Es war ein warmer Tag im August, und über der Moldau lag jene metallische Helligkeit, die Prag im Spätsommer eigen ist – als hätte die Stadt das Licht selbst gespeichert und gäbe es nur zögernd wieder her. Ich war die Niklasstraße hinaufgegangen, vorbei am Altstädter Ring, wo die astronomische Uhr ihre alte, müde Komödie aufführte, und hatte mich dann in die engen Gassen der Judenstadt gewandt, von der nach den Assanierungen kaum noch etwas übrig war. Er hatte mir geschrieben, ich solle ihn an der Oppelt-Haus-Ecke erwarten, unten am Eingang zum Hof. Dort, im obersten Stockwerk, wohnte er bei seinen Eltern.