-Übergang zur Minderheitsregierung Nach dem Koalitionsbruch bleibt die Bundesregierung grundsätzlich im Amt, jedoch mit geänderten Mehrheitsverhältnissen. Die rot-grüne Regierung agiert nun ohne eigene Mehrheit im Bundestag und ist auf die Zustimmung von anderen Parteien angewiesen, um Gesetze und Haushalte durchzubringen. Olaf Scholz bleibt weiterhin Bundeskanzler, da es keinen Misstrauensantrag oder keine erfolgreiche Abwahl gab.
-Auflösung des Bundestags Der Bundestag kann gemäß Artikel 68 des Grundgesetzes aufgelöst werden, wenn der Bundeskanzler eine Vertrauensfrage stellt und diese nicht die Mehrheit der Stimmen erhält. Olaf Scholz könnte diese Vertrauensfrage gestellt haben, um eine Neuwahl herbeizuführen. Nach einer gescheiterten Vertrauensfrage liegt die Entscheidung über die Auflösung des Bundestags beim Bundespräsidenten, der daraufhin Neuwahlen ausrufen kann.
-Ausrufung der Neuwahlen Nach der Auflösung des Bundestags hat der Bundespräsident 60 Tage Zeit, einen neuen Wahltermin festzulegen. Die Neuwahlen sind für Februar 2025 angesetzt, was in diesem Zeitrahmen liegt. Die Bundeswahlleiterin organisiert die Wahlvorbereitungen, einschließlich der Fristen für die Kandidatenaufstellung und Parteienregistrierung.
-Regierungsgeschäft während der Übergangszeit Während der Zeit bis zu den Neuwahlen bleibt die rot-grüne Regierung geschäftsführend im Amt. Ihre Handlungsspielräume sind jedoch begrenzt, da sie nicht auf eine stabile Mehrheit im Bundestag zählen kann. Gesetzesinitiativen oder der Haushalt könnten schwieriger durchsetzbar sein, was zu politischen Kompromissen oder Blockaden führen könnte.
-Nach den Neuwahlen Sobald die Neuwahlen abgeschlossen sind, tritt der neu gewählte Bundestag zusammen. Die Parteien verhandeln dann über mögliche Koalitionen. Bis zur Bildung einer neuen Regierung bleibt die bisherige geschäftsführende Regierung im Amt.
Die FDP steigt aus der Ampel aus und natürlich bilden sich dann sofort gleich die ersten
Dolchstoßlegenden und im Grunde genommen heißt es dann von der Ampel, ja, die Ampel
ist im Feld ungeschlagen, aber von hinten her dolcht wurden durch die böse FDP.
Okay, ich überziehe hier ein ganz kleines bisschen, aber das ist, glaube ich, im Augenblick
das, was wir haben.
Nun muss man natürlich dazusagen, dass die FDP es der anderen Seite natürlich auch ziemlich
leicht macht, indem sie von D-Day sprechen und von Feldschlacht und solchen Dingen.
Okay, wie auch immer, Sie merken schon, das ist ein interessantes Thema und ich möchte
gerne einfach mal die Vorgehensweise der FDP zum Ausstieg aus dieser Ampelkoalition
ein bisschen spieltheoretisch analysieren, also eigentlich auf zwei Ebenen, zum einen
spieltheoretisch, zum anderen gucken wir uns diese Präsentation an, deren Existenz
erst die ganze Zeit geleugnet worden ist und die jetzt eben doch aufgetaucht ist.
Übrigens, vielleicht nur als meine persönliche Einschätzung dazu, ich glaube, dass die Parteispitze
diese Präsentation wahrscheinlich wirklich nicht kannte, aber sie ist natürlich in ihrem
Entscheidungsbereich, in ihrem Verantwortungsbereich und das heißt, sie haben sich auf die Art
und Weise natürlich völlig vorführen lassen, indem sie die ganze Zeit geleugnet
haben offiziell, dass es so eine Präsentation überhaupt gibt und wahrscheinlich haben sie
danach dann selbst festgestellt, oh Mist, irgendwie hat die auf einer unteren Ebene
eben doch gebastelt diese Präsentation und weil es auf einer unteren Ebene war, ist die
eben auch nach außen hingedrungen.
Naja gut, wie auch immer, solche Sachen passieren, keine Ahnung, vielleicht kannten sie die ja
auch, aber das ist für meine Begriffe gar nicht so entscheidend, denn eigentlich kommt
es auf komplett andere Sachen an da drin und wie gesagt, über die unterhalten wir uns
hier einmal.
Man muss dafür ein ganz kleines bisschen wissen, dass es unterschiedliche Phasen gibt
bei so etwas.
Es gab eine Anfangsphase dieser Koalition und in dieser Anfangsphase mussten sie sich
eigentlich fragen, wie kommt es eigentlich, dass eine Koalition bestehen bleibt, obwohl
eigentlich schon relativ früh erkennbar war, dass die nicht so ganz richtig gut zusammenpassen.
Lustigerweise hat es da vor längerer Zeit bei mir auch mal so ein Video gegeben, wo
mithilfe einer KI die Wahlprogramme analysiert worden sind, da wurde also herausgefunden
worden, dass diese Dreierkoalition die ist, die eigentlich am schlechtesten zusammenpasst.
Aber gut, die haben sich zusammengefunden und es gibt also diese frühe Phase, in der
man sich eigentlich erst einmal strategisch fragen muss, warum wird das eigentlich wieder
besseres Wissen fortgesetzt.
Diese Phase gibt es, die gucken wir uns hier aber nicht an, sondern wir gucken uns hier
die zweite Phase an, nämlich die, bei der eigentlich schon klar ist, dass es ein Ende
gibt und das ist allen Beteiligten natürlich klar gewesen, es ist ja auch ewig darüber
gesprochen worden, aber die Frage ist, wie man dieses Ende eigentlich umsetzt.
Also das sind die Dinge, die wir uns jetzt hier angucken, also gehen Sie bitte davon
aus, dass wir hier nur das reine Endspiel betrachten und nicht mehr diese Anfangsphase,
in der ganz andere Gesetzmäßigkeiten gelten.
Und ich habe eine Sache, die ich hier für dieses Endspiel einfach mal also vom Grundtypus
her als Spiel mit heranziehen möchte, nämlich das sogenannte Tausendfüßler-Spiel.
Wir werden gleich sehen, was es damit auf sich hat.
Ich zeige Ihnen dieses Tausendfüßler-Spiel, übrigens nur als kleine Info, das stammt
aus meinem Spieltheorie-Lehrbuch, ich zögere gerade, ob ich es zeigen soll, ich zeige es
Ihnen einfach mal, ja, nur, dass Sie sehen, das gibt es also wirklich, ja, das ist auch
ziemlich dick.
Nicht, dass Sie jetzt alle losrennen und das kaufen, Sie müssen wissen, das ist ein Buch,
das ist für die Uni geschrieben und dort wird also an Universitäten eben als Einführung
die Spieltheorie verwendet, das heißt, das ist also ganz anders als das, was Sie normalerweise
auf meinem Kanal kennen, ja, also natürlich freut es mich, wenn Sie sich das Buch angucken
und kaufen und sowas, ja, aber ich empfehle Ihnen das nicht, weil das eben, wie gesagt,
ein ganz anderer Stil ist, ja, nicht, dass Sie am Ende enttäuscht sind.
Also, wie gesagt, ich rate Ihnen eher davon ab, sich dieses Buch zu kaufen, es sei denn,
Sie sagen eben, ja, ich bin so mathematisch interessiert und möchte so ein bisschen in
die Hintergründe reinkommen, ja, dann ist das sicherlich das Richtige, ansonsten, wie
gesagt, eher nicht, aber wie auch immer.
Da drin gibt es eben ein Spiel, was ich da drin beschreibe, nämlich das sogenannte
Tausendfüßler-Spiel und das ist ein Spiel, bei dem es sozusagen lauter Abzweigungen nach
unten gibt, so ganz viele Beinchen, ja, daher hat dieses Spiel auch den Namen und die Grundidee
dieses Spiels besteht darin, dass zwei Spieler immer gegenseitig den Zug sich weitergeben
können.
Also jeder kann immer sagen, ja, okay, das Spiel geht weiter, mach du den nächsten Zug
und dann sagt der Nächste, ja, das Spiel geht wieder weiter, gib den Zug wieder zurück
und jeder kann aber auch theoretisch zwischendrin abbrechen und man weiß, dass es ein definiertes
Ende gibt, also zum Beispiel nach 100 solchen Interaktionen gibt es dann am Ende ein definiertes
Ende, also wir wissen, dass es nicht länger andauern kann und das Spiel ist so aufgebaut,
dass man immer durch Weitergeben des Zuges zwar im Prinzip für beide mehr bekommen kann,
aber der Einzelne kann immer in dem Augenblick, in dem er abbricht, ein bisschen mehr kriegen,
als er kriegen würde, wenn der Andere in der darauffolgenden Runde abbricht.
Und wenn Sie jetzt fragen, was hat denn das damit zu tun, mit der Situation, die wir hier
gerade haben, naja, Sie müssen bedenken, dass bei so einem Koalitionsbruch natürlich
eigentlich die Möglichkeit besteht, dass man am Ende gemeinsam vor die Kameras tritt
und sagt, tut uns leid, wir haben uns jetzt, weiß ich, drei Jahre lang so mehr oder weniger
gut verstanden, aber jetzt klappt es halt nicht mehr so richtig, wir wollen einfach
Neuwahlen machen, das könnte man machen, das wirkt dann vielleicht einigermaßen geschlossen
und so.
Sie müssen aber bedenken, wenn es einer schafft, direkt vor diesem Ereignis vor die Kameras
zu treten und dann zu sagen, übrigens, ich habe den Anderen rausgeschmissen oder übrigens,
wir haben die Koalition jetzt gebrochen, weil alles ganz große Unverschämtheit war und
so etwas, dann kann man sich einen kleinen Vorteil gegenüber der anderen Seite verschaffen.
Und das gilt natürlich für jede einzelne Stufe, also das ist nicht nur so, dass wenn
es ganz am Ende, wenn man weiß, da geht es jetzt wirklich nicht mehr weiter, sondern
das gilt eben auch in vorangegangenen Spielstufen, wenn man weiß, eigentlich könnte das noch
ein paar Monate weitergehen.
Und wir gucken uns jetzt dieses Spiel einfach mal ein bisschen genauer an, ich blende Ihnen
das hier ein.
Wenn Sie sich das mal angucken, das ist halt diese typische 1000-Füßler-Struktur, von
der ich eben gesprochen habe und ganz am Ende ist es so, dass dann eben beide Spieler theoretisch
diese Auszahlung von 100 bekommen könnten, das sind natürlich immer so fiktive Werte,
Sie müssen sich vorstellen, das sind einfach, Sie können da auch irgendwelche griechischen
Buchstaben einsetzen, das ist immer viel wissenschaftlich, aber vom Grundsatz her ist das halt am Ende,
haben wir halt eine hohe Auszahlung für beide und die ist auch gleich hoch für beide.
Aber gucken Sie sich an, wenn dieser Spieler A für Ampel, wenn der also in der letzten
Runde vorher aussteigt, also wenn er sagt, wir geben den Zug nicht weiter, sondern wir
steigen einfach aus, beenden das Ganze, also treten vor die Kamera und werfen die Teleprompter
an und so, dann ist es so, dass die eine Seite, der erste Spieler, den wir hier mit F bezeichnet
haben, in dem Fall für FDP, wenig überraschend, dass die eine Seite also weniger kriegt als
das, was sie am Ende kriegen würde und derjenige, der das macht, kriegt ein bisschen mehr.
Das heißt also, wenn man das macht, kriegt man 101 als Auszahlung statt der 100 und die
anderen kriegen eben nur 98 statt der 100, die sie am Ende bekommen würden.
Auch hier, der Auszahlungsunterschied ist hier nicht besonders groß, Sie können das
Ganze natürlich auch mit größerem Auszahlungsunterschied machen, das ist vollkommen egal, es geht hier
erst mal um das Prinzip, was bei der ganzen Sache besteht, also es ist jetzt keine Frage,
dass wir uns darüber unterhalten, wie groß ist denn dieser Vorurteil von demjenigen,
der vorab aussteigt, sondern die Frage ist, gibt es einen solchen Vorurteil und wenn ja,
wie zieht sich das eigentlich durch das strategische Denken durch?
So und jetzt gucken Sie sich bitte einfach mal nicht das Ende dieses Spiels an, wo wir
eben waren, das war dieses reine ganz Ende des Endspiels, wir gucken uns den Anfang des
Endspiels an, nämlich wir gehen ganz nach links und gucken uns dort an, wenn jetzt also
die FDP, dieser Spieler F, als erster ziehen kann, dann könnte er im Grunde genommen direkt
aussteigen und hat dann aber nicht den Vorurteil der verbleibenden Zeit.
Was steckt da eigentlich drin?
Wie Sie sicherlich merken, ist hier eigentlich nicht so sehr die FDP als Partei modelliert,
sondern es ist hier eigentlich eher ein einzelner Akteur der FDP modelliert, der persönlich
noch einen gewissen Vorteil davon hat, wenn sich das Ganze etwas länger hinzieht.
Für die Gesamtpartei würde ich das sicherlich anders modellieren, als das, was ich hier
gemacht habe, aber Sie wissen ja, ich unterscheide relativ klar zwischen der Partei und den einzelnen
Akteuren und wie gesagt, hier geht es ja darum, was passiert, nachdem eigentlich diese Zerrüttungsdiagnose
bereits im Raum steht und wie es zu dieser Zerrüttung selber kommt, wie sich da mal
am Anfang verhalten sollte, ganz anderes Thema, das gucken wir uns vielleicht auch nochmal
separat an, aber ich möchte hier die Sachen nicht zu sehr vermischen.
Das heißt, wir haben hier die persönlichen Interessen der einzelnen Entscheider, die da
drin stecken und wir bleiben jetzt mal bei diesem Spieler F, der also im Prinzip direkt
aussteigen könnte.
Dann hat er, weiß ich zum Beispiel, wenn es vor sechs Monaten war oder sowas, verliert
er eben sechs Monate lang die Zeit, in der er dann noch, keine Ahnung, Abgeordneter
ist, Kanzler in dem Fall ja nicht, aber Minister ist und so weiter.
Also das hat einen persönlichen Nachteil durch diese ganze Geschichte.
Das Ganze gilt natürlich auch für die anderen, das sind ja auch persönliche Personen, die
einfach mit drin spielen, persönliche Spiele und auch die haben persönliche Nachteile,
also auch die haben vom Grundsatz her den Vorteil, wenn sie eben ein bisschen länger,
keine Ahnung, Minister, Kanzler, Abgeordneter und so weiter sind.
Und das heißt, die Situation bezieht sich für alle auf die gleiche persönliche Situation.
Das ist nicht unbedingt die Situation, die sich auf die gesamte Partei bezieht.
Dort wäre es sicherlich ein bisschen anders zu modellieren.
Sowas passiert also, dieser Spieler F gibt also den Zug weiter und sagt, ne, jetzt, wir
nehmen noch ein bisschen was zu diesem Vorteil mit.
So, dann ist der Spieler A für Restampel, die sind dann also dran und die könnten jetzt
aussteigen und könnten sich davon auch einen gewissen Vorteil sichern, ein bisschen mehr
als sie schon eben hatten und dann würde eben der arme Spieler F in dem Fall ganz leer
ausgehen oder sie geben eben den Zug weiter.
Und sie merken jetzt schon, wenn sie von vorne nach hinten das Ganze denken, dann ist es
so, dass auch natürliche Spieler sagen, naja, also warum sollen wir jetzt nicht so ein bisschen
Vorteil mitnehmen?
Wir haben ja noch 100 Runden, das dauert ja noch relativ lange, also dann machen wir
jetzt erstmal weiter.
Das heißt also, die strategischen Überlegungen, die man ganz am Anfang hat, ist, dass man
einfach sagt, die Zukunft ist so eine Art Nebel und wir gehen jetzt erstmal in diesen
Nebel rein und solange wir da reingehen, können wir eigentlich relativ sicher noch unseren
Dienstwagen behalten.
Ich sage das jetzt mal ein bisschen zynisch.
So, das heißt also, auf die Art und Weise gehen sie immer weiter nach vorne.
Das zeigt sich übrigens auch bei Experimenten, also wenn Sie das Ganze als Experiment mit
echten Spielern ausprobieren, dann stellen Sie fest, die steigen nicht gleich bei der
ersten Runde aus, sondern die machen einfach weiter.
Wir behalten das mal im Hinterkopf und fragen uns, was wäre denn eigentlich die Rationallösung
bei der ganzen Geschichte?
Und für die Rationallösung, dann gucken wir uns das Spiel jetzt wieder ganz am Ende
her an und dort ist ja die Situation, dass also der letzte Spieler, dieser Spieler A,
sich einen Vorteil dadurch verschaffen kann, dass er am letzten Zug sagt, okay, direkt
vorher breche ich ab.
Also wir treten nicht gemeinsam vor die Kamera, sondern ich trete alleine vor die Kamera und
sage, dass die anderen also ganz böse Dolchträger waren.
Das wissend, weiß ja eigentlich der Spieler F schon vorher, was passieren wird.
Das heißt, er weiß also bereits, dass es eigentlich eine schlaue Idee wäre, lieber
mal schnell vorher abzubrechen, als dem anderen diese Chance zu geben.
Denn wir wissen, in der letzten Runde wird der andere diese Chance auf jeden Fall nehmen.
Nachdem wir das wissen, dass also dieser Spieler F bei dem vorletzten Zug auf einmal bereits
rausgehen wird, weiß natürlich der Spieler A das in dem Zug davor auch schon.
Und sie merken schon, dass auf die Art und Weise sich diese Argumentation die ganze Zeit
nach vorne hindurch zieht, man nennt das Ganze Rückwärtsinduktion.
Das heißt also, per Rückwärtsinduktion zieht sich das Argument, was wir eben hatten, immer
weiter nach vorne durch, sodass die einzige Rationallösung darin besteht, plötzlich
auszusteigen aus diesem Spiel, also direkt sozusagen rauszugehen, das, was natürliche
Spieler nicht machen.
Und Sie sehen, das ist etwas, was den Menschen sehr schwerfällt, weil wir natürlich wissen,
dass wir uns durch diese ganze Sache insgesamt etwas erarbeiten können, wir das mitnehmen
können, Vorteile mitnehmen können, die in diesem Spiel drinstecken.
Und dieser Konflikt, der dabei ist, aus dem einerseits immer höher werdenden Risiko
zum Ende hin und zum anderen der Möglichkeit, aber noch etwas mitzunehmen, das ist eben
das, was letztlich aus empirischer Sicht dieses Spiel interessant macht.
Aus theoretischer Sicht ist das eigentlich relativ einfach, nämlich es zieht sich komplett
nach vorne durch.
Wobei, wie gesagt, die Diskussion dazu ist keineswegs abgeschlossen, sondern das ist
etwas, was man wissen muss, dass darüber wirklich sehr ausführlich diskutiert wird.
Und es gibt auch gute Argumente, die sagen, vielleicht sollte man das nicht so machen,
wie es in der klassischen Spieltheorie immer gemacht wird, dass es sich ganz nach vorne
durchzieht, sondern vielleicht spricht doch ein bisschen was dafür, erstmal in dieses
Spiel reinzugehen.
Gut, wie auch immer, also einige Züge ist an die anderen jeweils weiterzugeben.
Okay, wie auch immer, was heißt das jetzt eigentlich für das Verhalten der einzelnen
Spieler?
Das bedeutet, dass wenn jemand einfach darauf baut, dass er ganz zum Ende hindurchmarschieren
kann und dann mit Friede, Freude, Eierkuchen vor die Kameras treten kann, das ist eigentlich
kein Szenario, was man realistischerweise annehmen kann.
Also es ist natürlich schade, dass man das nicht annehmen kann.
In der Idealwelt würde man sagen, naja, man hat jetzt eben drei Jahre lang zusammen regiert
und man merkt, es passt aber irgendwie nicht mehr so richtig, dann tritt man dem anderen
nicht noch irgendwie in den Hintern oder so etwas, sondern man versucht dann eben auf
eine glimpfliche Weise rauszukommen und irgendwie nett zueinander zu sein, weiß ich was, aber
so ist die Welt natürlich nicht.
Sondern in dem Augenblick beginnt ja bereits der Wahlkampf und weil der Wahlkampf beginnt,
ist es natürlich so, dass man versucht, den anderen schlecht aussehen zu lassen und deshalb
sehen Sie, dass dieses Endspielverhalten, von dem ich eben gesprochen habe, dass man
ganz am Ende genau weiß, was passiert, dass das natürlich in der echten Welt vorkommen
wird.
Wie wäre eigentlich die Art und Weise, wie man jetzt also damit umgeht?
Also in dem Augenblick, wo man merkt, diese Ehe ist zerrüttet, bleibt einem in einem
solchen Fall eigentlich nichts anderes übrig, als eben nicht das Ganze mitzunehmen, was
dann anschließend noch folgt, sondern tatsächlich rauszugehen.
Nun kann man sagen, naja, vielleicht nicht sofort einfach völlig unvorbereitet, vielleicht
gibt es einen besseren Zeitpunkt, auf den man warten kann und ja, das kann tatsächlich
eine sinnvolle Sache sein, dass man sagt, irgendeinen Zeitpunkt warten wir ab und der
liegt so ein bisschen in der Mitte dieser Periode, aber dann auf einmal muss es plötzlich
und unerwartet kommen.
Also wenn man einen Knall hervorrufen möchte, dann kann man diesen Knall nicht lange planen
und irgendwelche PowerPoint-Präsentationen machen oder sowas, sondern dann muss das Ganze
einfach wirklich auf der bis runter zur taktischen Ebene richtig vorbereitet sein und dann muss
es eben mit einem Schlag rums machen und die ganze Sache ist vorbei.
Im Grunde genommen so, wie das die Schweizerische Notenbank gemacht hat, als sie damals die
Kopplung an den Euro aufgegeben haben.
Das hat vorher keiner damit gerechnet, keiner hat irgendwas mitgekriegt und auf einmal
peng war das aufgelöst.
So machen das Profis.
Auf einmal ändert man die entsprechende Verhaltensweise zum Moment, mit dem die anderen überhaupt
gar nicht gerechnet haben.
Wir haben hier die Situation gehabt, dass die FDP schon seit Ewigkeiten rumgemehrt
hat und natürlich auch in der Presse, dass die ganze Zeit diskutiert worden ist.
Es gibt dann also beispielsweise ein Interview, was mich immer geradezu schockiert hat, ein
Interview von der Welt, der Zeitung mit dem FDP-Vertreter und das sieht auf der einen
Seite sieht dieser FDP-Vertreter wirklich so aus, als wäre es irgendwie eine KI mit
verringerter Taktfrequenz oder irgend so etwas.
Also einfach eine ganz große Katastrophe, weil er immer nur stoisch da sitzt und auf
provokative Fragen einfach immer nur mit Worthülsen antwortet, also eine peinliche Nummer hoch
drei.
Und wie kommt sowas eigentlich?
Das kommt daher, dass die Welt natürlich schon lange gewusst hat, dass da ein Überraschungsangriff
kommt, der dann natürlich nicht mehr überraschend ist, aber die FDP offenbar innerparteilich
immer noch die Devise ausgegeben hat, wir dürfen das nicht klar nach außen kommunizieren.
Und dann haben die sich also die ganze Zeit rumgewunden um diese Sache und immer so getan,
als gäbe es da gar keine Überlegungen und als müsste man ja strategisch nachdenken,
wie man denn das Land weiterbringt und lauter solche komischen Worthülsen, die da rausgehauen
wurden, die aber natürlich durchschaubar sind, denn wenn irgendjemand mal konkret
fragt, wenn das schon die ganze Zeit diskutiert wird öffentlich, wann es denn zu Ende ist
und man versucht immer auszuweichen, man sagt noch nicht mal den einfachen Satz, das kommt
für uns überhaupt nicht in Frage und wir werden auf jeden Fall bis zum Ende dieser
Legislaturperiode weiter regieren.
Also wenn man noch nicht mal das sagt, sondern drum eiert, dann weiß natürlich der Letzte,
dass da was kommt.
Und das ist natürlich das Katastrophalste, was Sie in diesem Spiel machen können, denn
damit geben Sie der anderen Seite ja die Möglichkeit, in diesem Tausendfüßler, den wir dort haben,
eben auch sie jeweils mit einem Erstschlag zu überholen.
Das ist ja die Sache, die da drin passiert, das ist ja, wenn Sie so wollen, ein Erstschlagspiel.
Also derjenige, der zuerst rausgeht, hat eben einen Vorteil gegenüber dem anderen.
Und ich möchte mit Ihnen deshalb einmal kurz auf diese unsägliche D-Day-Präsentation
eingehen, mit der also seit Ewigkeiten, also mindestens seit Wochen, keine Ahnung, wie
lange die ja wirklich im Umlauffall intern, aber wirklich ja gefühlte Ewigkeit, ganz
offenbar parteiintern, das geplant wurde, in Anführungsstrichen, das ist wahrscheinlich
das, was sich die FDP als irgendwie, weiß ich nicht, strategische Planung oder sowas
vorgestellt hat.
Dort gibt es also beispielsweise eine schöne Seite, also ich verlinke Ihnen das unten in
der Videobeschreibung.
Sie können sich die Präsentation gerne im Original mal ansehen, die ist im Augenblick
auf der FDP-Seite zu finden.
Was ich übrigens eine löbliche Sache finde, ist natürlich ein bisschen blöd, wenn man
erst die ganze Zeit behauptet hat, es gäbe diese Präsentation gar nicht und dann hat
man es am Ende auf der eigenen Internetseite veröffentlicht.
Aber okay, jetzt findet man sich also auf der eigenen Internetseite und da stehen also
diese Sachen.
Dort steht also beispielsweise Timing, der ideale Zeitpunkt.
Und das ist so typisch PowerPoint-mäßig, also Bullet-Point 1, 2, 3, ja so runtergehauen,
ja dann müssen wir mit relativ langen Sachen, also präsentieren können Sie das Ding keinesfalls.
Und wie auch immer, das heißt diese typische PowerPoint-Staccato, ja auch übrigens apropos
PowerPoint-Staccato, ich habe auch lustigerweise ein Buch zu dem Thema geschrieben, sehr unbekannt
von meinen Büchern, komischerweise.
Das heißt, von PowerPoint zum Kraftpunkt, ich habe jetzt noch nicht mal eins hier liegen,
naja egal, Sie wissen, gucken Sie sich einfach an, ich packe Ihnen auch einen Link unten
rein.
Also von PowerPoint zum Kraftpunkt, das ist ein Buch, in dem ich darauf eingehe, wie man
bessere Präsentationen hält, verwechseln Sie diesen Titel nicht, das ist kein Buch,
in dem ich sage, wie man PowerPoint-Folien macht und so etwas, sondern da sind so ein
paar Anekdoten drin, über Vorträge, die ich gehalten habe und zum anderen sind dort
einfach Sachen drin, wie man vielleicht bei einer Präsentation, die besser so aufbaut,
dass die wirklich auf der anderen Seite auch ankommt, dass man Messages rüberbringen
kann und sowas.
Also wie gesagt, von PowerPoint zum Kraftpunkt, können Sie gerne ansehen, unten steht das
drin, ach sorry, eine Sache muss ich noch, zwei Sachen muss ich noch loswerden, nämlich
zum einen, wenn Sie das Video sehen, an dem Tag, an dem es rauskommt, hat Amazon für
die Kindle-Version, die Sie auch auf allen möglichen anderen Devices lesen können, ja
gibt es da fast zum halben Preis und zum anderen steht dort, gebundenes Buch, als eine
andere Version, das ist falsch, ich weiß nicht genau, woran das liegt, aber das ist
eine Paperback-Ausgabe, obwohl da gebundenes Buch steht, mal sehen, wer das irgendwie vielleicht
irgendwann mal ändert, aber das ist im Augenblick also noch da.
So, jetzt habe ich aber genug darüber geredet, sorry, wollte ich eigentlich gar nicht, wir
wollten beim Timing, dem idealen Zeitpunkt ankommen.
Dort wird also gesagt, es ist also die Kalenderwoche, die mit den Präsidentschaftswahlen, den USA-US-Präsidentschaftswahlen,
die sei also ein idealer Zeitpunkt, aber da könnte ja sein, dass danach ein Chaos
in Amerika wegen der Wahlen ausbricht.
Ich finde das eine geradezu groteske Fehleinschätzung, was das ist.
Also man hat sich offenbar gar nicht vorstellen können, dass die Wahl vielleicht so ausgeht,
wie sie ausgeht, sondern man ist von Chaos ausgegangen und natürlich die bösen Trump-Anhänge
würden also einen Chaos in Amerika auslösen für den Fall, dass er nicht gewinnt.
Also ich finde das eine groteske Fehleinschätzung, aber nun gut, wie auch immer.
Was komischerweise nicht gesehen worden ist, trotz diesen ganzen Geschreibsels, das ist,
dass das natürlich gleichzeitig auch eine Art des Burying ist.
Burying heißt immer, man maskiert eigene Handlungen dadurch, dass andere wichtige Handlungen gleichzeitig
mit abgelaufen sind.
Und die US-Wahl ist natürlich ein anderes wichtiges Ereignis, bei dem alle möglichen
Dinge hätten passieren können und ja auch passiert sind, wie wir gesehen haben, die
sehr überraschend sind.
Und wenn man also am selben Tag dann die Ampel beendet, dann ist das durchaus etwas, wo man
sagen muss, naja, das ist eine strategische Entscheidung, ob man das macht oder nicht.
Und es ist die Frage, ob man eben will, dass diese beiden Nachrichten vermischen, ob die
eine die andere zum gewissen Grad verdeckt und so etwas.
Das sind wichtige Überlegungen, die da drin stecken.
Nun ja, steht dabei nicht drin.
Und dann steht was anderes ist drin, nämlich, dass man es entkoppeln könnte zeitlich und
also ein bisschen später losgeht.
Also man muss sich vorstellen, nachdem also dieses Dokument hier erstellt worden ist, wird
auf einmal dann gesagt, naja, vielleicht machen wir es dann doch nochmal eine Woche später.
Also es ist einfach, es ist wirklich haarsträumend, wie amateurhaft das insgesamt gemacht worden
ist.
So und dann gibt es danach solche, zum Ablauf, gibt es bestimmte Sachen, die da drin, also
erörtert werden.
Und da steht da drin, was eigentlich der optimale Zeitpunkt der Kommunikation ist und solche
Sachen.
Ohne sich über diesen Erstschlag, von dem ich eben gesprochen habe, von dieser Tausend-Füßler-Geschichte,
ohne sich darüber richtig bewusst zu sein.
Also man hätte eigentlich diskutieren müssen, sind eigentlich unsere Koalitionspartner vertrauenswürdig
genug, dass man zu denen hingehen kann und sagen kann, Leute, wir wollen das gerne beenden.
Können wir gemeinsam vor die Kameras treten oder ob man sagen muss, nee, das ist ein ganz
klarer Fall von nicht-kooperativem Spiel, bei dem man eben nicht miteinander kommunizieren
oder gar Verträge abschließen kann und auf diese Art und Weise eben in diesem Rauskommen
des anderen oder zuvorkommen des anderen denken muss, nicht diskutiert worden.
Dann gibt es eine Ablaufpyramide, die im Augenblick ja auch als geradezu peinliches Beispiel durch
das Internet geistert, die also in gewisser Weise auf dem Kopf steht, da ist die Phase
1 oben und das ist ja der Impuls, ja normalerweise sind solche Pyramiden ja genau andersrum,
aber okay, da stehen also solche schlauen Sachen drin, wie Narrativ, qualitativ setzen,
meine Güte, eine Partei, die noch kein Narrativ gesetzt hat, bisschen spät würde ich sagen,
paar Tage vor der Auflösung einer Koalition, aber nun gut, und dann unten mit diesem tollen
Wort, also Beginn der offenen Feldschlacht, ja gut, ich äußere mich mal nicht weiter
dazu, aber auch diese komische Anordnung von Wörtern in der Pyramide, ohne dass die Pyramide
wirklich was dazu beiträgt und sowas, es ist wirklich so, als hätte man irgendwie Studenten
des ersten Semesters darauf losgelassen, dass die einfach mal so eine PowerPoint-Präsentation
machen und es ist im Grunde genommen alles, was man sich da vorstellen kann, ist da irgendwie
vermurkst. Wenn man wissen will, wie man das besser macht, dann muss man bei den Grünen
nachgucken, so erstaunlich das klingt, auch in diesem Fall, die Grünen haben sich nämlich
auch vorbereitet, also erstaunlich deshalb, weil wir ja eigentlich von der Planung der
FDP sprechen. Die Grünen haben kein Papier, was nach außen hindurch gesickert ist. Bei
den Grünen gibt es auch keine Sachen, wo im Abstrakten über so etwas diskutiert wird,
also gucken Sie sich das an, dieses PowerPoint-Gefasel, was wir hier hatten, das ist ja alles abstraktes
Zeug, das ja an keiner Stelle, das wirklich konkret irgendwas umgesetzt oder vorbereitet
worden wäre, sondern es ist ja alles nur so, man müsste mal und hätte mal und was
man nicht alles machen könnte und Punkt 1, Punkt 2, Punkt 3. Deshalb heißt mein Buch
von PowerPoint zum Kraftpunkt. Es ist nicht nur ein Wortspiel, sondern da soll ein bisschen mehr Kraft
drin stecken. Nun gut, was haben die Grünen gemacht? Sie müssen sich angucken, dass also
bei den Grünen direkt nachdem also dieses Ampelende da war, sind auf einmal Dinge aufgetaucht, die
vorher so nicht da waren. Nämlich beispielsweise gibt es dort auf einmal ein Video, wo also Habeck
bei all seinen Sachen, die er da ausgefressen hat, also weiß ich, Heizungsgesetz und lauter
solche Geschichten, also wo er wirklich einfach auch teilweise seinen Kernwählern wirklich
einfach was wegnimmt, also ganz elementar, einfach wie gesagt mit einer Herzlosigkeit
vorgegangen ist. Dieser Mensch sitzt also dort in einer wundervoll ausgeleuchteten
Küche, aufgenommen mit einer wundervollen Kamera, wo er also das Wort zum Sonntag oder
Montag oder weiß ich welcher Tag das war, einfach losreden kann. Er ist ein paar Tage vorher auf
Twitter wieder aufgetaucht, wo er vorher mit großem TamTam abgezischt ist, weil er gesagt hat,
auf dieser Plattform kann man nichts sein. Auf einmal taucht er auf und auf einmal tauchen
auch da drauf jede Menge Supporting, also die Unterstützenden, andere Accounts. Auf einmal
sind die alle da, sehen übrigens auch relativ ähnlich aus, haben so Herzchen drin, gerne auch
mal grüne Herzchen und sowas. Und wenn man sich diese Accounts genauer anguckt, dann stellt man
fest, die sind aber statistisch auffällig. Also beispielsweise gibt es im Vergleich zu der
Verbreitung gibt es relativ wenig Likes. Das ist komisch, wie kommt denn das eigentlich? Und es ist
relativ klar, dass das wahrscheinlich Agentur-Accounts einfach sind. Also eine Agentur hat das
wahrscheinlich vorbereitet, diese ganze Geschichte. Kann man natürlich nicht 100% sagen, aber sieht
ganz so danach aus, als wäre das so, dass das von einer Agentur vorbereitet worden ist, auch gut
vorbereitet worden ist. Und auf diese Art und Weise, auf einmal sich plötzlich eine Sache
verbreitet hat, auf Twitter, auch auf Twitter, was ja sozusagen nicht der Raum ist, den Habeck
eigentlich ursprünglich bespielen wollte. Und auf einmal ist da irgendwie, weiß ich, Habeck
vor Kanzler oder irgend sowas. Und lauter solche Sachen tauchen dort auf einmal auf und verbreiten
sich auch die ganze Zeit. Team Habeck war auf einmal ein Hashtag, der sich verbreitet hat. Auf
einmal war der überall da. So macht man das. Das ist die Arbeit von Profis. Das sind Leute, die
nicht lange darüber nachgedacht haben, in welcher Kalenderwoche man sowas macht, sondern das sind
Leute, die wissen, es gibt hier eine solche Situation, die plötzlich auftauchen wird. Natürlich
wussten die auch mindestens einen Tag vorher, wann da tatsächlich das eigentliche Ereignis stattfindet,
mindestens einen Tag vorher. Aber ist egal. Die wussten also, da steht, ist irgendwas in der Luft,
was da liegt und haben die ganz konkrete Dinge vorbereitet. Also haben alles vorbereitet, dass das
an dem Tag losgeschossen werden kann und dann auf die Art und Weise sich auf einmal auch ein, wie
man so schön sagt, Narrativ verbreitet. Das sind die Worte von der FDP. Wie war das hier? Narrativ,
qualitativ setzen. Genau, das haben die auf die Art und Weise gemacht. So arbeiten Profis. Profis
sind keine Leute, die mit irgendwelchen komischen, hohlen PowerPoint-Präsentationen ankommen, die
nichts sagen, ohne was wirklich taktisch und konkret vorzubereiten, sondern Profis sind Leute,
die darüber nachdenken, wie man die ganzen Sachen fertig hat und in dem Augenblick anwendet. Nicht
mehr weiter noch entwickeln muss, sondern anwendet in dem Augenblick, wo es soweit ist. Die sich auch
Gedanken darüber machen, ob jetzt Erstschlag besser ist oder man einen Second-Mover-Advantage
hat, also als Zweiter zieht und lauter solche Sachen. Vielleicht ist Ihnen auch aufgefallen,
dass die Grünen bei dieser ganzen Geschichte hier überhaupt nicht mit auftreten. Also das ist ein
Gekreife zwischen SPD und FDP, was wir hier haben. Die Grünen sitzen in honoriger Sprache abseits und
sagen, oh je, ist ja schlimm, dass hier irgendwelche Leute streiten. Genau, das sind Profis. Das sind
Kommunikationsprofis. So macht man das. Und die haben auch vorher natürlich strategisch gedacht.
Also es ist nicht nur eine reine Kommunikationsangelegenheit, sondern es ist ein strategisches
Denken, was da stattgefunden hat. Wie hätte es die FDP eigentlich besser machen können? Also mal
abgesehen davon, dass man natürlich keine solche dämlichen Präsentationen macht, dass man sich die
nicht rausnehmen lässt, also verbreiten lässt nach außen, hätte man natürlich, wie gesagt,
konkrete Dinge vorbereiten müssen, also die dann wirklich als Plan umgesetzt werden. Das war die
eine Sache. Und zum anderen hätte man natürlich auch einen besseren Zeitpunkt finden müssen. Und
was ist denn eigentlich so ein Zeitpunkt? Also es gab ja so ein paar Dinge, bei denen man sagen
muss, da sind wirklich einfach Dinge, die schiefgelaufen sind in dieser Koalition, wo die
FDP niemals ihre Unterschrift hätte druntersetzen dürfen. Also nehmen Sie diese Heizungsaffäre,
die wir dort haben. Und ich halte es wirklich für eine Affäre, was hier abgelaufen ist. Da steht
der Name der FDP drunter. Die haben am Ende dazugestimmt. So, das muss man wissen. Es gibt eine
Baerbock-Affäre, wo einfach jede Menge Syrer und auch aus ein paar anderen Ländern ganz offenbar
mit gefälschten Unterlagen einfach reingetransportiert wurden nach Deutschland. Ja, das ist
eine Affäre. Das ist ein Skandal. Das ist etwas, wo die FDP hätte sagen müssen, sorry Leute, wir können
mit euch so nicht weiterarbeiten. Und in dem wollte ich es dann wirklich plötzlich raussetzen,
über das Lieferkettengesetz, was die Wirtschaft in einer ungeheuren Weise beeinträchtigt, weil es
ein Bürokratiemonster ist, dass man im Grunde genommen gar nicht mehr arbeiten kann. Das sind
alles solche Punkte, bei denen die FDP hätte sagen müssen, okay, das ist jetzt so ein Knallpunkt und
da hören wir einfach auf mit der Koalition. Da reicht es uns. So hätte man das eigentlich gemacht
und dann aber bitte eine Agentur nehmen wie von den Grünen, die eben weiß, wie man sowas umsetzt.
Keine Ahnung, warum es die ja hier nicht gibt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Grünen
gewissermaßen stärkere Überzeugungstäter sind. Also findet man vielleicht eher eine Agentur, die
überzeugt davon ist, dass das der richtige Weg ist. Und die Grünen wollen ja auch irgendetwas. Die
wollen ja bestehende Strukturen brechen. Die wollen sie ja verändern. Die wollen ja ganz aktiv
irgendwelche Sachen, die auch radikal anders sind als das, was sie bisher haben. Das wollen die. Und
die FDP ist vielleicht eher so auf dem Trip, dass sie sagt, ach na ja, ist ja eigentlich ganz schön,
dass wir bestehen und so. Und das ist natürlich keine Message, mit der sie eben wirklich überzeugte
Leute bekommen, die eben solche Dinge wirklich durchziehen können. Na gut, wäre man. Wenn Sie
jetzt das Gefühl haben, so Präsentationen halten, ist ja eine ganz spannende Sache, würde ich gerne
mal ein paar Sachen darüber hören. Gucken Sie sich gerne mal ein Buch an. Das ist von PowerPoint
zum Kraftpunkt. Wie gesagt, bei Amazon in dieser Woche sogar gerade das Kindle Buch. Nur das Kindle
Buch im Sonderangebot. Aber ist auch sonst nicht so wahnsinnig teuer. Und ja, ansonsten, wenn Sie
vielleicht sagen, na ja, Präsentationen selber halten, will ich eigentlich gar nicht. Mir reicht
es ja eigentlich auch schon, wenn ich vom Rieck jede Woche diese tollen Präsentationen kriege.
Gerne. Dann abonnieren Sie meinen Kanal, damit wir uns hier wiedersehen, wenn Sie solche tollen
Analysen kriegen. Und in dem Sinne sehen wir uns wieder in der nächsten Woche. Bis dahin.