2 Videoaufrufe·01.12.2024 #kontrafunk Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, den Befreiungskriegen und dem Sieg einer europäischen Koalition über Napoleon bleibt die Frage der Grenzen Deutschlands virulent. Der Deutsche Bund, die Dominanz Preußens und die drei Einigungskriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich, mit dem Ergebnis der Gründung des Deutschen Reiches 1871, führen nicht zu einer Befriedung der Situation. Als „verspätete Nation“ verlangt die von Wilhelm II. forcierte Weltmachtpolitik einen „Platz an der Sonne“ und verfolgt eine von Ungeduld und Nervosität geprägte Außenpolitik, die sich, ohne irgendwelche Grenzen zu setzen, auf alles Mögliche zugleich richtet. Diese Zieldiffusion und Grenzenlosigkeit werden am Ende in die Katastrophe des Weltkrieges führen.
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in unserer Sendereihe audimx das
kontrafunk Kolleg hören sie heute die
zweite Folge der vierteiligen Serie über
die deutsche
Grenzenlosigkeit Autoren der Reihe sind
der Publizist parvis amogli und der
Politologe und Psychologe dr Alexander
meschniik im heutigen zweiten Teil geht
es um deutschland im 19 Jahrhundert von
der Idee eines kulturstaates der
Gründung des Deutschen Bundes den
einigungskriegen bis hin zur
Reichsgründung
1871 und den Übergang in eine
Weltmachtpolitik der erste Teil unserer
Serie zu Deutschland und seinen Grenzen
schloss mit einem historischen Ereignis
der Auflösung des Heiligen Römischen
Reichs deutscher Nation im Jahre
1806 das Reich war bis dahin ein
multinationales Gebilde in der Mitte
Europas mit einer riesigen ländermasse
dur eine schier unendliche Pluralität
von Herrschern Mächten und Ständen
charakterisiert ohne die für die moderne
Territorialität vorausgesetzte
Eindeutigkeit der räumlichen Zuordnung
politischer Macht in klaren
Grenzen aufgrund seiner inneren
verfastheit konnte das Reich sich
folglich nicht wter Frankreich seinem
Nationalstaat
ausprägen die mit patriotischen Gefühlen
aufgeladenen Armeen Napoleons und ihre
Dominanz auf dem Schlachtfeld machten
dann die vollkommene Hilflosigkeit und
Ohnmacht des politischen Korpus des
Reiches schlagartig deutlich die aus der
militärischen Niederlage resultierende
Gründung des rheinbunds dessen
Mitglieder aus dem Reich austraten
machten es praktisch
handlungsunfähig damit war der Untergang
des Heiligen Römischen Reiches nach
Jahrhunderten
besiegelt symbolisch endete seine lange
Geschichte endgültig mit der
Niederlegung der Reichskrone im august
1806 durch Kaiser Franz den
i in der Niederlage preuens und der
Auflösung des Heiligen Römischen Reiches
sieht der ungarische Staats und
Verwaltungsrecht ist van Bibo in seiner
1942 abgefassten Studie die deutsche
Hysterie die grundlegende Belastung der
deutschen nationalidee ging das moderne
Nationalgefühl et Frankreichs mit Ideen
einer Demokratisierung einher war die
Verbreitung und Etablierung
demokratischer Ideen in Deutschland mit
dem Erlebnis einer militärischen
Niederlage und einer fremden Invasion
verbunden belastend für die Geburt des
nationalgedankens in Deutschland war
also dass dieser ged direkt aus dem
Widerstand und dem Kampf gegen eine
fremde Herrschaft
hervorging das heißt dass Demokratie und
Nationalismus als Antagonisten auftraten
der nationalen Einheit in diesem
Konflikt von Beginn an eine stärkere
emotionale Bedeutung zukam als
demokratischen
Prinzipien Nationalismus und Demokratie
gerieten in Deutschland so in einen
unversöhnlichen Gegensatz in der
verfehlten Einheit der deutschen Nation
Anfang des 19 Jahrhunderts in der
unerfüllten Sehnsucht nach einem starken
und geeinten deutschen Staat der
Weiterexistenz der territorialen
Fürstentümer und der Zersplitterung in
unzählige Kleinstaaten sieht Bibo das
eigentliche historische Verhängnis
Deutschlands aber die Idee der deutschen
Nation als einer fest umgrenzten
politischen Einheit war im eigentlichen
erst ein Produkt der militärischen
Niederlage und Erkenntnis der eigenen
Schwäche davor et ab der Mitte des 18
Jahrhunderts dominierte in gebildeten
Kreisen eine ganz andere Vorstellung von
Deutschland und des
deutschen das Postulat einer deutschen
Kulturnation bildete sich in der zweiten
Hälfte des 18 Jahrhunderts aus und
führte zur Unterscheidung zwischen einer
Kultur und einer Staatsnation das
deutsche ist so die Überzeugung seiner
Protagonisten eine transpolitische rein
geistige Idee dass keinen genuin
politischen Zweck
verfolgt der Grundgedanke des deutschen
Humanismus war denn auch
weltbürgerlichkeit eine na im
klassischen Sinne können deutschen nicht
sein dass sie eine allgemein menschliche
Aufgabe eine universelle Mission zu
erfüllen haben der jüdischdeutsche Autor
ludg BNE schreibt Anfang des 19
Jahrhunderts dazu der Britte ist nur
Britte der Spanier nur Spanier der
Franzose nur Franzose Mensch ist der
deutsche allein seit dem späten 18
Jahrhundert wurde das Deutschsein in
elitären Kreisen über allen politischen
und partikularen Interessen stehen
definiert als Synonym für die Menschheit
als Ganzes ein grenzenloses
allesranszendierendes Prinzip diese Idee
der zufolge das deutsche wesenhaft
weltbürgerlichkeit in sich fasst ist der
Grundgedanke des modernen deutschen
Humanismus und verweist auf zwei
unterschiedliche Existenzformen
Deutschlands das politische
unverwirklichte und das kulturelle
eigentliche Deutschland dessen
Bestimmung als übernationale rein
menschliche Substanz erscheint Friedrich
Schiller schreibt in diesem Sinne ihm
dem deutschen ist das höchste bestimmt
und so wie er in der Mitte von Europas
Völkern sich befindet so ist er der Kern
der Menschheit Heinrich Heine träumte
von einer Universalherrschaft der
deutschen der die ganze Welt zufallen
möge da die deutschen von ihrer
Bestimmung her Weltbürger und nicht
Nation sein sie folglich für die
Menschheit als Ganzes stehen und der
Dichter jean- paaul sprach in einem
berühmten apassü davon dass die
Deutschen im Reich der Lüfte herrschen
als im Reich der Philosophie und des
ideellen losgelöst von jeder
territorialen
Begrenzung diese Verschiebung des
deutschen auf das Feld des geistigen
übernationalen kann man als eine
psychische Reaktion auf das Fehlen einer
nationalen Einheit Betrachten der eine
politische Identität verunmöglichte und
so die eigene Größe und Bedeutung im
Bereich des immateriellen findet in der
zweiten Hälfte des 18 und im frühen 19
Jahrhundert so der Historiker Erich von
kahler in seiner monumentalen Schrift
der deutsche Charakter in der Geschichte
Europas 1937 erschienen verband sich das
geistige Deutschland mit dem
europäischen Schicksal es wollte
universalistisch sein aber diese Idee
wurde durch den napoleonischen Krieger
zerstört die deutsche Nationalbewegung
hat ihren Ursprung wesentlich im
Widerstand gegen die französische
Fremdherrschaft sie bleibt zunächst aber
doch ambivalent in Bezug auf die
zukünftige Aufgabe des Deutschen in
Europa und der Welt in den berühmten
reden Fichtes an die deutsche Nation 18
im Druck erschienen wird noch von einer
heilsgeschichtlichen Mission der
deutschen ausgegangen die das nationale
transzendiert also universell ist und
ausschließlich eine kulturelle keine
imperiale Mission hat Thomas Mann merkt
dazu kritisch an dass genau dieser
ursprüngliche Universalismus und
Kosmopolitismus der deutschen am Ende
den Anspruch auf europäische Hegemonie
ihr Weltherrschaft reklamieren wird doch
dazu später mehr es ist ein auffälliger
und paradoxes Phänomen dass die Idee der
Deutschen weltbürgerlichkeit in der
tiefsten deutschen Provinz insbesondere
in Weimar entstanden ist in der Ruhe und
Abgeschiedenheit der Provinz konnte man
im Austausch mit einem erlesenen Kreis
seine Gedanken pflegen und sich
geistigen Betrachtungen hingeben das
alles aber ohne irgendeine politische
Öffentlichkeit oder Relevanz die
Kulturnation ist ein fantastisches
ersatzreich für die kleinstaatereei und
die eigene politische
Bedeutungslosigkeit Ausdruck einer
Innerlichkeit die die individuelle
Freiheit
glorifiziert für Marx und Engels ist die
weltbürgerlichkeit der Deutschen
burchoisie im frühen 19 Jahrhundert nur
Ausdruck für ein fehlendes
Nationalbewusstsein und so wörtlich eine
Kompensation aus Schwäche vor diesem
Hintergrund sind die Grenzen
Deutschlands eine sekundäre Frage die
Nation und der ihr innwohnende
Territorialstaat ein Konzept das für die
eigentliche Aufgabe der Deutschen in der
Welt keine Entsprechung findet der
preußische Publizist Bogomil goldz fast
1864 in seiner Studie zur Geschichte und
Charakter des deutschen Genius die ab
dem späten 18 jahrhundert verbreitete
Idee einer deutschen Sendung in der Welt
prgnant zusammen
Zitat die deutsche Nation kann keinen
Charakter im Sinne der anderen Nationen
haben dass sie sich zu einem weltvolke
generalisiert und geläutert hat ja wir
sind wir waren wir bleiben die
Schulmeister die Philosophen die
Theosophen die Religionslehrer für
Europa und den Rest der Welt dies ist
unser Genius unsere Mission die wir
nicht gegen das Ding oder Phantom
austauschen dürfen was von den Franzosen
oder Engländern Nationalität genannt
wird Zitat Ende auch Richard Wagner sah
die Bestimmung der Deutschen nicht darin
zu herrschen sondern die Welt zu
veredeln die in späteren historischen
Bochen so verhängnisvolle Idee der
Auserwähltheit klingt dir an hat aber
schon früh Vorformen gefunden so heißt
es 1600 7 in einem Gedicht von Jesajas
rompler von Löwenstein jetzt wird in
aller Welt kein Land wie das gefunden
mit dem der wahre Gott ist so genau
verbunden die Vorstellung einer
Auserwähltheit der Deutschen ist wie in
Teil 1 unserer Serie ausgeführt bereits
mit der Krönung Ottos des i im Jahr 962
angelegt mit ihr wird der Universalismus
der katholischen Kirche untrennbar mit
dem ostfränkischdeutschen Königshaus
verbunden das damit auserwählt ist den
universellen missionier Befehl Jesu zu
exekutieren die Verantwortung für die
Verbreitung und Verteidigung der
Christenheit ist für das Selbstbild der
deutschen und deren Vorstellung von
ihrer weltgeschichtlichen Rolle nicht
folgenlos geblieben der mittelalterliche
Gelehrte Alexander von Rö betrachtet
seine Landsleute im 13 jahrhundert nicht
umsonst als die Anführer der Welt denn
Zitat den deutschen ist die Regierung
der Welt übertragen und die Regierung
der Kirche anvertraut Zitat
der Umschlag eines
minderwertigkeitsgefühls aufgrund
eigener Schwäche verwandelt sich
psychologisch betrachtet in das Gefühl
einer Auserwählung das wie der bereits
zitierte Erich von karler schreibt sich
nur in leidenden Völkern zeigt die
Überhöhung des deutschen wird folglich
da am stärksten so der
Literaturwissenschaftler Dieter
borchmeier wo die tiefste politische
Erniedrigung der Nation erfolgt so wird
die militärische und politische
Niederlage in den napoleonischen Kriegen
zur heilsgeschichtlichen Vision einer
deutschen Zukunft einer neuen Menschheit
die sich an Deutschland orientieren wird
aber die universelle Idee des deutschen
und der darin enthaltene Kosmopolitismus
verschwindet immer mehr je Stärke die
Idee der Nation in das Bewusstsein der
Massen dringt werden bei Fichter in den
Reden an die deutsche Nation das
weltbürgerliche noch betont wird finden
wir bei Ernst Moritz Arnt den
bedeutendsten Lyriker derepoche der
Befreiungskriege eine Abwendung der
nationalitätskonzeption vom
Universalismus und damit das Ende der
klassisch romantischen Epoche mit ihm
endet die Idee des deutschen
weltbürgertums und es erfolgt eine
Abwendung vom Universalismus in einen
übersteigenden Nationalismus der 1945
schließlich katastrophal enden wird
aktuell und vor allem seit dem September
2015 kehrt aber ein diesmal moralischer
Universalismus nach Deutschland zurück
die Folgen daraus werden in Teil 4 der
Serie noch Thema sein die Spaltung der
deutschen Nation und der feindliche
Dualismus Preußen Österreich ist für
Ernst Moritz Arnt das eigentliche
historische Drama Deutschlands die
Freiheitskriege preusens wirken in ihm
dann wieder die Hoffnung dass es ein
Land für alle deutschen gibt werden die
süddeutschen Staaten in Gestalt des
rheinbunds als Verräter an der deutschen
Sache mit heme und Spott übergossen
werden Deutschland habe hier werden die
natürlichen Grenzen angerufen als Land
der Mitte eine besondere Verantwortung
für Europa wir sind der Nabel der
europäischen Erde der Mittelpunkt des
Nordens und des
Südens damit geht bei Arn eine geradezu
sakrale Überhöhung des Deutschtums und
der Nation ein hehe so lässt er im Geist
der Zeit Gott selbst zu den Deutschen
sprechen und weil ihr das Herz sein
solltet von Europa seid ihr mir lieb
gewesen wie mein eigenes Herz und werde
mir lieb bleiben
ewiglich aber wo sind die Grenzen
Deutschlands wo verlaufen sie als Grenze
des Vaterlands gilt bearnt die deutsche
Sprachgemeinschaft als alle europäischen
Gebiete in denen deutsch gesprochen wird
auf die Frage wo Deutschland verortet
werden kann lautet die Antwort
konsequenterweise soweit die deutsche
Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder
singt das soll es sein in der Realität
der wierkongress 1815 und in den Jahren
danach zeigte sich aber dass die
Verwirklichung eines einheitlichen
deutschen Nationalstaates in weiter
Ferne lag vor allem weil die beiden
Führenden Mächte Habsburg Österreich und
Preußen sich feindlich g überstanden und
so den Schluss nahelegten dass das
Problem der deutschen Einheit
prinzipiell unlösbar
sei als nach der Schlacht von waterlou
am 18 juni 1815 die Waffen endlich
schweigen ist Europa erschöpft mehr als
zwe Jahrzehnte Krieg und Revolution
haben den Kontinent ausgelaugt damit so
etwas nicht noch einmal passiert war die
auf dem Wiener Kongress 1814 155
entworfene neue Ordnung Europas als ein
Schritt zurück in die Zeit vor der
Revolution gedacht entsprechend lauten
auch die fünf Prinzipien unter denen der
Kongress stattfindet und die allesamt
auf die Wiederherstellung der
vorrevolutionären Ordnung sowie die
Unterdrückung von liberalen und
nationalen Ideen abzielen Restauration
Legitimität Solidarität Kompensation und
Mächtegleichgewicht für die deutsche
Nationalbewegung ist das eine schlechte
Nachricht denn die Schlussakte des
Wiener Kongresses enthält auch die
sogenannte Bundesakte durch sie stiftet
die bestim Persönlichkeit der
Versammlung der österreichische Diplomat
und Staatsmann Fürst Clemens von
Metternich am 8 juni 1815 in Deutschen
Bund dieser trat an die Stelle des 1806
untergegangenen Reiches und besteht aus
35 deutschen Staaten und vier freien
Städten wobei nur die deutschsprachigen
Teile Österreichs und preuens dazu
gehören jeder Mitgliedstaat bleibt
souverän und verfügt über eine
eigenständige Politik ein eigenes
Oberhaupt sowie ein eigenen Rechtskodex
das einzige gemeinsame Organ ist ein
ständiger gesamtenkongress der Bundestag
der in Frankfurt am Main tagt in diesem
besitzen allerdings auch nicht deutsche
Mächte wie z.B England über das
Königreich Hannover ein Mitspracherecht
im Deutschen Bund mit dieser Struktur
stellt der Bund für den deutschen
Historiker Hans Joachim Schöps Zitat
nichts anderes als die modernisierte
Weiterführung des Alten Reiches da nur
dass die alte kaiserliche Spitze
fortgefallen war Zitat Ende kein Wunder
also wenn beim Deutschen Bund weder die
nationalstaatsidee noch die von einer
politischen Einheit im Vordergrund steht
stattdessen lebt in ihm der alte Gedanke
fort wonach der Deutsche Bund als
Fortführung des Reiches einen
friedensstaat eine überstaatliche
europäische Ordnungsmacht darstellt ob
der Bund darüber hinaus für Deutschland
tatsächlich ein Unglück gewesen ist wie
der deutsche Historiker Thomas
nipperdeai meint oder ob er der Ansicht
des Tübinger Professors dier langewische
folgend als Institution ungewollt zur
Nationsbildung trug kann an dieser
Stelle nicht erschöpfend behandelt
werden feststeht jedenfalls jener
innerdeutsche Dissens der die deutsche
nationswerdung in den folgenden
Jahrzehnten nachhaltig lähmen wird ist
bereits in der Bundesakte angelegt
gemeint ist die Dreiteilung Deutschlands
und die damit einhergehende Konkurrenz
verschiedener Interessen und Loyalitäten
da ist zum einen Österreich fürdessen
Staatskanzler Metternich ging es darum
mit Hilfe des Deutschen Bundes den
traditionellen Einfluss Habsburgs in
Deutschland zu sichern und die
restaurative Ordnung in Europa aufrecht
zuerhalten die Entstehung eines
deutschen Nationalstaates wäre dem zu
widergelaufen und hätte nach Ansicht
Metternichs den österreichischen
Vielvölkerstaat in Frage gestellt dem
gegenüber stehen die Interessen und
Ambitionen Preußens der hohen
zollernstaat war darauf aus seine nach
dem Ende Napoleons neugewonnene Position
als Großmacht zu festigen und auszubauen
er verfolgt dabei eine Politik der
schrittweisen Machterweiterung ziel war
es Österreich sukzessiver aus dem Bund
zu drängen um letzteren auf lange Sicht
in ein groß Preußen umzuwandeln ein
erster Schritt dahin ist die Gründung
des Deutschen Zollverein
1834 dadurch sollte unter Ausschluss
Österreichs ein einheitlicher deutscher
Wirtschaftsraum und Binnenmarkt
geschaffen werden bis 1854 waren alle
Mitgliedstaaten des Bundes außer der
Habsburger Monarchie dem Zollverein
beigetreten damit sind wir bei der neben
Österreich und Preußen dritten macht
innerhalb des Deutschen Bundes
angekommen das sogenannte dritte
Deutschland bestehend aus klein und
Mittelstaaten wie würtenemberg Bayern
oder den anhaltinischen Herzogtümern
verfolgte wiederum eigene Interessen und
Ziele dazu gehört vor allem die Wahrung
einer eigenständigen Position zwischen
den beiden Machtblöcken Österreich und
Preußen um ein Gegengewicht zu den
Großmächten zu bilden aber es waren
nicht alleine die Interessenskonflikte
innerhalb des dreigeteilten Deutschlands
die es verunmöglichten dass aus dem
Deutschen Bund ein Nationalstaat wurde
zu kam die Einigkeit der regierenden
Fürstenhäuser im Kampf gegen liberale
und nationale Ideen exemplarisch dafür
stehen die Karlsbader Beschlüsse von
1819 erlassen nach der Ermordung des
konservativen Schriftstellers august von
kotzebü durch einen fanatisierten
Studenten richteten sie sich gegen die
von Studenten Professoren und dem
Bildungsbürgertum getragene
Nationalbewegung in der Folge kommt es
zu einer massiven Einschränkung der
Meinungs und Presse sowie der
akademischen Freiheit Hochschullehrer
werden entlassen chaften verboten und
kritische Stimmen mundtot gemacht doch
es hilft alles nichts auf lange Sicht
haben all die repressiven Maßnahmen den
gegenteiligen Effekt der Versuch die
Nationalbewegung zu unterdrücken
verstärkt den Wunsch nach nationaler
Einheit nur noch mehr das besondere
daran ist allerdings wie dieser Wunsch
artikuliert wird so wie der
Nationalstaat in dermangelung
eindeutiger Grenzen ein im Kern
unpolitisches Anliegen bleibt wählte die
Nationalbewegung Ausdrucksformen die im
Kern ebenfalls nicht polit dafür aber
kulturell motiviert waren es geht in
erster Linie darum die Deutschen als
eine Gemeinschaft ein Volk und eine
Nation zu definieren die über eine
gemeinsame Geschichte gemeinsame Bräuche
und integrierende nationale Mythen
verfügen so gesehen kann man sagen die
deutsche Nationalbewegung war zunächst
damit beschäftigt innerdeutsche Grenzen
abzubauen bevor sie sich damit
beschäftigen konnte wo die Grenzen
Deutschlands verlaufen oder noch anders
gesagt es stand mehr die Frage was ist
deutsch im Raum als die wo denn
Deutschland eigentlich liegt und seine
Grenzen verlaufen was letzteres betrifft
so bleiben die Vorstellungen der
Nationalbewegung Waage sie sind zudem
als idealisierte Vorstellung von
deutscher Kultur und Geschichte in der
Regel kaum mit den komplexen politischen
und ethnischen Realitäten Mitteleuropas
vereinbar entsprechend organisiert sich
die Nationalbewegung auch nicht in
Geheimbünden oder Revolutionären Zellen
die wie noch zu Zeiten des Bundschuhs
konkrete soziale und politische
Forderung erheben stattdessen finden
sich ihre Mitglieder in gesangslese und
bildungsvereinen zusammen in
Wandergruppen Burschen und
turnerschaften um ihre Forderung zu
popularisieren verfassen Sie anonyme
Streitschriften singen patriotische
Lieder und veranstalten eine Reihe von
nationalen festen vom wadburgfest 1817
über das Hambacher Fest
1832 bis hin zum gescheiterten
Frankfurter wachensturm
1833 es gehört zur Ironie der Geschichte
dass es ausgerechnet der Erb und
Erzfeind Deutschlands ist der der
deutschen Nationalbewegung in den 1830er
Jahren neuen Auftrieb verschafft nach
etwas mehr als einem Jahrzehnt
Friedhofsruhe die mit den Karlsbader
Beschlüssen über Deutschland gekommen
war inspirierte die erfolgreiche
Julirevolution 1830 in Frankreich
deutsche liberale und Nationalisten ihre
Forderungen nach nationaler Einheit
wieder mit mehr Nachdruck zu verfolgen
ein symbolischer Höhepunkt war das eben
bereits erwähnte Hambacher Fest von 182
30 bei dem etwa 30.000 Menschen
nationale und liberale Forderungen
erheben die schwarzrot goldene Fahne
wird hier zum Symbol der deutschen
Einheitsbewegung
1834 kam es dann zur Gründung des schon
erwähnten Zollvereins durch Preußen er
befand sich rechtlich außerhalb des
Deutschen Bundes schuf einen
einheitlichen Wirtschaftsraum zwischen
den meisten deutschen Staaten und
förderte so das Gefühl einer gemeinsamen
deutschen Identität sowie die Idee einer
politischen Einheit abgesehen davon
wurde mit dem Zollverein die Frage ob
ein künftiger deutscher Nationalstaat
groß oder kleindeutsch also unter ein
oder Ausschluss Österreichs gegründet
werden soll virulent sie wird bis zur
endgültigen Gründung des kleindeutschen
bismarkreiches 1871 im Zentrum der
deutschen einheitsfrage stehen so
abstrakt und wenig belastbar die
grenzvorstellungen in deutschen
Nationalbewegung im 19 Jahrhundert auch
gewesen sein mögen für eine Grenze
trifft das nicht zu den Rhein hatte man
zu Zeiten Ludwigs des 14 den
linksreinischen erweiterungsbestrebung
des Sonnenkönigs mehr oder weniger
tatenlos zugesehen verändert sich
während der revolutions und
Befreiungskriege das Verhältnis der
Deutschen zum rein der Strom wird zum
nationalen Symbol zur heiligen landmark
verklärt und als vermeintlicher
Ausgangspunkt deutscher Kultur und
Lebensart emotional aufgeladen so
fordert der schon zitierte Ernst Moritz
Arn 1813 seine Leser auf ihre Blicke
Genin zuwenden Zitat was sehet ihr ihr
sehet die Ursprünge und Anfänge eures
Volkes die ältesten und heiligsten
Erinnerungen des Reiches der teutschen
Zitat Ende befeuert von gegenseitigem
Hass trennt der rehein in der Folgezeit
nicht nur zwei Länder sondern zwei
Weltanschauungen an seinen Ufern stehen
sich welsche Zivilisation und deutsche
Kultur unversöhnlich gegenüber bereit
jede Nichtigkeit zu nutzen um ihre
Differenzen auszutragen exemplarisch
etwa im Jahre 1840 als Frankreich als
Reaktion auf ein eine diplomatische
Niederlage in der sogenannten orienkrise
wieder Gutmachung am linken Rheinufer
verlangt die deutsche Antwort lässt
nicht lange auf sich warten ein Sturm
nationaler Entrüstung bricht los doch es
sprechen nicht die Waffen sondern die
Federhalter im Verlauf des nun folgenden
dichterkrieges wird der deutsche
Nationalismus endgültig zu einer
Massenbewegung Poeten Denker und Sänger
werden hüben wie drüben nicht müde den
jeweiligen Nachbarn als niederträchtig
und Verderb zu schmähen und zeitgleich
die Makellosigkeit sowie Überlegenheit
des eigenen Volkes zu rühmen die Wacht
am rein von Max Schneckenburger sowie
das vielfach vertonte Gedicht von
Niklaus Becker sie sollen ihn nicht
haben in freien deutschen reih und
natürlich das Lied der deutschen von
August Heinrich von Fallersleben sind
die von deutscher Seite bekanntesten
Erzeugnisse des
dichterkrieges die französische Seite
war dabei tendenziell weniger aggressiv
und nationalistisch als ihre deutschen
pondons das ist nicht zuletzt darauf
zurückzuführen dass die französischen
Beiträge vor dem Hintergrund einer
gescheiterten diplomat Forderung
entstanden sind hier kann der
französische Schriftsteller Alfred de M
zitiert werden der 1841 in dem Gedicht
Lin eine Antwort auf bcker sie sollen
ihn nicht haben den freien deutschen
Rhein erklärt Zitat wir haben ihn gehabt
den deutschen Rhein Zitat Ende mit dem
Jahr 1848 erreicht die deutsche
Nationalbewegung schließlich ihren Höhe
und Wendepunkt erneut ist es der
einstige Erzfeind Frankreich der wie
schon 1830 als Vorbild fungiert als die
Pariser Bevölkerung den Bürgerkönig
Louis Philippe Ende Februar 1848 vom
Thron stößt sieht sich die deutsche
Nationalbewegung ebenfalls zum Aufstand
aufgerufen in den folgenden Wochen
breiten sich überall in den Staaten des
Deutschen Bundes revolutionäre
Erhebungen aus ihre Forderungen bekannt
als märzforderungen umfassen
Pressefreiheit Volksbewaffnung
Schwurgerichte und ein Gesamt deutsches
Parlament ein zentrales Ereignis ist die
Einberufung des ersten gesamtdeutschen
Parlaments der Frankfurter national
Sammlung in der Paulskirche am 18 mai
1848 die von ihr am 27 März 1849
verabschiedete
Paulskirchenverfassung sieht einen
föderalen kleindeutschen Nationalstaat
ohne Österreich vor an dessen Spitze ein
konstitutioneller Monarch am liebsten
der preußische Herrscher Friedrich
Wilhelm II stehen soll wobei die
Entscheidung für die kleindeutsche
Lösung lediglich ein Kompromiss
darstellt da die Einbeziehung des
Vielvölkerstaats Österreich als
problematisch erachtet wird und ein
deutsch Nationalstaat ohne die
Habsburger Monarchie einfacher zu
realisieren scheint letztlich waren all
diese Beschlüsse und Erklärungen aber
wirkungslos Friedrich Wilhelm II lehnt
die ihm angebotene Kaiserkrone als einen
Zitat vom ludergeruch der Revolution
beschmutzten imaginären reif aus Dreck
und lettten gebacken Zitat Ende ab damit
ist die deutsche Revolution gescheitert
die erstarkenden konservativen Kräfte in
den Einzelstaaten lösen kurz darauf die
national verersammlung auf und schlagen
die revolutionären Aufstände mit
militärischer Gewalt nieder trotz ihres
Scheiterns bleibt die Revolution von
1848 ein wichtiger Meilenstein für die
deutsche
Nationalbewegung sie markiert den
Übergang von einer vorwiegend kulturell
geprägten zu einer politisch aktiven
Nationalbewegung und legt den Grundstein
für die spätere Einigung Deutschlands
unter preußischer Führung als das
preußische Parlament der Heeresreform
von König Wilhelm dem i Anfang der
1860er Jahre die Zustimmung verweigert
befindet sich der preußische
verfassungsstreit auf seinem Höhepunkt
Wilhelm I weiß sich in seiner Not nicht
anders zu behelfen als den bei seinen
liberalen und nationalen Gegnern als
konservativer hartliner verschrienenen
Otto von Bismark am 24 September 1862
zum preußischen Ministerpräsidenten zu
ernennen dieser scheint den in ihn
gesetzten Erwartungen auch gleich
entsprechen zu wollen sechs Tage nach
seiner Ernennung tritt er vor die
preußische budgetkommission und erklärt
mit Blick auf die deutsche Einheit Zitat
nicht durch Reden und
majoritätsbeschlüsse werden die großen
Fragen der Zeit entschieden sondern
durch Eisen und Blut Zitat Ende selbst
wenn dieser Ausspruch bereits unter den
Parteigängern bismarks als Fehler
empfunden wurde und er dem späteren
eisernen Kanzler beinahe den politischen
Kopf gekostet hätte nehmen bismarks
Worte doch ziemlich genau die
Entwicklung vorweg die die deutsche
Einigung bis 1871 nehmen sollte das
heißt aber auch dass Bismark der
Nationalbewegung von unten spätestens ab
diesem Augenblick das Heft des Handelns
aus der Hand nimmt von da an ist klar
die Lösung der nationalen Frage in
Deutschland musste und wird von oben und
nicht vom Volk kommen dahinter steht die
politische Grundüberzeugung des weißen
Revolutionärs wie der Frankfurter
Historiker lotha Gall Bismark nennt die
da lautet Zitat lieber Revolution machen
als erdulden Zitat Ende die größte
umstürzlerische Bedrohung für die Eliten
in Deutschland geht nach 1815 von der
nationalen Frage aus es ist daher nur
folgerichtig wenn sich der überzeugte
konservative Aristokrat Bismark an die
Spitze der deutschen Nationalbewegung
setzt um letztlich im Sinne preuens
allfällige Veränderungen unter Kontrolle
zu halten und damit radikale Umbrüche
von unten zu
verhindern was das für die deutsche
Einheit bedeutet erklärt Bismark 1862
anlässlich eines privaten Gesprächs in
London Zitat ist die Armee erst einmal
auf Achtung gebietenden Stand gebracht
dann werde ich den besten Vorwand
ergreifen um Österreich den Krieg zu
erklären den Deutschen Bund zu sprengen
die Mittel und Kleinstaaten zu
unterwerfen und Deutschland unter
Preußens Führung eine nationale einheal
zu geben Zitat Ende vor der
angekündigten Kriegserklärung an
Österreich drängt allerdings der
jahrelange Konflikt zwischen dem
Deutschen Bund und Dänemark um die
Herzogtümer Schleswig Holstein und
Lauenburg zur Entscheidung die
rechtliche Situation war höchst komplex
und bot daher reichlich
Eskalationspotenzial am am Ende
verschärft sich der Streit als der
dänische König 1863 eine neue Verfassung
erlässt die Schleswig stärker an den
dänischen Staat integriert auf deutscher
Seite ist die Empörung über diesen Akt
groß der Deutsche Bund betraut in der
Folge Österreich und Preußen mit der
Verteidigung seiner Interessen der
danach stattfindende Krieg ist schnell
entschieden nach der Schlacht an den
Düppeler Schanzen ist Dänemark
militärisch besiegt und muss die
Herzogtümer Schleswig Holstein und
Lauenburg vollständig an Preußen und
Österreich abtreten die diese Gebiete
zunächst gemeinsam verwalten es war dies
das sogenannte österreichisch-preußische
Kondominium und genau darin in diesem
Kondominium liegt bereits der von
Bismark geschickt platzierte Keim des
zukünftigen Krieges zwischen den beiden
deutschen
hauptmächten bevor aber der Konflikt
Preußen Österreich eskaliert endet am 14
August
1865 die gemeinsame Verwaltung der
nördlichen Herzogtümer in der an diesem
Tage unterzeichneten Gasteiner
Konvention teilen die beiden Großmächte
das Kondominium auf Schleswig kommt
unter preußische Holstein unter
habsburgische ophut allerdings duldet
Österreich in seinem Gebiet die
Nebenregierung des Herzogs Friedrich des
von schleswig- Holstein das sollte etwas
mehr als ein Jahr später der willkommene
Anlass für Bismark sein den deutschen
Dualismus ein für alle Mal zu klären um
sich für den Konflikt abzusichern und
nicht von außen überrascht zu werden
bringt Bismark den französischen Kaiser
Napoleon den i im Herbst
1865 durch Waage Versprechungen und
eineige geschickte Verhandlungstaktik
dazu ihm in Falle eines waffenganges mit
Wien Neutralität zuzusagen mit Italien
schließt ein halbes Jahr später im april
1866 ein geheimes Militärbündnis das ihm
für die Rückgabe von Venezien die
militärische Unterstützung Italiens
einbringt und was Russland betrifft so
kann sich der preußische
Ministerpräsident seiner sicher sein
nachdem er den Zaren Alexander den
zweiten dre Jahre zuvor
1863 bei der Niederschlagung eines
Aufstandes der Polen gegen die russische
Besatzung unterstützt während Österreich
Alexander dafür kritisiert hatte mit
dieser Rückversicherung wendet sich
Bismark nun seinem eigentlichen Plan zu
der endgültigen herausdrängung
Österreichs aus dem Deutschen Bund als
ich Wien am 1 Juni 1866 beim Deutschen
Bund über preuens Vorgehen in Holstein
beschwert und beim Bundestag die
Entscheidung über die Zukunft der
Herzogtümer beantragt sieht Bismark
seine Chance gekommen mit dem Vorwurf
österreich habe damit die Gasteiner
Konvention gebrochen läs er am 7 ji
preußische Truppen in Holstein
einmarschieren eine Woche später macht
der Deutsche Bund gegen Preußen mobil
woraufhin Preußen aus dem Bund austritt
und Österreich am 19 Juni den Krieg
erklärt in der entscheidenden Schlacht
bei königretz bzw sadova am 3 juli
triumphiert die preusische Armee
schließlich über die
habsburgische mit dieser Niederlage
Österreichs ist auch die Frage
beantwortet ob ein deutscher
Nationalstaat groß oder kleindeutsch
also unter ein oder Ausschluss
Österreichs gegründet werden sollte
diese Frage hatte die Deutschen
Nationalbewegung seit Mitte der 1830er
Jahre seit der Gründung des Zollvereins
zunehmend bewegt mit dem Prager Frieden
vom 23 august 1866 ist diese Frage
endgültig Makulatur Österreich scheidet
aus dem Deutschen Bund aus der in der
Folge aufgelöst wird nördlich des Mainz
entsteht als Nachfolger der Norddeutsche
Bund es handelt sich dabei zunächst um
ein Militärbündnis der norddeutschen
Staaten unter preußischer Führung ab
1867 entwickelte sich mehr und mehr zu
einem föderal organisierten Bundesstaat
der insgesamt 22 Nord und mitteldeutsche
Staaten umfasst innerhalb derer
Wirtschaft Recht und Militär sukzessive
vereinheitlicht werden der Norddeutsche
Bund verfügt zudem über einen vom Volk
gewählten Reichstag sowie einen
Bundesrat Wilhelm I i von Preußen war
Bundespräsident
Otto von Bismark Bundeskanzler der
Norddeutsche Bund war zwar nie explizit
als Vorstufe für einen neuen deutschen
Nationalstaat konzipiert worden aber
beim Blick auf die Karte Europas war
bereits den Zeitgenossen klar dass er
nur ein Provisorium sein kann die
sogenannte meinlinie trennte nicht nur
den Norddeutschen Bund von dem nun aus
deutschen Angelegenheiten
herausgefallenen Österreich sie schnitt
zudem Deutschland in zwei Teile und
trennte Süddeutschland vom Norden ab
souveräne Staaten wie Baden Bayern oder
würtenemberg durften zwar laut dem
Prager Frieden einen eigenen
süddeutschen Bund schließen aus Angst
vor einer Dominanz Bayerns sowie
aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen
kam der Südbund allerdings nie zustande
stattdessen zogen die Staaten eine
engere Anbindung an Preußen vor mit der
Folge dass der Anschluss Süddeutschlands
an den Norddeutschen Bund wie golomann
schreibt Zitat jetzt nüchterne
Notwendigkeit war es gab keine
Alternative Zitat Ende nach der
erfolgreichen herausdrängung Österreichs
aus Deutschland war sich Bismark darüber
im Klaren dass als nächstes eine
militärische Auseinandersetzung mit
Frankreich notwendig war um die
süddeutschen Staaten Bayern würtenberg
und Baden an seine Seite zu ziehen damit
ändert sich ein weiteres Mal die Rolle
Frankreichs bei der deutschen
nationswerdung nachdem die Französische
Revolution wie bereits gesehen als
Erzfeind geburtshelfe des politischen
deutschen Nationalismus gewesen war und
sich in den Jahrzehnten nach dem Wiener
Kongress zu seinem Vorbild wandelte nahm
das kaiserliche Frankreich ab mitte der
1860er Jahre wieder seine Rolle als
Erzfeind und Katalysator der deutschen
Nationalbewegung ein in der Folge
Schloss Bismark noch 18 6 sogenannte
Schutz und trutzbündnisse mit den
süddeutschen Staaten ab sie stellten
einen Ersatz für den Schutz da den der
Deutsche Bund seinen Mitgliedstaaten
geboten hatte die Vertragspartner
verpflichteten sich dabei zur
militärischen Zusammenarbeit im fle
eines angffs und erkannten den
preußischen König
militärischenerbeehlshaber an öffentlich
werden die Bündnisse ein Jahr später in
der sogenannten luxemburgrise als
Napoleon versucht Holland das
Großherzogtum luxurg abzukaufen das
Vorhaben verschärft die Spannungen
zwischen Preußen und Frankreich ein
weiteres Mal erneut ist auf beiden
Seiten des reheins die nationale
Empörung groß in Frankreich wird diese
noch angereichert durch ein Gefühl der
Zurücksetzung und Demütigung nach der
österreichischen Niederlage in der
Schlacht von königrz bzw sadowa die
französische Öffentlichkeit sah dadurch
seine hegemoniale Rolle in Europa
gefährdet und sich um mögliche
territoriale Gewinne betrogen daher
fordert sie Rache für sadowa um den
neuen mächtigen Nachbarn reusene seine
Grenzen aufzuzeigen die Chance dazu
bietet sich im Sommer 1870 als die seit
zwei Jahren wakantete spanische
Thronfolge wieder auf die Tagesordnung
kommt ein potenzieller Thronanwärter ist
Leopold von Hohenzollern siegmaringen
ein Verwandter des preußischen Königs
willlhelm des i damit so die Befürchtung
der französischer Seite würde Preußen
bald nicht nur am Rhein sondern auch
südlich der pyrenen stehen tatsächlich
war Napoleon II wie auch Bismark fest
entschlossen den spanischen erbfolg frei
zu nutzen um den sich seit Jahren
zuspitzenden Konflikt zwischen den
beiden Großmächten militärisch zu
entscheiden der französische Kaiser ist
dem preußischen Ministerpräsidenten aber
machtttisch unterlegen es folgt ein
diplomatischer Schlagabtausch an dessen
Ende es für Bismark ein leichtes war wie
Loa Gall schreibt Frankreich vor aller
Welt und insbesondere für die deutsche
Öffentlichkeit als die Macht
hinzustellen die die offenkundige
Friedensliebe des preußischen Königs
ausnutzt um Preußen und die deutsche
Nation zu demütigen Symbol für die
bismarschen Manipulation und Taktiken
die letztendlich die kleineutsche
Einheit vollenden ist die sogenannte
Emsa de Pesche ein von ihm selbst
redigiertes Telegramm des Königs an ihn
dass dem französischen Kaiser keine
andere Wahl ließ als Preußen am 19 juli
1871 den Krieg zu erklären zu groß war
der Gesichtsverlust Napoleons des Dr
sowie der Druck der französischen
Öffentlichkeit Preußen gegenüber eine
harte Haltung zu
bewahren damit beginnt der dritte und
letzte deutsche einigungskrieg wie zuvor
ist auch dieser schnell unter der
Führung des Generalfeldmarschalls und
Chef des Generalstabes helmund von Molke
entschieden die preußischdeutschen
Truppen dringen nach Kriegsbeginn rasch
vor nachdem in Weißenburg wörd und an
den Spicherer Höhen die ersten Siege
errungen sind kommt es am 2 september
1870 zur Entscheidungsschlacht von Sedan
die französische Armee wird dabei
vernichtend geschlagen und Napoleon der
dritte gefangen genommen das nimmt die
Pariser Kommune zum Anlass die Republik
sowie die forführung des Krieges gegen
Preußen auszurufen doch es ist zu spät
die preußischdeutschen Truppen Rücken
unaufhaltsam auf Paris vor und belagern
die französische Hauptstadt am 28 januar
1871 ergeht schließlich die Kapitulation
der republikanischen
Regierung bereits 10 Tage vor der
endgültigen französischen Kapitulation
am 18 januar
1871 wird im Spiegelsaal von versai das
Deutsche Reich
ausgerufen auf dem berühmten Bild der
Kaiser klamation Anton von Werners
fallen vor allem die vielen Uniformen
Säbel Fahnen und Helme auf die
Zivilisten im Frack unter den Anwesenden
verlieren sich inmitten dieser
kriegergesellschaft Vertreter des Volkes
sind er gar keine eingeladen das Bild
macht klar dass der
kleineutsch-präusische Staat nicht durch
demokratische Willensbildung sondern
einzig durch militärische Macht
geschaffen wurde der Ort der
Proklamation sollte das besiegte
Frankreich demütigen war es doch das bra
luss ludg des X das Glanz und ruh einer
Epoche
verkörperte auch das Datum war
sorgfältig gewählt 170 Jahre zuvor hatte
Friedrich der der Sohn des Großen
Kurfürsten den preußischen königsron
bestiegen die Geschichte peusens so die
Suggestion war nun an ihrem Ziel
angekommen und fand dem Werk bismarks
ihren krönenden Abschluss lassen wir die
Animositäten und inneren Probleme der
deutschen Reichsgründung hier einmal
beseite der manach ludg i Z da musste
erst mit finanziellen Zuwendungen dafür
gewonnen werden so startete das
neuegründete Reich von Anfang an mit
einem fast unbegrenzten
Selbstbewusstsein nicht allein die Armee
sondern die Überlegenheit der deutschen
Kultur so die Gewissheit hatte den Sieg
über Frankreich ermöglicht dass aber
Parteien und der Reichstag von der
Gründung faktisch ausgeschlossen waren
zeigte dass das neue Deutsche Reich
Ergebnis einer dynastischen Vereinbarung
und nicht Ergebnis einer demokratischen
Willensbildung war der bereits zitierte
ist van Bibo verweist in seiner Studie
die deutsche hisystorie auf die
Sondersituation der deutschen
Reichsgründung die den demokratischen
Kräften nur wiedderwillig Zugeständnisse
machte Zitat die reignisse von 1866 1871
und
1879 waren eine Serie von dynastischen
Kompromissen die sich gegen die
nationale Einheit Deutschlands richteten
1866 unterwerfen sich die kleineren Nord
deutschen Fürstentümer der preußischen
Führung 1871 schließen sich die großen
süddeutschen Länder vem Bayern an 1879
wir das Habsburgerreich als Besiegelung
des 1804 eingeleiteten Verzichts auf die
vollkommene Einheit Deutschlands durch
Zustimmung zum Zweibund dem Kompromiss
GU heißen dieser war aber kein
Kompromiss zwischen Monarchie und
nationaler Demokratie sondern die Kräfte
der Dynastie und der Aristokratie
schlossen einen Kompromiss und sich mit
Einschluss einiger demokratischer
Zugeständnisse Zitat Ende Bibo spricht
hier von einer Scheinlösung mit deren
Hilfe man Unvereinbares Vereinen wollte
denn das 1871 geschaffene Deutsche Reich
führte historisch in eine Sackgasse
willkülige grenzbereinigungen und die
Beibehaltung von Relikten der
Kleinstaaterei machten die äußeren
Grenzen des Reiches zu zufälligen
Setzungen und entsprachen weder den
sprach noch
territorialgrenzen war warum so Bibo
sollte aus deutscher Sicht Posen Inland
innsbruruck deragegen Ausland sein warum
sollte umgekehrt für Österreich deutsche
Tarnopol Inland sein Köln oder Hamburg
aber Ausland Deutschland blieb soweit
eine Gemeinschaft in Europa die ihre
Grenzen nicht gefunden hatte und keine
wirkliche Identität besaß das von
Deutschland abgetrennte Habsburger reich
ist ein besonders krasses Beispiel für
die Willkürlichkeit der Grenzsetzungen
und dem Fehlen einer gemeinsamen
Identität es bestand aus einem
zusammenhanglosen Gebiet aus Ungarn
Italienern Slowenen Tschechen Polen
rutenen Rumänen und anderen Völkern das
niemals ein Gemeinwesen ausbildete die
österreichdeutschen lebten in einem Land
in dem 80% der Bevölkerung nichts vom
österreichischen Namen wissen
wollten das eigentliche Hauptproblem
Deutschlands bestand aber weiter in dem
bereits aufgezeigten Widerspruch von
Demokratie und Nationalismus die der
Philosoph und Soziologe Helmut Plessner
in seiner berühmten Schrift die
verspätete Nation auf den Nenner bringt
Zitat die wesentliche Differenz zwischen
den Deutschen und den Völkern des alten
Westens die R nationalstaatliche Basis
im 16 und 17 Jahrhundert gefunden hatten
und auf goldene Zeitalter zurücksehen
können was wir nicht können liegt in
dieser Zeitverschiebung die eine innere
Verbindung zwischen den Mächten der
Aufklärung und der Formung des
Nationalstaates verhindert hat Zitat
die innere Gleichgewichtsstörung der
großen Dynastie in Habsburg und hohen
Zollern führte schließlich zu den
bekannten Irrwegen die Fiktion einer
deutschen Einheit wurde durch den
Zweibund ein geheimer defensivvertrag
der
1879 zwischen dem Deutschen Reich und
Österreich Umgang abgeschlossen wurde
bestätigt da die nationale Frage durch
den nichtanschluss Österreichs
unbeantwortet blieb dominierten immer
mehr fantastische Ziele und
Scheinlösungen ein deutsches
Mitteleuropa die deutsche weltsendung
der Wunsch nach Kolonien in
Übersee auf außenpolitischen Gebiet
wurde insbesondere nach dem Machtantritt
wilhel Desi nationale Größe zum
Leitmotiv der Politik während Österreich
eine balkanmission verfolgte schwankte
Deutschland zwischen dynastischen und
nationalinteressen die niemals
deckungsgleich waren in diesem
Zusammenhang muss die Rolle der
politischen Publizistik in Deutschland
hervorgehoben werden dem offensiver die
Haltung vertrat das Reich müsse mit
militärischen Mitteln nach welthegemonie
streeben exemplarisch für diese
Einstellung se hier so Max Weber in
seiner Antrittsvorlesung in Freiburg
1895 zitiert wir müssen begreifen dass
die Einigung Deutschlands ein
Jugendstreich war den die Nation auf
ihre alten Tage beging und seiner
Kostspieligkeit halber besser
unterlassen hätte wenn sie der Abschluss
und nicht der Ausgangspunkt einer
deutschen Weltmachtpolitik sein
sollte für diese Auffassung gab es nicht
nur politische und symbolische Gründe
das Deutsche Reich erlebte Ende des 19
Jahrhunderts einen R Aufschwung die
industrell Entwicklung und der
ökonomische Aufstieg Deutschlands manche
sprechen von einem ersten deutschen
wirtschaftshunder war das für alle
sichtbare Zeichen für die Größe und
Stärke der eigenen Nation 1913 regierte
Deutschland bereits auf Platz 2 im
Welthandel in manchen Bereichen war man
zur stärksten Industriemacht geworden
dieser beispiellose Aufstieg war wie der
Historiker Volker Ulrich in seiner
Studie die nervöse Großmacht zeigt vor
allem Neuen industriellen Sektor zu
verdanken Elektroindustrie Chemie und
Maschinenbau daneben behiel auch
altindustrien wie Kohle Eisen und Stahl
im Reich ihre Bedeutung allein das
Ruhrgebiet steigerte seine
Kohleförderung in der Zeit zwischen 1895
und 1913 von 40 auf über 100 Millionen
Tonnen die Bevölkerung des Reichs wuchs
parallel in dieser Zeit auf 67 Millionen
gleichzeitig stieg die Lebenserwartung
an diesen dynamischen
Bevölkerungszuwachs konnte die deutsche
Wirtschaft trotz ihre Wachstumsraten
nicht absorbieren in den Jahren nach der
Reichsgründung verließen fast 3
Millionen Deutsche ihre Heimat vor allem
in die USA nach dem Beginn der
Hochkonjunktur 1893 hebbte die
Auswanderung ab dafür setzte eine
bindwanderung ein von den agrargebieten
im Osten in die industriellen Zentren
des Westens der Aufstieg Deutschlands zu
führenden Industriemacht in Europa
münnder dem Wunsch die eigene Größe und
Bedeutung in Politik zu übersetzen bei
der Verteilung der Welt sah man sich
angesichts der eigenen Stärke als zu
kurz gekommen an was nach Korrektur
verlangte am 6 dezember 1897 hält der
neue Staatssekretär des Auswärtigen
Amtes Bernhard von bülo im Reichstag
eine viel beachtete Antrittsrede sie
kann als der eigentliche Beginn
deutscheer Weltpolitik betrachtet werden
die den kontinentalen Rahmen Europas
sprengte der entscheidende Abschnitt der
Rede
lautet die Zeiten wo der deutsche dem
einen seiner Nachbarn die Erde überließ
dem anderen das Meer und sich selbst den
Himmel reservierte wo die reine Doktrin
troht diese Zeiten sind vorüber mit
einem Worte wir wollen niemanden in den
Schatten stellen aber wir verlangen auch
unseren Platz an der Sonne dieser Platz
war aber bereits besetzt die Aufteilung
der Welt mehr oder weniger durch die
großen Kolonialmächte England und
Frankreich
abgeschlossen die Vorstellung bei der
Verteilung der Welt zu spät gekommen zu
sein Versäumtes nachzuholen führt den
Folge zu einer hastigen von Unruhe
geprägten Außenpolitik die sich ohne
irgendwelche Grenzen zu setzen auf alles
Mögliche zugleich richtete aber es gab
im Prinzip kaum mehr etwas zu verteilen
der Wille zur Weltgeltung fand kein
Objekt mehr vor auf dass er sich ohne
mit den etablierten Mächten in Konflikt
zu geraten richten konnte der Historiker
Joachim Radkau verweist in diesem
Kontext darauf dass gerade die fehlende
Linie der deutschen Außenpolitik von
1914 den ruck einer vollkommen
unberechenbaren macht hinterlies Zitat
nicht das Vorhandensein einer deutschen
imperialen Planung von 1914 sondern die
unkoordinierte zieldffusion war der
Grund weshalb sich das Deutsche Reich
mit allen anderen großen Mächten
verfeindete Zitat Ende die sogenannte
Weltpolitik wurde wesentlich vom
Bildungsbürgertum getragen dass sie in
der eigenen Größen Stärke berauschte
aber auch innenpolitische erwegungen
spielten für den Entschluss zur
Weltpolitik eine wichtige Rolle wilhel i
i setzte sich an die Spitze einer
Bewegung der eine imperialistische
Politik mit einem romantischen
Sendungsbewusstsein Verband und hoffte
große Teile der Bevölkerung hinter der
Losung einer nationalen Aufgabe zu
versammeln im Zentrum der
Weltmachtpolitik stand der Bau einer
deutschen Schlachtflotte nur eine starke
seememacht so die Überzeugung die sich
insbesondere auf das 189 veröffentlichte
Buch von Alfred teerahn die influence of
seaow upon history bezog konnte eine
Weltmacht sein Großadmiral Alfred von
Tirpitz sah in der Flotte das Symbol
deutscher Weltpolitik und mobilisierte
erfolgreich die öffentliche Meinung
1897 wurde der Flottenverein gegründet
der 1913 über eine Million Mitglieder
besaß im Unterschied zu den deutschen
Forderungen nach Kolonien in den 1880er
Jahren standen bei der deutschen
Weltpolitik weniger ökonomische Aspekt
im Vordergrund als Fragen des nationalen
Prestiges und der
Selbstbehauptung Deutschland in
Konkurrenz zu den etablierten
Großmächten müsste als Nachzügler und zu
kurz gekommener den ihm zustehenden
Anteil einfordern wenn nötig auch mit
militärischen Mitteln das enge Korsett
in dem deutschlandsptenz eingesperrt war
sollte durch eine expansive Politik
gesprengt werden die aber keine klaren
Ziele definierte sondern buchstäblich
ohne Grenzen blieb
Ende des 19 Jahrhunderts finden wir in
Deutschland seine Unmenge von Welt
kompositor Weltmacht Weltpolitik
weltwille Welthandel Weltseele
Weltspiegel
Weltgeschichte ein radikaler
Nationalismus der eine Grenzenlosigkeit
deutscher Aufgaben in der Welt behauptet
kann als Überkompensation eines Mangels
als Zeichen von Schwäche gedeutet werden
es fehlte Deutschland trotz aller
Versuche an gemanentum und Mittelalter
anzuknüpfen an einer glorreichen
Vergangenheit auf die sich andere
europäische Nationen berufen konnten
der bereits zitierte Helmut Plessner
kommt hier zur interessanten These dass
der Aufstieg Deutschlands gerade dieser
traditionslosigkeit zu verdanken sei
denn diese ermöglichte es Deutschland
nach der Reichsgründung
1871 sich den beiden Entwicklungen
hemmungslos zu verschreiben die das 19
Jahrhundert bestimmten Wissenschaft und
Ökonomie das 19 Jahrhundert ist ohne
Zweifel das deutsche jahrhundert wie der
Aufstieg des Reiches zur führenden
Industriemacht Europas innerhalb kurzer
Zeit eindrülich zeigt diese Potenz und
Stärke fand aber keine Entsprechung in
einer Welt die man als Beute sah bei
deren Verteilung man zu kurz gekommen
war hatte Bismark die Nation nach der
Reichsgründung noch als saturiert
definiert Mäßigung und
Selbstbeschränkung gefordert so kam mit
der Krönung des 29-Jährigen wilhel des i
ein neuer Ton in die Politik die sich
mehr und mehr radikalisierte und eine
Parallele zu heute sich immer weniger an
der Realität orientierte der
Kulturwissenschaftler Wolfgang
schiefelbusch betont diese
realitätsverdrängung der wilhelminischen
Politik die auch als symbolische
Inflation verstanden werden kann die
unter Wilhelm den i der ins theatralisch
opernhaft auswuchende Inszenierung von
reicher Nation wirkte schließlich auf
ihre Urheber zurück und führte in die
Katastrophe des Ersten
Weltkrieges in unserer Reihe audim Max
das kontrafunkkolleg hörten sie den von
vier Teilen der Serie über die deutsche
Grenzenlosigkeit von parvis amogli und
Alexander meschnick