Die Regierung muss jetzt liefern, so die einhellige Meinung der vier Initiatoren der Initiative für einen handlungsfähigen Staat am Montag bei der Vorstellung ihres Abschlussberichtes im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin.
„Um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Handlungsfähigkeit des Staates zurückzugewinnen, bedarf es daher grundlegende Reformen. Wenn es zu diesen Reformen nicht kommt, da sind wir uns sicher. Wenn nicht erste Erfolge auch dieser Reform in der Legislaturperiode sichtbar sind, dann wird unsere Demokratie in Deutschland nachhaltig Schaden nehmen“, so Andreas Voßkuhle ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts und einer der vier Initiatoren.
Die anderen drei sind die Verlegerin Julia Jäkel, der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD).
Man befände sich in einer strukturellen Krise. Deutschland sei nicht wirklich verteidigungsfähig, die Infrastruktur marode, die sicher geglaubte Versorgung mit bezahlbarer Energie verschwunden, die Folgen des Klimawandels nicht beherzt genug angepackt, Bund und Länder verhakt, die Digitalisierung verschleppt, fassen die Initiatoren zusammen. ________________________________________________________________
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Der Staat muss liefern. So die
einhellige Botschaft der Vertreter der
Initiative für einen handlungsfähigen
Staat bei der Vorstellung ihres
Abschlussberichtes.
Wir befinden uns in einer strukturellen
Krise in Deutschland.
In unserem Bericht ist das mit knappen
Worten umschrieben: Wir sind nicht
wirklich verteidigungsfähig. Unsere
Infrastruktur Marode, die
sichergeglaubte Versorgung mit
bezahlbarer Energie verschwunden, die
Folgen des Klimawandels nicht beherzt
genug angepackt, Bund und Länder
verhagt, die Digitalisierung
verschleppt. Zitat Ende.
Um das Vertrauen der Bürgerinnen und
Bürger in die Handlungsfähigkeit des
Staates zurückzugewinnen, bedarf es
daher grundlegender Reformen.
Wenn es zu diesen Reformen nicht kommt,
da sind wir uns sicher, wenn nicht erste
Erfolge auch dieser Reform in der
Legislaturperiode sichtbar sind, dann
wird unsere Demokratie in Deutschland
nachhaltig Schaden nehmen. Denn das
Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in
die Politik hängt unmittelbar von dem
Vertrauen ab, dass dieser Hand Staat
handlungsfähig ist und funktioniert. Ja,
Erik Ruschpoch Times, meine Frage ist
noch mal, wenn man jetzt einen Rückblick
macht, was waren denn aus Ihrer Sicht
die schwerwessten
Fehler bei der, also in der weichen
Stellung politischgesellschaftlich
und jetzt nach vorne gesehen, was sind
für Sie die wichtigsten neuen
Weichenstellung, um Deutschland wieder
voranzubringen?
Es gibt keine
Weiche, wo vor so zu viel Jahren
irgendjemand falsch abgebogen ist.
Und wenn es so wäre, würden wir es nicht
sagen, weil wir auf ja, weil wir auf
Schuldzuweisung der Vergangenheit
verzichten wollen. Für den Zustand, in
den wir leben, sind alle verantwortlich.
Die Oberbürgermeisterin von Zwickacker
hat eben beim Bundespräsident ein
schönes Beispiel gesagt. Wenn wir selbst
ein Haus bauen, dann wollen wir
möglichst keine Regeln.
Wenn der Nachbar ein Haus baut, dann
soll es ganz pingelige Regen geben, dass
mein dass mein Schatten nicht
beeinträchtigt wird, dass die Farbe der
Fassade irgendwie so ist, dass mich
nicht gestört wird und so weiter,
dass es nicht so laut ist. Und äh ich
möchte natürlich, wenn ich berufstätig
bin, noch mal den Rasen mähen abends um
6 Uhr, aber wenn das andere machen, dann
geht es nicht und so weiter. Diese Art
von Erwartungsspirale,
die hat uns dahin gebracht, wo wir sind.
Äh und das Zusammenwirken von Bund und
Ländern hat sich verhädert, oft wegen
finanzieller Gründe und deswegen wollen
wir jetzt nicht irgendwie Schulnoten
nach hinten verteilen. Nach vorne äh
sind, glaube ich, die
Hereführung von besseren und schnelleren
Entscheidungsprozessen
aller Art auf allen Ebenen von
ausschlaggebender Bedeutung.
Schnelligkeit ist kein Selbstzweck.
Wir sagen sogar bei der Gesetzgebung
gründlicher ist besser als schnell,
aber dass man ähm für die Einführung
eines äh einer Digitalisierung einer
sicheren Identifizierung, die es alle
gibt, die es technisch gibt, dass wir
dazu nicht zu kommen, weil wir keine
Entscheidungsstruktur haben, wie das
entschieden wird ohne alles einstimmig
und ohne Verbindlichkeit aller Ebene. So
kann man nicht weitermachen. Deswegen
sind diese strukturellen Fragen da,
glaube ich, besonders wichtig. Und für
mich wäre der zweite Punkt ist die
Zeitenwende, die wir erlebt haben,
äh und die Sie alle beschrieben haben,
hat große Auswirkung auf die Bundeswehr
und da ist auch vieles beschlossen
worden. Mehr Geld für die Bundeswehr,
personeller Aufwuchs, aber das reicht
nicht aus, sondern die Zeitenwende
verlangt von allen Beteiligten noch sehr
viel mehr rechtliche Regelung,
Vorsorgemaßnahmen und vieles andere
mehr. und dieser
ich glaube, dass es drei Tendenzen
gegeben hat und das jenseits irgendeiner
Schuldzuweisung, die in den letzten
anderthalb der Jahrzehnten dazu geführt
haben, dass ähm wir nicht so ganz auf
der Höhe der Zeit sind. Die erste ist
seitens der Politik und auch aus der
Sicht der Bürgerin und Bürger das Thema
Einzelfallgerechtigkeit.
Wenn ich Einzelfahgerechtigkeit überall
herstellen will, dann bedeutet das
Bürokratie komplizierte Gesetze.
Das zweite ist, wir sind in Deutschland
sehr orientiert darauf jedes Risiko
auszuschließen und sei es noch so
unwahrscheinlicher Art. der spiegelt
sich wieder in diversen Verordnungen, in
diversen Normen und ist ebenfalls mit
massiver bürokratischem Aufwand
verbunden, über den wir uns anschließend
beklagen. Aber wir wollen eigentlich,
dass auch noch das unwahrscheinlichste
Risiko soweit ausgeschlossen wird, ähm
dass äh man sagt ja, das haben wir auch
noch bereinigt. Und das Dritte ist
dieses Verhältnis Staatbürger
in einer gewissen fehlorientiert von dem
Staat, der nicht als der nicht als
jemand auftritt, der Menschen in den
Stand setzt, der sie ertüchtigt, der sie
der sie der der sie machen lässt,
sondern der eher mit einem mit einem
Misstrauensvorschussarbeit,
wie wir dargestellt haben, und umgekehrt
eine verbreitete Tendenz, einen
Gewährleistungssta zu haben, der auch
verantwortlich ist für die Kompensation
jedt weder Widrigkeit.
So, das aufzulösen ist sehr schwierig,
hat auch viel mit Mentalitäten zu tun
oder dem, was man Neuouchdeutsch Mindset
nennt. Ähm, aber Bedarf, wie ich glaube
einer breiten auch öffentlich
politischen Debatte, um aus diesen in
ich nenne es mal Verkrüstung
herauszukommen.
Und
vielleicht noch was ganz einfaches. Die
Welt da draußen hat sich in den letzten
Jahren einfach massiv verändert,
Stichwort Digitalisierung KI und wir
eben nicht. Und da gibt's einfach
Momente,
wo Dinge grundlegend anders gemacht
werden müssen.
Ja, ich kann noch dazu sagen, wir
brauchen insgesamt wieder robustere
Regeln. Wir sind ein perfektionistischer
Staat geworden und sind dadurch auch ähm
sehr anerkannt gewesen in ähm der Welt,
in dem was wir produzieren und was wir
machen. Aber es gibt, wie der
Ministerpräsident Kretschmann heute beim
Bundespräsidenten gesagt haben,
Kippppunkte, in denen es zu
perfektionistisch ist, in denen wir ähm
den Perfektionismus um seiner
Selbstwillen pflegen, aber nicht um
erfolgreich zu sein. Und davon müssen
wir weg. Wir brauchen also einen
robusteren Verwaltungsvollzug. Wir
brauchen robustere Regelung und wir
brauchen wieder etwas zupackendes,
mutiges, äh das sozusagen prägend ist in
der Verwaltung in der Art und Weise, wie
Politik gemacht wird, aber auch in der
Art und Weise, wie die Bürgerinnen und
Bürger äh mit den Problemen umgehen. Und
äh dazu wollen wir einen Beitrag
leisten.
Entschuldigung, wir müssen ein bisschen
auf die Zeit gucken. Nachfrage.
Ich wollte nur kurz fragen, die
Perfektionierung, von der Sie sprechen,
hebt sich da einen Bereich besonders
hervor oder meinen Sie das ganz
allgemein?
Das sehen wir insbesondere beim
Verwaltungsvollzug. Sehr komplexe
Regelungen, die sehr detail genau ähm
vollzogen werden. Wir sehen das aber
auch ein Thema, was wir nicht behandelt
haben, etwa äh im Rahmen der
Verwaltungsrechtsprechung, die auch ein
Niveau an Kompliziertheit und Perfektion
mittlerweile hat, dass ähm es hier nicht
mehr um die Durchsetzung der Bürger, der
Rechte der Bürger geht, sondern dass das
Ganze einen hemmenden Charakter wundert.
Wenn ich nach einem 7 oder 8 Jahren
recht bekomme in einem Prozess, dann ist
es häufig schon zu spät. Und auch wenn
das ein sozusagen perfektes Urteil ist,
hilft es mir in meiner Lebenswelt
vielleicht nicht so sehr wie eine etwas
robustere Entscheidung nach einem Jahr.