Lehrerzimmer: Nachhilfeunterricht, vom Wert des Wissens, ideologiefreier Unterricht

Kontra Funk
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Die Nachhilfelehrerin Ute Lorenz macht im Gespräch mit Stefan Millius deutlich, dass Nachhilfeunterricht mehr als eine Feuerwehrübung ist und dass eine Nachhilfelehrerin einen speziellen Einblick in die Schulwelt gewinnt. Prof. Dr. Peter J. Brenner spricht in seinem Kommentar über den Wert des Wissens. Das Neueste aus der Welt der Schule wird im Nachrichtenblock präsentiert. Und abschließend bespricht Klaus Rüdiger mit dem Deutsch- und Philosophielehrer Thomas Koch, wie ein ideologiefreier Unterricht Schüler zum selbständigen Denken anleiten kann.
[Musik]
herzlich willkommen im Lehrerzimmer bei
kontrafunk in dieser Sendung geht es
jede Woche um schulische Themen um
Bildungspolitik um die Erfahrungen von
Menschen im Schulsystem und die große
Frage was machen wir da alles richtig
und was nicht am Mikrofon begrüßt sie
stefanius und das sind unsere Themen in
der nächsten Stunde
ut Lorens erteilt seit über 30 Jahren
als selbständige Nachhilfe für Kinder
ihre Aufgabe sieht sie nicht einfach
darin Zensuren kurzfristig nach oben zu
drücken sie möchte ihren schützingen die
Freude und Motivation zurückgeben die so
ihre Beobachtung im ordentlichen
Schulsystem auch gern mal verloren gehen
unnützes Wissen das kennen wir alle das
sind diese informationspartikel die sich
im Hirn festsetzen obwohl sie kein
Mensch braucht Allgemeinwissen hingegen
ist ganz etwas anderes aber was genau
und welche Rolle spielt es noch im
heutigen Schulunterricht dazu der
Kommentar von professor Peter J
Brenner die Schule als Ort der Moral und
der Haltung wo nicht einfach Wissen
vermittelt wird sondern auch gleich was
richtig und was falsch ist oder
vielleicht auch wen man wählen soll und
wen nicht diesem Phänomen begegnen wir
in den letzten Jahren immer öfter Klaus
Rüdiger spricht darüber mit dem
Gymnasiallehrer Thomas Koch der sich
einen Unterricht ohne Ideologie wünscht
außerdem liefern wir Ihnen eine
Übersicht zu aktuellen Nachrichten rund
um Schule und Bildung wir wünschen Ihnen
gute Information mit dem Lehrerzimmer
auf
[Applaus]
[Musik]
[Applaus]
[Musik]
konterfunk ab zur Nachhilfe mit dir
welcher Schüler möchte diese Worte schon
hören es klingt zunächst nach Problemen
nach vorhandenen Defiziten nach einer
anstrengenden extarunde
Ute Lorenz hat sich ganz der Nachhilfe
verschrieben nach dem Lehramtsstudium
hat sie sich in diesem Bereich
selbständig gemacht und kann
mittlerweile auf 28 Jahre Tätigkeit
zurückblicken im Gespräch mit dir möchte
ich nun herausfinden ob Nachhilfe
wirklich das ist was ich eingangs etwas
klischeehaft beschrieben habe oder eben
doch sehr viel mehr guten Tag frau
Lorenz ja guten Tag Herr Milius ich
freue mich über die Einladung Frau
lorinz zunächst was bieten sie denn
genau an im Bereich der Nachhilfe das
ist ja ein weites Feld und für wen tun
sie das also ich tue das für die Schüler
der ersten bis zur 13 klasse also sprich
alle Klassenstufen alle Schulformen
meine Schüler kommen zu mir von der
ersten bis zur 13 klasse also von der
Grundschule bis zum
abbitur und ich unterrichte vornehmlich
in den Fächern Deutsch Mathematik und
Englisch aber auch in Fächern wenn das
gewünscht ist und das sind also so meine
Klienten es kann natürlich auch
vorkommen dass Erwachsene zu mir kommen
die jetzt Quereinsteiger sind die zur
Universität gehen wollen und dann noch
mal irgendwie eine Auffrischung brauchen
und das biete ich auch zusätzlich
an das alles tun sie ja nicht zufällig
das war ein bewusster Entscheid sie
hätten nach dem Studium auch ganz
einfach Lehrin werden können Sie sagen
aber selbst heute sie wollten das nicht
weil sie dort ihre Vorstellungen eines
Schulalltags nicht hätten umsetzen
können was meinen Sie genau damit was
hätten sie denn nicht tun können als
Lehrkraft im Schulsystem also was mir
tatsächlich aufgefallen ist Willens auch
an mir selber als Schüler damals schon
dass da keine Individualität
gewährleistet ist also dass ich
praktisch alle über einen Kamm scheren
muss also um es mal so zu formulieren so
saloppp ich merke das natürlich auch
hier an meinen Schülern dazu kann ich
später vielleicht noch was sagen dass da
doch der Druck auch erheblich groß ist
den ich hätte auslösen müssen und das
wollte ich nicht
also sie können das sehr viel
persönlicher Arbeiten für mich klingt
Nachhilfe zunächst einmal auch ein
bisschen nach feuerwehrpielen oder nach
jemandem der in kurzer Zeit eben das
erledigen muss was im ordentlichen
Unterricht weshalb auch immer verpasst
wurde sehen Sie sich selbst auch in
dieser Rolle oder ist das zu kurz
gegriffen ich würde sagen der Begriff
Nachhilfe also zumindest was meine
Arbeit betrifft ist tatsächlich zu kurz
gefasst mir geht es da viel mehr um die
Ganzheit des Kindes oder auch des
größeren Kindes es geht nicht nur um das
reine Vermitteln von Wissen oder
Aufarbeitung fehenden Stoffes es geht
irgendwie vornehmlich darum die Kinder
zu motivieren den für sie oft nicht
kindgerechten Unterrichtsstoff überhaupt
anzunehmen es macht mir jetzt ein
bisschen Angst wenn sie sagen oft nicht
kindgerecht man stellt sich auch die
Frage die Schule müsste das ja erledigen
warum brauchen so viele Schüler diesen
Zusatzaufwand warum gelingt diese
Vermittlung nicht in der ordentlichen
Schul Zeit ist das also kein
individuelles Problem des einzelen
Kindes ist das ein systemisches Problem
also ich würde auf jeden Fall sagen dass
das ein systemisches Problem ist weil
schauen Sie sich die Schulbücher an also
was da für Aufgaben gestellt werden also
das interessiert wirklich niemanden ob
Frau Surb eine Waschmaschine kauft und
Herr schnedermann dann ein Preisnachlass
gibt also das ist nicht kindgerecht und
ich versuche natürlich in meiner Arbeit
auch diese sagen wir z.B Rechenbeispiele
oder so dass ich die kindgerecht
aufarbeite dass ich z.B einem Kind was
nicht so gut rechnen kann von dem ich
aber weiß weil ich es ja kenne weil ich
es gut kenne weil wir eine Beziehung
zueinander aufgebaut haben dass es
Fußball spielt dann kann ich sagen so
was brauchst du denn du brauchst ein
Trikot du brauchst Fußballschuhe du
brauchst dies das was würde denn alles
kosten und schon hat das Kind die
Möglichkeit das aus einer anderen
Perspektive zu betrachten das heißt also
Schule ist im Grunde genommen etwas was
ich von den Kindern so wahrnehme dass es
etwas ist was zur unangenehmen Pflicht
geworden ist ja also rechne mit Fußbal
Trikos das klingt wirklich kinkgerecht
als die Waschmaschine für mich stellt
sich auch noch die Frage werden denn die
meisten Schüler von oben verknurt zur
Nachhilfe oder gibt es solche die
wirklich auch selber den Wunsch haben
dass ihnen geholfen
wird das ist einerseits so und
andererseits so ich möchte mich da jetzt
nicht so selber loben aber wenn die
Kinder die machen hier eine Probestunde
und ich biete denen auch an dass sie
zwischendurch kommen können wenn die
irgendwelche Fragen haben oder so die
haben meine Handynummer die können mich
jederzeit anrufen oftmals nehmen die das
gar nicht in Anspruch aber sie wissen da
ist jemand für sie da der hört ihnen
auch mal zu ne dass die das wirklich
wahrnehmen und dass die dann auch frei
freiwillig klingt so aber dass sie von
sich aus tatsächlich kommen und sag ich
möchte das noch mal wissen und das noch
mal wissen und das finde ich natürlich
sehr schön und das ist auch ein guter
Lohn für meine Arbeit
ja zu ihrer Arbeitsweise sie arbeiten
jeweils mit zwei Schülern gleichzeitig
also nicht im einzunterricht aber auch
nicht in einer Gruppe wo liegen da die
Vorteile also ich hatte es mal mit
Einzelunterricht versucht aber dann
hatte ich relativ schnell das Gefühl
bekommen dass die Kinder doch sehr auf
mich fixiert sind der Vorteil von zwei
Schülern ist immer dass man sich
austauschen kann dass sag ach dir geht
es auch so weil die Probleme die in der
Schule entstehen kein Kind was zu mir
kommt ist dumm oder hätte diese fähig
nicht es ist einfach nicht kindgerecht
wird es nicht dargestellt ich will ihn
ein kurzes Beispiel sagen ich hatte
neulich ein Schüler der sagte ja ich
muss da in Geschichte was machen ich
krieg das nicht in meinen Kopf ich sage
ja worum geht es denn und dann sagt er
sechste Klasse wohl gemerkt ja es geht
um die wirtschaftliche Situation
Frankreichs im 17 Jahrhundert und hab
ich gedt WIS Du was ich meine das das
ich verstehe das dass das nicht in den
Kopf geht und ich verstehe auch wenn ein
Kind sagt ja ich ich verstehe einfach
diesen Wankelmotor nicht also die Frage
ist brauche ich denn das alles wäre es
nicht viel viel schöner wenn man die
Kinder nach ihren Fähigkeiten unterstütz
in der Schule und ich versuche mit
meiner Arbeit das alles so ein bisschen
zu kompensieren und auch die
Lebenswirklichkeit der Kinder mit in
meinen Unterricht in meinen persönlichen
Unterricht mit einzubringen ja die Frage
braucht es das oder braucht es nicht die
ist sehr grundsätzlich und
wahrscheinlich auch sehr berechtigt ich
denke aber wahrscheinlich vielen Eltern
z.B geht es darum mit der Nachhilfe
dafür zu sorgen dass in letzter Minute
ein Schüler auf ein halbwegs akzeptables
Niveau kommt vor der nächsten Prüfung
eine hübsche Note schreibt sie möchten
aber wenn ich es richtig verstehe ihr
grundsätzliche Fortschritt auch im
Lernverhalten erreichen richtig genau
das ist es also um auf die Eltern zu
sprechen zu kommen es es so einige die
erwarten natürlich wenn das Kind kommt
dann ist es nach zwei Wochen so fit dann
braucht es mich nicht mehr ich muss aber
tatsächlich erstmal gucken wo liegen
denn eigentlich die Probleme und ganz
ganz oft oder eigentlich am meisten ist
es so dass die Kinder richtig unter
Druck stehen wir dürfen nicht vergessen
was diese Kinder durchgemacht haben in
dieser unseglichen coronazeit da spricht
heute kein Mensch mehr drüber ich habe
hier Grundschulkinder also die jetzt in
der vierten Klasse sind die hat ganz
besonders getroffen bei diesen ganzen
Basiskompetenzen da verlieren die völlig
also es das Lesen ist schlecht das
Rechnen ist schlecht das Schreiben ist
schlecht also ich habe hier Kinder die
können in der sech Klasse keine Uhr
lesen und da ist das mit mal eben da
Nachhilfe kriegen nicht getan und es
gibt auch Eltern die das sehr zu
schätzen wissen die coronazeit das
Einschnitt das hört man immer wieder von
Pädagogen und sie machen das jetzt nicht
erst seit gestern sie machen das seit
bald drei Jahrzehnten wenn wir mal über
Corona hinauss schauen hat sich diese
Aufgabenstellung auch sonst verändert
wenn sie es Vergleich mit ihren Anfängen
hat der Bedarf zu und abgenommen oder
ist es heute ein anderer Bedarf bei den
Kindern also es hat auf jeden Fall
zugenommen das ist ganz klar also da
kommen ja ganz viele verschiedene Dinge
zusammen also die Klassen sind zum Teil
zu groß ne denn es es so dass sehr sehr
auffällig ist dass viele Lehrer fehlen
durch Krankheit fehlen ich selber hab
bekannten der ist Lehrer der sagt ich
kann das nicht mehr stimmen also es
kommen ja ganz viele ja auch
Migrantenkinder in die Klassen was
natürlich dazu führt irgendwie dass das
alles langsamer wird ne die habe ich
übrigens auch zu Haufe in meiner
Nachhilfe tatsächlich und schon
dahingehend hat sich das natürlich sehr
verändert im Gegensatz zu meinen
Anfangszeiten oder so wobei also der
Stoff war damals schon ja ich würde mal
salop sagen ziemlich langweilig aber
jetzt sind noch so Probleme dazu
gekommen so so wirklich psychischer Art
was ich ganz wichtig zu erwähnen finde
ist dass die Kinder durch die
zensurenvergabe sie fühlen sich
persönlich bewertet ich habe hier Kinder
sitzen die heulen sich die Augen aus
weil sagen ich habe ich habe schon
wieder ich habe schon wieder eine fünf
geschrieben die hier in der Nachhilfe
das Wissen und Können und in dem Moment
wo die dann wird so viel Druck aufgebaut
mit der Arbeit also wer schreibt der
bleibt ne die Zensur steht da und ich
würde mir so sehr wünschen dass da auch
mal was anderes drunter steht vielleicht
sowas wie das nächste Mal wird's besser
ich will Ihnen ein kurzes Beispiel
erzählen ich hatte einen Schüler der
konnte kein Mathe und ich vermute mal
dass das in den Anfängen seiner
Schullaufbahn lag dass der Lehrer
irgendwann mal gesagt hat du lernst das
nie oder du wirst das nie lernen so ein
Kind verinnerlicht das verinnerlicht das
wirklich so dass ja brauch ich mich ja
auch nicht drum kümmern jetzt kam der es
ich weiß gar nicht mehr also das war
eine weiterführende Schule auf jeden
Fall und ja dann haben wir da zusammen
gehübt und der hat übrigens das auch in
Anspruch genommen zu mir zu kommen ich
nehme da übrigens auch gar kein extra
Geld für weil das für mich ein echt ein
Anliegen ist den Kindern zu helfen der
kam dann zu mir und wir haben wirklich
jeden Tag hier Matthe gelernt dann hat
er eine drei geschafft und dann kommt
der mit der Arbeit zu mir und zeigt mir
die und ich schlage die Hände überm Kopf
zusammen weil der Lehrer da drunter
geschrieben hat Glück gehabt so und den
habe ich angerufen und das passiert mir
so oft dass ich denke so Mensch das sind
so Sachen das löst in den Kindern so
einen Druck aus und so eine so ein wie
soll ich sagen also das das
Selbstwertgefühl das wird so
niedergedrückt dass das ist schon
manchmal wirklich tragisch hier dann
liegt es aber nicht an dem was man heute
auch so gern und oft hört wir haben es
einfach mit dieser verwöhnten faulen
Generation Z zu tun die nichts von
Leistung hält die denkt na gut wenn es
nichts mit der Schule wird kann ich
immer noch influenzer werden also sie
verordnen das Problem jetzt nicht bei
dieser Generation sondern was man mit
dieser Generation anstellt richtig genau
also ich denke schon dass das vielleicht
auch die älteren betrifft was weiß ich
also ich meine im Grunde genommen die
Qualität dieses
Lernstoffes also die fragen mich immer
ja warum soll ich denn das machen dann
sage ich immer betachte es als
Gehirnjogging wenn mich ein Schüler
fragt oder sagen wir mal so die Fragen
den Lehrer warum sie denn jetzt diese
Kurvendiskussion lernen müssen was es
denn mit der parabelberechnung auf sich
hat ne mit Schnittpunkten und mit
scheitepunkt und was auch immer und dann
sagt er ernsthaft ja wenn du mal inen
Park gehst und siehst da irgendwie so
eine Fontäne dann kannst du das den
schitelpunkt berechnen ne also ich komme
immer wieder auf den Punkt das hat mit
der Lebenswirklichkeit der Schüler nicht
besonders viel zu tun gut dann gehen wir
heute mal Scheitelpunkte von Fontänen
ausrechnen im Park es ist schon eine
Ecke her das gebe ich zu aber ich habe
mir einst auch in Latein auf die Sprünge
helfen lassen von einem Nachhilfelehrer
wenn ich mich richtig erinnere dann hat
die andere Örtlichkeit das andere
Gesicht eine andere Art der Vermittlung
das hat für mich bereits einen großen
Unterschied gemacht ist das auch ein
Faktor kann das helfen absolut ich sagte
dir ja vorhin dass die Kinder mich immer
kontaktieren können und dass eben auch
einige das Annehmen manche machen das
nicht aber vermutlich aus dem Grund weil
sie es könnten und für mich bedeutet das
wirklich so ja ich sag dir ja schon dass
wir eine Beziehung zueinander aufbauen
ne es gibt Kinder die besuchen mich
heute noch ich sag den Kindern immer wir
sind nicht in der Schule du kannst dir
Fehler machen und das ist auch gut ne
aus Fehlern lernt man nämlich auch also
ich versuche da wirklich auch den Druck
rauszunehmen wie gesagt also es ist ein
Vertrauensverhältnis und ich glaube das
ist auch für das Lernen ganz wichtig
denn es geht ja nicht nur um die
Vermittlung von Wissen in der Schule
sondern es geht ja auch um was anderes
geht um Mündigkeit es geht um
Emanzipation will jetzt auch gar nicht
so weiter ausholen aber also ich
betrachte mich eher so als so ein
Vermittler zwischen Schule und den
Schülern wobei ich ganz ehrlich gesagt
eher auf der Seite der Schüler bin in
einer perfekten Welt müsste ja niemand
diese Vermittlerrolle übernehmen da wäre
ja die Vermittlung oder das Vertrauen
die Basis zwischen Schule und Kind
direkt frustriert sie das manchmal dass
sie da eingreifen müssen und diese
Scharnierfunktion Spiel
ich würde mal so sagen also wenn ich
dann merke dass man muss dann wirklich
manchmal ganz vorsichtig sein auch mit
dem was man sagt und ne wenn wenn da
jetzt so ein Kind kommt was wirklich
sehr sensibel ist und wenn ich dann
feststelle Mensch so langsam hat jetzt
doch nicht mehr so eine Angst vor den
Arbeiten ne also wenn ich versuche da
auch dieses schreckengespenst Zensur da
so ein bisschen zu relativieren und mich
frustriert es dann tatsächlich wenn ich
dann merke dass es in der Schule so
runtergewischt wird wie mit eben mit dem
Lehrer der unter die schreibt da Glück
gehabt also dass der keine Lust mehr auf
Matte hat das war ja klar das ist im
Grunde genommen das was mich wirklich
wirklich
frustriert machen Sie eigentlich so eine
Art nachhaltigge Erfolgskontrolle also
behalten Sie die weitere Entwicklung
ihrer Nachhilfeschüler auch nach der
gemeinsam Zeit so ein bisschen im Auge
gibt's da weiter Kontakt um zu wissen
okay gut das hat geklappt da ist was
draus geworden ja also durchaus und das
ist ja auch so ich wohne ja hier in so
einer Kleinstadt und man läuft sich
natürlich auch so über ein Weg oder also
sind schon Freundschaften entstanden
auch zu Eltern also wirklich dauerhafte
Freundschaften und also wir duzen uns
hier alle auch in meiner Nachhilfe also
die Kinder duzen mich weil ich finde
dass das so eine ganz wichtige Basis ist
also für Vertrauen auch und natürlich
wenn ich die also treffe auf
irgendwelchen Festivitäten oder so oder
manche da habe ich seit Ewigkeiten hier
die whatsappnummer und dann fragt man
halt mal wie geht's und läuft alles ja
doch ja ja und wenn Sie das seit bald 30
Jahren machen dann haben sie jetzt
gestandene Familienväter und
Familienmütter und Berufsleute
wahrscheinlich auch auf der Liste
inzwischen ja natürlich also die die
schicken ja auch ihre Kinder jetzt zu
mir das ist natürlich sehr sehr schön da
freue ich mich natürlich sehr drüber ich
habe vor unserem Gespräch mal
spielerisch online nach Nachhilfe für
verschiedene Fächer gesucht obwohl ich
Gott sei Dank keine Noten mehr schreiben
muss und ich wurde da förmlich erdrückt
vom Angebot es gibt eine Fülle von
Vermittlungsplattformen wo sie Studenten
anbieten Firmen das anbieten
einzelanbieter da habe ich ja die
sprichwörtliche Qual der Wahl worauf
sollte ich jetzt als Vater als Mutter
achten wenn ich Nachhilfe für mein Kind
Suche gibt es da so feste Kriterien aus
ihrer Sicht also vielleicht bin ich da
ein bisschen blauäugig aber man muss
schon aufpassen dass da nicht das
monetäre Interesse im Vordergrund steht
ich spreche z.B von diesen
nachhilfeunternehmen in den ich ja auch
tätig war während meines Studiums ganz
wichtig ist dass die Kinder nicht wieder
verschult werden da haben die genug von
am Tag also das ist irgendwie dass man
auch mal fragen kann kann ich denn auch
zwischendurch wenn ich jetzt meine Frage
habe kann ich da mal noch mal kommen
oder kann ich da noch mal fragen under
anrufen fühlt sich die Tochter der Sohn
fühlt er sich da wohl geht er da gerne
hin und ja natürlich auch ob sich dann
da Erfolge einstellen wie begegnet man
ihn eigentlich von Schulseite betrachtet
man sie als willkommene Ergänzung sind
sie fast eine lästige Konkurrenz der
jedem Tag den Spiel Spiegel vorhält hör
mal was du gemacht hast hat nicht
gereicht oder wie sind da die die
Reaktionen also auch das hat sich
tatsächlich geändert am Anfang war das
so dass man gar nicht wusste wie man
mich einordnen sollte also ich war jetzt
weder ein Elternteil noch war ich im
Kollegium direkt also was will die Frau
wenn die sagt ich soll die anrufen die
meisten haben sich gar nicht gemeldet
mittlerweile ist es so dass ich glaube
dass viele Lehrer froh sind dass sie
mich haben weil sie können das alles
auch einfach nicht mehr bewältigen ich
weiß nicht ob sie wissen es gibt ja hier
in Deutschland gibt's ja hier diese
Bildungskarte ne also die sind da völlig
überft die Damen und Herren die das da
bearbeiten ne weil das ist eine Fülle
und eine Flut von Anträgen und daraus
zeigt sich ja auch schon dass die
Nachfrage nach nacher so
unwahrscheinlich groß ist und dass es in
den Schulen auch nicht mehr zu schaffen
ist und ich kann mir gut vorstellen dass
die Lehrer auch froh sind wenn sie mit
mir dann telefonieren können sagen das
finde ich super wenn sie mir das
Abnehmen könnten also ich versuch so ein
bisschen das was in der Schule an
Individualität ja nicht passieren kann
und ich bin mir sicher das gibt ganz
ganz viele liebe und gute Lehrer und das
muss dir auch wahnsinnig frustrieren und
vielleicht sind die auch ein bisschen
froh dass es mich gibt dass wir auch
miteinander telefonieren und jemandem
einzelnen weiterhelfen zu können das ist
noch eine wichtige Beobachtung es geht
ja nicht darum zu sagen dass die Lehrer
unfähig sind oder bei den Schulen man
nicht versucht das Beste zu tun aber die
haben natürlich auch immer steigende
herausf
ja natürlich eine große Baustellen genau
auf jeden Fall ja sie haben dieses
Beispiel des Matth Lehrers mit seiner
sehr verunglückten Formulierung Glück
gehabt ins Feld geführt vielleicht hören
wir ein bisschen versöhnlich auf sie
haben ja wahrscheinlich auch unzähige
Erlebnisse oder Begegnung gehabt die Sie
nie vergessen werden im positiven Sinne
vielleicht gibt's da Beispiele ständig
jeden Tag also es ist für mich
unwahrscheinlich toll wenn ich abends
die Tür zumache wenn die Kinder da waren
denk das war ein super und ich bin
unendlich glücklich über das Vertrauen
was sie mir entgegenbringen über das
Vertrauen das mir die Eltern
entgegenbringen und ich arbeite jeden
Tag da dran das nicht zu enttäuschen das
hört sich nach einer befriedigenden
Tätigkeit an ja sehr im Gespräch mit
kontrafunk war Ute Lorenz sie erteilt
seit 28 Jahren mit Leib und Seele
Nachhilfe und begleitet und fördert
Schüler so auf individuelle Weise besten
Dank für die Ausführung frau Lorenz ich
danke ihnen vielen vielen Dank dass ich
bei ihnen sprechen
[Musik]
[Applaus]
[Musik]
durfte welches Wahrzeichen ist in Paris
zu sehen das ist eine Frage auf einer
Webseite die man findet wenn man nach
schulischem Allgemeinwissen sucht aber
vermutlich und hoffentlich geht das
Thema darüber ein bisschen hinaus welche
Bedeutung hat das Allgemeinwissen im
heutigen Unterricht noch und braucht es
davon mehr oder weniger ein Kommentar
von professor Peter J Brenner Germanist
Philosoph Erziehungswissenschaftler und
Hochschullehrer die etwas gebildeteren
unter denen die schon länger hier leben
bekommen immer wieder Gelegenheit sich
über die Wissensdefizite zu amüsieren
welche ihre gewählten Repräsentanten
unbefangen zu schaustellen als Königin
des ungewussten Wissens hat sich die
bundesaus Ministerin behauptet
Abiturjahrgang 2000 an der humboldschule
in Hannover sie glaubt an Länder die
hundertausende km von uns entfernt sind
sie ist überzeugt dass man jemand zur
Umkehr bewegen könne indem man ihm eine
360°wendung abverlangt sie meint im 19
Jahrhundert seien Kriege durch
Panzerschlachten entschieden worden sie
ist der festen Überzeugung dass man
Strom im Netz speichern könne wobei
unbekannte Kobolde behillich wären und
ihren außenministerkollegen versichert
sie in geschliffenem Schulenglisch sie
sehe ein Speckstreifen der Hoffnung am
Horizont der Kosmos ihres Unwissens
umfasst also den gesamten traditionellen
fächerkano der schulisen Bildung
Geschichte Geographie Mathematik Physik
Fremdsprachen und vom Fach aller Fächer
dem muttersprachlichen Unterricht muss
man gar nicht erst reden weder die
Wähler noch die lightmedien nehmen daran
Anstoß wie sollten sie auch sie wissen
es ja auch nicht besser
diese Politiker repräsentieren nun
einmal die Generation der sie angehören
dafür können sie nichts genauso haben
sie es gelernt oder eben nicht gelernt
denn Allgemeinbildung steht nicht mehr
auf den Lehrplänen deutscher
Schulen die Kritik an der schulisen
Vermittlung umfangreichen Materialen
Wissens ist wesentlich älteren Datums
als die Pisastudien mit ihrer
Kompetenzorientierung und völlig
unberechtigt ist sie auch nicht es git
immer mehr wissen als Unterrichtszeit
man muss also auswählen Wissen veraltet
und in einer modernen gar postmodernen
Gesellschaft veraltet es schneller als
in traditionalen Gesellschaften
erwägenswert ist auch der Einwand dass
in der modernen zumal der digitalen
Gesellschaft wissen so leicht verfügbar
sei dass es nicht jahrelanger mühsamer
Aneignungsprozesse und
Gedächtnisleistung bedürfe um es
griffbereit zu haben historisches
literarisches geographisches
naturwissenschaftliches atisches
Grundwissen das über Jahrhunderte hinweg
zum Lehrplan des Abendlandes gehörte ist
nicht einfach verschwunden das bloße
auswendig gelernte Faktenwissen das
träge Wissen wurde schon vor Jahrzehnten
einer Verächtlichmachung ausgesetzt und
zunächst durch eine Kultur der
kritischen Kritik und aktuell durch
bloße auf empathische Gefühle gegründete
Meinungsbildung ersetzt die ohne
faktisches Wissen
auskommt bildungswissen war zwei
Jahrhunderte lang in der bürgerlichen
Welt eine schrafe Waffe im Kampf um
gesellschaftliche
Positionierungen es liegt eine gewisse
Logik darin dass in einer egalitären
Gesellschaft auch das Wissen als
soziales Distinktionsmerkmal würde
verschwinden müssen wissen kann
Rangunterschiede begründen aber im
Unwissen sind alle gleich den ersten
Teil des Problems hat die mhrische
Erzählerin Marie von ebner echenbach
potiert in einem Aphorismus
zusammengefasst wer nichts weiß muss
alles glauben so ist es den Regierenden
und ihren Wählern kann man alles
erzählen weil ihnen mit dem Wissen auch
die Fähigkeit abhanden gekommen ist
Aussagen einzuordnen und Plausibilitäten
abzuschätzen wer in der Schule niederzu
angehalten wurde einen Blick auf die
Landkarte zu werfen kann wirklich
glauben man könne Russland in die Knie
zwingen wer nicht mit Zahlen umgehen
kann und seien es auch nur die
Grundrechenarten der Dreisatz D sich
leicht von den Corona Inzidenzen den
klimakatastrophenmodellierungen und den
energiewendeefantastereien hinters Licht
führen und wer physikalische und
chemische Grundlagen nie kennengelernt
hat glaubt vielleicht wirklich dass man
Naturgesetze durch einen
Parteitagsbeschluss ändern
könne das ist die eine die persönliche
Seite aber das Wissen hat noch eine
andere eine gesellschaftliche Dimension
jede Gesellschaft braucht einen Vorrat
gemeinsam geteilten Wissens indem sich
KLE Identitäten herausbilden
weiterentwickeln und
festigen die Scheu vor der schulischen
Vermittlung kulturellen Wissens ist eine
deutsche Spezialität und im Zuge der
migrationsdynamik ist diese scheunig
geringer geworden das Kinder mehr über
den Ramadan wissen als über das
Osterfest gehört heute zu den
schulpolitischen
Selbstverständlichkeiten
Grundschüler lernen etwas über das
Wasser so wie das der Lehrplan aber ob
sie je etwas über die Flüsse ihrer umgeb
über den LCH die ISA die Donau erfahren
über deren Geschichte die
wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung
bleibt dem Zufall und dem Belieben der
Lehrerin überlassen und die zieht es im
Zweifelsfall vor über Dürre Katastrophen
in Afrika im Zeichen des Klimawandels zu
unterrichten die europäischen
Nachbarstaaten haben ebenso wenig wie
die USA oder asiatische Staaten ein
Problem damit schulische kernkurrikula
auf der Basis nationaler Kulturtradition
zu eren in der Schule zu vermitteln und
in Prüfungen abzufragen hier weiß man
noch welche Bedeutung der Kernbestand
eines gemeinsamen Wissens für den
gesellschaftlichen Zusammenhalt hat in
den multikulturellen deutschen
Klassenzimmern ist mit den
pulverisierten westlichen Werten nicht
mehr viel ST zu machen aber wenn es
schon keine gemeinsame Wertewelt mehr
geben kann so sollten die Schulen ihren
Schülern doch wenigstens eine
verlässliche wissenswelt mit auf ihren
Lebensweg geben
sie hörten einen Kommentar des
Hochschullehrers Peter J Brenner zur
Vermittlung von Allgemeinwissen an
unseren
[Musik]
[Musik]
[Musik]
Schulen was hat sich in den letzten
Tagen rund um Schule und Bildungspolitik
getan da zu die Nachrichten
zusammengestellt von Christina
Rüdiger in Deutschland hält die Debatte
über das bayerische genderverbot an am
19 März dieses Jahres hatte der
bayerische Ministerrat beschlossen auch
an Bayerns Schulen und Hochschulen die
Verwendung der gendersprache zu
verbieten der Rat für deutsche
Rechtsschreibung hatte den Einsatz von
Sonderzeichen im Wortinneren zuletzt mit
Beschluss vom 15 dezember
2023 nicht ausdrücklich empfohlen und
darauf hingewiesen dass die
Verständlichkeit von Texten
beeinträchtigt werde kritisiert wurde
das genderverbot in Bayern unter anderem
von den Grünen von politischen
Hochschulgruppen Gewerkschaften
querenverbänden und auch der
bundesschülerkonferenz hingegen begrüßte
sowohl der deutsche Lehrerverband als
auch der Landesvorsitzende des
elternverbands Martin Löwe das
genderverbot da das Verbot auch für den
dienstlichen Schriftverkehr gilt dürfen
fortan Eltern kein Schreiben mehr
erhalten in dem von Schüler innen die
Rede ist bei Nichtbeachtung drohen
disziplinarrechtliche Konsequenzen
sollten sich Behördenmitglieder nicht an
die neue gesetzliche Vorgabe halten
könnten sich die Eltern beschweren wie
der bayerische Ministerpräsident
empfahl in Österreich hat der
schulauftritt einer grünen Politikerin
an einem Wiener Gymnasium zu heftiger
Kritik geführt wie durch eine
parlamentarische Anfrage der FPÖ bekannt
wurde war die grüne Spitzenkandidatin
für die Europa Wahlen Lena Schilling zu
einer Lesung ihres Buchs radikale Wende
in ein Wiener Gymnasium eingeladen
worden der Auftritt der Umweltaktivistin
war kurz nach Bekanntgabe von Schillings
Antritt zur Europawahl von der
Bildungsdirektion genehmigt worden für
FPÖ bildungssprecher Hermann Brückel
stellt die Genehmigung durch die
Bildungsdirektion ein ganz besonderes
Beispiel an grüner Indoktrinierung da es
sei noch nicht einmal der Versuch
unternommen worden so Brückel weiter
auch kan en anderer Parteien zu dieser
Veranstaltung einzuladen unterdessen hat
das Bildungsministerium in diversen
Rundschreiben neue Richtlinien für
Österreichs Schulen erlassen es legte
sowohl ein
indoktrinationsverbot als auch ein
kontroversitätsgeboot fest ob beim
Auftritt der Grünen Politikerin diese
Vorgaben verletzt wurden und
Konsequenzen gezogen werden prüft das
Ministerium
derzeit im Schweizer Kanton Zug soll der
prüfungsfreie über tritt ans Gymnasium
wieder rückgängig gemacht werden gemäß
dem Schweizer kulturföderalismus regelt
in der Schweiz jeder Kanton die
Eintrittsbedingungen für die gymnasiale
Ausbildung selbst in 17 der 26 Kantone
die vor allem im westlichen Teil des
Landes liegen erfolgt der Übertritt ans
Gymnasium grundsätzlich prüfungsfrei im
Kanton Zug haben Teile der Wirtschaft
und Politik die stetig wachsende Zahl
der gymnasialquote kritisiert während in
der Schweiz durchschnittlich 22% der
Schüler das Gymnasium besuchen sind es
im kantonzug ca
25%. zudem bemängelt der zuständige
Bildungsdirektor der SVP Politiker
Stefan schleiß unterschiedliche
gymnasialquoten in den Zuger Gemeinden
deshalb schlug er die Wiedereinführung
der Aufnahmeprüfung für das Gymnasium
vor gegen die Pläne des zuga
bildungsdirektors hat sich ein breit
abgestütztes Komitee gebildet das mit
einer Volksinitiative die geplante
übertrittsprü verhindern will damit wird
im kantonzug das Volk das letzte Wort
über die Wiedereinführung der
übertrittsprüfung
haben das waren die Nachrichten im
Lehrerzimmer die Redaktion hatte
Christina Rüdiger Sprecherin war Eva
[Musik]
horstmann
[Musik]
Thomas Koch ist gymnasialllehrer für
Deutsch und Philosophie in
Nordrhein-Westfalen er hat sich viele
Gedanken darüber gemacht was die
Vermittlung von bestimmten Ideologien im
Unterricht verloren hat und was das
nicht nur für die Schule sondern auch
für die Gesellschaft bedeutet mein
Kollege Klaus Rüdiger im Gespräch
darüber mit Thomas Koch Herr Koch ich
begrüße Sie ganz herzlich im
Lehrerzimmer des kontrafunks guten Tag
Herr Rüdiger hallo
viele junge Menschen die sich für einen
Beruf entscheiden müssen können sich
heutzutage überhaupt nicht vorstellen
den Lehrerberuf zu ergreifen was waren
denn ihre persönlichen Beweggründe
diesen herausfordernden Beruf zu wählen
dazu muss ich ein wenig ausholen also
dieser Wunsch hat sich eigentlich
innerhalb meiner eigenen Schulzeit eine
Oberstufe ein bisschen entwickelt und
zwar im deutschleistungskurs bei einem
wirklich hervorragenden Lehrer und
diesen Lehrer zeichnete ich aus dass er
die Texte die wir lasen vor allem im
literarischen Sinne richtig tiefgehend
und komplex mit uns zu analysieren
wusste und ja der Lehrer war sehr
kompetent hat auch relativ viel
Frontalunterricht gemacht aber das hat
mich gleichzeitig enorm inspiriert
wirklich auch mich intensiv mit den
literarischen Werken auseinanderzusetzen
und das eben auch forttragen zu wollen
walb ich dann dacht ich möchte auch so
werden ich möchte auch so Vorbild sein
was andere inspiriert sich ja wirklich
facettenreich und differenziert mit den
Dingen auseinanderzusetzen die ein
beschäftigen und da ist dieser Wunsch
eigentlich erstmal so entstanden der hat
sich natürlich weiter ausgeformt und
noch in andere Bereiche sich
fortentwickelt aber da ist sozusagen
dieses Feuer so ein bisschen entfacht
worden das ist sehr schön dass dieser
Wunsch über einen Lehrer entstanden ist
es gibt sie also scheint's noch die
Lehrer die begeistern können werfen wir
mal einen Blick auf die
Lehramtsausbildung aktuell verhält es
sich in Deutschland so dass gerade
einmal die Hälfte der Studenten die mit
der Ausbild starten am Ende tatsächlich
vor einer Klasse
stehen was sind die Gründe ihrer Meinung
nach für dieser Abwärtsspirale in der
Lehramtsausbildung ja das ist eine sehr
gute Frage ich kann sie glaube ich zum
Teil beantworten zum Teil nicht also
über die Gründe jetzt beispielsweise
eines Studienabbruchs kann ich mich
jetzt nicht so sehr äußern aber wenn ich
mir die Kollegen wer des Referendariats
oder auch den komunitoren während des
Studiums ansehe dann hatte ich zu nehmen
den Eindruck dass der Lehrerberuf
angestrebt wird aus einer gewissen
Unsicherheit heraus zunächst also das
viele meinen der Lehrerberuf gibt sehr
viel Sicherheit man wird verbeamtet man
verdient relativ gutes Geld ja und damit
verbunden eigentlich eine gewisse
Unwissenheit denn das sind ja falsche
Erwartungen an dem Beruf dass man da
relativ einfach sicher gutes Geld
verdient sondern man muss halt wirklich
viel mitbringen um diesen Beruf
kontinuierlich auch gut meistern zu
können und ja man muss eine große Liebe
zum Fach ausr en und vermitteln man muss
aber auch wirklich gut mit Menschen
umgehen können also auch im
erzieherischen Bereich tätig sein und
ich glaube das schreckt dann viele am
Ende ab wenn sie zunehmend in die
Praktika gehen oder auch ins
Referendariat dass sie merken okay die
Realität ist ganz anders als ich es mir
vorgestellt habe das kann ich nicht das
kann ich nicht leisten und ich denke das
führt dann dazu dass viele dann doch
diesen Beruf eben aufgeben zumal er ja
nicht einfacher wird aber da kommen wir
vielleicht noch drauf zu sprechen das
hört man ja immer wieder diese Zweifel
die dann in der Ausbildung auftauchen
was denken Sie was müsste man da ändern
man müsste doch am Anfang oder im Laufe
der Ausbildung eingreifen und Personen
wo man relativ schnell merkt dass sie
sich vielleicht doch nicht so für den
lehrerberufe een hier beraten zur Seite
ent stehen was meinen Sie was müsste man
ändern an der Ausbildung also meiner
Meinung nach müsste die Ausbildung
wirklich einen deutlich höheren Wert
darauf legen die Persönlichkeit des
Einzelnen in Bezug auf den Lehrerberufs
zu ja untersuchen sage ich jetzt mal so
leicht diagnostisch denn man muss
wirklich eine reife starke
Persönlichkeit mitbringen die auch
resilient ist gegen die ganzen Probleme
die ein dann permanent betreffen im
Lehrerberuf also das ist einfach man ist
eigentlich unter Dauerbeschuss in
verschiedenen Bereichen das ist glaube
ich ein wichtiger Punkt ein anderer
Punkt ist tatsächlich auch die
Ausbildung während des Referendariats
die meiner Meinung nach wirklich in eine
genau entgegengesetzte Richtung eben
geht denn es wird immer mehr mehr
gefordert dass der Lehrer Lernbegleiter
ist und die Schüler eigentlich dazu
befähigen soll alles selbstständig zu
erarbeiten das ist ja ein hereres Ziel
auf lange Sicht wahrscheinlich auch
teilweise möglich aber man muss doch
auch sehr anleitend zur Verfügung stehen
als Lehrer und auch ein guten Input
geben können und kompetent auftreten wie
ich das ganz am Anfang sagte von dem
Lehrer der mich auch inspiriert hat und
ich glaube man hat wirklich falsche
Vorstellung vom Lehrerberuf auf der
einen Seite auf der anderen Seite kommen
dann wirklich viele auch in dem Beruf
die vielleicht von ihrer önlichkeit gar
nicht dafür gemacht sind so das ist mein
Eindruck zumindest hatten Sie denn
vielleicht selber auch falsche
Vorstellung sie sind ja sicherlich mit
idealen in diesem Lehrerberuf
hineingegangen sie hatten bestimmte
pädagogische Konzepte wo Sie gedacht
haben oh die möchte ich gerne umsetzen
sie haben Vorstellungen gehabt
sicherlich von Bildung die sie
vermitteln wollten was war ihr größter
Praxisschock also mein größter
Praxisschock war tatsächlich die Zeit
also wenn man bedenkt dass man ja jetzt
auch gerade in Oberstufe permanent
Klausuren schreibt in der
untermittelstufe im Fach Deutsch
natürlich dann wird man doch unter
enormen Zeitdruck gesetzt auf Klausuren
oder Klassenarbeiten vorzubereiten und
das ist ja auch das was Andreas Gruschka
in seinem Buch verstehen wollen
dargelegt hat dass es dann so ein
bisschen learning to the test teilweise
wird also dass man nicht und da komme
ich zu meinem Ideal wirklich die Zeit
hat den Raum die Ruhe ja reflektiert und
diskursiv mit den Schülern sich an den
einzelnen beispielsweise Werken
abzuarbeiten das war so der erste
gewisse Schock der mich so ein bisschen
dazu gezwungen hat mich dann auch
anzupassen und doch auch ein bisschen
zielgerichteter zu unterrichten das
zweite ist das geht ein bisschen damit
einher die zunehmend strenger werdenden
Vorgaben auch im abiturbereich jetzt z.B
also durch das Zentralabitur dass man
auch Themen einfach vorgegeben bekommt
und auch Methoden wie man auf eine
Klausur vorbereiten soll die meine
Ansicht nach nicht sinnvoll sind wenn
ich dazu noch ein kleines Beispiel
machen darf wir müssen z.B inhaltlich im
Abitur Deutsch den Bereich Dialekte
soziolekte regiolekte und dergleichen
abdecken und werden dann auch mit der
Vorschrift konfrontiert dass dem
materialgestützten Schreiben
nachzunterrichten das heißt die Schüler
bekommen dann unterschiedliche
Materialien in der Klausur aus denen sie
eigentlich nur die Information
rausschreiben und einen Text gießen
müssen und dann ist die Klausur
geschafft und das ist einfach ein sehr
sehr geringes Niveau was da auch
gefordert wird das ist fast eine
geschenkte Note und hat eigentlich
nichts mehr mit einer intensiven
Auseinandersetzung mit den Themen zu tun
zumal das Vorwissen aus dem Unterricht
da auch gar nicht mehr sinnvoll wird gar
nicht abgeprüft das spielt überhaupt
keine Rolle und das sind halt
Entwicklungen die mich dann schon
ziemlich stark stören muss ich ehrlich
sagen das hören wir ja auch immer wieder
aus Kreisen der Wirtschaft dass im
Bereich der Kernkompetenzen große
Defizite festzustellen sind vielleicht
sind ja die Maßnahmen die sie jetzt
gerade erwähnt haben mit diesen v
Schriften zur Vorbereitung von Klausuren
ein Mittel dem entgegenzuwirken das
müsste man diskutieren wie schätzen sie
denn aus ihrem Fachdeutsch diese
Kernkompetenzen ihrer Schüler
ein die nehmen schon ab ist zumindest
meiner Diagnose wenn ich jetzt den
Bereich des Lesens anspreche fällt halt
schon ziemlich stark auf dass die
Schüler wenig lesen bis hin ja zu gar
nicht lesen das hat mit Sicherheit auch
mit der zunehm Digitalisierung und dem
höheren Interesse an Bildern zu tun oder
auch an kurzen
Informationshäppchen und das ist
tatsächlich relativ schade weil sie
damit ja dann auch einhergehend
mangelndes Verständnis für Texte haben
also auch deutlich länger brauchen Texte
zu verstehen und auch ein geringeres
Sprachgefühl was sich dann wiederum auch
im Schreibprozess eben niederschlägt da
sind die Schüler schon ziemlich
überfordert also das muss man dann schon
als Lehrer intensiv mit den Schülern
üben und aufholen was natürlich nur zum
gewissen Teil geht weil was zu Hause
nicht gemacht wird kann der Lehrer dann
halt nur in gewissen Maße eben
ausgleichen wenn ich noch kurz auf das
fachphilosophie eingehen darf da ist es
dann eigentlich noch stärker in der
Hinsicht dass man ja wirklich viel Ruhe
und auch Zeit zur Reflexion über die
Texte des Philosophen benötigt und dazu
sind viele tatsächlich nicht mehr in der
Lage also sich mal mehr als 5 Minuten
auf einen Text oder einen Abschnitt oder
einen Begriff allein schon z. be der
Lyrik ja auch zu konzentrieren ist schon
eher ungewöhnlich aber die Schüler
lächtzten eigentlich schon danach also
das muss ich ganz klar sagen wenn man
das mit denen macht und permanent einübt
dann merken die auch wie wunderbar das
ist sich eben intensiv mit einzelnen
Texten zu befassen und dann auch mehr zu
verstehen denn sie verstehen ja nicht
nur ein Text als etwas externes sondern
sehen sich ja zunehmend auch selber
vielleicht in dem Text verstanden oder
auch in der Philosophie eines
Philosophen wenn man das D mit der
Lebenswelt der Schüler verknüpft sind
die auf einmal ganz wach und lesen dann
doch intensiver und sind dann schon auch
auf jeden Fall zu kriegen damit
zuumachen das geht schon ich könnte mir
auch vorstellen wenn dieser Wachheit
dann zum Tragen kommt im Unterricht dass
ihre Schüler natürlich gerade im Deutsch
und in der Philosophie sehr gern viel
diskutieren werden es ergeben sich
unweigerlich Kontroverse Gespräche über
aktuelle Themen über grundsätzliche
philosophische ethische und politische
Fragen was sind denn ganz meinen ihre
Beobachtungen wie junge Leute mit diesen
kontroversen Themen im Unterricht
umgehen das ist tatsächlich kursabhängig
also ich habe manchmal Kurse gehabt da
gab es dann schon wirklich heftige und
hitzige
Auseinandersetzungen da wurden dann
Themen tatsächlich auch sehr emotional
behandelt und geführt z.B das Thema des
politischen Islam und der
Auswirkungen auf gesellschaftliche
Verhältnisse hatten wir tatsächlich auch
schon mal zum Thema haben dazu auch
Interview mit RAM abd Samad gehört und
es waren auch ein paar gläubige Muslime
anwesend das war schon relativ hitzig
aber und das ist eben auch eine
Beobachtung von mir dennoch produktiv
also wenn man immer wieder zur Sache
zurückführt und den Sachbezug herstellt
und so ein beruhigenden vielleicht auch
leicht väterlichen Charakter nimmt dann
sind die Schüler in der Lage und
eigentlich auch willens sich da sachlich
mit auseinanderzusetzen die Argumente
kennenzulernen und auch abzuwäen und das
selbst in diesem Kurs von dem ich gerade
Sprache in dem doch relativ viele
gläubige Muslime anwesend waren die
waren dann doch auch nachher eigentlich
froh mal die andere Perspektive gehört
zu haben wenn gleich sie die jetzt nicht
unbedingt angenommen haben das gehört
natürlich auch dazu wenn ich noch ein
weiteres Beispiel anführen darf vor ein
paar Jahren während meines refendariats
war diese Fridays for future Bewegung
auch sehr groß und das haben wir dann
angebunden an die philosophische
Position von Hans Jonas und haben
erstmal darüber gesprochen was eben auch
zu beachten ist hinsichtlich unser
Zukunft wir die gestalten wollen und
dann war die Meinung relativ einhellig
wir müssen unseren CO2 Abdruck
reduzieren dergleichen aber als wir dann
tiefer eingestiegen sind und darüber
gesprochen haben wie denn wirklich
einzelne Maßnahmen zu welchen Folgen
eben führen WD dann doch relativ schnell
sichtbar dass großes Wissensdefizit
eigentlich da vorhanden ist und dieses
Wissensdefizit kann man halt ausgleichen
durch ja wissen und dann haben wir
tatsächlich unterschiedliche Quellen
bemüht unterschiedliche wissen ftler aus
verschiedenen Positionen uns angeschaut
und haben dann gemerkt dass wir eben in
der Lage sind die Welt besser zu
verstehen wenn wir uns informieren und
die Schüler haben mir danachher auch
rückgemeldet dass sie froh darüber sind
in der Hinsicht dass jetzt angeregt
wurden sich selbstständig eben auch zu
informieren und das ist würde ich sagen
auch eins meiner leidziele wir sprachen
eben von Idealen die Schür zu befähgen
sich selbstständig zu informieren und
eben eine vernünftige politische
itskraft auch im philosophischen Sinne
auszuprägen sie zeigen den Schülern wie
wo und in welcher Form sie sich Wissen
aneignen können wo sie sich die
Informationen holen sie haben eben
gesagt sie lenken relativ stark so dass
eine Gesprächskultur in ihrem Unterricht
entstehen kann damit bewegen sie sich
aber ja selber auch auf einem etwas
heiklen Terrain nämlich inwiefern
könnten Sie jetzt die Position ihrer
Schüler mit beeinflussen oder eben nicht
was ist dort ihr Credo was ist ihr
Berufsverständnis in Bezug auf diesen
Punkt ich würde sagen Tiefe und
Differenziertheit also es ist nicht so
dass ich jetzt irgendwie eine Position
mit den Schülern bespreche von einer
Seite und sage das ist es das ist genau
das richtige im Gegenteil wenn ich jetzt
z.B die Wissenschaftsphilosophie von
Karl Reim und Popper betrachte und mit
den Schülern Behandlern wird ja sehr
schnell sichtbar dass es nicht die
Wahrheit gibt sondern dass das immer nur
eine Annäherung an die Wahrheit ist und
dass man unterschiedliche Theorien
miteinander in Bezug setzen muss um eine
zu falsifizieren od die andere zu
verifizieren und zunehmend eben bessere
ausgeprägtere Ideen zu entwickeln und
das machen wir aber auf differenzierte
Art und Weise ich nehme jetzt nicht eine
Position und sage das ist eine gute
Position und die hier die ist ja Chis im
Gegenteil also der Sachbezug ist im
Zentrum ich biete Material an das bietet
sich auch über die Bücher sehr gut an
das S auch in der Regel sehr
differenzierte Bücher gerade im Bereich
der Philosophie und die Schüler dürfen
sich dann dazu positionieren und das
wird auch nicht beurteilt oder bewertet
wer jetzt welche Position einnimmt es
geht darum wer hat die besseren
Argumente und wer ist überzeugender und
nicht nur im rhetorischen Sinne sondern
vor allem eben im sachbezogenen Sinne
das kann man im Bereich der Philosophie
sehr gut eigentlich machen sie nehmen
also keine Wertung vor sie sagen nicht
das ist eine komische Position oder sie
beurteilen sie auch nicht aber gibt es
nicht Grenzen von Meinungen
ehrverletzenden Meinungen
undemokratischen Meinungen die man
eigentlich nicht stehen lassen sollte
doch da gebe ich ih kmen recht das ist
auch Thema im Bereich Relativismus und
Universalismus beispielsweise im 11
Schuljahr im Bereich Philosophie also
dass es eben Grundwerte gibt die wir
vertreten die wir auch niedergeschrieben
haben und Grundrechte des Menschen die
nicht verletzt werden dürfen das
vergleichen wir dann auch mit
unterschiedlichen Kulturen und schauen
welche für uns sinnig ist und
überzeugender und auch von uns
tendenziell er vertreten wird
nichtsdestotrotz muss man diese Bereiche
auch ansprechen dürfen also also dass
Frauen im politischen Islam z.B in
Afghanistan jetzt weniger Rechte haben
das darf zum Thema gemacht werden und
wenn dann jemand sagt das ist aber
richtig so und Frauen haben eben weniger
Rechte als Männer dann wird da schon ein
starker Bezug natürlich auch zu unserem
Grundgesetz hergestellt und eine gewisse
Grenze auch gezogen also jede Toleranz
hat auch seine Grenzen das ist ja
vollkommen klar wie schätzen sie denn
nun die geistige Verfassung ihrer
Schüler ein wir haben ja gerade in den
letzten Wochen immer wieder erlebt dass
auch tatsächlich aus Kultusministerien
aus Schulleitungen heraus Aufforderung
an die Lehrer ergangen sind die
demokratische Haltung klar zu
positionieren dass es Grenzen der
Neutralität gibt man hat ja so den
Eindruck da ist so eine Masse von jungen
Menschen die kann vollkommen willkürlich
in irgendeine Richtung beeinflusst
manipuliert werden lassen sich die
jungen Menschen tatsächlich so einfach
lenken das glaube ich nicht natürlich
sind gerade junge Menschen stark
beeinflussbar und das merke ich ja auch
ich beeinflus ja letztlich in gewisser
Hinsicht auch als Lehrer als Vorbild als
jemand der eben unterschiedliche Sachen
bespricht mit den Schülern aber ich
merke schon dass gerade die pfiffigen
Schüler doch auch ziemlich gesunden
Menschenverstand schon ausgeprägt haben
um die ja Aspekte die ihn da angetragen
werden eben zu reflektieren und selber
zu beurteilen das ist neutich auch bei
einer ver anstaltung zur EU in unserer
Schule sichtbar geworden da waren
unterschiedliche Politiker oder
Vertreter aus dem Bereich der EU
anwesend zu einer Diskussion die vor der
gesamten Oberstufe geführt wurde und
diese Diskussion war halt relativ
oberflächlich dahingehen dass eigentlich
jeder dieser Person einfach nur kurz
seine Meinung zu bestimmten Themen kund
getan hat und es eigentlich gar nicht zu
einer richtigen Diskussion kam
anschließend haben wir das dann in der
Philosophie AG mit den Schülern
besprochen wie sie diese Diskussion
eingeschätzt haben und die Schüler haben
wirklich rein von sich aus gesagt dass
sie sich mehr Diskussion mehr
Lebendigkeit mehr eingehen auf wirklich
bestimmte Probleme wie den ukrainekrieg
oder die Inflation oder dergleichen
gewünscht hätten also da ist ein hohes
Bedürfnis eigentlich nach Wissen und
Diskussion und eigentlich eine gewisse
Abneigung auch schon gegenüber
moralisierenden Vorgaben wie man zu
denken oder zu reden hat wenn dieses
Bedürfnis nach Meinungen so stark ist
oder nach en die vielleicht nicht so im
Mainstream angesprochen werden dann
haben ja Schüler auch häufig das
Bedürfnis ihre persönliche Meinung zu
hören also Herr Koch jetzt sagen Sie
doch mal wie stehen Sie dazu oder wie
stehen Sie zu diesem Thema wie gehen Sie
mit dem um diese Frage kommt tatsächlich
manchmal auch wen würden Sie denn wählen
oder dergleichen aber ich bleibe dabei
ich versuche wirklich ein
differenzierten Sachbezug herzustellen
und unterschiedlich Perspektiven
aufzuzeigen das macht ja gar keinen Sinn
denn auch ich ich bin mir sicher dass
ich nicht die Wahrheit gepachtet habe
oder genau weiß wie der Hase läuft ich
biete wirklich einfach was an was aber
dann auch wieder diskutiert werden darf
und gebe diese Frage dann auch gerne
einfach wieder zurück so dass man wieder
in den Diskurs eben einsteigt anders
würde ich das auch niemals machen ich
würde nie sagen so ist es richtig oder
was da gerade passiert das ist komplett
falsch das gebietet auch einfach mein
Lehrberuf da nicht zu parteiig zu werden
finde ich ich möchte abschließend noch
auf einen ganz anderen Aspekt zu
sprechen kommen sie haben Schüler die
sie zum Abitur führen gerade von Lehrern
die dieses Alter unterrichten hören wir
immer wieder Klagen über die schlechte
psychische Verfassung junger Menschen
oder Bemerkungen die sich ernsthaft
Sorgen machen über die psychische
Gesundheit wie stellt sich das so ganz
allgemein für Sie
da ja das wäre wahrscheinlich ein Thema
für eine gesamte
Sendung das belastet mich tatsächlich in
der Hinsicht dass es immer mehr wird
also gerade seit Corona aber auch schon
vorher hat sich das so ein bisschen
ausgestaltet gibt es wirklich viele
Schüler meistens sind es tatsächlich
Mädchen zumindest von denen man weiß die
erhebliche psychische Probleme
mitbringen und auch in Behandlung häufig
schon sind oder auch schon in der Klinik
in Aufenthalt haben über Monate hinweg
und das ist natürlich nicht einfach
damit umzugehen die Schüler haben mich
dann als Vertrauenslehrer gewählt im
letzten Jahr das macht mich auf der
einen Seite stolz auf der anderen Seite
bekomme ich dann natürlich noch mehr mit
von den Belastungen der Schüler und
versucht das ein bisschen aufzufangen in
vertrauensfolgen Gesprächen ich glaube
das größte Problem ist tatsächlich dass
die
Schüler ja einen gewissen
selbstwertverlust erlitten haben sie
wissen häufig gar nicht wer Sie sind was
Sie wollen was sie auszeichnet haben
dann über die Maßnahmen die während der
coronazeit vollzogen wurden auch wenig
Kontakt gehabt zu anderen Personen das
heißt auch das Bedürfnis nach sozialer
Eingebundenheit wurde stark frustriert
sie wurden nicht ernst genommen sie
wurden wenig gehört und darunter leiden
jetzt tatsächlich immer noch einige sehr
stark das wird sich wahrscheinlich auch
noch weit in die Zukunft hinein zeigen
man kann eigentlich nur zuhören und
aufbauen und versuchen eine Bestätigung
zu geben der Personen entgegenbringen
und ja das ist das was ich zumindest
versuche zu leisten nichtsdestotrotz ist
es wirklich eine traurige Entwicklung
auch in der Hinsicht dass die erwart
welche an die Schüler herangetragen wird
sich eigentlich kaum verändert hat also
es wird so getan als wäre alles beim
Alten und wir müssten genauso
weitermachen wie vorher aber dass da
wirklich Menschen sind die das auch
einfach nicht genauso zu leisten im
Stande sind das wird dann gerne mal ein
bisschen übergangen und das ist
natürlich eine schlechte Entwicklung ich
gebe ihn vollkommen Recht dass dies noch
mal ein eigenes Thema wäre dass wir hier
im kontrafunk auch aufgreifen werden
diese psychischen Belastungen die hier
mitgeschleppt werden von jungen Menschen
und die eigentlich dringend aufgefangen
werden müssten ich bedanke mich ganz
herzlich für ihre Vermittlung sehr
reflektierter Erfahrungen hier im
Lehrerzimmer beim konterfunk schönen
Dank und einen schönen Tag Herr Koch
vielen Dank das wünsche ich ihn
[Musik]
auch
das war die neueste Ausgabe der Sendung
Lehrerzimmer jede Woche eine Stunde rund
um das Thema Bildung hier bei kontrafunk
wir interessieren uns für Ihre sichtter
Dinge und freuen uns auf Ihre Fragen
Inputs und Themenvorschläge sei es als
Pädagoge Psychologe Eltern oder Schülern
sie erreichen uns mit Ihren Anregungen
unter der Adresse
[email protected] diese
Sendung können Sie auch als Podcast in
unserem Archiv nachhören und natürlich
sehr gerne weiterverbreiten am Mikrofon
verabschiedet sich Stefan
[Musik]
[Musik]
[Applaus]
[Musik]
Milius
[Musik]
[Applaus]
[Musik]
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