Wieso macht die CDU nicht einfach das, was mit den derzeitigen Mehrheiten möglich wäre? Weil es keine optimale Strategie für einen Kanzlerkandidaten ist, der glaubt, die nächste Wahl zu gewinnen. Denn Politikern geht es nicht um Inhalte, sondern um persönlichen Vorteil.
Hinweis: Das Politiker-Verhalten hängt vom Verhalten der Wähler ab. Solange diese 180-Grad-Wenden und Ignorieren von Mehrheiten akzeptieren, ist für die Politiker ein solches Verhalten notwendig für ihren eigenen Machterhalt.
Rationaltheorie erklärt Entscheidungen, die auf Nutzenmaximierung basieren, unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen. Spieltheorie ist ein Teil davon und analysiert strategische Entscheidungen in Interaktionen, bei denen das Ergebnis vom Verhalten mehrerer Beteiligter abhängt.
-Politische Entscheidungsfindung, historische Perspektiven und Emotionen in der Politik Politische Entscheidungen basieren oft weniger auf Ideologie als auf strategischem Kalkül. Koalitionen, wie die „Ampel“ oder die Große Koalition, verdeutlichen, dass Machterhalt und Einfluss häufig Vorrang haben. Ein aktuelles Beispiel ist die CDU, die trotz inhaltlicher Überschneidungen die Zusammenarbeit mit der AfD strikt ablehnt, um ihre Position als Volkspartei nicht zu gefährden.
-Historische Perspektiven: CDU und SPD Die CDU steht heute vor einer ähnlichen Situation wie die SPD in den 1990er-Jahren mit der PDS. Damals hielt die SPD zunächst Abstand, begann jedoch später aus pragmatischen Gründen eine Zusammenarbeit. Die CDU könnte sich in Zukunft einem ähnlichen Druck ausgesetzt sehen, obwohl die Kosten für eine Annäherung an die AfD aufgrund deren gesellschaftlicher Wahrnehmung höher wären.
-Emotionen in der Politik Emotionen beeinflussen sowohl Wähler als auch politische Akteure. Entscheidungen wie Merkels Grenzöffnung 2015 wurden emotional und strategisch wahrgenommen. Populistische Bewegungen zeigen, wie stark Emotionen bei der Wähleransprache wirken. Gleichzeitig sind moralische Werte und Empathie wichtige Elemente, um die Gesellschaft in politischen Entscheidungen zu berücksichtigen.
-KPD im Bundestag: Ein kurzer geschichtlicher Exkurs Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) war nach dem Zweiten Weltkrieg eine der bedeutenden Parteien in Deutschland. Sie wurde 1949 in den ersten Deutschen Bundestag gewählt und vertrat dort bis 1953 eine kleine, aber stark ideologisch geprägte Fraktion. Mit etwa 5,7 % der Stimmen bei der ersten Bundestagswahl 1949 erreichte die KPD 15 Sitze im Parlament. Ihre Position war klar marxistisch-leninistisch, was sie zu einem ideologischen Gegenpol zu den dominierenden bürgerlichen Parteien CDU und FDP sowie zur sozialdemokratischen SPD machte.
Die KPD geriet jedoch schnell in den Fokus des Kalten Krieges. Aufgrund ihrer Nähe zur DDR und ihrer politischen Haltung, die vom westdeutschen Staat zunehmend als Bedrohung wahrgenommen wurde, verlor sie nach und nach an Unterstützung. 1956 wurde die KPD schließlich durch das Bundesverfassungsgericht verboten, da sie als verfassungsfeindlich eingestuft wurde. Dieses Verbot machte die KPD zur ersten und bisher einzigen Partei, die in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verboten wurde.
Die Episode der KPD im Bundestag zeigt, wie stark politische Strömungen von den gesellschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen ihrer Zeit geprägt werden. Sie bietet zudem einen spannenden Einblick in die politische Dynamik der frühen Bundesrepublik, die durch den Aufbau der Demokratie und die Abgrenzung zum sozialistischen Osten geprägt war.
In der Politik überschlagen sich derzeit regelrecht die Ereignisse und ich möchte
hier einfach mal der Frage nachgehen, wie sich eigentlich die Politik jetzt nach dem
Ampelende strategisch so aufstellt.
Und ich möchte gleich zu Anfang mal eine steile These einfach so in den Raum hauen,
nämlich ich behaupte, dass die Politiker eigentlich dabei nur an sich denken und ihnen
die Sachthemen mehr oder weniger egal sind.
Also, wenn Sie meinen Kanal kennen, schon häufiger bei mir mit dabei waren, dann wissen
Sie, dass ich mich hier mit Rationaltheorie beschäftige und dann wird Sie das vielleicht
gar nicht so sehr überraschen, dass ich diese Behauptung hier einfach mal so aufstelle.
Für den Fall, dass Sie neu hier sind, naja, lassen Sie sich überraschen, dass sie eben
genau ist, Rationaltheorie, also Spieltheorie ist eine Form der Rationaltheorie, rationale
Entscheidungstheorie.
Und die Kunst besteht so ein bisschen darin, einfach von dem ganzen emotionalen Gehalt
zu abstrahieren und sich anzusehen, was steckt eigentlich in den Entscheidungen wirklich
am Ende dahinter.
Also, was ist wirklich in der Situation vorhanden, wenn wir einfach mal den sozusagen materiellen
Teil davon ansehen und einfach mal davon zu abstrahieren, was uns normalerweise emotional
so wahnsinnig stark davon ablenkt.
Und ich kenne das, also wenn ich das hier in Extremform zu verschiedenen Themen anwende,
dann kriege ich immer wieder auch Kommentare, wo es heißt, nein, das darf man doch nicht
machen und in diesem einen Fall darf man doch wirklich nicht davon abstrahieren, denn die
sind ja wirklich böse oder die sind ja wirklich gut oder weiß auch immer, was einem da einfällt.
Ich kann wirklich nur davor warnen, dass dieser emotionale Bezug zu den Themen lenkt uns normalerweise
ab, davon wirklich darüber nachzudenken, wie die eigentliche strategische Situation
aussieht.
Okay, also so viel der Vorrede und ich möchte hier einfach mal einsteigen.
Wie gesagt, ich habe gerade gesagt, es geht den Politikern nie um Land und Leute, vielleicht
am Rande.
Aber primär geht es um was anderes, nämlich es geht am Ende immer um ein einfaches Kalkül,
nämlich wie sind eigentlich die eigenen Vor- und Nachteile, die dadurch entstehen, also
durch die eigenen Entscheidungen.
Wenn ein Politiker kommuniziert, wenn er eine Entscheidung trifft und so weiter, dann ist
das Primäre, was ihn interessiert, wie steht er eigentlich danach selber da.
Und es wird sicherlich Themen geben, die er besser findet als andere.
Also, dass vielleicht die eine Position ihm natürlicher über die Lippen kommt als die
andere Position.
Aber ich bin mir relativ sicher, dass die Politiker sich ganz schnell umentscheiden
in dem Augenblick, wo sie merken, das ist gerade aus irgendwelchen anderen Gründen
von Vorteil für sie selber.
Und man muss natürlich wissen, also das ist ja nicht das erste Mal, dass das jetzt passiert.
Also denken Sie beispielsweise einfach mal an Merkel, die war ja geradezu Meisterin der
180-Grad-Wende.
Sie hat ja immer wieder irgendeine Position vertreten und dann auf einmal war plötzlich
das Gegenteil richtig, wenn sie das Gefühl hatte, das ist aber gerade eine sinnvolle
Angelegenheit, um zum Beispiel mit einer anderen Partei koalieren zu können.
Oder die Stimmung in der Bevölkerung hat sich geradezu ein bisschen geändert.
Und schwuppsdiwupps hat sie einfach die Sachen von jetzt auf gleich komplett umgeändert.
Und zwar nicht so, dass man sagen muss, naja, das war jetzt gut für die Wähler, sondern
das war in der Regel gut für sie selber so, dass sie eben möglichst lange an der Nacht
bleiben konnte.
Und wenn Sie jetzt sagen, nein, das ist aber zu zynisch und jetzige Politiker machen das
ja überhaupt gar nicht so, dann möchte ich Sie an eine ganz einfache Sache erinnern.
Nämlich, gucken Sie sich einfach mal an, dass viele von den Forderungen, die die CDU
die ganze Zeit so aufgestellt hat, sie im Augenblick hier einfach umsetzen könnten.
Also, wäre ja gar kein Problem.
Wenn für die CDU es tatsächlich ein inneres Herzensanliegen wäre, bestimmte Dinge zu
ändern, hätten Sie jetzt die Gelegenheit dazu, das zu machen.
Also nehmen wir beispielsweise einfach mal das Heizungsgesetz.
An so einigen Stellen sagen Sie ja, ich weiß nicht, mehr oder weniger wachsweich, aber
Sie sagen doch, das Heizungsgesetz, das würden Sie dann wieder abschaffen, wenn Sie danach
eine Mehrheit hätten.
Und vielleicht würden Sie auch irgendwie Straftäter stärker ausweisen und lauter solche Sachen.
Also das sind so Themen, die da sind und die auch zu einem gewissen Grad eigentlich fast
wie ein Wahlversprechen gemacht werden, inwieweit man denn an Wahlversprechen heutzutage noch
glauben kann.
Aber man braucht es ja gar nicht als Wahlversprechen zu machen, Sie können es ja einfach umsetzen.
Sie haben ja im Augenblick, dadurch, dass die Koalition, die Ampelkoalition auseinandergebrochen
ist, haben Sie ja eigentlich im Bundestag die Mehrheit, um das durchzusetzen.
Und jetzt kommt natürlich das, und da werden wahrscheinlich viele auch meiner Zuschauer
aufschreien in diesem Augenblick, die werden sagen, ja, aber das geht doch nur mit den
Stimmen der AfD.
Abstrahieren Sie bitte auch hier einmal ganz kurz davon, was der emotionale Gehalt ist.
Und gucken wir uns das Ganze auf einer abstrakten, rational-theoretischen Ebene an.
Wird eine eigene Position, eine Präferenz, die man hat, wird die eigentlich dadurch
besser oder schlechter, dass jemand anders sie auch noch hat?
Würde sie besser oder schlechter, dass andere Entscheidungsmöglichkeiten dazukommen?
Und das ist tatsächlich in der Spieltheorie auch ein Axiom, dass das eben gerade nicht
der Fall ist.
Ein Axiom ist immer eine Voraussetzung, mit der man was reingeht.
Und wenn wir uns fragen, wie kann denn eine rationale Präferenzordnung überhaupt aufgebaut
werden, dann ist eines der Axiome, dass man sagt, naja, es muss unabhängig sein von irrelevanten
anderen Größen.
Und eine solche irrelevante andere Größe ist, dass irgendwer dafür oder dagegen ist,
den man nicht leiden kann.
Und Sie sehen also hier, dass das kein inhaltliches Argument ist, das wir hier haben.
Also, dass es mit den Stimmen der AfD durchkommen könnte, ist kein Argument, was sich auf
die Position selber beziehen kann.
Sondern es ist letztlich ein strategisches Element, was auf einer ganz anderen Ebene
wirkt.
Nämlich die CDU muss sich in diesem Augenblick fragen, wenn sie eine solche Sache machen,
also wenn sie jetzt Gesetze durchbringen, die ihnen ein Anliegen sind, mit den Stimmen
der AfD, hat das für sie eigentlich insgesamt eher Vorteile oder eher Nachteile?
Und Sie merken, dass dieses Kalkül, von dem ich eben gesprochen habe, natürlich das ist,
worum es wirklich geht.
Also, die CDU hat in der Vergangenheit eine bestimmte Strategie gefahren, die AfD geradezu
zu dämonisieren.
Was natürlich aus Sicht der CDU eine vollkommen sinnvolle Strategie war, auch zu jedem Zeitpunkt
ganz am Anfang war die AfD sehr angetreten als eine eher, sozusagen, liberale Abspaltung.
Aber schon da hat die CDU gemerkt, oje, da könnte sich rechts von Ihnen irgendwas ansammeln.
Deshalb haben sie also sehr stark das auf diese Art und Weise dämonisiert.
Und deshalb kann es im Augenblick in der Außenwirkung zu einem riesengroßen Problem werden.
Wenn auf einmal die eigenen CDU-Positionen gleichzeitig mit der AfD in Verbindung gebracht
werden.
Also, gucken Sie sich bitte an, dass das inhaltlich ein anderer Aspekt ist, als der, den wir ursprünglich
hatten.
Also, es wird nicht die Position selber dadurch besser oder schlechter, dass die andere Partei
das auch richtig oder falsch findet.
Das ist nicht der Punkt.
Sondern die eigene Kommunikationsstrategie der Vergangenheit, mit der bestimmte Ziele
erreicht werden sollten, die hat dazu geführt, dass jetzt auf einmal sehr viele Wähler plötzlich
die völlig alarmiert draufgucken würden und sagen würden, Moment mal, dann ist diese
CDU-Position ja eine AfD-Position, das haben die aber ja vorher selber immer dämonisiert.
Und infolgedessen wäre das vielleicht eine Sache, die aus einem strategischen Aspekt
heraus problematisch für die CDU ist.
Und das ist natürlich nicht rein abstrakt, was ich hier sage, sondern das ist etwas,
was natürlich ganz klar in den Köpfen dort vorgeht.
Also, die werden sich natürlich die ganze Zeit überlegen, wann ist eigentlich der Punkt,
bei dem sie umschwenken müssen zwischen verdammen der AfD zu dafür zu sorgen, dass
sie vielleicht ein Realo-Teil oder sowas von der AfD bekommen.
Und wenn sie jetzt sagen, das kann doch überhaupt gar nicht sein, wie kann man dann solche Heresie
hier überhaupt aussprechen?
Das ist genau das, was die SPD vor einigen Jahren, vor mehreren Jahren mit der SED hatte.
Die hat sich ein paar Mal umbenannt, die SED hieß mal PDS und weiß ich was.
Aber es war nach wie vor die SED.
Und die SPD hat am Anfang gesagt, nein, unter gar keinen Umständen, das war auch, glaube
ich, damals wurde es noch nicht Brandmauer genannt, aber es war letztlich die gleiche
Idee.
Und damit versucht man natürlich erstmal möglichst eine Positionierung einer anderen
Partei zu verhindern, sodass möglichst die Wähler gar nicht erst in diese andere Richtung
umschwenken.
Das hat die SPD anfangs auch versucht, hat es nicht geschafft und hat dann relativ schnell
umgeschwenkt in die andere Richtung und hat diese Brandmauer gegenüber der SED fallen
lassen.
Wie gesagt, die hat sich dann umbenannt, aber es war nach wie vor die Nachfolgepartei der
SED.
Nachfolgeorganisation, ja, also war noch nicht mal geändert oder sowas, ja, sonst war einfach
dieselben.
Und Sie müssen sehen, dass da letztlich die gleiche Form der Dämonisierung stattgefunden
hat, allerdings nur für eine kürzere Zeit.
Also die SPD hat also vielleicht früher aufgegeben, keine Ahnung, jedenfalls haben die strategische
Positionen früher gewechselt.
Vielleicht haben Sie auch gemerkt, dass die Kosten dieses Wechsels einfach gar nicht so
hoch sind.
Also nachdem die SPD dann irgendwann gesagt hat, naja, dann ist jetzt vorbei mit unserer
Brandmauer, wir koalieren auch mit denen, das hat die Wähler gar nicht so wahnsinnig
stark beeindruckt.
Vielleicht, weil sowieso schon jeder damit gerechnet hat.
Vielleicht auch, weil sie mit den Positionen inhaltlich eben relativ stark übereinstimmen,
gestimmt haben damals.
Also das ist ja am Ende auch vollkommen egal, worauf es ankommt, ist, dass eben eine solche
Position letztlich eine strategische Überlegung ist.
Also eine Partei muss sich überlegen, ist es langfristig sinnvoll, eine Brandmauer zu
haben in irgendeiner Form und zu versuchen, durch so eine Art Kartellbildung zum Beispiel
in dem Fall die SED aus dem Parlament rauszuhalten, oder ist es schlauer, umzuschwenken und einfach
zu sagen, naja gut, jetzt haben wir halt verloren, wir machen es eben doch mit denen.
Rein taktisches Kalkül und ich werfe da keinen Politiker irgendwas drüber vor, das so zu
machen.
Das ist natürlich inhaltlich vollkommen gerechtfertigt, weil ein Politiker, der das nicht so machen
würde, wahrscheinlich nicht lange im Amt wäre, also der könnte noch so eher eine Ideen
haben.
Wenn er es nicht schafft, sich auf der Ebene im Amt zu halten, dann kann er sie natürlich
gar nicht erst umsetzen.
Und wie gesagt, das gab es häufiger mal, also es gab ja auch in der Vergangenheit sogar
eine KPD im westdeutschen Parlament, was ein ganz eigenes Thema ist, sehr interessantes
Thema, über das ich vielleicht nochmal hier irgendwie sprechen muss, aber jedenfalls sehen
wir, dass es nicht inhaltlich getriebene Argumente sein können, die hier hinterstehen.
Denn wenn es die inhaltlichen Argumente gewesen wären, dann hätte eben jetzt die CDU diese
Mehrheiten, die sich geboten haben, genutzt.
Haben sie nicht gemacht, aus den genannten Gründen daraus, weil eben ein anderes Kalkül
letztlich dahinter steht.
Sie müssen sich auch hier einmal ganz kurz in die Position eines Kanzlerkandidaten der
CDU hineinversetzen, im jetzigen Augenblick.
Also wenn Sie sich fragen, ja, aber das ist doch irgendwie ein komisches Kalkül, wäre
es nicht schlau, jetzt gerade umzuschwenken.
Und selbst wenn Sie zum Ergebnis kommen, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit für die
CDU besser wäre, umzuschwenken und es so zu machen, wie die SPD damals, also die Brandmauer
aufzuheben, selbst dann ist es natürlich so, dass sich ein Kanzlerkandidat hinsetzen
muss und eine einfache Sache überlegen muss, nämlich, wenn er relativ sicher Kanzler
wird, das ist im Augenblick ja das, was sich wahrscheinlich Merz ausrechnet, der das Gefühl
hat, dass er relativ sicher Kanzler wird, dann braucht er ja keine risikobehaftete Strategie
einzugehen.
Also aus Sicht von Merz wäre es ja eine ganz dumme Strategie, jetzt auf einmal Risiken
einzugehen und irgendwelche Sachen mit der AfD zusammenzumachen, das könnte ihm selber
ja nur schaden.
Das wäre natürlich anders, wenn es ganz knapp wäre.
Also wenn er ganz knapp davor wäre, Kanzler zu werden, aber es wahrscheinlich nicht schaffen
würde.
Das wäre eine Situation, in der er vielleicht sagen würde, müsste, also nach strategischem
Kalkül, dass er sagen müsste, ach blöde Brandmauer, wir probieren das einfach nochmal
ohne und damit vielleicht, weiß ich nicht, zum Beispiel neue Wählergruppen aktiviert
oder so etwas.
Und ich weiß, es wird jetzt viele Zuschauer wieder geben, die sagen, aber das kann doch
nicht sein, dass man mit Faschisten kooperiert und all solche Sachen.
Sie werden sehen, in dem Augenblick, wo es ansteht und wo es auch tatsächlich für den
Einzelnen von individuellem Vorteil wäre, ist das plötzlich kein Argument mehr und
auf einmal werden Sie auch sehen, dass auch die Kommunikation sich ändert.
Denken Sie bitte nur daran, wie gegenüber Trump kommuniziert wurde oder über Trump
kommuniziert wurde.
Ja, ganz viele deutsche Stellen haben ja dort auch so eine Demonisierungsstrategie ablaufen
lassen.
Na und, was ist jetzt, wo er gewählt ist?
Auf einmal merken Sie, dass ganz viele Leute umschwenken und merken, oh, jetzt könnte
es ja gefährlich werden, sich gegen Trump zu positionieren, also in Amerika natürlich
noch stärker als hier.
Aber auch hier merkt man, dass viele einfach sagen, ah Mist, der ist jetzt aber nun ganz
einfach Präsident geworden und auf einmal ändert sich auch die Rhetorik.
Also auf einmal sind diejenigen, die vorher noch davon erzählt haben, dass es ja Faschistuizt
sei, was er dort macht und gefährlich und weiß ich was, nicht alles, plötzlich sagen
die, naja, man muss ja auch mit ihm kooperieren und zumindest kommunizieren und so weiter
und so weiter.
Also es ist natürlich ein einfaches Kalkül, was dahintersteht und das finde ich auch
keineswegs verwerflich, also als Spieltheoretiker wundert man sich darüber nicht.
Man ist emotional verletzt, wenn man aus einer anderen Richtung herauskommt und auf
dieser emotionalen Ebene auf einmal sieht, dass sie vermeintlich Positionen verraten.
Aber wie gesagt, die Positionen sind gar nicht das Entscheidende, sondern es sind letztlich
die eigenen Machtmöglichkeiten, die dahinterstehen.
Und man darf natürlich noch ein paar andere Sachen nicht vergessen.
Also bei den Oppositionsarbeiten ist es normalerweise so, dass Sie merken, dass viele Parteien in
der Opposition sich völlig anders verhalten als in der Regierung und das wirkt auch erst
mal komisch.
Also da sagt man, das kann doch nicht wahr sein, wie ausgetauscht die entsprechenden
Leute.
Machen auf einmal das Gegenteil wie vorher.
Woran liegt denn das eigentlich?
Auch da müssen Sie sich vorstellen, als Opposition wollen Sie ja gar nicht, dass die Regierung
eine besonders gute Arbeit macht.
Also das wäre natürlich eigentlich eine Idealvorstellung in der Demokratie, dass man
die Regierung eine gute Arbeit machen lässt und dann vielleicht nächstes Mal noch ein
bisschen bessere Arbeit macht und auf die Art und Weise der Wähler zwischen zwei guten
Sachen wählen kann.
Aber das ist ja gar nicht das, was aus Politiker-Sicht ansteht.
Aus Politiker-Sicht haben Sie ja sogar eher einen Vorteil, wenn Sie als Opposition die
Regierungsarbeit behindern können.
Und Sie werden beispielsweise sehen, dass die CDU die ganze Zeit sich ganz stark gegen
die Schuldenbremse ausgesprochen hat.
Jetzt, wo Sie wahrscheinlich an der Regierung das nächste Mal mitbeteiligt sind, merken
Sie auf einmal, oh, die Position der CDU zur Schuldenbremse wandelt sich ja gerade.
Auf einmal kann man ja doch drüber reden, ob die nicht aufgehoben werden soll.
Auf einmal kommt das hochgepoppt, naja klar, weil Sie in einem Fall die Regierungsarbeit
verschlechtern konnten, die von der anderen Regierung, die Sie ja gar nicht haben wollen.
Wogegen Sie im anderen Fall die Regierungsarbeit aus Ihrer Sicht verbessern können.
Also das ist natürlich nicht fürs Land besser, sondern auch hier wieder für den einzelnen
Politiker besser.
Das ist klar, wenn er weniger Restriktionen hat, kann er ein bisschen mehr mit dem Füllhorn
rumlaufen und den Leuten Geschenke machen.
Und das kommt natürlich insgesamt, also aus Sicht des Politikers, erstmal besser an.
Und das ist der Grund, weshalb jetzt auf einmal sich solche Positionen eben auch ändern.
Und da müssen Sie noch was anderes bedenken.
Warum will die CDU jetzt eigentlich solche Sachen, solche Gesetzesvorhaben nicht durchsetzen?
Naja, unter anderem deshalb, weil Sie eben nach der Wahl tatsächlich die Möglichkeit
haben zu sagen, naja, das ist unser Geschwätz von gestern, was ja sinnigerweise auch ein
CDU-Spruch war, ein ganz alter, von einem CDU-Politiker.
Also das Geschwätz von gestern, was Ihnen nicht mehr kümmert.
Und das ist natürlich auch eine Sache, dass man in der Opposition eben gerne Dinge fordert
und behauptet, von denen man kaum, dass man eine Regierung ist, lieber die Finger davon lässt.
Also das haben wir ja beim letzten Regierungen, glaube ich, auch ganz gut gesehen, dass da
die eine oder andere Partei in der Richtung vielleicht, naja, sagen wir mal, sich seltsam
hervorgetan hat.
Sie müssen hier in dem Zusammenhang einen Begriff, ganz interessant, nämlich das sind
immer kontrafaktische Forderungen, also wenn Sie eine Forderung aufstellen, von der Sie
wissen, dass Sie sie selber nie umsetzen müssen oder sie überhaupt nie kommen wird,
dann ist das immer eine bequeme Sache, mit der Sie sozusagen gratis in Richtung der Wähler
kommunizieren können.
Das ist eine praktische Sache, Sie stellen immer Forderungen auf und haben irgendeine
Radikalposition und müssen sie nie umsetzen, weil Sie ja nicht in der Regierung sind.
Also achten Sie einfach mal drauf, dass normalerweise Oppositionsparteien eben tatsächlich auch
von der Rhetorik her letztlich Dinge fordern, bei denen man ganz genau weiß, dass kaum wären
Sie in der Regierung, würden Sie das nicht mehr machen, weil Sie es gar nicht durchsetzen
könnten und weil Sie sich selber damit auch nicht wählbar machen würden.
Also das sind solche Dinge, die kommen.
Nun schön, also das sind so ein paar strategische Belegungen, die hierzu einfach mal loswerden
wollten.
Ich bin sicher, dass uns jetzt, dadurch, dass die Wahl ja doch relativ zeitnah ins Haus
steht, noch jede Menge interessante Themen begleiten werden.
Wenn Sie das interessiert, vergessen Sie nicht, meinen Kanal zu abonnieren, denn ich mache
jede Woche solche Analysen, nicht nur zur Politik, aber auch zur Politik und für den
Fall, dass Sie jetzt sagen, oh, das ist aber schade, erst in einer Woche kommt wieder ein
Video.
Ich habe vor einiger Zeit, nämlich zur letzten Bundestagswahl, mal ein Video gemacht, was
ich jetzt immer noch ganz interessant finde.
Da bin ich der Frage nachgegangen, warum eher schwache Kandidaten eine Tendenz haben, sich
durchzusetzen.
Warum sind es eher schwache Kandidaten gegenüber den Starken, die sich durchsetzen?
Wir haben das in Amerika gesehen, wir haben das auch bei uns selber gesehen, dass es so
eine gewisse Tendenz ist.
Also wenn Sie das interessiert, ich verlinke Ihnen da einfach jetzt am Ende mal ein Video,
das Sie vielleicht ganz interessant dazu finden.
Da geht es um so eine Form des Duells mit drei Leuten, mit dem also TRIEL genannt, womit
erklärt wird, weshalb eben eher schwache Kandidaten sich in solchen Kontexten durchsetzen
können.
Also wenn Sie das interessiert, als kleine Analyse, da geht es auch ein bisschen stärker
in Richtung Spieltheorie aus mehr Zahlen und sowas.
Also vielleicht finden Sie es interessant, sehen Sie es sich gerne an und wie auch immer,
hoffentlich nachdem Sie sich das Video angesehen haben, aber hoffentlich auch indem Sie den
Kanal abonniert haben, sehen wir uns hier sowieso in der nächsten Woche wieder.
Bis dahin!