Ludger K. im Gespräch mit Hubert Rühl Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung war mal im Großraum Frankfurt ansässig, bis sie (als Ausgleich dafür, dass etliche andere Behörden zuvor nach Berlin abgewandert waren) vor knapp zwanzig Jahren umziehen musste nach Bonn. Es war die erste große Zeit der Angstkampagnen: Sars, Vogelgrippe, Schweinegrippe. Hubert Rühl war damals für die Behörde ganz unscheinbar als Hausmeister tätig, doch er hatte auch scharfe Sinne für interne Ungereimtheiten. „Den ganzen Kram hab ich überhaupt nicht mehr ernst genommen“, verrät er im Gespräch mit Ludger Kusenberg alias Ludger K., und er meint damit alles, was seinerzeit an Panikwellen über die Menschen schwappte. Hubert Rühl sammelte fortan aus reinem Privatinteresse Zahlen und Fakten, notierte und bewahrte sie, ging im Januar 2020 in Rente - zwei Monate später holte er all seine Zahlen wieder raus. Irgendwann stand die Polizei vor seiner Tür… Ein spannender Austausch über Querdenken, die amerikanische Botschaft, Freitagsrunden und besprühte Bürgersteige.
Liebe Hörer, diese Sendung können Sie vollständig auf kontrafunk.radio hören.
Hier gibt es aus lizenzrechtlichen Gründen eine, jedoch nur um die Musikanteile, gekürzte Version.
Kennen Sie den Niederrhein? Krefeld, runter bis nach Karst und so weiter.
Das ist der Bereich Deutschlands, wo die Menschen CH und SCH miteinander vertauschen.
Da hört man oft, dass es Leute gibt, die in einem Fischrestaurant in Mönchengladbach einen Tisch bestellen.
Nach dem Motto, früher habe ich gerne Fleisch gegessen, heute nicht mehr.
Ist das so?
Hier ist Ludgers Welt im Kontrafunk. Mein Name ist Ludger, herzlich willkommen.
Also, ich will es nicht angeben oder so, aber hier im Ruhrgebiet verwechselt man CH und SCH nicht, aber dafür alles andere.
Dativ, Akkusativ, Genitiv, Imperativ, Applativ, da ist man im Ruhrgebiet kreativ.
Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin von hier, ich lebe im Revier.
Was man sich immer wieder bewusst machen muss, das weltweit erfolgreichste, weil langlebigste Musical, das gibt es im Ruhrgebiet zu sehen, nämlich in Bochum.
Die Geschichte der kleinen Lok, seit 40 Jahren ein absoluter Dauerbrenner.
Viele zerbrechen sich den Kopf, warum diese Show ausgerechnet hier so erfolgreich ist.
Ich kann es Ihnen sagen, die Sehnsucht der Menschen im Ruhrgebiet nach einem pünktlich abfahrenden Zug ist so groß.
Liebe Hörer, das war ein Live-Mitschnitt meines Auftritts vor wenigen Tagen in Dortmund mit neuem Programm.
Verstehen Sie Deutsch? heißt das Ding und weil der Abend am 4.10. ausverkauft war, komme ich in den Genuss einer Zusatzveranstaltung an selbigem Orte.
Das Theater in Dortmund heißt Cabaret Kö, wie das Cabaret mit C, dann Bindestrich, dann Kö, wie der Bildert Kö, also Q-U-E-U-E, dann D-E.
Warum einfach, wenn es auch schwer geht? www.cabaret-kö.de.
Am 7. März 2025 spiele ich dort erneut und ich würde mich sehr freuen, Sie da mal persönlich kennenzulernen.
Relativ gern auch an anderer Stelle in Deutschland. Sie werden an Infos kommen, wenn Sie das möchten.
Hier und heute gibt es wieder eine neue Folge von Ludgas Welt, die Interviewshow mit Gästen,
welche oftmals allzu beliebte ausgetretene Pfade verlassen haben und zu abtrünnigen wurden.
Heute bin ich vor Ort in Bonn bei einem Mann, der zum Aussteiger wurde.
Ich glaube, so kann man das sagen. Er ist jemand, der anderen ein Refugium geboten hat in den letzten Jahren
und nicht nur daraus ziehe ich wirklich viel Gesprächsmaterial.
Es gibt auch eine Wanderungsbewegung vom Rhein-Main-Gebiet ins Rheinland, also einiges, worüber wir sprechen.
Danke, dass wir hier sein dürfen. Hallo, Hubert Röhl, Hubi, darf ich sagen.
Also das vertraute Hubi ist natürlich nicht in einer politischen Talkshow angemessen,
aber das ist das hier ja auch gar nicht, sondern es ist eine persönliche Gesprächsshow.
Und wir sind hier in Bonn, der Rheinland-Metropole, die für dich nicht immer Heimat war,
was man an deinem Zungenschlag auch erkennt.
Du bist aus dem Frankfurter Raum und wir können ruhig mal in die Untiefen deiner Vergangenheit gehen,
um mal zu gucken, wie wir dich hier jetzt so einnorden.
Also Frankfurter Raum heißt nördlich von Frankfurt, Speckgürtel, Taunus sogar.
Das war deine Heimat und da hast du dann irgendwann was nochmal gelernt. Erzähl uns das kurz.
Hallo, Ludger. Erstmal danke, dass ich hier zum Gespräch gebeten wurde.
Zum Rapport. Wir machen dich heute berühmt, Hubi. Also leg los. Was war los in Oberursel?
Ich komme aus Oberursel im Taunus und war zu der Zeit beschäftigt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Frankfurt
und bin mitsamt meiner Behörde 2005 hierher nach Bonn verschleppt worden, sage ich mal so.
Ich wollte eigentlich nie hierher. Ich habe mich in Oberursel im Taunus wohl gefühlt.
Meine Familie lebt da und ich wollte halt nicht hierher. Nun sitze ich hier.
Eigentlich wollte ich irgendwann wieder zurück, aber ich habe mich dann doch hier so festgefressen in dem Gebiet
und habe mir ein Häuschen gekauft und jetzt bin ich halt eben hier.
Wir sind mit der Behörde hierher gezogen in die ehemalige amerikanische Botschaft
und haben diese dann, ich sag mal, von unten nach oben besetzt, weil die Amerikaner sind nur nach und nach dort raus.
Wir sind also nicht in ein leeres Gebäude, sondern wir mussten das dann alles für uns umbauen und sehen, wie wir dann da unterkommen.
Insoweit habe ich da einen Job, ich nenne es immer, oder wenn ich gefragt werde nach meinem Beruf, habe ich mir gesagt Hausmeister.
War natürlich ein bisschen in Anführungszeichen zu sehen, da ich mit meiner Arbeitsgruppe dafür verantwortlich war, dass die anderen arbeiten können.
Sprich, wir waren dafür verantwortlich für Heizung, Fenster, Wasser, Licht und Möbel, dass die anderen eben ein anständiges Büro haben.
Ich bin Beamter oder war damals verbeamtet und habe das im Beamtenstatus gemacht.
Also ich weiß nicht, wie viele Hausmeister es im Beamtenstatus gibt. Ich glaube, es sind nicht so viele in Deutschland.
Hubi, in welcher Zeitspanne bewegen wir uns, wenn du sagst, diese Behörde ist umgezogen? Das war um die Jahrtausendwende?
2005 ist der Hauptteil hierher gekommen. Ein paar sind vorab schon umgezogen nach Bonn.
Die hatten eine vorläufige Unterkunft, so ein Containerbüro-Dorf. Also der Hauptteil ist 2005 hierher gekommen.
Es ist ungewöhnlich, dass solche Behörden dann nach Bonn kommen, kamen in einer Zeit, wo natürlich Behörden gingen oder schon gegangen waren.
War das eine bewusste Entscheidung, so Ausgleichshandlung?
Also viele Behörden, die sind nach Berlin gezogen und dann hatte man das Gefühl, Bonn wird hier aussterben.
Jetzt sind wir denen was schuldig.
Und dann wurden verschiedene andere Behörden wieder nach Bonn verlegt.
Dass damals auch die Telekom hierher verlegt wurde, das war uns nicht klar, weil dann hätten wir vielleicht auch in Frankfurt bleiben können.
Und na gut, jetzt sind wir eben hier und müssen halt sehen, wie wir klarkommen. Das heißt, ich muss damit nicht mehr klarkommen.
Du kommst später zu. Man hört und sieht es dir nicht an, aber du bist aus diesem klassischen Erwerbsleben inzwischen raus.
Du hast eben was angedeutet, worüber wir unbedingt plaudern müssen.
Das ist euer Einzug in die ehemalige amerikanische Botschaft, die verbunden ist mit einer, lass uns ruhig mit dem Vokabular arbeiten, mit einer Teileroberung.
Also ihr seid da reingegangen. Ich vermute folgendes, Hubi, ihr habt erstmal eine Etage unter gemietet und dann habt ihr euch da breit gemacht. Wie war das?
Genau, also wir sind in die flacheren Gebäude komplett eingezogen und dann gibt es ein siebenstöckiges Haus als das Hauptgebäude und das haben wir sozusagen von unten nach oben eingenommen.
Und die Amerikaner, die noch drin waren, weil da ist natürlich alles halb geheim gewesen, was sie da machen, da gab es immer eine Zwischenetage, wo keiner untergebracht war, damit wir eben keinen direkten Kontakt hatten.
Das war unser Treppenhaus benutzt und auch die Fahrstühle, aber die hatten ihren eigenen Pförtner immer dazwischen noch. Also keiner von uns konnte dort rein.
Also war schon hochinteressant und irgendwann wurde auch eine Etage ausgeräumt, wo die Sendungen oder gesendet haben, empfangen haben und da habe ich mich so in einen James-Bond-Film aus den 60er Jahren versetzt gefühlt.
Also die haben da ein Eigenleben geführt und ich finde das sinnbildhaft auch interessant, denn ihr wart ja unter einem Dach, aber trotzdem in zwei verschiedenen Welten und voneinander getrennt ähnlich wie in einem Bundesliga-Stadion,
Ich weiß nicht mehr genau, wann sie endgültig ausgezogen sind, ich glaube das war 2014, aber das weiß ich jetzt nicht mehr so.
Was da der Hintergrund war, ich weiß es nicht. Es war schon merkwürdig, also das ganze Verhältnis. Und der Ausbau selbst, also ich will jetzt nicht von Verschwendung der Steuergelder sprechen.
Gerne, gerne, das kommt hier immer sehr gut an. Erzähl uns davon.
Die haben das tatsächlich dann auf ihre Verhältnisse…
Durchgezogen bis zum Schluss, ja, ja. Und das ist jetzt nur ein kleiner Teil von den Widrigkeiten des Umbaus. Also da wurde Geld ausgegeben, also ist mir unverständlich, dass da die deutschen Behörden das nicht hingekriegt haben.
Es hieß dann immer, wenn wir das Gebäude abreißen, dürfte kein neues gebaut werden, weil das Wasserschutzgebiet ist. Nur da hätte man sich rein aus steuerlichen Gründen schon irgendwie einigen können, aber das ging irgendwie nicht.
Und so hat man eigentlich, ich glaube schon mehr, das Doppelte an Geld ausgegeben, um das ganze umzubauen und zu sanieren.
Es ist hier in dieser Stadt nicht ungewöhnlich. Die ganze Stadt ist voll mit derlei Geschichten auf der Ausgabenseite.
Also es geht hier zum Beispiel auch, wenn ich das mal aus meinem Erinnerungsschatz mal reinwerfen darf, zum Beispiel um die Hardhöhe, also das Militär, was ja auch umgezogen ist.
Und ich kann mich dran erinnern, dass hier die rechtsrheinische Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr irgendwann mal richtig aufgemöbelt wurde.
Die wurde auf den neuesten Stand gebracht, technische Geräte neu, eine neue Einfahrt wurde geschaffen, damit auch ein Panzer für Dreharbeiten in das Studio reingerollt werden konnte.
Und als das dann fertig war, sagte, ich überspitze es ein wenig, Frau von der Leyen, damals in ihrer Funktion als Verteidigungsministerin, das ist toll, dass ihr das hier so auf Vordermann gebracht habt.
Und jetzt ziehen wir um nach Berlin mit der Medienzentrale. Und jetzt ist es, glaube ich, ein Flüchtlingsheim. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Also da wurde Geld verschwendet, schockt keinen, das ist halt so. Und was mich noch interessiert, wenn wir über Umzug reden.
Wir sprachen darüber, dass natürlich viel von Bonn nach Berlin ging, jetzt kam die aus dem Taunus hierhin. Wie viele sind da mitgekommen, alle? Also haben Menschen so wie du ihren Lebensmittelpunkt wirklich verlagert?
Also es sind ungefähr 500 Leute umgezogen. Ich war damals, als die Behörde noch in Frankfurt war, der Umzugsberater. Ich war also mit Umzugskosten und Reisekosten beauftragt.
Und im Nachhinein betrachtet habe ich tatsächlich mit jedem von denen, die umgezogen sind, ein Gespräch geführt. Wobei mit manchen auch in kleinen Gruppen, weil ich wollte auch nicht mit jedem alles einzeln erzählen.
Ich habe dann gesagt, ich komme zu euch ins Referat und dann könnt ihr Fragen stellen. Aber die waren dann alle mehr oder weniger bei mir im Büro, weil da kommen noch Einzelfragen und da ist noch dies und jenes zu klären.
Und da sind wir auch schon wieder beim Geld. Also allein die Umzugskosten, was den Personen ausgezahlt wurde an Umzugshilfen und Trennungsgeld geht in die Millionenhöhe. Das glaubt man nicht, aber das summiert sich.
Fällt mir jetzt auf Anhieb nichts ein, das ergibt sich im Gespräch, in einem längeren Gespräch, dass mir dann dies und jenes eben noch einfällt. Ansonsten bleibt das halt unter uns.
Ja, dazu kann ich sagen, dass bei uns in der Behörde eine Abteilung war, die sich mit der Ernährungsnotfallvorsorge beschäftigt.
Was für ein Wort das ist. Da sichere ich mir direkt die Internetseite.
2009 war das?
Also konkret gefragt, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung war im Chor der Panikgesänge, kann man das so sagen? Oder haben sie eher die Bevölkerung beruhigt, gab es da auch schon Broschüren?
Also Vogelgrippe, Schweinegrippe, wer da nicht auch eine kleine Pointe aus dem Ärmel schüttelt, es war nichts von Panik zu spüren, das kann man glaube ich so sagen, es wurde Panik gemacht, aber es führte zu Panik.
Da waren mit Sicherheit ein paar dabei, die auch Angst hatten, das waren die, die dann wahrscheinlich freiwillig sofort zur nächsten Impfung gerannt wären, aber da gab es keine Panik in der Bevölkerung oder in der Behörde.
Und was hast du da an Zahlenmaterial gesichtet? Das war ja aus persönlichem Interesse heraus, du warst also nicht von Berufs wegen damit befasst, sondern du warst an der Quelle oder an der Erfassungsstelle sozusagen?
Man hat die Zahlen mitgekriegt, die wurden ja auch öffentlich mitgeteilt und mich hat es einfach interessiert, wie die Zahlen steigen und was eben verschwiegen, nicht verschwiegen wurde, sondern nur nebenbei erwähnt wurde.
Es kann auch zwei Monate gedauert haben, aber es war jedenfalls.
Also kein Jahr, sondern eine Saison.
Er hat es dann offiziell gemacht, hat seine Zahlen zur Verfügung gestellt, also ich musste jetzt nicht selber mitschreiben, sondern man konnte die Zahlen eben auch abrufen, offizielle Zahlen, wenn man sie dann richtig gelesen hat.
Ich hatte nur insoweit Kontakt, da ich hier zu Hause so eine Freizeitrunde gestartet hab, damals noch alle zwei Wochen und dadurch hab ich auch den Kontakt zu den Kollegen nicht verloren.
Die waren dann hier bei dieser Runde?
aus Angst vor mir, oder die wollten mit mir, aus dem Schwurbler nichts mehr zu tun haben, jedenfalls diese Runde ist dann so langsam auseinandergebröckelt.
Diese Runde, über die wir jetzt reden, das ist ein Gesprächskreis, der dann auch während deiner Arbeitszeit dort entstand, über Jahre hinweg ist der gewachsen.
Diese Runde hab ich erstmals 2017 angefangen.
2017, also weit vor dieser Phase, das wollte ich damit sagen.
Also diese Zahlen stiegen wirklich?
Ja, genau.
Nach meiner Besucherstatistik.
Okay, okay.
Und dann in der Runde haben wir dann die Zahl 20 weit hinter uns gelassen, wir waren dann in der Runde 30, 40, 50 Leute und dann eben alles neue Leute, interessante Menschen aus allen Gebieten, ob jetzt religiös, esoterisch, was auch immer.
Heilpraktiker, sehr viele, denen klar war, dass das mit dem Virus alles nicht so stimmt und ich mein, ich bin ein sehr toleranter Mensch, da hab ich noch mehr Toleranz gelernt.
War das nicht ein Segen für dich, dass du aus dem Berufsleben dann raus warst zu der Zeit? Also wäre das nicht furchtbar gewesen, wenn du noch jeden Tag da irgendwie hinfahren müsstest?
Um Gottes Willen.
Du kannst diese Begrifflichkeiten hier ungeniert benutzen, also hier bei uns ist das Wort Querdenker noch eine Hauptsache.
Ja, da stehe ich auch nach wie vor dazu. Viele wollen nicht mehr so genannt werden, aber.
Entscheidende Frage zu deiner Runde, die es dann hier gab ab Frühjahr 2020. Ab wann hast du die Vorhänge zugezogen oder gar nicht?
Als zum ersten Mal die Polizei vor der Tür stand.
Okay, erzähl.
In der Zeit, wir waren über 20 Leute hier im Haus, da haben sich ein paar versteckt, also da waren natürlich auch ein paar Angsthasen mit dabei, ist ja auch verständlich.
Und er als Jünglchen, der kam sich wirklich blöd vor und der fragte dann, ja was machen sie denn hier? Und das war meine Antwort, wir pflegen hier die sozialen Kontakte.
Also ich hab mich da nicht genötigt gefühlt irgendwelche Ausreden oder sonst was zu finden, sondern ich hab einfach ehrlich gesagt, was wir hier machen.
Das waren nicht nur die sechs Leute im Hof, sondern da war noch so eine halbe Hundertschaft um die Kreuzung verteilt, die haben die Kreuzung hier abgesperrt und das haben wir hier am Haus gar nicht mitgekriegt.
Ist glimpflich verlaufen, es kam auch nichts weiter, aber ab diesem Zeitpunkt, also und die Polizei wurde unter dem Vorwand der Ruhestörung geholt.
Ich habe hier direkte Nachbarn gegenüber.
Kommen wir mal zu denen. Ich glaube du hast ein ganz gutes Verhältnis hier in der Nachbarschaft.
Ja, kann ich so sagen. Ich komme mit allen gut zurecht oder die mit mir und was jetzt die Corona Zeit anbelangt, gibt's hier sehr unterschiedliche Ansichten zu dem Thema, aber mein, also ich werde hier toleriert, akzeptiert, da sagt keiner was.
Also entweder kommen die Nachbarn dann mit dazu in die Runde oder sie lassen mich einfach in Ruhe und meine politische Meinung habe ich von Anfang an schon an die Wand genagelt, an die Außenwand.
Gut sichtbar möchte ich sagen.
Anfangs hing hier die schwedische Fahne, weil ich mit den Schweden halt insoweit sympathisiert habe, weil die sich in der Krise einfach anders verhalten haben, kann man im Nachhinein das gut diskutieren.
Aber jeder weiß was du meinst und das hat sich symbolisiert durch die Flagge.
Und in meine Fenster, die nach außen sichtbar sind, ich sag mal meine Schaufenster, habe ich dann angefangen so Sprüche zu hängen, die ja gegen die Pandemie gerichtet waren oder auch gegen die Regierung oder wie auch immer.
Also ketzerische Sprüche sag ich mal oder eben auch aufrüttelnde Sprüche um den Nachbarn irgendwie oder den Vorbeigehenden irgendwie versuchen beizubringen, dass hier irgendwas nicht stimmt.
Also du hast diese Sprüche, klingt so, vielleicht sagen wir diese Sätze, diese Weisheiten.
Also Kalenderweisheiten oder eben auch was dann in den alternativen Medien so verbreitet wurde, denke ich, die Hakensprüche habe ich schon weggelassen.
Aber was so einigermaßen annehmbar ist, was man aushängen kann.
Also über KPD im Niveau, aber unterhalb der Justizialität.
Genau, ja.
Und du hast die nach außen gerichtet, also das ist nicht so, dass du da selber von innen drauf geguckt hast, sondern Menschen, die hier vorbeispaziert haben, konnten das sehen.
Und das finde ich also wirklich, Hubi, auch in höchstem Maße anerkennenswert, dass du überhaupt gar keine Deckung hochgezogen hast, sondern du hast das komplett dich selbst preisgegeben.
Nun schließt sich wahrscheinlich bei vielen Menschen, die das hier hören, die Frage an, ja, aber da gab es doch bestimmt irgendeine Attacke und die gab es. Also irgendwas ist hier mit dem Bürgersteig passiert, oder? Erzähl.
Die gab es, irgendwann hat in der Nacht die Antifa, also ich vermute Antifa, weil das waren so typische Sprüche, die dann hier, haben den Fußweg besprüht mit einer nicht so leicht wegwischbaren Farbe.
Und ja, fuck Nazis, oder Nazis raus, also die typischen Sprüche halt, was von der Antifa kommt. Ich habe mich darüber gar nicht so sehr aufgeregt, die Nachbarn haben sich darüber aufgeregt, dass der Fußweg verunstaltet wurde.
Und die Nachbarn haben sich darum gekümmert, dass das Ordnungsamt diese Sprüche weg macht, weil Fußweg ist ja öffentlicher Raum.
Und ich hätte, wenn ich gewusst hätte, wer es gewesen ist, hätte ich nach drei Wochen gesagt, hier Leute, ihr müsst wieder herkommen, man kann das kaum noch lesen, ihr müsst das wieder neu sprühen.
Also ich bin da, und wenn sie es ans Haus gesprüht hätten, würde es wahrscheinlich heute noch da stehen, da bin ich einfach schmerzbefreit.
Also machen wir an die Zeit ruhig mal einen Haken, es lohnt sich immer wieder ein paar Sachen durchzugehen, wie wir das jetzt gemacht haben, insbesondere aus deiner Erfahrungswelt, die dann nochmal eine ganz besondere ist.
Es gibt aber auch ein hier und jetzt, also wir sind jetzt am Ende des Jahres 2024 und es wird nicht verwundern, dass du jemand bist, der sich dann auch engagiert hat über seine eigene Freitagsrunde hinaus, die bestehen geblieben ist, richtig?
Also die gibt es jetzt immer noch?
Insoweit bin ich seitdem politisch aktiv, bei den Wahlen machen wir Infostände und…
Ihr sucht den Kontakt, so würde ich mal sagen. Ihr leistet Aufklärungsarbeit. Also ich habe den Eindruck, Hubi, dass die Basis dahingehend ein Thema ist, dass Menschen sich unter diesem Begriff vernetzen und austauschen.
Also ist die Basis wirklich noch parteipolitisch mit der Zielsetzung beseelt, zumindest die 1% zu reißen, um Wahlkampfkosten erstattet zu kriegen oder vielleicht irgendwo mal 5%, was nicht passieren wird. Also das ist zumindest das, was ich sehe.
Und nachdem das halt auf hoher Ebene nicht so geklappt hat, muss man jetzt zusehen, dass man vielleicht in den Kommunalbereichen einen Fuß in die Tür setzen kann, was ja in Deutschland wohl hier und da auch schon gelungen ist.
Dann hat er auch andere Kontakte und kann da Kontakte knüpfen. Ansonsten haben wir hier eigentlich nur die Möglichkeit auf kommunaler Ebene und Kommunalwahl ist ja auch nächstes Jahr hier irgendwie den Fuß in die Tür zu setzen.
Also ich weiß, wir gehen jetzt vielleicht einen Tick zu tief. Du musst jetzt gar nicht so dich auf meinen Pessimismus ablassen, aber vielleicht gibt es einen Ausgleichssatz von dir, der das noch ein bisschen verbindet.
Und da haben die Wähler wohl auch eher das Gefühl, dass das von Erfolg gekrönt ist, weil da die Stimme wirklich dazu gezählt wird.
Die haben ja auch mit irgendeinem Durcheinander angefangen. Erstmal hat sich das alles ganz gut angehört und dann wusste keiner so recht, wie es weitergeht und mittlerweile sind sie auch schon wieder irgendwie aufgelöst.
Und da glaube ich zumindest, Tobi, das Engagieren an sich und das Treffen in einer Freitagsrunde nicht falsch ist, sondern dass das zu etwas führt, selbst wenn es nicht zu parlamentarischer Aktionsmacht führt.
Das hat viel Spaß gemacht hier mit dir mal so ein bisschen, wo du auch langsam Bilanz ziehst in deinem Leben, aber immer noch mit der Energie eines Jungspundes hier vor mir sitzt.
Von Oberursel bis zum Rheinland.
Danke dir sehr.
Danke auch, Ludger.
Und wir sehen uns ja sowieso bald.
Ja, wir sehen uns.
Wir sehen uns, prima.
Ja, das war Ludger Sveld unverhofft jetzt doch wieder auf Sendung.
Sie haben es alle mitbekommen, dass unsere Sendung, wer spricht, in planerischen Konzepten noch befindlich ist und technische Problemchen im Moment auszumerzen willens ist.
Mein Gott, ist das eine, ich möchte fast sagen, verschwurbelte Formulierung hier, Hubi.
Es kann jederzeit sein, dass die Sendung, wer spricht, also auf Neudeutsch sagt man Call-In-Show, wieder auf Sendung geht.
Es kann aber auch sein, dass es eine weitere Folge von Ludger Sveld gibt.
So spannend ist Radio außerhalb des öffentlich-rechtlichen Kosmos.
Am besten, Sie bleiben dran.
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Auf Wiedersehen, auf Wiederhören, Ihr Ludger-KDE.
Tschüss.
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