
Der Krüppel, der heilt – Li Tieguai

Der Krüppel, der heilt – Li Tieguai
Ein Mann mit Krücke, wild im Haar,
sein Gang gebrochen, doch nicht klar,
was in ihm lebt – was in ihm brennt,
wenn er sich durch die Welten rennt.
Ein Bettler nur, so sieht man ihn,
doch seine Augen leuchten hin.
Li Tieguai, so ruft man leis’,
der Geist in Fleisch, vom Himmel heiß.
Er war einst schön, so heißt es heut,
ein Schüler, stark, von Leid befreit.
Doch als der Geist aus Körper wich,
kam nur der Krüppel übriglich.
Ein Test der Götter, tief und still,
doch Li nahm an, was kommen will.
Er sprach: „Der Leib ist nichts als Hülle,
das Herz allein erfüllt die Fülle.“
Oh Li Tieguai, dein Hinken heilt,
du zeigst, wie tief das Mitleid weilt.
Dein Kürbis trägt des Lebens Kraft,
die tief im Innern Wunder schafft.
Du bist kein Held, doch du verstehst,
was jeder in der Stille sät.
Oh Li Tieguai, dein Blick ist klar,
du zeigst uns, wer wir wirklich war’n.
Die Armen, Kranken, blass vor Schmerz,
sie sah’n in ihm das echte Herz.
Er gab, was andre nicht mehr sah’n,
ein Heil, das wächst im Untertan.
Ein Trunk, ein Wort, ein Hauch von Qi –
aus Kürbis tropft die Alchemie.
Kein Gold, kein Dank, kein Ehr’ begehrt,
nur dass das Leben wiederkehrt.
Oh Li Tieguai, du Hinkender,
du trägst das Leid der Ringenden.
Doch nie verlierst du deinen Klang,
der Hoffnung bringt, so uralt, lang.
Du bist der Freund der Schwachen hier,
du gibst uns Mut, du gibst die Zier.
Oh Li Tieguai, dein Weg ist krumm,
doch in dem Knick liegt heil’ger Schwung.
„Sieh nicht den Fuß, sieh nicht das Bein.
Was bricht, kann Licht im Innern sein.
Und wo du fällst, dort hebt sich Kraft.
Der Schmerz allein gibt dir die Haft.“
Er geht durch Nebel, durch die Zeit,
ein Schattenmann mit Sanftheit weit.
Wer sieht ihn ziehn, fühlt plötzlich Ruh,
sein Atem macht die Wunden zu.
Li Tieguai – kein Gott, kein Star,
doch näher als ein König war.
Ein Freund des Volks, ein sanftes Sein,
der zeigt: Im Schmerz wächst Licht hinein.
Oh Li Tieguai, dein Hinken heilt,
in deinem Blick die Welt verweilt.
Der Kürbis schimmert, nie ganz leer,
sein Trank macht Herzen wieder mehr.
Du bist kein Bild, du bist kein Traum,
du wandelst tief – in unserm Raum.
