Prof. Dr. Ralf Höcker ist einer der renommiertesten und bekanntesten und vielleicht auch streitbarsten Rechtsanwälte Deutschlands. Er hat den türkischen Präsidenten Erdogan vertreten, das Erzbistum Köln, das niederländische Königspaar und die AfD. Im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“ erklärt er, warum die Bundesregierung sich Kritik vom Bürger gefallen lassen muss, was er über „Haltungsjournalismus“ und das neue Selbstbestimmungsgesetz der Bundesregierung denkt.
was mich noch interessierte beim
Rechtsstaat Meinungsfreiheit ist ja ganz
essentiell und auch mein Thema ja und
das ist dann aber Kernthema
wir haben bei uns News auch ein
spektakuläres Urteil vor
Bundesverfassungsgericht erstritten wo
uns ein Ministerium das
Entwicklungsministerium von Svenja
Schulze undtersagen wollte zu behaupten
dass Gelder an die Taliban überwiesen
werden die werden natürlich in
Afghanistan nach Afghanistan überwiesen
dort ausgegeben und man kann jetzt
zuüberstreiten ob das stabilisierend auf
das Regime der Taliban sich auswirkt
oder nicht jedenfalls spektakuläre vom
Verfassungsgericht zurückgewiesen worden
wir hatten unlängsten Streit mit der
diskriminierungsbeauftragten die uns die
Berichterstattung über eine einen Mann
der als Transfrau Einlass in ein
frauenfitnessstudio begehrte und dort
abgewiesen wurde Versagen wollte auch
die ist
gescheitert was ist eigentlich los mit
der Politik oder war das schon immer so
dass Politik versucht hat gegen Medien
vorzugehen nein das war noch nicht das
war nicht immer so jedenfalls nicht von
allen die Beispiele die Sie da nennen
sind wirklich erschütternde Beispiele
dafür wie diejenigen die an der Macht
sind
mit macht mit Kritik an ihnen umgehen
bzw nicht umgehen können es ist das
Recht des Bürgers es ist aber auch recht
der Journalisten der Presse diejenigen
die Macht haben zu kritisieren das
müssen sie dürfen und das müssen sie
auch mit sehr poentierten Äußerungen
machen dürfen Würfen und wenn man sagt
da gehen paar hundert Millionen an die
Taliban ähm und der Kontoinhaber sind
nicht die Taliban persönlich sondern
irgendwelche dritten die in Afghanistan
aber tätig sind und mittelbar kommt es
dann doch wieder wie auch immer den
Taliban zur Verfügung und das ist glaube
oder kommt ihnen zugute und das ist
glaube ich auch von ihnen so ausgedrückt
worden sogar in dem Beitrag dann kann
man sich nicht ernsthaft als Regierung
dagegen wenden und ver suchen eine
solche klare Meinungsäußerung verbieten
zu lassen das ist
unsuverän es zeugt aber auch davon dass
man das Verständnis dass einem das
Verständnis fehlt davon wer im
Rechtsstaat oder wer in einer Demokratie
eigentlich welche Rechte hat äh der
Staat ist grundrechtsgebunden er muss
sich an die Grundrechte halten er muss
Meinungsfreiheit gewähren er ist nicht
selber äh also der Staat hat nicht
selber das Grundrecht der der der
Meinungsfreiheit er hat nicht selbst das
Grundrecht ganz grundsätzlich jedenfalls
der der der Menschenwürde der Staat ist
kein Mensch das heißt prinzipiell kann
man den Staat angreifen und er kann sich
nicht mit Grundrechten dagegen wehren
denn die Grundrechte sind Abwehrrechte
gegen den Staat und nicht Abwehrrechte
des Staates gegen seine Bürger da wird
einfach der ja die die Zielrichtung
umgedreht und das geht nicht und das
müssen und haben diese Politiker jetzt
hoffentlich verstanden fehlt handelnden
Politikern im Augenblick so ein bisschen
die Demut vor dem souveränen vor dem
Volk ja ganz sicher ich glaube da sind
Leute an der Regierung die sich im Recht
wähnen pauschal die es für eine Zumutung
erachten wenn sie kritisiert werden und
die deswegen mit solch vollkommen
überzogenen Klagen gegen zulässige
Meinungsäußerungen von Journalisten die
ih ja die nicht in Kram passen oder auch
von Privatpersonen Frau Frau Strack
Zimmermann z.B da hatten wir jetzt
gerade ein Fall Frau Frau Strack
Zimmermann rühmt sich damit dass sie ich
glaube 20000 Strafanzeigen im Jahr gegen
beleid wegen Beleidigung erstattet wir
hatten jetzt mal so ein Fall wo wir
einen solchen Betroffenen der sie im ich
glaube im Internet äh beschimpft hat so
kann man das durchaus nennen das war
eine Beschimpfung die war auch unter der
Gürtellinie aber sie war nicht
rechtswidrig und sie behhäigt dann die
Gerichte damit und die
Staatsanwaltschaften damit hunderte und
tausendfach solche Verfahren führen zu
müssen und begründen zu müssen warum das
jetzt alles nicht rechtswidrig ist das
geht nicht das geht
nicht Politiker vor allem solche die an
der Regierung sind müssen sich daran
gewöhnen dass sie kritisiert werden auch
hart auch scharf auch potiert und zum
Teil auch etwas unter der Gürtel Frau
Strack Zimmermann ehemalige Vorsitzende
des Verteidigungsausschusses im
Bundestag FDP FDP Spitzenkandidatin im
Europawahlkampf
da hat ihr Kollege Steinhöfel mal in
einem Text geschrieben er habe die
Vermutung dass sie das geschäftsmäßig
betreibe weil sie erstmal flächendeckend
abmahnen lässt diese vielen 100 Anzeigen
die sie da an auf dem Weg bringen lässt
soweit würden sie aber nicht gehen das
ich wusste ich gar nicht dass die wenn
sie tatsächlich zivilrechtlich auch
abmaht und dann in jedem dieser
angeblich 200 Fälle je im Monat jeweils
auch abmaheng Gebühren für ihren Anwalt
verlangt ähm dann ist das aus Sicht des
Anwaltes auf jeden Fall ein
Geschäftsmodell äh ja zu unterstellen
dass sie davon in irgendeiner Form
profitiert das würde ich soweit würde
ich nicht gehen das halte ich auch nicht
für realistisch ähm aber aus Sicht des
Anwalts ist es definitiv ein
Geschäftsmodell ein anderen anderes
Phänomen was wir festgestellt haben ist
dass wir jetzt mehrfach bei
Bundesministerien per
Gerichtsbeschluss einfordern mussten die
Informationen zu bekommen die uns
eigentlich zustehen also die
Bundesregierung arbeitet ja nicht hinter
verschlossenen Türen sondern sie ist in
einer gewissen Transparenz verpflichtet
sie Parteien nehmen auch an der
Willensbildung Teil da müssten sie aber
schon sagen warum sie sich welchen
Willen gebildet haben was was ist das
für ein seltsames Verständnis also
einerseits möchte man missliebige
Meinungen in den Medien unterdrücken und
andererseits gibt man Informationen die
die Medien Nachfragen nicht raus da muss
ich jetzt sagen da habe ich
vom Grundsatz her ein gewisses
Verständnis dafür weil ich ja immer auf
der Seite derjenigen bin die gegen die
Journalisten
arbeiten ich betreue die Mandanten ja ja
ich weiß ich betreue die Mandanten die
von der Presse in die Ecke gedrängt
werden und ich würde mir oder ich bemühe
mich dann auch immer so wenig
Informationen natürlich belastende
Informationen herauszugeben an die
Journalisten wie nur irgendmöglich die
grundsätzliche Einstellung kann ich
deswegen emotional nachvollziehen dass
jemand mit der Presse nicht
zusammenarbeiten will damit er der
Presse hilft gegen einen selber einen
negativen Bericht zu schreiben aber da
sind wir wieder bei dem Thema ich
vertrete nicht den Staat ich vertrete
Unternehmen ich vertrete Privatpersonen
Parteien ähm und aus deren Sicht ist es
völlig in Ordnung und deren gutes Recht
nicht mit der Presse zusammenarbeiten zu
müssen das kann die Presse nicht
verlangen von privaten vom Staat kann
sie es schon es gibt Auskunftsansprüche
die sind niedergelegt in Gesetzen im
Informationsfreiheitsgesetz z.B und der
Staat muss zusammenarbeiten noch mal der
Staat ist grundrechtsgebunden er hat die
Grundrechte zu gewähren den Bürgern und
auch den Journalisten er ist aber selber
nicht grundrechtsberechtigt er hat nicht
ein Abwehrrecht gegen Journalisten es
gibt gewisse Ausnahmen in denen man als
Staat keine Informationen offenlegen
muss darauf werden die sich dann immer
Berufen standardmäßig ähm aber
grundsätzlich muss der Staat mit der
Presse zusammenarbeiten muss Dokumente
offenlegen es seid denn sie sind
furchtbar geheim und es gibt ein
wirkliches geheiminteresse aber er muss
es tun und wenn er es nicht tut ist das
unsuverän ja ja und zeugt von dem
falschen Verständnis der Grundrechte das
ganze Gespräch mit dem Medienrechtler
Professor ralf Höcker können Sie sehen
auf
www.news.de darin habe ich mich auch
unterhalten über die Meinungsfreiheit in
Deutschland wie sie untergraben wird wo
die Bedrohungen liegen und wie
kontaktschuldketten Meinungsfreiheit in
Bedrängnis bringen ein spannendes
Gespräch ein aufschlussreiches Gespräch
gucken sie auf alle Fälle am besten das
ganze Gespräch
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