Ausstellung Revierfolklore: Schellenbaum

LWL-Museen für Industriekultur
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04.11.2024
Im Schiffshebewerk Henrichenburg läuft bis 8.8.2021 die Sonderausstellung "Revierfolklore. Zwischen Heimatstolz und Kommerz". Gästeführer Sören Surkamp nimmt Sie mit auf einen fünfteiligen Rundgang. Thema heute: der Schellenbaum.
Hallo, mein Name ist Jürgen Suhrkamp. Ich bin Gästeführer im LWL Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg.
Und hier hinter mir haben wir gerade unsere neue Sonderausstellung, Revierfolklore, aufgebaut.
In der Ausstellung geht es darum, welche Symbole und Bräuche typisch für das Ruhrgebiet sind.
Und ganz, ganz wichtig im Ruhrgebiet ist natürlich der Bergbau.
Doch wie geht es mit dem Bergbau weiter, nachdem dieser nun seit 2018 Geschichte ist?
Ich werde euch einige spannende Objekte unserer Ausstellung zeigen.
Musik gilt als fester Bestandteil der bergmännischen Tradition.
Denn damals hatte fast jede Zeche einen eigenen Chor oder ein eigenes Orchester.
Und der Schellenbaum steht hier stellvertretend für diese musikalische Tradition in den Zechen.
Auch heutzutage gibt es noch Bergmannschöre.
Da sind allerdings kaum noch Bergleute aktiv, sondern höchstens Verwandte oder Bekannte von ehemaligen Bergmännern.
Und hier könnte man also davon sprechen, dass man sich gerade auf dem Weg von der Tradition hin zur Folklore befindet.
Tradition, das sind historisch gewachsene Bräuche und Sitten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Im Gegensatz dazu steht die Folklore.
Folklore, das ist der Versuch der Wiederbelebung von solchen Traditionen, von solchen Bräuchen und Sitten.
Und das geschieht häufig nach einer industriellen oder gesellschaftlichen Veränderung.
In unserem Fall war es der Rückgang der Schwerindustrie im Ruhrgebiet.
Und das bekannteste Lied von diesen Bergmannschören ist natürlich das Schlagerlied, was auch heutzutage noch häufig im Ruhrgebiet gesungen wird.
Und auch andere Bergmannslieder werden in der Musik in andere Stile übertragen und übernommen, zum Beispiel in den Schlager.
