
BKA-Chef: Corona-Maßnahmen könnte Anstieg bei Gewaltkriminalität der Jugendlichen erklären
„Jeden Tag verzeichnet die Polizei rund 600 Gewaltdelikte, das sind Vergewaltigungen, Raub schwere und gefährliche Körperverletzungen und auch Tötungsdelikte“, sagt Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2024 in Berlin.
„Besonders besorgniserregend ist nämlich die Zunahme bei Vergewaltigung, sexueller Nötigungen und bei sexuellen Übergriffen um 9,3 Prozent, diese zahlen müssen weitere Konsequenzen“, sagte Faeser.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der erfassten Straftaten insgesamt um 1,7 Prozent gesunken. Wesentlich für den Rückgang ist dabei die Teillegalisierung von Cannabis seit dem 1. April 2024. Rund 5,84 Millionen Straftaten wurden 2024 insgesamt durch die Polizei erfasst.
Bei der Gewaltkriminalität haben sich im vergangenen Jahr der Statistik zufolge auch die Zahlen tatverdächtiger Kinder um 11,3 Prozent und 3,8 bei Jugendlichen erhöht. Laut Holger Münch, dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), zeigen erste Auswertungen, dass bestimmte Altersgruppen besonders betroffen von Corona-Maßnahmen gewesen sind und eventuell auch dies einen Anstieg in der Kriminalität erklären könnte.
„Die ersten Auswertungen, die wir jetzt gemacht haben, wenn wir uns Vergleichsdaten angucken über mehrere Jahre ist, es scheint wirklich eine bestimmte Altersgruppe besonders zu betreffen, die durch die Corona-Maßnahmen besonders belastet war“, so der BKA-Chef.
Auch die Zahl der Tatverdächtigen insgesamt ist zurückgegangen, doch gibt es auch hier Auffälligkeiten. Ohne Betrachtung der ausländerrechtlichen Verstöße wurden 1.967.731 Tatverdächtige durch die Polizei ermittelt, ein Rückgang um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Zahl der nicht deutschen Tatverdächtigen bei allen Straftaten ist entgegen der allgemeinen Entwicklung leicht um 0,3 Prozent auf 696.873 angestiegen. „Erfreulich ist nur, dass insgesamt bei allen Delikten die Zahl der tatverdächtigen Kinder um 2,3 Prozent und bei Jugendlichen immerhin um fast sieben Prozent zurückgeht“, so die Bundesinnenministerin.
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