Tief "Gerda" & Ex-Hurrikan "Kirk": So ziehen Sturm (Orkan) & Starkregen. Ausblick Mittelfrist.

Kai Zorn Wetter
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2 Videoaufrufe·07.10.2024
Tief "Gerda" schaufelt extrem milde Luft zu uns mit Föhn und ungewöhnlich hohen Temperaturen. Am Rande zur kühleren Luft entstehen große Niederschlagsgebiete und Windfelder. In diese Zone schmiegt sich Ex-Hurrikan "Kirk" herein. Dieses Tief zieht von Frankreich her über die Mitte Deutschlands und seine Niederschlags- und Windfelder erfassen uns mit entsprechenden Folgen...
Ungemach ist im Anmarsch.
Da kommt dieser Ex-Hurricane Kirk herangezogen.
Er bringt Wind und Regen.
Aber schon im Vorfeld dieses Tiefs, nämlich mit Tiefgerda,
gibt es ebenfalls Wind und Regen, vor allen Dingen der Regen.
Und gerade im Westen und Südwesten könnte das zu einem Problem werden.
Ich grüße Sie und grüße Euch.
Wir steigen gleich ein und schauen uns das Windfeld nach dem amerikanischen GFS-Modell an,
das in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit Sturmtief oder Ex-Hurricane Kirk heranziehen wird.
Den Tiefkern, den haben wir im Nordosten Frankreichs.
Und da kommt das Windfeld eben von Frankreich herangezogen Richtung Saarland und Rheinland-Pfalz.
Liegt dann in der Nacht um 5 Uhr in Baden in Rheinland-Pfalz, dem Saarland,
zieht nach Hessen rein, südliches NRW bis ins südliche Niedersachsen und auch in Teile Thüringens.
Hier kommen Windgeschwindigkeiten von zum Teil 80 km pro Stunde an.
Und auch im äußersten Südosten Österreichs wird es übrigens sehr windig.
In den Frühstunden liegt dann das Hauptwindfeld in Baden-Württemberg im westlichen Franken
und in den angrenzenden Regionen hier mit Spitzenböen von zum Teil über 90 km pro Stunde.
Im weiteren Verlauf zur Vormittagszeit zieht es Richtung Erzgebirge und Hochfranken bis in den Oberpfälzer und Steinwald.
Da wird es dann noch sehr windig und im weiteren Verlauf des Nachmittags zieht es dann nach Nordosten ab.
Dahinter wird es ruppig bleiben vom Wind her, aber diese schweren Sturmböen sind nicht mehr da.
Gehen wir jetzt auf das deutsche Modell Icon. Das sieht ein bisschen anders aus, weil es höher aufgelöst ist.
Was bedeutet höher aufgelöst? Hier beim amerikanischen Modell sehen wir die Schule und beim deutschen Modell die Schulklassen.
Und dadurch, dass das etwas feiner ist, kommen da auch höhere Windsummen zustande.
Die sind beim amerikanischen GFS-Modell eigentlich auch drin, aber die sind geglättet.
Deshalb muss man die so ein bisschen hochrechnen. Und wenn wir hier das deutsche Modell Icon sehen,
am Donnerstagmorgen um 5 Uhr erkennen wir den Schwarzwald und die Vogesen mit Sturm- bzw. ersten Orkanböen.
Und dann um 8 Uhr, das heißt zum Berufsverkehr, würde es im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg
besonders auf den Bergen zu Sturmböen, vereinzelt zu Orkanböen kommen.
Viele Bäume haben ja noch Laub. Die Laubbäume, heißt ja nicht umsonst Laubbäume.
Da können größere Äste abbrechen und da kann auch mal durch die Ruppigkeit ein Baum umstürzen.
Das Ganze zieht sich dann am Vormittag in den Südwesten von NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland ist weiterhin davon betroffen.
Auch Teile Hessens und weiterhin Baden-Württemberg sowie das westliche Franken.
Und um 14 Uhr liegt das Ganze im Bereich der Mittelgebirge und da erkennen wir hier auch die Bergspitzen raus,
die so ein bisschen pink-violett leuchten. Das sind die stärksten Windböen.
Ansonsten kommt es hier verbreitet zu Windgeschwindigkeiten von 90 bis 100 Kilometer pro Stunde.
Das heißt, im gesamten Südwesten besteht am Donnerstagmorgen und am Donnerstagvormittag die Gefahr von umstürzenden Bäumen.
Das kann zu Behinderungen im Bahnverkehr kommen, bei den Straßen, dass Bäume umstürzen, eventuell auch bei den Flügen.
Wobei das noch Windgeschwindigkeiten sind, die noch einigermaßen gehen könnten.
Eine kurze Zeit später, bis 20 Uhr, sechs Stunden später, ist das Ganze in Schall und Rauch weggezogen.
Es bleibt danach einfach nur windig.
Das ist kurz und heftig, was da kommt, aber verschwindet dann eben auch schnell wieder.
Aber in dieser Heftigkeit können eben Bäume umstürzen, wenn ihr jetzt nicht Autofahren müsst oder mit dem Bomi am Donnerstagvormittag im Südwesten.
Dann würde ich es lassen, macht es am Mittwoch oder am Freitag.
Freitag ist sowieso noch besser, weil am Mittwoch gibt es unter anderem auch noch einiges an Regen.
Und den schauen wir uns mal kurz an.
Das sind die Niederschlagssummen nach dem amerikanischen GFS-Modell bis Mittwochfrüh.
Da fallen im Südwesten 10 bis maximal 30 Liter auf den Quadratmeter.
Auf der Südseite übrigens eine ganze Menge.
Und dann, 36 Stunden später, kommt das runter.
Rund um Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie in NRW fallen dann 50 in der Summe bis 100 Liter auf den Quadratmeter.
Das heißt, da ist es ziemlich nass.
Und das ist auch das Problem, wenn der Sturm dann kommt, weil im Vorfeld des Sturms kommt der Regen.
Die Böden sind dann aufgeweicht und nass.
Und da können die Bäume schneller wanken und umstürzen, als es sonst der Fall ist.
Das kann nämlich auch passieren, dass Bäume am Tellerwerk umstürzen durch die Nässe, die da im Boden ist.
Lokal kommt es auch zu Überflutungen durch eben die starken Regenfälle.
Kleinere Bäche und kleinere Flüsse werden über die Ufer treten.
Ein großes flächendeckendes Hochwasser an den größeren Flüssen wird es da nicht geben.
Dafür ist das insgesamt zu wenig.
Das deutsche Modell Eiken macht es wie folgt.
Entschuldigung, ich musste jetzt ein paar mal unterbrechen wegen eines Niesanfalls.
Wir steigen hier nochmal ein.
Wir haben hier das deutsche Modell Eiken, ich gehe nochmal zurück, mit den Niederschlagssummen bis Mittwochfrüh.
Da sollen rund um das südliche Rheinland-Pfalz und das Saarland etwa 40 bis 50 Liter Regen auf den Quadratmeter fallen.
Und dann bis Donnerstagabend kommen nochmal ein paar Liter dazu.
Das meiste rund um NRW, auch Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen mit 40 bis 80 Liter auf den Quadratmeter.
Also ein bisschen weniger als das amerikanische GFS-Modell.
Auf der Alpen-Südseite soll aber eine ganze Menge ebenfalls runterkommen.
Zum Teil über 200 Liter auf den Quadratmeter.
Ordnen wir das Ganze ein und schauen uns mal das Ensemble für Saarbrücken an.
Da haben wir hier unten die Niederschlagssignale.
Der grüne ist der Hauptlauf, der eben hier in den Niederschlagskarten abgebildet ist.
Und der erste Schwung ist leicht unterdurchschnittlich.
Also das heißt, das deutsche Modell Eiken ist da ja eh höher.
Das passt schon einigermaßen.
Und hier bei dem zweiten Huckel, da geht der Hauptlauf deutlich weiter nach oben als das Mittel.
Das heißt, da kann man ein bisschen runterrechnen.
Trotzdem werden zwischen 40 und 80 Liter locker auf den Quadratmeter runterkommen.
Danach erholt sich das Ganze. Es geht relativ trocken weiter.
Sowohl nach dem amerikanischen als auch nach dem europäischen Modell.
Gut, dass das keine Live-Sendung ist.
In Lugano, also auf der Südseite der Alpen in der Schweiz, haben wir auch große Niederschlagssummen.
Und da ist der Hauptlauf gut eingebettet.
Da kommt eine ganze Menge in zwei Schüben runter.
Das ist das erste Tief, das durchzieht und danach eben der Ex-Hurricane Kirk.
Danach gehen die Temperaturen ein bisschen nach oben.
Die Niederschlagssignale nehmen ab.
Sowohl nach dem amerikanischen als auch nach dem europäischen Modell.
Und zu guter Letzt noch ein Blick auf Regensburg.
Hier haben wir so gut wie kaum Regen.
Dann geht es runter mit den Temperaturen und dann pendeln wir um das langjährige Mittel.
Mal ein bisschen darüber, mal ein bisschen darunter.
Ab und zu sind Niederschlagssignale dabei.
Die Niederschlagssignale kommen dann von den kälteren Läufen.
Die trockenen Läufe sind eher die warmen Läufe, hochdruckgeprägt.
Und beim europäischen ECMWF-Modell ist die Wärme sogar noch ein bisschen ausgeprägter.
Aber eine leichte Wechselhaftigkeit deutet sich auch hier an.
Wenn wir uns das Mittel der Berechnungen anschauen für den 15. Oktober,
dann haben wir ein Hoch über dem östlichen Mitteleuropa liegen,
ein Hoch über Russland, ein Tief auf dem Atlantik mit einer südwestlichen Strömung,
mit der sehr milde Luft herangezogen kommt.
Das heißt, wir sind hier unter Hochdruckeinfluss an der Stelle, wo die milde Luft kommt.
Wenn wir keine Durchmischung haben, dann haben wir Nebel.
Haben wir Durchmischung, dann wird es sehr mild werden.
Und direkt angrenzend auf der Ostflanke des Hochs ist die kühlere Luft, auf der Westseite eben die mildere Luft.
Eine gute Woche später dann, am 23. Oktober, wird aus diesem Hoch eher so eine Hochwurst,
die bis Russland reicht und auf der anderen Seite bläht sich das Hoch auf dem Atlantik wieder auf.
Der Tiefdruck bleibt hier im Nordwesten erhalten.
Wir haben zwar weiterhin eine schwache südwestliche Strömung,
aber wenig isobaren Drängung, wenig liniengleichen Luftdruck.
Das heißt, da kommt so ein bisschen Ruhe ein.
Auf der anderen Seite haben wir die Schattierung im Hintergrund mit dem niedrigen Geopotential.
Eine gewisse Labilität wird dabei sein.
Die Temperaturen liegen in 1500 Meter Höhe bei etwas unter 5 Grad
und im Vergleich zum langjährigen Mittel wären wir dann streng genommen sogar ganz leicht unter dem Mittel.
Zu guter Letzt noch die zwei Cluster.
Cluster Nummer 1, der warme Cluster hinten raus.
Auch der Hauptlauf war ja sehr weit oben, das ist unter anderem der Hauptlauf.
Der würde eine Südlage bringen im Vorfeld dieses Tiefs am Rücken des Hochs mit sehr warmer Luft.
Ähnlich wie jetzt, nur mit weniger Durchmischung, das heißt nicht ganz so warm.
Und der kältere Cluster zeigt es genau umgekehrt, das Hochwestlich von uns, das Tieföstlich von uns
und mit einer Nord- bis Nordwestlage käme dann Polarluft herangezogen mit Schneeschauern bis unter 800 Meter Höhe.
Käme, Konjunktiv, nicht kommt. Bis morgen.
