
JOHANN WOLFGANG VON GOETHE - REISEZEHRUNG (Entwöhnen soll mich mich)
Dichtung (Sonett) von Johann Wolfgang von Goethe (Foto) /
Rezitation: Werner Wölbern /
Anmerkung: Niemals hat noch die Kälte der mütterlichen Lehren ein weibliches Herze so zu Eise gehärtet, dass es der alles erwärmende Hauch der Liebe nicht hätte zerschmelzen sollen. (J.W.v.Goethe)
Entwöhnen soll ich mich vom Glanz der Blicke,
Mein Leben sollten sie nicht mehr verschönen.
Was man Geschick nennt, läßt sich nicht versöhnen –
Ich weiß es wohl, und trat bestürzt zurücke.
Nun wußt ich auch von keinem weitern Glücke;
Gleich fing ich an, von diesen und von jenen
Notwendgen Dingen sonst mich zu entwöhnen;
Notwendig schien mir nichts als ihre Blicke.
Des Weines Glut, den Vielgenuß der Speisen,
Bequemlichkeit und Schlaf und sonstge Gaben,
Gesellschaft wies ich weg, daß wenig bliebe.
So kann ich ruhig durch die Welt nun reisen:
Was ich bedarf, ist überall zu haben,
Und Unentbehrlichs bring ich mit – die Liebe.
Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe
https://www.planet-wissen.de/geschichte/persoenlichkeiten/johann_wolfgang_von_goethe/index.html
https://www.literaturwelt.com/johann-wolfgang-von-goethe/
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_W%C3%B6lbern
