Ich hatte mir Athen anders vorgestellt. Monumentaler vielleicht, erhabener, so wie man es sich vorstellt, wenn man die Büsten in den Museen betrachtet, die marmornen Gesichter mit den leeren Augen. Doch als ich an jenem Nachmittag im Frühjahr 399 vor Christus durch das Dipylon-Tor trat, empfing mich zunächst der Geruch: Olivenöl, gebratener Fisch, Ziegenmist, darüber der trockene Staub des attischen Bodens, den ein leichter Wind von den Hügeln herabtrug. Die Sonne stand schräg über dem Hymettos und tauchte alles in jenes Licht, das die Griechen „honigfarben“ nannten – und sie hatten recht damit.
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Ein Nachmittag mit Sokrates in Athen - Frühjahr 399 v. Chr.
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