FRIEDRICH HÖLDERLIN - AN DIOTIMA (Götter wandelten einst)

FRIEDRICH HÖLDERLIN - AN DIOTIMA (Götter wandelten einst)

L
72 Videoaufrufe·01.08.2024

Dichtung von Friedrich Hölderlin /
Rezitation: Mathias Wieman (Foto) /
Anmerkung: O selige Natur! Ich weiß nicht, wie mir geschiehet, wenn ich mein Auge erhebe vor deiner Schöne, aber alle Lust des Himmels ist in den Tränen, die ich weine vor dir, der Geliebte vor der Geliebten. (F.Hölderlin)

(Text leicht verändert)
Götter wandelten einst bei Menschen, die herrlichen Musen

Und der Jüngling, Apoll, heilend, begeisternd wie du.

Und du bist mir, wie sie, als hätte der Seligen Einer

Mich ins Leben gesandt, geh ich, es wandelt das Bild

Meiner Heldin mit mir, wo ich duld und bilde, mit Liebe

Bis in den Tod, denn dies lernt ich und hab ich von ihr.

Laß uns leben, o du, mit der ich leide, mit der ich

Innig und glaubig und treu ringe nach schönerer Zeit.

Sind doch wirs! und wüßten sie noch in kommenden Jahren

Von uns beiden, wenn einst wieder der Genius gilt,

Sprächen sie: es schufen sich einst die Einsamen liebend

Nur von Göttern gekannt ihre geheimere Welt.

Denn die Sterbliches nur besorgt, es empfängt sie die Erde,

Aber näher zum Licht wandern, zum Aether hinauf

Sie, die inniger Liebe treu, und göttlichem Geiste

Hoffend und duldend und still über das Schicksal gesiegt.

Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_H%C3%B6lderlin
https://de.wikiquote.org/wiki/Friedrich_H%C3%B6lderlin
http://www.deutsche-liebeslyrik.de/holderlin.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Wieman