Die derzeitige KI-Euphorie hat frappierende Ähnlichkeit mit der Dotcom-Ära vor dem Crash im Jahr 2000. Marktanalysten sehen viele Merkmale einer Blase. Doch es gibt auch Unterschiede zur Dotcom-Zeit.
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Ist der KI-Boom eine Blase, die bald platzen wird?
Eine Analyse von Autumn Spriedemann vom 30. Dezember 2025.
Die derzeitige KI-Euphorie hat frappierende Ähnlichkeit mit der Dotcom-Ära vor dem Crash im Jahr 2000.
Marktanalysen sehen viele Merkmale einer Blase, doch es gibt auch Unterschiede zur Dotcom-Zeit.
Angesichts der zunehmenden Investitionen in Künstliche Intelligenz, KI,
ziehen einige Analysten nun Vergleiche zu den Anfängen des Internets und dem darauffolgenden Marktcrash.
Für die Wall Street ist es wie ein Déjà-vu.
Eine revolutionäre Technologie beflügelt die Fantasie, während Kapital in Strömen fließt.
Bei den Bewertungen beginnt man, Versprechen, die bislang nicht eingetreten sind, einen hohen Preis beizumessen.
In diesem Zusammenhang kommen Vergleiche zu den frühen Tagen der sogenannten Dotcom-Blase und dem darauffolgenden Börsencrash auf.
Die Ausgaben für KI steigen immer weiter.
Als Dotcom-Tage bezeichnet man die Zeit der Dotcom-Blase Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre,
als Internet- und Technologieunternehmen mit der Endung Dotcom an der Börse massiv überbewertet wurden.
Diese Phase endete im März 2000 mit dem Platzen der Blase und führte weltweit zu enormen Kursverlusten.
Nun, da die Ausgaben für KI kontinuierlich steigen und eine Handvoll Megakonzerne die Renditen dominiert,
fragen sich Insider der Finanzbranche, ob der KI-Boom die Grenze zum Marktblasenbereich überschritten hat,
also zu einem Zustand, in dem der Preis eines Vermögenswerts seinen tatsächlichen Wert übersteigt.
Die fünf größten Unternehmen im US-Aktienindex S&P 500 sind Technologiekonzerne, die massiv in KI investieren.
Ferner gaben im vierten Quartal 2024 laut Factset 241 Unternehmen des S&P 500 an, das KI zu ihren Gewinnen beigetragen habe.
Das ist die höchste Zahl innerhalb der vergangenen zehn Jahre.
Anlageexperten warnen vor einem potenziellen Problem.
Sie stellen den Anteil der ausgewiesenen Renditen, die auf KI zurückzuführen sind, ins Verhältnis zum Anteil anderer Erträge.
Aktuell treiben Berichte über das Zukunftspotenzial von KI die Aktienkurse in die Höhe.
Sobald sich diese Berichte als enttäuschender weisen, werden die Kurse fallen,
prognostiziert Paul Walker, Autor und Inhaber der Phil Financial Corporation, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
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Zu den KI-Unternehmen der glorreichen sieben zählen Alphabet, Amazon, Apple, Meta-Plattforms, Microsoft, Nvidia und Tesla.
Einige Analysten gehen davon aus, dass die KI-Blase auch 2026 weiter wachsen wird.
Viele Merkmale einer Blase
Die Plattform Investing.com berichtete über die Theorie des Analysten Jonas Goldman.
Der leitende Volkswirt des britischen Wirtschaftsforschungsinstituts Capital Economics sagt, dass das Umfeld rund um KI viele Merkmale einer Blase aufweist.
Es beinhaltet auch überzogene Vorstellungen über das Potenzial von KI innerhalb der Branche und unter Investoren.
Eine aktuelle Analyse von JP Morgan zeigt, dass die meisten Marktblasen einem bestimmten Muster folgen.
Am Beginn steht oft die Annahme von Investoren, dass die Welt vor großen Veränderungen steht.
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Sinkende Kreditvergabestandards und steigende Verschuldung führten zu einer Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Fundamentaldaten und Marktbewertungen.
Immer mehr Investoren schlössen sich der Masse an, Zitat, bis sie schließlich die Fundamentaldaten durchsetzen und die Blase platzt, so die Analyse.
Fundamentaldaten sind Finanzkennzahlen und Informationen über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens oder einer Volkswirtschaft.
Markteinbruch, weil die versprochenen Renditen geringer ausfielen.
Es wurden auch Vergleiche zwischen dem aktuellen Investitionsniveau im Bereich KI und den Bedingungen vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 aufgestellt.
Laut einem im November 2025 erschienenen Bericht der Lichtensteiner Analyseplattform GIS stieg der Aktienkurs von Oracle im September um 36 Prozent.
Und das, obwohl die gemeldeten Gewinne des Technologiekonzerns die Erwartungen nicht erfüllten.
Der Kursanstieg erfolgte, nachdem Oracle bekannt gegeben hatte, dass der Umsatz mit KI-gestützten Cloud-Diensten bis 2030 voraussichtlich 144 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Dies war der größte Kursanstieg an einem Tag seit 1992, wodurch der Marktanteil des Unternehmens um schätzungsweise 250 Milliarden US-Dollar zunahm.
Ende der 1990er Jahre trieben Spekulationen und hohe Investitionen in Internet-Startups, Dotcom-Unternehmen, den Nasdaq-Composite-Index von 751 Punkten im Januar 1995 auf über 5048 Punkte im März 2000.
Da jedoch viele Unternehmen die versprochenen Renditen nicht erzielten, brach der Markt zwischen März 2000 und Oktober 2002 um mehr als 75 Prozent ein.
In diesem Zeitraum gingen über 5 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren.
Zitat, befinden wir uns in einer Phase, in der Investoren insgesamt übermäßig euphorisch auf KI reagieren?
Ich denke ja, meinte Sam Altman, CEO von OpenAI, im August gegenüber dem Online-Technik-Portal The Verge.
Weiter sagte er, wenn Blasen entstehen, lassen sich kluge Köpfe von einem wahren Kern blenden.
Zitat Ende.
Für Dan Buckley, Chefanalyst von daytrading.com, fühlt sich die aktuelle Situation noch nicht ganz so wie 1999 an, ähnelt aber der von 1998.
Gegenüber Epoch Times erklärte er, die eigentliche Blase entsteht typischerweise erst, nachdem die Technologie ihre Bedeutung unter Beweis gestellt hat.
Nicht vorher, denn erst dann werden die meisten Investoren aktiv.
Zitat Ende.
106 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2025 in KI investiert.
Buckley ist überzeugt, dass KI diese Grenze überschritten hat, was die aktuelle Marktphase gefährlicher mache.
Zitat Ende.
Die Preise könnten noch weiter steigen und die Geld- und Fiskalpolitik könnte den Ausbau von KI noch stärker fördern.
Auch Regierungen mischen sich ein, da sie weniger auf finanzielle Renditen achten und KI als Quelle geopolitischer Macht betrachten, führte der Analyst weiter aus.
Die Summen, die Unternehmen in KI-Zukunftsstrategien investiert haben, sind beträchtlich.
Laut einem Bericht von Goldman Sachs vom 18. Dezember gaben grosse Hyperscaler-Technologieunternehmen, sind Cloud-Anbieter mit riesigen Rechenzentren,
die ihre Infrastruktur nahezu unbegrenzt skalieren können, allein im dritten Quartal dieses Jahres 106 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus.
Anleger werden vorsichtiger.
Laut JDP Global, einer britischen Investmentgesellschaft für Zukunftstechnologien, haben grosse Technologieunternehmen in diesem Jahr schätzungsweise 364 Milliarden US-Dollar in KI investiert.
Goldman Sachs stellte fest, dass Anleger bei ihren Investitionen vorsichtiger werden.
Zitat In den vergangenen Monaten haben sich die Aktienkurse von KI-Hyperscalern auseinanderentwickelt, heisst es in der Analyse.
So hätten sich Investoren von KI-Infrastrukturunternehmen abgewandt, deren operatives Gewinnwachstum unter Druck stehe und die ihre Investitionen über Fremdkapital finanzierten.
Laut Goldman Sachs bevorzugen Investoren Unternehmen, die einen klaren Zusammenhang zwischen ihren KI-Ausgaben und Einnahmen nachweisen können.
Gegenüber Epoch Times sagte Pedro Silva, Principal Partner der Apex Investment Group, Zitat
Es gibt einige wichtige Parallelen zwischen KI und dem Dotcom-Boom sowohl auf Investoren als auch auf Unternehmensseite.
Und weiter Investoren möchten viel in KI anlegen, weil sie täglich in den Nachrichten davon hören, sagte Silva.
Und weiter Bewertungen oder mögliche zukünftige Risiken werden aber nicht wirklich geprüft.
Wenn von KI die Rede ist und diese erheblich gewachsen ist, wollen Investoren dabei sein.
Zitat Ende
Ähnlich verhält es sich laut Silva auch aus Unternehmenssicht. Zitat
Unternehmen müssen in KI investieren, unabhängig davon, ob sie einen unmittelbaren oder offensichtlichen Return on Investment sehen, sagte er.
Als Führungskraft eines Unternehmens nicht in KI zu investieren, erscheine wie eine Pflichtverletzung. Zitat
Doch die Anwendungsmöglichkeiten der neuen Technologie sind nicht immer klar. Zitat Ende
Investitionen hinken der Realität hinterher.
Buckley ist überzeugt, dass der Großteil der berichteten Renditen von KI-Investitionen auf Visionen und nicht auf Cashflow basiert. Zitat
Die Produktivitätssteigerungen sind real, in Bereichen wie der Programmierung sogar außergewöhnlich, aber die Investitionen hinken der Realität hinterher, sagte er. Und weiter
Es gibt im Allgemeinen wenig Transparenz darüber, wie viel von der KI direkt monetarisiert wird, wie viel in bestehende Produkte integriert ist oder ob es sich lediglich um Zukunftsversprechen handelt. Zitat Ende
Er merkte an, dass jegliche Marktabwertungen im Zusammenhang mit KI und deren Auswirkungen auf Einzelpersonen maßgeblich davon abhängen, wie stark deren Einkommen und Ersparnisse mit Technologie verknüpft sind. Zitat
Laut dem amerikanischen Finanz- und Investmentberater The Motley Fool macht der Technologiesektor mittlerweile allein 34% des S&P 500 aus. Zitat
Mit einem diversifizierten Portfolio bedeutet dies, dass etwa ein Drittel seiner Anlagen betroffen sein könnte, im Guten wie im Schlechten. Zitat
Ein Bruch mit dieser Annahme dürfte die Ausgaben eher dämpfen, als traditionelle konjunkturelle Faktoren wie sinkende Margen, fallende Aktienkurse oder steigende Zinsen, fährt Buckley fort.
Warnung von übereilten Entscheidungen
Pedro Silva warnte davor, dass Anleger einen Rückgang der KI-Investitionen fälschlichweise als gravierendes Problem interpretieren und übereilte Entscheidungen treffen könnten.
Er betonte, dass die fünf größten Technologiekonzerne nicht gleichbedeutend mit der gesamten US-Wirtschaft seien.
Ihre überproportionale Präsenz im S&P 500 erzeuge jedoch diesen Eindruck und könne einen breiteren Aktienausverkauf auslösen.
Paul Walker wies darauf hin, dass der Aktienmarkt über längere Zeiträume hinweg selbst inmitten großer Veränderungen ein stetiges Wachstum verzeichnet habe.
Er unterstricht die Bedeutung des Gesamtbildes, da die heutigen Marktführer zu den Fallstudien von morgen werden könnten.
Zitat
Anstatt Crashs vorherzusagen oder den nächsten KI-Gewinner zu prognostizieren, sollten Anleger ein risikobasiertes Portfolio aufbauen und dieses regelmäßig anpassen, rät der Fachmann.
Wenn der Plan eines Anlegers beispielsweise 40% Aktien vorsehe, müsse er bei einem Marktrückgang nachkaufen, anstatt in Panik zu geraten.
Bei einem Boom sollte man wiederum weniger kaufen. Disziplin ist besser als Prognosen, bekräftigt er.