
FRIEDRICH HÖLDERLIN - AN DIOTIMA (Götter wandelten einst)
Dichtung von Friedrich Hölderlin /
Rezitation: Mathias Wieman (Foto) /
Anmerkung: O selige Natur! Ich weiß nicht, wie mir geschiehet, wenn ich mein Auge erhebe vor deiner Schöne, aber alle Lust des Himmels ist in den Tränen, die ich weine vor dir, der Geliebte vor der Geliebten. (F.Hölderlin)
(Text leicht verändert)
Götter wandelten einst bei Menschen, die herrlichen Musen
Und der Jüngling, Apoll, heilend, begeisternd wie du.
Und du bist mir, wie sie, als hätte der Seligen Einer
Mich ins Leben gesandt, geh ich, es wandelt das Bild
Meiner Heldin mit mir, wo ich duld und bilde, mit Liebe
Bis in den Tod, denn dies lernt ich und hab ich von ihr.
Laß uns leben, o du, mit der ich leide, mit der ich
Innig und glaubig und treu ringe nach schönerer Zeit.
Sind doch wirs! und wüßten sie noch in kommenden Jahren
Von uns beiden, wenn einst wieder der Genius gilt,
Sprächen sie: es schufen sich einst die Einsamen liebend
Nur von Göttern gekannt ihre geheimere Welt.
Denn die Sterbliches nur besorgt, es empfängt sie die Erde,
Aber näher zum Licht wandern, zum Aether hinauf
Sie, die inniger Liebe treu, und göttlichem Geiste
Hoffend und duldend und still über das Schicksal gesiegt.
Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_H%C3%B6lderlin
https://de.wikiquote.org/wiki/Friedrich_H%C3%B6lderlin
http://www.deutsche-liebeslyrik.de/holderlin.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Wieman
