Armin Assinger - Das große Exklusiv-Interview (Vom Skistar zur Millionenshow)
29.12.2024
E-Mails hab ich gekriegt und auf die Homepage hab ich's mir reingeschrieben.
Du dumme Bauernsau, bleib daheim bei deiner Kuh im Stoll und dann sind Trottel, wie die
haben wir gebraucht.
Also alles Mögliche.
So, und wie ist die Abstimmung rausgegangen?
6-0 für Nassinger.
Herzlich Willkommen bei Menschen im Porträt.
Es gibt kaum jemanden in Österreich, der meinen heutigen Gast nicht kennt.
Spitzensportler, Weltcup-Sieger, TV-Moderator, Werbeikone.
Ich freue mich sehr auf ein spannendes Gespräch mit Armin Nassinger.
Herzlich Willkommen.
Servus, grüß Gott.
Wann haben Sie zum ersten Mal so die Begeisterung für Sport gespürt?
Oh, das wird schon ziemlich früh gewesen sein.
Als Bub bist natürlich nach der Schule raus und hast Fußball gespielt den ganzen Nachmittag,
bis Festtag geworden ist und so weiter.
Ja, das war ganz normal.
Mein Vater hat Fußball gespielt in Hermagald in der ersten und somit war das klar, dass
du da auch nach dem Match am anderen Platz mit den anderen Kindern von den Spielern spielst
und so weiter.
Und weiterer Erfolg ist dann das mit dem Skifahren natürlich dazugekommen.
Da waren so die Anfänge mit 9, eigentlich war es aber früher mit 7, 8 Jahren beim Dorfskirennen,
das es da gegeben hat.
Und dann halt mit Schulskitag, Bezirksschulskitag, Landesschulskitag und Skirennen, die der
Landesskifahrband organisiert hat, Schülerrennen und so weiter und so fort.
Und dann ist es einfach, wie man so schön sagt, auf gut Deutsch, Step by Step die Geschichte weitergegangen.
Aber neben dem Skifahren gab es doch einen normalen beruflichen Einstieg auch, oder?
Ja gut, das hat sich dann ein bisschen später entwickelt.
Ich bin ja, wie gesagt, ab dem 10., 11. Lebensjahr Skirennen gefahren, auch österreichische Meisterschaften
gefahren und so.
Und dann, wenn du so 14, 15, damals, ich glaube mit 16 Jahren hast du angefangen, TIS-Rennen
zu fahren, dein erstes internationales Rennen.
Und die Problematik bei mir war einfach die, dass ich nicht den Stamm in die Schule gegangen
bin, Ski-Gymnasium oder Ski-Unterschulung in Schladming, sondern das normale Park in
Hermager.
Zuerst Hauptschule in Hermager und dann das Park in Hermager gegangen bin und dort halt
absolut keine Unterstützung gekriegt habe.
Also da warst du als Sportler fast ein Aussetziger.
Ich war also noch immer so durchgekämpft, bin eigentlich nie sitzen geblieben, hab letztendlich
auch die Matura geschafft on time und obwohl ich wahnsinnig viele Fehlstunden gehabt habe,
ich glaube in der Matura habe ich gehabt 270 Fehlstunden oder so, also es war genügend
da und so ein Schlüsselerlebnis war für mich zum Beispiel Gitarre.
Ich habe eine Gitarre gehabt dort in einem musischen Gymnasium und im halben Jahrzehnt
ist es von der Arbeit gelaufen, dass ich einen Fleck gehabt habe in die Gitarre.
Und ich habe einen Fleck gehabt in die Chemie und da habe ich dann in tolle Kurven gekratzt
mit irgendwelchen Prüfungen vor dem Abschlusszeugnis, um zur Matura zugelassen zu werden und heute
ist es aber noch so, dass ich ein Mensch bin, der nicht nachtragend ist, aber den Musiklehrern
habe ich immer gemerkt, wenn ich mich den sehe, oder den Gitarrelehrer, wenn ich mich
den sehe, wirklich die Straßenseite, weil der hat mich so geärgert damals, da ist man
so aufgesessen, der hat mich so gegiftet wegen seinem tepperten Foch, wie Gitarre jetzt in
dem Fall, zwei Wochenstunden waren da und so ein hackliches Kreuz, weil immer bin ich
durchgekommen, Latein, Deutsch, Englisch, Mathis, mehr oder weniger kein Problem und
in die Gitarre hat mir der Hundling einen Fünfer reingehauen, der bist du denn.
Aber das hat mich motiviert eher dann auf das spätere Leben und dann ist parallel dazu
eben die Möglichkeit gewesen beim ÖSV mitzutrainieren, ich war nicht im Kader, die Limits nicht geschafft,
aber ich war knapp dran und dadurch habe ich mitgetrainiert und gleichzeitig habe ich
natürlich meinen Vater geschaut, dass wir einen Beruf zusammenbringen, er war Offizier
bei der Gendarmerie und dann hat es damals einen Sportlerkurs gegeben, wo Sportler von
verschiedensten Sportarten einen eigenen Kurs gemacht haben in der Ausbildung, gibt es mittlerweile
jetzt in Graz auch wieder mehrere Kurse am Laufen und da war ich dabei und das war eigentlich
sehr, sehr wertvoll, weil man natürlich gerade im Skifahren, kannst als junger Mensch mit
18, 19 Jahren fliegen, die schwer verletzende Karriere ist vorbei, bevor sie angefangen wird.
Insofern war einfach eine berufliche Ausbildung extrem wichtig und die habe ich im Gendarmen
gefunden, war dann sozusagen Staatsamateur, Freikrieg und Unterstützungskrieg vom Dienstgeber,
worüber ich mich heute noch sehr freu und worauf ich heute immer noch sehr dankbar bin.
Dann nach dem Beginn bei der Gendarmerie, wie war im Endeffekt dann das auch jetzt vom
Mentalen einerseits quasi, hat die Freude am Skisport begeistert und dann muss man die
Patrouille gehen, immer dann im Kopf auch wirklich auf Streife gewesen oder war es schwierig?
Nein, das war super, weil es einfach eine Abwechslung war und das ist nichts Schlimmeres als Monotonie
im Leben und das war so, dass wenn ich trainiert habe oder beim Trainingslager war oder ein
Rennen gefahren bin, dann war der Kopf natürlich dort und dann ist, besonders nach der Saison,
so April, Mai, Juni und die Juni, da war ich immer in der Gendarmerie schon für vier Jahre
lang oder dann, wie ich fertig war, habe ich da ganz normal Dienst gemacht und für mich
war das immer eine Abwechslung und hat den Kopf eigentlich durchgespült, hat den von
den belastenden Gedanken oftmals vom Sport, warum läuft es nicht, warum bin ich schlecht
bei einem anderen, warum bin ich da nicht gut gefahren, hat es dich ein bisschen weggebracht
und du hast andere Dinge gesehen und hast gewisse Sachen eben in Relationen setzen können,
weil du merkst, hoppala, jetzt bin ich halt da runter gefahren, war eine Sekunde langsamer,
so, heutzutage sagt man WTF, also es gibt so schlimmere Sachen da draußen, also habe
ich eigentlich daraus ein bisschen wieder Kraft und Motivation gezogen.
Wann wurde der Sport dann wirklich so komplett ernsthaft daran geglaubt, okay, das ist jetzt
die Zukunft?
Das ist ja schon mit 15, 16 Jahren geworden, das war immer schon irgendwo vorgezeichnet
und irgendwann ist dann halt die Entscheidung gefallen, ich möchte richtiges gehen und
da habe ich mich dann einfach dazu entschlossen, auf die Opfer zu gehen, weil ich zur damaligen
Zeit einfach nicht als Großer einen Nachteil gehabt habe, weil damals bist du als Großer,
wobei vorausschicken muss, ich war Kärntner Meister im Slalom und Riesenslalom, so ist
du als Großer dann später einfach ein Problem gehabt, um die Tore herumzufahren, früher
bist du ja noch ums Tor herumgefahren, heute räumst du sie ja weg, wenn du schaust, Thomas
Sikora ist groß, der Franzose ist dann der Gute, der Noel ist auch groß gewachsen, groß
gewachsen, die haben jetzt nicht unbedingt einen Nachteil im Slalom, damals war sowas,
sondern man hat eine Opfer gefahren und weil es ist da der Spruch kursiert, den hat glaube
ich der Werner Grießmann, legendär verbreitet, der hat gesagt, real man ski downhill, na
was willst du sein als 80er, natürlich ein real man, das sind halt die Opfer geworden
und super Ski in dem Fall.
Als die Entscheidung klar war, es wird jetzt nicht die Polizeikarriere, sondern die Sportkarriere,
wie haben damals die Eltern und das Umfeld reagiert?
Naja, es war halt parallel, Sport und Skifahren, das ist ja wunderbar parallel gelaufen, nur
wie ich dann aufgeschaut habe zum Skifahren, schon wieder 30 Jahre her, war ich komplett
im Dienstradl drinnen, Tagaus, Tagein und dann habe ich mir irgendwas überlegt, die
Ambitionen, die mein Vater gern gesehen hätte, dass ich die Offizierslaufbahn einschlage,
die habe ich nicht gehabt, das war nicht so meins und dann habe ich mir gedacht, einfach
mal, du musst jetzt vielleicht irgendwas machen im Leben, was dir wirklich Freude macht
die nächsten 30 Jahre, bis zur sozusagen Pension und habe ein bisschen umgeschaut und
dann habe ich diese Idee entwickelt mit dem Kommentieren, habe ich ein bisschen gefragt,
dann ist sich das mit dem Kommentieren in den ersten 1,5-2 Jahren parallel zwischen
mir und Marie ausgegangen und dann irgendwann hat sich das dann so dargestellt, dass ich
einen 5-Jahres-Vertrag machen wollte als Kommentator und dann habe ich mir gedacht,
in der Zeit muss es mir gelingen, dort Fuß zu fassen und dann in die Unterhaltung zu
gehen, das war wahrscheinlich nur der Masterplan, aber nachdem dieser 5-Jahre-Stil gestanden
ist, nachdem ich ein, zwei Jahre so probiert habe das Kommentieren, habe ich mich dazu
entschlossen, dass ich von der Schirmerie weggehe, mein Vater hat da natürlich auch
kein Problem gehabt, er hat gesagt, mach was du glaubst, geh deinen Weg und ja, da war
das alles keine Sekunde, die Schirmerie war äußerst wichtig für mich, um meinem Sport
nachzugehen, wenn das mit dem Kommentieren nichts geworden wäre, wäre ich bei der Schirmerie
geblieben, aber ohne große Karriere, tägliche Ambitionen, aber es ist jetzt so gekommen
wie es ist und mir gefällt es, das war eine gute Entscheidung.
Sehr früh mit dem Skisport begonnen, was war denn so der erste Prägens der Erfolg
in jungen Jahren, wo Sie sagen, das war so das erste Mal gepackt?
Der erste richtig große Sieg, da habe ich sogar noch das Foto daheim, war wirklich so
mit sieben Jahren beim Dorfskirennen, weil da habe ich mit sieben Jahren die 10-11-12-Jährigen
abgehängt und das ist so ein lässiges Bild bei der Siegerehrung, ich war der Jüngste
und stehe am Stockerle oben und der Zweite und der Dritte waren auf Augenhöhe, waren
aber älter, also das war ein Knackpunkt und dann war wirklich mit zwölf Jahren bei
den Kärntner Schülermeisterschaften, wo ich Wissensladung und Riesensladung gewonnen
habe und da ist es so, da fahre ich die Schüler 1 Klasse, das war damals 10-12 und die Schüler
2 Klasse war dann 12-14, den gleichen Lauf und jetzt bin ich Schüler 1 gefahren und
habe Tagesbestzeit gehabt in der Schülerklasse, wo ich die Eltern abgehängt habe, sowohl
im Slalom als auch im Riesenslalom und dann habe ich gesagt, du bist doch gar nicht einmal
so ein schlechter Skifahrer und dann hat sich die Vereinsarbeit sehr gut dargestellt bei
uns und der Vorteil war fest dahinter und so hat sich das dann so weiterentwickelt mit
einem Haufen Rückschlägen und viel mehr Niederlagen als Siegen oder negativen Erlebnissen,
den Siegen, aber trotzdem, das war alles eine sehr gute Lebensschule, die ich nicht
missen möchte.
Jetzt haben Sie kurz angesprochen, scheitern auch Niederlagen, häufiger noch als die Siege,
was war da so die schmerzhafte Niederlage damals?
Naja, ich sage einmal, im Schüleralter ist dann diese Pubertät dahergekommen, wo ich
relativ viel gewachsen bin, in einem Jahr und da hat es nicht zusammengepasst, die Hände
gab es bis runter zu den Knien, wenn du gestanden bist, eine Hebel, dass es Ärger nicht mehr
geht und schier angeschoben halten und da war natürlich die sportliche Koordinativ fast
unter jeder Kritik und das war natürlich ein schlimmes Jahr und dann ist es aber wieder
aufwärts gegangen und so zwei Schlüsselerlebnisse habe ich gehabt, das erste war, da hat mich
der Charly K., der legendäre Trainer, nach Wengen mitgenommen und da war ich 19 Jahre
alt.
Aber das hat er eigentlich nicht freiwillig gemacht, weil er hat so Druck gekriegt von
der Presse, weil andere Kärntnerrennläufer und ich bei einer Fiesabfahrt gewonnen haben
und dann haben die Kärntner alle geschrieben, die Kärntner sind Weltcup, wir sind Weltcup
und der Charly hat bestimmt gesagt, wir nehmen es mit, die werden schon sehen, was dort los
ist und dann war das in Wengen und wie gesagt, das war 1984 im Jänner, da war ich 19,5 Jahre
alt und ich hatte keine Ahnung von irgendwas und fürchterliche Brezen geschossen wird
runter und irgendwann bei der letzten Fahrt am November haben wir das Zielpanzer gesehen
und der Charly hat dann gesagt, du fährst heim, weil du so schleißig wie du beieinander
bist, du hast ja nichts verloren.
Und er hat gesagt, ich werde nie mehr Trainer sagen, ich bin schlecht beieinander, was aber
logisch war, mit 19 Jahren auf einer Abfahrt, mit 30, 35, heute findest du da kein 19-jähriger
mehr auf einer Abfahrt, also da bist du mit 30 noch ein Talent.
Und das war der erste Knackpunkt, dann hab ich weitergekämpft, weitergearbeitet an mir
und mich zum Ehrgeiz entwickelt und dann war ich endlich dort, wo ich hinwollte, bin in
Gröden einmal auf Stockholm gefahren und im 88er-Jahr war das dann, bin da Dritter
gewesen, oder Zweiter war ich, Zweiter viel mehr und hab ein paar gute Ergebnisse gehabt,
im Winter 6. in Kitzbühel gewesen.
Und dann ist das ein scheiß Tag gewesen in Wengen, wo ich mit Startnummer 1 im ersten
Trainingslauf geflogen bin, so als Testpilot quasi, mit ein paar der Knie zusammengekaut
hab, in den linken Knöchel auch noch lädiert gehabt hab, insgesamt waren 3 und zwar 7
Bandeln ab und die Knorpel, also richtig ein grausiger Brezen und da war die Karriere
schwer am Kippen, ich bin da 16 Tage im Krankenhaus gelegen in Innsbruck, Gips bis da rauf, dann
hab ich noch gehabt, ungefähr nach einem Monat noch einmal 4-5 Wochen einen Gehgips,
links rechts einen Gips gehabt und links hab ich einen Stoppel drauf gehabt und die Kruken
und rechts hab ich nicht dürfen auftreten, weil da war ein Nagel durchs Knie runter,
also irgendwas hat sich fixiert. Und das war natürlich hardcore, dann bin ich auf 3
Punkten bis gegangen und einmal bin ich bei der Haustür reingeflogen, beim Eingehen
hab ich mich so gestolpert, wie bin ich denn aufgestanden, weil die Füße steif sind,
also wie kommst du denn da auf? Und da hab ich gesagt, nach einer Zehnundviertelstunde
ist meine Mutter bei der Tür gekommen, die war bei der Nachbarin drin, da hab ich gesagt,
Mutti, hilf mir auf, ich sag sie, wie er den Bub, wie er den, da sag ich, gib mir einen
Stuhl, irgendwie, dass ich mich so aufziehen kann. Das war ein Horror und da hat den keiner
auf mich geschätzt, da bin ich dann im Mai, das war im Jänner, und die Mai, Juni,
Welches Jahr hattest du schon?
89, kenn ich das? Und die Mai, Juni war ich dann so weit, dass ich konnte ganz schnell gehen,
das war kein Schock mehr, schnell gehen, und da hab ich mich schon ein bisschen umgedreht
und dann ist wieder ein Laubschuss passiert, dann ist mir beim linken Knie noch einmal
das operierte Bein zugerissen und mir wieder operieren müssen, wieder 6, 7 Wochen,
Schienenkopf und so weiter, und wieder Zeit verloren, und da war so eine geile Geschichte,
da ist einmal ein Reporter gekommen, von einer Gärtner-Tageszeitung, so eine Homestory,
und dann so, ja, treffen wir uns auf dem Fußballplatz in Hermabayern, und da bin ich dann wieder
mit der Glocke, das hat man gewusst, da hab ich dann laufen können, also, was ich laufen will,
langsamstes Joggen, und dann hat er geschrieben das, und hat einen Bericht gemacht, und was
er sieht, und dann Jahre später, wie ich dann in Kleinkirchen gewohnt bin, mein erstes
Workerbein, ist er dann zu mir gekommen und hat gesagt, weißt du, was ich mir damals gedacht habe,
als ich dich gesehen habe auf dem Fußballplatz, so, ich weiß genau, was du dir gedacht hast,
was will denn der Tod, so, genau das hab ich mir gedacht, da siehst du, da muss man aufpassen,
was die Leute, oder wie man Leute einschätzt, gell, aber auf alle Fälle war ich nach dieser
Verletzungszeit dann wirklich, oder ich war da sehr fanatisch, und ich hab einfach versucht,
alles wieder zu machen, dass ich wieder Skifahren kann, vielleicht ein Skirennen fahren kann,
war aber nicht absehbar, und ich hab wirklich viel ausgehalten bei der Therapie, und hab
mir halt gedacht, wenn das mit dem Skifahren nicht mehr funktioniert, mit dem Skirennen
fahren, dann möchte ich nicht schuld sein, ich möchte nicht irgendwann mit 30 gehen
und sagen, weil ich damals ein bisschen härter zu mir gewesen bin, und ich gleich aufgehen
möchte, und ein bisschen durchgedruckt hätte das Ganze, dann wäre auch noch was gegangen,
also ich wollte sagen, weil es nicht geht, bin ich nicht schuld, sondern es ist der liebe
Gott, das Schicksal, oder wer immer, und daher, das war mein Antrieb damals, und die Geschichte
ist ja aufgegangen, hab danach eigentlich gute Jahre gehabt, und hab dann 1995 geendet,
mit vier Siegen am Konto, und mit der hinteren Kniehalt, besser ist nicht gegangen, bin aber
nur, jetzt hab ich aber nachgerennt, nachgeschaut, bin aber nur 67 World Cup Rennen gefahren,
und bei 67 World Cup Rennen, vier Siege, ist halt einmal so eine schlechte Ausbeute, weil
jetzt heute erst, der Johann Claret aus Frankreich ist glaube ich 200 Abfahrten gefahren, und
ich hab keinen sechsmal gewonnen, also so letzt ist es dann vielleicht gar nicht gewesen.
Der Unfall, also die Unfall-OP 1989, beim Bad Gleich-Kirchheim 1989, das Comeback, oder
der Sieg, kann man sagen?
Das kann man sagen, ja.
Der Antrieb ist ja schön, aber wie haben Sie es geschafft, in diesen drei Jahren, diesen
Turnaround zu schaffen, mittels dieses Comeback zu schaffen?
Also Fanatismus.
Fanatismus und einfach, vielleicht auch ein gewisser Fanatismus, Motivation ist ja dieses
große Wort heutzutage, aber woher ist der gekommen?
Die Motivation ist gekommen, weil man einfach gedacht hat, das kann es nicht gewesen sein.
Aber ich hab da wirklich einen super Winter gehabt, wie ich mich verletzt hab.
Wie gesagt, da war ich Zweiter, Sechster, Zweiter in Gröhen, Sechster in Kitzbühel,
Neunter in Kitzbühel, als 24-Jähriger, was ja keine schlechten Ergebnisse waren, und
dann haben wir gedacht, das kann es nicht sein, das gibt es nicht, der liebe Gott kann
das mit dir, und dann bin ich wieder ein gottergegebener Mensch, das kann er mit dir
nicht vorgehabt haben, dass es so endet, der hat mit dir Großes vor.
Und dann klemmte ich halt rein, und das war ja auch eine brutale Geschichte.
Ich meine, ich bin 1981 verletzt gewesen und bin im März 1990 das erste kleine Rennen
gefahren.
Und dann im Jänner 1991, also zwei Jahre nach dem Sturz, ist mir genau in Kitzbühel
gelungen, wieder in die Workout-Punkte zu fahren, also in der ersten Folge, ich glaube
11. war ich, mit hoher Nummer, ich weiß nicht, 40 oder was.
Und das war dann so die Initialzündung.
Da geht noch was, da geht noch was.
Und was auch so geil war, ich kann mich erinnern, der Doktor, wie er mich operiert hat, ist
in ein Krankenzimmer gekommen in Innsbruck, hat Badezeichen gezogen, das tun sie so,
nach dem Knie, und hat gesagt, du hast wohl ein Gefühl.
Sag ich, freilich hab ich ein Gefühl, freilich hab ich ein Gefühl.
Super.
Dann sag ich, Dok, wie schaut's denn aus, was sagst du, kann ich noch mal Skifahren?
Und ich hab gesagt, da war ich 24 Jahre alt, und dann sag ich, Skifahren auch mal.
Skifahren wirst du schon kennen mit deinen Kindern vielleicht, Rennfahren geht sich nimmer
aus, und mit 40 hast du auch ein künstliches Kniegelenk.
So, dann bin ich danach Rennen gefahren, hab Rennen gewonnen, bin mit meinen Kindern Skifahren,
bin 1960 und hab noch nicht das neue Kniegelenk.
Aber ich steht vor der Tür, aber ich sag mal, so ist es halt die ganze Geschichte gelaufen.
Nach so einem schweren Unfall, mit all den Problemen, Operationen, Krankenhaus etc.,
mit welchem Gefühl steht man dann am Start beim nächsten Rennen danach?
Mit keinen Gurten.
Mit keinen Gurten, aber vielmehr war die Anspannung da, wie liege ich von der Zeit her.
Es war nicht das Gefühl schlecht, dass mein Körper das nicht aushält, weil ich hab mich
lange darauf vorbereitet, hab ich ja 14 Monate quasi kein Rennen gefahren, und hast ja wohl
trainiert, hast ja Zeitläufe gefahren.
Ich bin mit meinen Mannschaftskollegen Zeitläufe gefahren, ich habe gewusst, wie ich da liege.
Aber die Frage war, wie ich da liege.
Aber die Frage ist, bringe ich es im Rennen auch so häufig?
Das war so ein kleineres FIS-Rennen, weiß ich noch genau.
Da bin ich, glaube ich, Dritter geworden.
Sehr gefreut, weil es war eine recht starke Besetzung.
Der eine oder andere Work-Up-Laufe aus Italien, Österreich und so, das hat mir gut getan.
Und dann habe ich gewusst, das ist der erste Schritt, jetzt kommt dann wieder der Nächste
und der Nächste und der Nächste.
Und die Angst, also nach diesem schlimmen Sturz, ist dann die Angst vor dem neuen Sturz
im Kopf, beim nächsten Rennen, oder kann man das aufbleiben?
Das hat mich eigentlich danach nur mehr zweimal reingebirnt, wo ich wieder wehgetan bin.
Aber schau, Menschen, die so Gradwanderungen beschreiten, wie wir das zweifellos machen
im Skisport, das sind meist einverdrängend.
Du musst sagen, wenn einer aktiv ist und du fängst um Angst, Angst habe ich nicht,
Respekt habe ich, Respekt.
Wenn du dann noch mit den Leuten redest, ob das der Eberhardt ist in Kitzbühel, wer immer,
Fritz Strobio, wie sie alle heißen, da ist jeder in Kitzbühel im Ofen gegangen.
Aber wie gesagt, du musst das verdrängen irgendwie und dein Herz in die Hand nehmen
und die hat dann dort ausgewucht und du machst es freiwillig.
Heute nicht, das ist nichts für mich.
Muss auch eine gewisse Größe brauchen, logischerweise.
Und ich habe mir dann irgendwann gedacht, nach dieser schweren Verletzung der Angst
muss ich klarkommen und habe einfach überlegt, Angst haben diese im Prinzip nicht schlecht.
Das lässt ein bisschen wachsam sein.
Wenn Kinder Angst haben, schlafen sie nicht.
Das ist besser als vor Angst gelähmt zu sein.
Weil wenn das Kaninchen vor der Schlange ist, ist es wie gelähmt, sagt man.
Und was passiert? Gefressen wird es trotzdem.
Gefressen will ich nicht werden.
Wachsam haben und wachsam habe ich einfach übersetzt für mich mit einfach viel trainieren.
Einfach gut ausgebildet, technisch gut Ski zu fahren, sauber am Ski zu stehen,
all diese Dinge zu beachten, konditionell super beieinander sein.
Ich kann sagen, in den letzten drei, vier Jahren meiner Karriere war ich beieinander wie ein Bär.
Das war meine Zugang zu Angst und meine Übersetzung dazu.
Und das mache ich heute noch so.
Und dann versuchst du mit Television oder anderen Relationen zu sitzen.
Wenn ich etwas moderiere heutzutage und dann sagst du dir einmal ein Wort falsch.
Mein Gott, sagst du dir ein Wort falsch.
Fehler machen ist menschlich.
Es gibt keinen, der nicht Fehler macht.
Dann frage ich mich, wie geht man damit um.
Aber ob jetzt irgendein Kritiker schreibt, er hat Trips Drill falsch ausgesprochen.
Mein Gott, das ist eine arme Situation für einen Kritiker.
Weil von 100 Kritiken, die so einer schreibt, oder eine, das ist eine Frau,
sind 98 schlecht.
Das ist ein Mensch, der sucht nur das Schlechte.
Das hat er schlecht gemacht, das Programm ist schlecht,
der hat schlecht Theater gespielt, der hat schlecht gesungen.
Das ist kein gutes Programm von dem Kapitän.
Der sucht nur das Schlechte.
Das ist kein schönes Leben.
Und so bin ich an die Sache dazugegangen.
Später hat er mir schon einmal gesagt, es gibt schlimmere Sachen im Leben.
Zum Beispiel 42 Tage die Badeachs in den Gips zu haben.
Das ist schlimm.
Letzte Frage noch zum Skifahren.
Wenn man dann quasi beim Start ist und die Ski quasi den Schnee berühren bis zum Ziel.
Denkt man da irgendwas?
Oder ist man wirklich ein Autopilot?
Das ist ein Unterschied.
Ich kenne einige, da gehöre ich auch dazu, die haben, wenn sie in Form waren, nicht gedacht.
Weil wenn du in Form bist, bist du im Flow.
Da geht das alles von selber.
Du startest, du weißt genau, dreimal runter und hocke, dann tue ich das.
Dann fahre ich runter, dann ziehe ich die Füße und springe und dann gehe ich da.
Die Sau habe ich auch nicht, dann komme ich hoch raus.
Das hast du alles schon irgendwo abgespeist.
Deswegen machst du ja diese Fahrten vor dem Lauf und 10, 20 Mal, wo du alles runterfährst im Geiste.
Von den Rennen, wo ich schlecht gefahren bin, es waren leider viel mehr.
Da weiß ich ziemlich alles, wo ich einen Bock geschossen habe oder wo da ein schwerer Fehler war.
Wo ich weiß, ich kann da so teppert reinfahren.
Ich weiß, dass es beim Leonard Stock, meinem langjährigen Zimmerkollegen, Olympiasieger 1980, genauso war.
Ich weiß, dass das beim Hannes Trinkl so war.
Das ist ganz eigenartig.
Ich habe immer gesagt, du musst in der Rentrons sein.
Jetzt hast du kurz das Stichwort Millionenschau gefallen.
Sportkommentator war ja quasi der Erntejob in den Medien.
Wie kam dann der Sprung zur Millionenschau?
Das hat eigentlich den Anfang genommen mit dem Kommentieren im Frühjahr 1990.
Da habe ich schon das eine oder andere Kleine gemacht.
Kinder für Licht ins Dunkel am Heiligen Abend.
Das war mal so eine 96er, 97er Sendung.
Da habe ich schon ein bisschen für reingeschnuppert.
Und dann war es so, dass ich 1998 eine Rommie gewonnen habe im Fernsehpreis.
Für die Art und Weise des Kommentierens von Skirennen.
Insbesondere von Hermann Mayers am Brezen, damals in Nagernach.
Und im Jahre 1999 habe ich eine Laudatio gehalten auf die österreichischen Skidamen.
Götzschl, Meisnitzer, Dorfmeister und Schuster, die damals bei der SkiWM in Wehl
die ersten drei Plätze gemacht haben und eine Mörderquote gehabt haben.
Über zwei Millionen Leute haben das gesehen.
Und ich habe die laudatiert und gehe runter von der Bühne und sehe die Katrin Zechner.
Damals Programmdirektorin beim ORF.
Und ich gehe zu ihr hin und sage, Grüß Gott Frau Zechner, ich bin der Armin Asinger.
Und wenn ihr mal was habt in der Unterhaltung, der Sport hat meine Nummer.
Dann hat sie gesagt, ich weiß schon, wer du bist.
Dann habe ich gesagt, super, dass du zu mir du sagst, ich sage zu dir auch du.
Und dann sagt sie, ja wir werden uns schon bei dir melden.
Das war so, hat man gedacht.
Don't call us, we call you. Also eh nie.
Wie ist der Teufel, haben wir 14 Tage drei Monate später, kriege ich noch einen Anruf.
Ja Herr Asinger, wir hatten da eine Sendung.
Da geht es darum, in England wird die, ich spielte mit großem Erfolg, die nennt sich dort Great Escapes.
Wird von Martin Brandl vom Lanz Autofahrer moderiert.
Und da geht es darum, dass einfach kritische Dinge, die irgendwer gefilmt hat, gut rausgehen.
Irgendwo fällt jemand in ein Loch runter, kommt nicht raus, dann kommt irgendwas auf die Hände.
Dann kommt der Bagger, der Motorradfahrer und dann ziehen sie den raus.
Oder irgendwo ist eine Flut, irgendwo fällt ein Tier runter und wird halt gerettet.
Eine Great Escape halt.
Und die haben gesagt, das wird bei uns heißen, Glück gehabt.
Ja, dann haben wir, ob ich das mir vorstelle.
Ja, freilich.
So, dann haben wir das angegangen.
Und jetzt hast du das Glück gehabt, heißen und dann ein, zwei Jahre drauf haben sie es dann umgetauft auf Extrem.
Und das war super, das war ein herrliches Learning.
Ich glaube, wir haben 36 Folgen von dem gemacht.
Immer so für Samstag, Sonntag, Vorabend mit recht guter Quote damals.
Und da habe ich wirklich viel gelernt, was moderieren und reagieren betrifft, was mit Leuten redet und so weiter.
So, und dann war das irgendwann aus.
Und einer von der Redaktion von Extrem hat gesagt zu mir, Armin, du tust auf dem Morgen ein Casting für die Millionenschau.
Magst du mitmachen?
Da sage ich, ja, da fahre ich hin.
Wo ist denn das? Ja, in Köln.
Im Vorfeld ist das irgendwie schon ein bisschen publik geworden, dass da Dieter Schmähler dabei ist,
und der Dorian Steidl, und der Oliver Ausbitz, und der Robert Kratki, und der Wolfram Birchner,
und der Roland Adrowitzer, und noch einer weiß ich nicht mehr, und halt ich auch.
Und die haben es in den Zeitungen geschrieben, das kann nicht, das kann nicht Dieter Schmähler sein.
Das wäre ein Profundenschmäh, ein Subtil und Pipapon sowieso.
Und ich bin da rausgefahren und habe gedacht, da habe ich eh keine Chance,
aber ich möchte eine Duftmarke hinterlassen, damit die sehen, mir gibt es noch,
weil die Sendung ums Eingestellte und Reden geht.
Und vielleicht ergibt es schon was.
Ich bin rausgefahren, Vierer gehabt, nicht gut gefühlt,
hab das gemacht, hab mich ein bisschen vorbereitet darauf, wie ich das machen würde.
Dann hat man so 20, 25 Minuten die Sendung gespielt, eingegangen, begrüßt, Regeln erklärt,
dann hat man einen Kandidaten gehabt und hat mit denen gespielt.
Und dann war das aus, und dann bin ich wieder heimgefahren.
Naja, ich habe natürlich nichts mehr, weil die Zeitungen haben sich dann überschlagen,
wie gut der Dieter Schmähler ist.
Es war nur die Wahrheit, so war das.
Und es war mir leider bei mir das Telefon,
Herr Hersinger, Sie sind in einer engeren Wahl, würden Sie sich das zutrauen?
Als Kolleg, Programmdirektor, das wäre nicht ausgefallen, wenn ich es mir nicht zutraue.
Ich habe zu meiner damaligen Frau gesagt, das gefällt mir, das traue ich mir zu.
Und meine Frau hat damals gesagt, das ist eine Nummer zu groß,
das hat mich natürlich angesteigert, wurscht.
Und dann sagt er, kommen Sie einmal nach Wien, aber inkognito.
Sagt der Herr Skolik, von gutem Verständnis, ich bin nach Wien gefahren,
war eine Stunde bei ihm, top secret, bei ihm daheim, haben wir uns unterhalten.
Und dann bin ich daheim gefahren, wieder gehört, wir rufen sie an.
Und dann war es so herrlich, da habe ich Rasen gemalt, ich weiß nicht.
Und ich meine, der Rasen ist herrlich meditativ,
weil es ist relativ laut und du hörst sonst nichts.
Und ich war so vor mir hin in meiner Mea-Trans.
Und die Bedienerin schreit dann runter zu mir,
hab ich ein Telefon, Telefon, ich sage, ich mag jetzt nicht.
Ich sage, Telefon, das ist Kollege Skolik, Skolik.
So war die Geschichte.
Und dann ist das aber noch irgendwie sehr lustig gewesen.
Es gibt nämlich eine Background-Story.
Zu der Zeit war ich die Monika Lindner Programmdirektorin.
Und jetzt erzähle ich die Geschichte, weil sie sie erzählt hat,
vor langer, langer Zeit, vor 20 Jahren,
bei einem Kongress in Villach, wo ich moderiert habe.
Und dort hat sie die Geschichte öffentlich erzählt, wie das war.
Da hat sie ein Gremium ge-
Also ein Casting funktioniert so, du machst das,
und dann wird das einem Probe-Publikum vorgespielt.
Und das wird dann bewertet.
Sprache, Schmäh, Reden, Ausschau, wie tut er mit den Händen,
wie sympathisch, was weiß ich.
Und auf dieser Liste war ich Top-Gerät.
Und dann ist das zur Monika Lindner gekommen,
da waren sechs Direktoren da, und sie,
und hat sich gesagt, was machen wir jetzt?
Wer kriegt die Millionen schon?
Hat sie alles erzählt, das will ich draußen auch sagen.
Und dann sagt sie,
und da kommt nichts raus,
weil da hat sich keiner der Direktoren offensichtlich getraut zu sagen,
nehmen wir Nasinger,
weil er Angst hatte, dass der andere sagt,
spätestens der Redemund hat das Ganze nicht gemacht,
hey, hey, weil der hat Nasinger gemacht, der hat so gesagt.
Und hinher, hinher, hinher.
Und dann hat sie gesagt, und dann habe ich gesagt,
wir machen das anonym.
Und wie ist die Abstimmung rausgegangen?
6-0 für Nasinger.
Und dann haben wir gesagt, super,
Entscheidungsfreude, gell.
Und diese Story ist einfach lässig,
und wie gesagt, Monika Lindner hat etwa 700 Frauen damals erzählt,
im Villa,
und da hat die Geschichte angefangen,
und dann ist es aber rund gegangen,
weil dann waren natürlich die ersten Meldungen,
E-Mails habe ich gekriegt,
und auf die Homepage haben sie mir eingeschrieben,
du dumme Bauernsau,
bleib daheim bei deiner Kühe im Stall,
und so Trottel wie die haben wir gebraucht,
also alles Mögliche.
Weil viele Menschen in der Blase Wien draußen,
im intellektuellen Zentrum Österreichs,
sich gedacht haben, hoppala,
da ist einer, der war Skifahrer mit so, so, la, la Erfolgen,
natürlich im Vergleich zu einem Hermann Mayer oder Franz Klammer,
kann ich nicht mithalten,
aber im Vergleich zu anderen, doch.
Also so schlecht war es nicht.
Dann hat da so ein Skilehrer, Schmäh, so ein Halberten,
nichts gegen den Skilehrer,
Redmundart,
und das in der Primetime.
Wie gesagt, war das alles ein Ansporn,
und dann habe ich eine,
und jetzt schließe ich die Geschichte ab,
weil ich weiß, das dauert jetzt schon sehr lange,
da habe ich einen Coach gehabt,
oder eine Coachin eigentlich, die habe ich noch bevor,
die kommt aus Köln,
und die habe ich getroffen das erste Mal,
und wir schauen ein Video an, das Casting-Video an,
und sie sagt, Herr Asinger,
ich sage Ihnen eines,
ich verstehe zwar nicht alles, was Sie sagen,
aber bitte behalten Sie Ihre Mundart bei,
denn Mundart ist Authentizität.
Und das ist mein Credo.
Und wenn ich heute höre,
ab und an, bei mir der Bericht,
ab und an scheint die Sonne.
Das hält ja nicht aus,
weil bei uns sagt man ab und zu.
Bei uns ist es auch nicht der erste Weihnachtsfeiertag,
sondern der Christtag.
Und nicht der zweite Weihnachtsfeiertag,
sondern der Stephanitag.
Und ich sage auch nie,
rein, rauf, runter, raus.
Bei mir heißt das eine rauf,
die andere runter.
Oder raus.
Das heißt,
so Wörter,
die da von Deutschland zu uns hereinschwappen,
und die die Kinder,
oder die Leute so blind übernehmen,
das taugt mir nicht.
Sprache ist Kultur,
das ist Authentizität, das sind wir.
Und weil du heute oft so Interviews mit Kindern hörst,
bei Steiermark heute,
oder bei Kärnten heute,
irgendwo Kinder nach irgendwas fragen,
acht, neunjährige,
die reden Hochdeutsch, was glaubst du, gibt es das?
Wir sind ja eher in Österreich,
in unserem Idiom sagt man eher,
ich habe gestern gelesen.
Und die Kinder mit acht, neun Jahren sagen heute,
ich las das Buch gestern.
Musst du mal aufpassen.
Da denke ich mir, eh okay,
aber ich weiß nicht.
Mundart, ich habe in Deutsch
mit einem Zwarer maturiert.
Und nur weil es Mundart heißt,
heißt das nicht, dass du nicht
in einer deutschen Firma bist,
weil es davon kommt,
weil ich sage mal,
im Pitztal, wo der Benny Reich daheim ist,
da sagt man zum Nachtboden,
oba doba.
Und der Keller ist unter d'Unter.
Und man kummst in einer,
sagen die draußen im Pitztal,
weil meine Frau ist auch aus dem Pitztal gewesen,
die erste Frau,
und trotzdem ist der Benny Reich,
würde ich sagen, nicht blöd,
im Gegenteil, ein ganz schlauer Mensch,
und er hat sich sehr gut ausgedrückt.
Also Mundart, das ist nichts Einzuhalten,
und jetzt beenden wir dieses Blödoyer
für das österreichische Idiom.
Die Millionen schon wieder ein großes Erfolgsthema,
klarerweise, wie kam dann der Schritt
zum Buchautor?
Ah, das hat sich auch bald einmal ergeben,
das war gleich mal nach dem Skifahren,
Ende der 90er,
und ich habe mir überlegt, ich könnte mir
so ein bisschen eine Geschichte zusammentragen,
das hat dort das Buch geheißen,
Wo die Comanschen pfeifen,
weil der Charlie K. hat diesen Ausdruck geprägt,
die Bullen schneiden Pfeifen, die Comanschen,
das heißt, heute geht es zur Sache,
heute ist eine Wiederpartie,
und da haben wir wieder so einen Buchtitel genommen,
Wo die Comanschen pfeifen,
haben wir das mit einem Verleger gemacht,
hat sich recht gut verkauft,
ich glaube, um 13.000 Bier verkauft,
von dem waren so ein paar jugendfreie Geschichten,
die ich halt so erlebt habe
im Laufe meiner Karriere,
und danach ist dann eben
dieses Thema Angst aufgetreten,
oder aufgekommen,
Anfang der Nullerjahre,
da war das erste Buch eben auch Sieger haben Angst,
wo ich mit einem Grazer
Psychologen zusammengearbeitet habe,
den Dr. Günther Klug,
wo ich meine Sicht der Dinge dargestellt habe,
und er hat das vom medizinischen
Standpunkt aus betrachtet,
vom fachlichen Standpunkt aus,
ich war der Amateur, und er war der Experte,
quasi,
so ist das halt
damals gegangen,
das war ein sehr gutes Buch,
da habe ich sehr viel Rückmeldung
gekriegt, und
viele Leute kommen heute noch
immer mal daher, bei einem Vortrag,
und ich sage, Mensch, die haben das noch,
das ist über 20 Jahre her,
und in weiterer Folge
habe ich dann auch noch Asterix auf
Kärntnerisch übersetzt, was auch sehr lustig war,
und
dann noch 2, 3 Sachbücher
gemacht, 40 Jahre Skiwelt gehabt,
mit einem Wiener Autor,
und dann noch einmal vor ein paar Jahren
bergab und doch bergauf,
die Neuauflage von auch Sieger haben Angst,
aber jetzt ist glaube ich das Thema durch,
jetzt habe ich ein nettes Projekt
in Aussicht, es gibt ja das Buch
Der Jesus und seine Havara,
wo, ich glaube das ist Lukas Evangelo,
weiß nicht mehr genau welches,
auf Wienerisch
übersetzt worden ist, und der Ostbankurti
Selig hat es dann
vorgelesen, und das ist irgendwie so
lässig im Wiener Dialekt,
und jetzt haben sie mich gefragt,
der Verlag, ob ich das nicht auf Kärntnerisch mache,
der Jesus und seine Kumpaland,
als Projektname,
und das werde ich jetzt angehen,
und schaue, dass ich es bis Mitte Sommer fertig habe.
Es waren jetzt so viele Jahrzehnte
mit außergewöhnlichen Wolken,
was waren da so die persönlichen
Gänsehautmomente?
Positive Natur,
naja,
von Privat mag ich nicht wirklich reden,
weil Privat heißt ja Privat,
aber im Sportleben
war natürlich
ein Gänsehautmoment
die ersten Melkerpunkte,
die ich da in Gröden gemacht habe damals,
war schon ganz lange her,
mit 20 oder was,
oder das erste Stockerl in Gröden,
oder das erste Mal in Kitzbühel runterfahren,
das waren natürlich schon Gänsehautmomente,
und dann der
allergrößte war aber sicherlich 1992,
wo ich das erste Rennen gewonnen habe,
in Klein-Kirchheim,
auf einer Strecke, die ich von klein auf gekannt habe,
wo mein Vater dort war,
wo viele von Hermann gar dort waren,
von meiner Heimatstadt,
und in der Heimat,
das war wirklich was Besonderes,
weil das ist
noch keinem Kärntner gelungen,
weder dem Franz Klammern, noch dem Rainer Schönfelder,
noch dem Fritz Strobl,
sondern mir,
und ich muss aber zur Ehrenrettung sagen,
der anderen, das hat nicht so viel Verhältnis gegeben in Kärnten,
aber immerhin,
und auf dem Stockerl bin ich schon
sehr stolz, dass mir das gelungen ist,
allerdings ist es 32 Jahre her,
und wer fährt jetzt noch drüber,
außer ich und mein Kopf.
Gab es rückblickend betrachtet
in diesem Leben
so eine wichtigste Entscheidung?
Also diese Weggabelung,
da gibt es ein paar,
das kann man nicht auf eine
so eine Weggabelung festmachen,
da gibt es dann wieder eine andere
Verästelung, und
kann ich eigentlich nicht sagen,
aber die Grundsatzentscheidung dann irgendwie
für den Profisport
oder für den Sport zu entscheiden,
das war natürlich
eine wichtige Entscheidung,
die alle anderen, die da nachgefolgt sind,
beeinflusst haben,
und unter einen Strich muss man sagen,
und das sage ich auch immer,
auch wenn ich nicht gefragt werde,
dass der Sport ganz einfach eine unheimlich wichtige
Lebensschule ist, und dass der Sport einen viel höheren
Stellenwert in unserer Gesellschaft haben müsste,
dass die Kinder wieder wesentlich mehr zum Sport kommen,
gerade jetzt habe ich wieder einen Artikel gelesen,
der Sport ist wichtig, um Aggressionen abzuhalten,
und wenn man auf die Straße schaut
und sich umhört, wie es da jetzt zugeht,
teilweise ist es ein Wahnsinn, weil
die Kinder, die Jugendlichen,
die jungen Leute
bringen das nicht mehr weiter.
Das kann man nicht mehr entkanalisieren,
sozusagen, oder rauslassen,
weil ich sage, wenn du den Radl
70, 80 Kilometer fährst, bist du dann 80 mehr,
als dass du mit einem Rafen anfängst.
Verstehst du?
Das ist ein ganz blindes Beispiel.
Und deswegen glaube ich, ist es ganz wichtig,
den Sport viel stärker zu verankern, auch in der Schule,
das gehört dafür hinein, und das gehört auch
zum Leistungsbezirk ein bisschen her,
weil nirgends lernst du
besser mit Siegen
und noch mehr Niederlagen umzugehen,
als im Sport.
Du lernst Bündlichkeit, du lernst Respekt
vor dem Trainer, vor Mitmenschen, vor Eltern,
vor deinen Konkurrenten,
du lernst Durchhaltevermögen
zu entwickeln, und nicht gleich beim ersten
kleinen Gegenwind, oh, das schaffe ich nicht,
ach, ich schaffe das nicht, und dies und jenes,
und jetzt dann, ah,
und so weiter.
Wenn man etwas gern tut,
oder sagen wir so, um Motivation zum Beispiel,
hat das sehr viel mit Begeisterung zu tun,
und begeistert bin ich dann, wenn ich etwas gern tue,
und ich mache etwas gern, wenn ich begeistert bin.
Und wenn ich begeistert bin, halte ich auch viel aus.
Und das kann ich alles ein bisschen im Sport vermitteln.
Ich muss nicht jeder Leistungssportler werden,
aber ein bisschen, ein bisschen Adampf
muss schon dahinter sein.
Die Öffentlichkeit, das Publikum definiert
Armin Assinger als sehr erfolgreich.
Wie definieren Sie für sich persönlich Erfolg?
Erfolg definieren ist vielleicht,
könnte man vielleicht so sagen,
oder könnte ich mir so erklären,
dass du dir ein Ziel vornimmst,
du nimmst es davor, dieses Erlebnis zu erreichen,
und dann schaffst du es.
Dann hast du, dann hast du
Erfolg. Weil du hast das, was du immer vorgenommen hast,
umgesetzt.
Und wenn es halt nicht gelingt, dann hast du aber
bis dahin ziemlich geile Erfolge zumindest
erreicht,
auf die du dann wieder aufbauen kannst,
und dann bist du vielleicht auch wieder bei einer Weggabel
und sagst, okay, dieses Ziel geht sich heute nicht aus,
aber ich probiere das. Ein Meter rechts davon ist auch
ein schönes Ziel, probieren wir das.
Oder irgendwann kommt vielleicht ein Ziel,
ein Weg zum Ziel, die Erkenntnis,
geht sich nicht aus, geht sich nicht aus.
Weil, Turmspringer
will ich nimmer werden, weißt du, oder
Bodenturner zum Beispiel, oder
seit dem Bildmoderator,
das geht sich nicht aus bei mir, aber
vielleicht gibt es daneben was, wo es
hingehen kann, auf die Art.
Und so würde ich das sagen.
Gibt es aus dieser
Lebenserfahrung heraus so etwas wie einen
wichtigsten Tipp für junge Menschen,
die auch ihren Weg im Leben suchen, um glücklich
erfolgreich zu werden?
Auf alle Fälle würde ich sagen, etwas
zu suchen,
auch wenn es ein bisschen länger dauert, aber etwas zu suchen,
was dich mit großer Freude
erfüllt, zu tun.
Nichtsdestotrotz
wird es sicher solche Fälle auch
geben, aber nicht unbedingt das tun,
der Papa sagt, der ist Steuerberater und du musst
jetzt an was weiß ich nicht was studieren, damit du
die Kanzlei übernehmen kannst, oder der Papa
sagt, jetzt musst du auch Zahnarzt werden,
oder die Mama ist Landeshauptfrau,
jetzt musst du auch Politiker werden,
sondern
das kann natürlich in vielen Fällen
auch funktionieren, aber
auf alle Fälle musst du
in einem gewissen Zeitrahmen etwas finden,
wo du sagst, da geh ich auf, das kann ich mir
vorstellen. Das ganz hundertprozentige
wird es eh nur ganz schwer geben, das ist eh klar,
aber versuchen möglichst an diese
hundertprozentige Idealvorstellung hinzukommen
und die dann dort einzubringen,
dort dann positiv hineinzusteigern,
vielleicht sogar
einen gewissen Fanatismus zu entwickeln
und Durchhaltevermögen zu beweisen,
das ist, glaube ich, ganz wichtig.
Und was ich zu meinen Kindern gesagt habe,
ist, Kinder, euch wird nichts geschenkt
im Leben, also wenn ich sterbe, kriegt ihr euch abgeschafft.
Aber sonst wird euch nichts geschenkt
im Leben, da muss ich alles weiterarbeiten,
weil zu glauben,
ich mach so und dann
passiert das, das spürst du nicht,
das spürst du nicht, dann wirst du nicht glücklich sein im Leben.
Was ist so das Verrückteste,
was ihr jemals gemacht habt in eurer Karriere?
Mit Schaden Nummer 1 in Wengen
am 18. Januar 1989
volle Wäsche gefahren zu sein,
ich trottel.
Also um den Weg getan.
So ist dann, blöde Sachen.
Bungee Jumpen
war eine Nahtoderfahrung,
muss ich ehrlich sagen.
Das würde ich nicht mehr
machen wollen. Das hab ich auch mal gemacht,
in Kärnten, unter 90 Metern,
das ist genug gewesen.
Und ansonsten bin ich ein Mensch, der sehr gerne
am Boden ist, am Boden bleibt.
Ich bin überhaupt ein Mensch, der
weder himmelhoch jauchzt, noch zu Tode
betrübt. Ich bin relativ gut
unterwegs, bin mittendrin.
Freiluft, einmal schlechtere Tage, wo da alles am Geist geht.
Und manchmal fahr ich mit dem
Auto heim und singe
lautstark mit bei Can't Stop Believing,
dass du die Scheiben bald zerbierst.
meine Lebensweise ist einfach,
ich halte
die schönen Mieten, ich hab da eine
Leitplanken, die dich da hinführen
und wenn du da einmal zugestraft,
dann schaust du, dass du wieder in die Mieten kommst
und dass du dich schön austergleichst
und einem Weg da entlang gehst.
Gibt es so etwas wie eine wichtigste Erkenntnis
der letzten Jahrzehnte?
Wichtigste Erkenntnis?
Naja,
ein Spruch,
der begleitet mich
schon ewig.
Das ist ein Spruch, den mein Vater
früher gesagt hat,
Armin, schätz andere
Leute nie blöder ein,
als du es selber bist.
Eine herrliche Weisheit, würde ich sagen.
Das zeigt einfach ein bisschen
Demut, glaube ich, dass du jetzt
der große Big One bist, der
Zampa noch, der alles weiß,
der Gescheitste, der Schönste, der Größte, der Beste
bist, sondern bleib ein paar
Stufen unter dieser Erkenntnis.
Weiß aber, dass es diese Erkenntnis auch
gibt oder dass es das dort oben auch gibt
und wie gesagt,
trau den anderen Menschen ruhig was zu.
Jetzt haben wir auf spannende
Jahrzehnte zurückgeblickt, Armin Assinger,
Karriere von Sport bis in TV.
Wenn in 100 Jahren
ein junger Mensch fragt,
wer war der Armin Assinger, was hat ihn ausgezeichnet?
Was sollte man antworten?
Bescheiden wie ich bin, würde ich sagen,
ich würde sagen,
das war ein läsiger Hund.
Wenn dir unser Video gefallen hat, dann schenk uns einen Daumen hoch.
Wenn du Fragen an uns
oder an unseren Interviewgast hast,
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