nicht ausgeschildert auf nicht arabischen Schriftzeichen, sondern lateinischen Schriftzeichen.
Aber es hat geklappt. Ich weiß noch nicht wie lange, das muss ich mir gleich noch übersetzen lassen.
Aber auf jeden Fall kann ich noch bis Ende des Monats im Land bleiben.
Also ohne diesen Typen wäre das hier nicht möglich gewesen.
Also, kann weitergehen.
Nachdem ich mein Visum also nur verlängern konnte und auch etwas länger noch bleiben kann als anfangs erwartet,
beziehe ich mein eigenes kleines Hotel, sodass ich Zeit für mich habe, dem familiären Trubel etwas entschwinden kann
und mich auf eigene Faust ein wenig unter das Volk mischen kann.
Jetzt bin ich in einem kleinen Restaurant in Alt-Damaskus und es gibt für mich dreierlei.
Einmal Falafel, Hummus und Rinderleber.
Bin schon sehr gespannt. Die Menüs, die Karten, die Speisekarten sind halt auf arabisch geschrieben.
Und selbstverständlich kann ich das nicht lesen. Aber wenn man fragt, dann wird einem auch geholfen.
So, da kommt mein Essen.
Hummus, Rinderleber, leckeres Beiwerk, Grünzeug, Zwiebeln, Gurke, Tomate.
Hier gibt's sogar Falafel, ja.
Ich fang einfach mal an.
Hinterher sieht das dann so aus. Falafel weggeputzt, Hummus so gut wie alle.
Auf die Pommes hab ich nicht so Bock. Die sind komplett so vollgesogen mit Öl. Das lass ich lieber weg.
So, das Ganze kostet mich jetzt 10 Euro. Ziemlich fair. Das sind keine Ahnung wie viel.
Also die Währung ist ganz schön abgestürzt. Aber 100k, also ein Zehner, plus minus eher so 8,50. Ziemlich fair für drei Gerichte.
Letztlich gehen mir die Bargeldreserven aus, da in Syrien zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch kein internationaler Banktransfer möglich ist.
Ich kann meine Visa und Mastercards schlicht nicht nutzen, weder zum Zahlen noch zum Bargeld abheben.
Ich entschließe mich also nach einem letzten gemeinsamen Event mit der Community,
das Land nach erfüllenden und anstrengenden zweieinhalb Wochen in Richtung Libanon und dann zurück in Richtung Türkei zu verlassen.
Hier sind die Bäume, die wir gleich einpflanzen werden, um Syrien ein kleines bisschen schöner zu machen und aufzugrünen, aufzuwerten.
Wir brauchen auch Fotos, damit wir auf Facebook sind.
Wie ihr wisst sind meine Mittel begrenzt Leute, aber ich habe Muskelkraft und ein paar Euro habe ich auf meiner Reise über,
um jedes Viertel so ein bisschen zu unterstützen, damit es schöner wird.
Let's go!
Hier kommt jetzt die Bewässerung zum Einsatz.
Da werden die Schläuche verlegt entlang der Bäume, entlang dieses kleinen Platzes.
Wenn ich wiederkomme, na ich denke mal so in einem Jahr ungefähr,
hoffentlich sind die Bäume gut angewachsen und haben sich schön entwickelt.
Es gibt hier viele Hände, aber nicht viele, die mithelfen.
Da habe ich einen anderen Arbeitsethos eingefleucht bekommen.
Viele Hände, schnelles Ende.
Hier ist viel gucken und viel schnattern.
Aber alles in Ordnung, wir kommen schon voran, sind bald fertig.
Das Wasser kommt auch ehrenamtlich und jetzt werden die Bäume einmal kurz bewässert.
Für mich persönlich war es ein sehr, sehr schöner Abschluss meiner 14-tägigen Reise hier nach Syrien.
Es tut einfach gut, etwas zurückzugeben und ein bisschen Teil der Gesellschaft zu werden.
Einen Fußabdruck zu hinterlassen, der auch lange nach meinem Abschied noch bestehen bleiben wird.
Natürlich ist der Abschied wie immer recht sentimental und emotional ausgefallen.
Ich bin nun mal auch ein Mensch, der ein Herz hat und fühlt.
Und auch hier konnte ich mir die ein oder andere kleine Träne, als ich mich ins Taxi setzte und aus dem Fenster schaute, nicht verdrücken.
Denn es waren einfach fantastische Erinnerungen, Erfahrungen, Erlebnisse mit Menschen, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind,
dass ich es kaum erwarten kann, wieder zurückzukehren.
Ich wäre sehr gerne tatsächlich innerhalb eines Jahres erneut nach Syrien gereist,
nicht nur um zu sehen, wie sich die Bäume entwickelt haben, sondern wie sich das ganze Land entwickelt hat.
Generell schwebt mir noch eine größere und längerfristige Reise oder sagen wir länger angelegte Reise in diesem Land vor.
Ich möchte auch die anderen Teile des Landes noch entdecken.
Für mich geht es jetzt erstmal wieder zurück in die Türkei, wo ich meinen Spaziergang weiter fortsetzen werde.
Und im nächsten Video sehen wir, dass es mir nicht so gut ging und dass ich erst einmal ins Krankenhaus musste.
Vielen Dank für euren Support. Bis zum nächsten Mal.