Die Ziegelei Lage

LWL-Museen für Industriekultur
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1 Videoaufrufe·28.10.2024
Vom Lehm zum Ziegel - Industriekultur erleben in der Ziegelei Lage
Die leuchtend roten Dächer der Ziegelei Lage inmitten von Wiesen und Feldern erkennt man schon von weitem. Über 70 Jahre lang stieg Rauch aus dem hohen Schornstein auf. Millionen Backsteine wurden in dem einstigen Familienbetrieb in Lippe produziert. Die historischen Anlagen sind komplett erhalten. Tauchen Sie ein in eine Welt harter Arbeit, besuchen Sie den Unternehmer Gustav Beermann in seiner Villa, lernen Sie eine Arbeiterfamilie in ihrem Kotten kennen, schlendern Sie durch den Gemüsegarten, treten Sie Lehm mit Füßen für Ihren eigenen, handgemachten Ziegel. Die Produktionstage der Maschinenziegelei und der Brand sind Highlights im Jahreskalender.
In unserem Ziegeleinmuseum halten wir für Sie ein wichtiges Stück Industriegeschichte lebendig.
Denn die massenweise Produktion von Backsteinen war Voraussetzung für das rasante Wachstum der Städte und Fabriken während der Industrialisierung.
Know-how und Arbeitskräfte aus Lippe spielten dabei eine besondere Rolle.
Den Kern unseres Museums bilden die historischen Fabrikgebäude.
An mehreren Tagen im Jahr erwacht die ehemalige Ziegelei Beermann wieder zum Leben.
Das Herz schlägt im Maschinenraum. Von hier aus wird die Kraft des Motors über Transmissionsriemen an die Maschinen weitergeleitet.
Der Lehm, Grundstoff der Ziegel, gelangt über das sogenannte Leseband zum Kollergang.
Die tonnenschweren Räder des Kollergangs drehen geräuschvoll ihre Runden und drücken dabei den Lehm durch das Ross.
Vom endlosen Strang aus der Ziegelpresse werden im Sekundentakt die Ziegelrohlinge abgeschnitten, Stück für Stück bis zu 10.000 am Tag.
Die Rohlinge werden zunächst getrocknet, bevor sie später im Ringofen gebrannt werden.
Die Handstrichziegelei ist eine der beliebtesten Stationen auf unserem Kinderrundweg mit Ziegel Toni und Ziegelmeister Lehmann.
Die beiden Comicfiguren führen auf Bild und Texttafeln durch das Museum und laden zum Mitmachen und Ausprobieren ein.
Kalt, lebrig und schwer – so fühlt sich das Material an, aus dem seit Jahrhunderten Häuser gebaut werden.
Kinder können daraus bei uns mit ihren Händen ihren eigenen Backstein formen und ihn einige Wochen später als gebrannten Ziegel wieder abholen.
Der Ringofen – Arbeitsplatz von Einsetzern, Zuschiebern und Auskarren.
Jedes Jahr im Mai lebt diese Stückgeschichte bei uns wieder auf, wenn wir den Ringofen für den Ziegelbrand anheizen.
Im Gegensatz zu früher wird der Ringofen nur noch teilweise genutzt.
Besucher können sich selbst ein Bild von den Arbeitsbedingungen und dem Aufbau des Hoffmannschen Ringofens machen.
Spaziergänge im Originalringofen machen die Dimensionen besonders anschaulich.
Kleine Gucklupen geben den Blick auf die Brennkammer frei.
Der Ringofen wird von unten und oben befeuert.
Durch Schüttlöcher in der Ofendecke wird in regelmäßigen Abständen Kohle eingeführt.
Bis zu 17.000 Ziegel wurden hier früher täglich gebrannt.
Bei den Fahrten mit der Feldbahn, die die Lohren mit dem Lehm zog,
können Besucher des LWL-Industriemuseums die Größe des alten Abbaugebiets erfahren
und gleichzeitig den Blick über die lippische Landschaft genießen.
Danach bietet sich ein Besuch zum Beispiel im Haus Riesenberg an.
Hier ist das Leben einer lippischen Zieglerfamilie mit Originalexponaten ausgestellt.
Vom Leben, das fast alle Lipperziegler führen mussten,
berichten die Exponate der Ausstellung in der Fremde – Männer in der Ziegelei.
Das LWL-Industriemuseum Lage zeigt Besuchern den Weg vom Lehm zum Ziegel und noch vieles mehr.
Überzeugen Sie sich selbst!
