1 Videoaufrufe·19.11.2024
In diesem ersten Teil (von insgesamt drei Teilen) versuche ich, die Erkenntnistheorie, die Immanuel Kant vorgelegt hat, in aller Kürze aufzuzeigen. Sie soll die Grundlage sein, um (in den Teilen 2 und 3 dieses Videos) das Folgende zu erklären: Dass die Volkswirtschaftslehre keine Erfahrungswissenschaft ist. Das heißt also, die Gesetzmäßigkeiten in der Volkswirtschaftslehre man nicht durch Ausprobieren, Testen, Erfahren herausfindet. Die Volkswirtschaftslehre ist vielmehr als eine apriorische Handlungswissenschaft zu verstehen. Ihre Gesetze erschließen sich sprichwörtlich durch Nachdenken, nicht durch Erfahrung.
Ein Video von Thorsten Polleit, aufgenommen am 19. November 2024.
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“So act that your principle of action might safely be made a law for the whole world.”
| Immanuel Kant (1724–1804)
willkommen auf meinem Kanal und zu
Gedanken zu Emmanuel Kanz
Erkenntnistheorie und zu apriorischen
Handlungslogik Teil
1 in diesem ersten Teil von insgesamt
drei Teilen versuche ich die
Erkenntnistheorie die Emmanuel Kant
vorgelegt hat in aller Kürze
aufzuzeigen sie soll die Grundlage sein
um in den Teilen 2 und 3 dieses Videos
das folgende zu erklären
nämlich dass die Volkswirtschaftslehre
keine Erfahrungswissenschaft ist das
heißt also die Gesetzmäßigkeiten in der
Volkswirtschaftslehre kann man nicht
durch Ausprobieren testen erfahren
herausfinden die Volkswirtschaftslehre
ist viel mehr als eine apriorische
handlungswissenschaft zu verstehen ihre
Gesetze erschließen sich sprichwörtlich
durch Nachdenken nicht durch
Erfahrung das ist heute ein geradezu
revolutionärer Gedanke der allerdings
nicht neu ist sondern den der Ökonom
Ludwig von mieses schon vor etwa 100
Jahren ausgebreitet hat und der gerade
heute in einer Zeit der großen
Verwirrungen man muss schon sagen in
einer Zeit der antiaufklärung
allergrößte Aufmerksamkeit verdienen
sollte und um das näher zu erklären
bietet es sich an beim Königsberger
Philosophen
uel Kant zu
beginnen kant war der Philosoph der
Aufklärung und lebte von
1724 bis 1804 in Königsberg der
Metropole des damaligen
ostpreuens im Jahr
1781 veröffentlichte Kant sein großes
Werk die Kritik der reinen Vernunft er
widmet sich darin Grundfragen einer
autonomen wissenschaftlichen
Philosophie Kant macht sich in seinem
Werk auf die Voraussetzungen der
Philosophie als Vernunft Wissenschaft
aufzuspüren dazu gehört dass es im
Bereich des menschlichen Erkennens und
Handelns in recht Geschichte und
Religion in ästhetischen und
theologischen Aussagen Elemente gibt die
Wahrheit beansprochen können und die
dabei unabhängig von Erfahrung gültig
sind Kant untersucht in seiner Kritik
die Grenzen der menschlichen Vernunft
mit Hilfe der Vernunft was versteht Kant
unter vern
unter Vernunft versteht er die Fähigkeit
des menschlichen Denkens Erkenntnisse
ohne Rückgriff auf vorhergegangene
sinnliche Erfahrungen zu erlangen es ist
die Fähigkeit Prinzipien und
Gesetzmäßigkeiten zu erfassen und als
wahr einzustufen wie etwa den Satz was
demselben gleich ist ist einandergleich
sowie die Fähigkeit logisch zu
schlussfolgern in kanzworten
so ist die Vernunft das Vermögen von dem
allgemeinen das Besondere abzuleiten und
dieses letztere nach Prinzipien und als
notwendig
vorzustellen man kann sie also auch
durch das Vermögen nach Grundsätzen zu
urteilen und zu handeln
erklären von der Vernunft unterscheidet
Kant den Begriff Verstand Verstand ist
so kann das Vermögen zu denken durch
Begriffe sich etwas vorzustellen und die
Begriffe zu wahren urteilen zu verbinden
also gemeint ist damit die Fähigkeit
einen Gegenstand aufgrund seiner
Eigenschaften z.B unter dem Begriff
Stuhl einzuordnen und ihn mittels
Begriffen von anderen Gegenständen mit
anderen Eigenschaften zu
unterscheiden in seiner Kritik der
reinen Vernunft geht Kant vor allem drei
Kernfragen nach was wir wissen was
dürfen wir hoffen was sollen wir
tun bei der Frage was können wir wissen
geht es Kant um
Erkenntnistheorie die auch als
Epistemologie bezeichnet wird bei der
Frage was dürfen wir hoffen um Theologie
und bei der Frage was sollen wir tun um
Ethik für uns sind an dieser Stelle kann
erkenntnistheoretische Überlegungen von
Interesse also seine Einsichten über die
herk ft Zusammensetzung und Grenzen der
menschlichen Erkenntnis Kant Kant
interessierte dabei vor allem ob die
sogenannte Metaphysik als Wissenschaft
angesehen werden
könne was heißt
Metaphysik das Wort Metaphysik stammt
aus dem Griechischen und bedeutet soviel
wie die Wissenschaft die sich mit den
Dingen befasst die sich der
unmittelbaren menschlichen Wahrnehmung
entziehen mit Dingen also die wir nicht
sehen hören und anfassen können Kant
schrieb dazu insoferne ist die
Metaphysik eine Wissenschaft von den
Grenzen der menschlichen
Vernunft metaphysische Fragestellungen
sind beispielsweise gibt es Gott als
Schöpfer des
Universums ist die menschliche Seele
unsterblich hat der Mensch einen freien
Willen ist die Welt zweckmäßig für den
Menschen
eingerichtet warum sind diese Fragen so
bedeutsam für kannt nun er ist der
Auffassung dass man ein gelungenes Leben
nur dann führen kann wenn man an diesen
metaphysischen Aussagen festhalten darf
und so fragt sich Kant kann die
Metaphysik die voranstehenden Fragen
verlässlich beantworten taugt die
Metaphysik als Wissenschaft kann sie
also verlässliche Erkenntnisse
bereitstellen wie andere akzeptierte
Wissenschaften auf der Suche nach einer
Antwort stimmt kannt zunächst der
vorherrschenden Meinung zu dass unsere
Erkenntnis aus der Erfahrung stammt die
Dinge in der Welt rühren unsere Sinne
wir sehen hören und fühlen
etwas der zeitliche Anfang der
Erkenntnis bedeutet aber noch nicht so
kN dass er auch deren sachlicher
Ursprung ist viel mehr sieh kN die durch
Erfahrung gemachte Erkenntnis als ein
zusammengesetztes an es ist unser
menschliches
Erkenntnisvermögen dass die durch
Erfahrung gewonnenen Eindrücke erst zur
Erkenntnis werden lässt Kant brachte das
so auf den Punkt wenn aber gleich alle
unsere Erkenntnis mit der Erfahrung
anhebt so entspringt sie darum doch
nicht eben alle aus der
Erfahrung was Kant damit sagt läuft auf
das folgende
hinaus die Gegenstände unserer Erfahrung
müssen sich nach unserem erkenn Vermögen
richten wir sehen die Dinge in der Welt
nicht wie sie sind sondern nur wie wir
sie erkennen
können Kant unterscheidet hier zwischen
zwei Begriffen und zwar Apriori und a
posteriori a posteriori bedeutet im
Nachhinein Aussagen AP poosteriori sind
erfahrungsabhängig also
empirisch Beispiel die Herdplatte ist
heiß denn ich habe fahren dass die
Herdplatte heiß ist weil ich sie zuvor
angefasst
habe alle aposteriori Aussagen sind
nicht notwendigerweise warahr warum weil
man nie ausschließen kann dass eine
aposteriori Aussage die als wahr
angesehen wird nicht doch irgendwann
durch eine neue Beobachtung eine neue
Wahrnehmung als falsch widerlegt wird
nun zu a priori Aussagen a priori
bedeutet im Vorhinein also vor jeder
Erfahrung dieses vorjeder Erfahrung
lässt sich nun allerdings auf zwei Arten
interpretieren
erstens wir können eine Apriori Aussage
als wahr oder falsch einsehen ohne dass
wir dafür auf unsere Sinne also sehen
hören fühlen also auf unsere Erfahrung
zurückgreifen müssten oder zweitens alle
Bestandteile der Apriori Aussage also
auch die in ihr verwendet Begriffe die
Worte stammen nicht aus der Erfahrung
sondern aus der Grundausstattung unseres
menschlichen Geistes das muss nun näher
erklärt
werden zunächst ein Beispiel für eine
unmittelbar einsichtige Apriori Aussage
Junggesellen sind
unverheiratet das Adjektiv unverheiratet
ist im Subjekt Junggeselle bereits
mitgedacht man muss nicht Erfahrungen
machen um den Satz Junggesellen sind
unverheiratet als wahr einsehen zu
können es handelt sich hier um ein
analytisches
Apriori analytisch heißt bei K s viiel
wie
aufgliedernd dass also das Prädikat
unverheiratet bereits im Subjekt des
Satzes Junggeselle enthalten ist das was
einen Junggesellen ausmacht ist dass er
unverheiratet ist es ist aufgrund der
Definition des Wortes wah man kann das
logisch einsehen
dieses analytische a priori ist zwar
unbestreitbar wahr aber so wird man
einwenden der Begriff Junggeselle
entstammt selbst zweifelsohne aus der
Erfahrung denn dass man weiß was ein
Junggeselle ist ist natürlich nicht
erfahrungsunabhängig sondern
erfahrungsabhängig kanant geht es
allerdings wenn er über a priori spricht
im Kern nicht um jede Art von a priori
Aussagen
sondern viel mehr um reine a priori
Aussagen das rein in kans Buchtitel kan
Kritik der reinen Vernunft bezieht sich
genau auf diesen Punkt mit dem Zusatz
rein mein kN Aussagen die mit Begriffen
und Vorstellungen operieren die ganz und
gar
erfahrungsunabhängig sind denen also
keinerlei Erfahrung beigemischt ist ein
Beispiel für solch eine reine Apriori
Aussage wäre fürkannt ein MA
Urteil wie das
folgende bei einem Kreis haben alle
Punkte auf der Kreislinie denselben
Abstand zum Mittelpunkt des
Kreises diese Aussage ist
erfahrungsunabhängig wahr wir können die
Aussage nicht durch Erfahrung
bewahrheiten zum einen können wir ja
nicht alle möglichen Kreise messen und
die Aussage dadurch abschließend als
Wahr oder Falsch
einstufen zum anderen können wir auch
keinen Kreis perfekt zeichnen oder
denn es gibt stets mess und
herstellungsungenauigkeiten die das
verhindern K würde den Satz alle Punkte
auf der Kreislinie haben denselben
Abstand zum Kreismittelpunkt als eine
reine a priori Aussage
ansehen denn wir bewahrheiten Sie mit
keinerlei Erfahrung sondern allein mit
erfahrungsunabhängigen Begriffen die aus
unserer Vernunft
stammen kan spricht hier von reinen
standesbegriffen also besonderen
apriorischen Begriffen solchen denen
keinerlei Erfahrung beigemischt ist die
also auch dem Inhalt nach aus dem
Verstand stammen und ohne die wir keine
objektive Erkenntnis gewinnen können
Kant schreibt dazu dieselbe Funktion
welche den verschiedenen Vorstellungen
in einem Urteile Einheit gibt die gibt
auch der bloßen synthesis verschiedener
Vorstellung in einer Anschauung Einheit
welche allgemein ausgedrückt der reine
verstandesbegriff heißt Kant sagt uns
damit dass nur durch die reinen
verstandesbegriffe die Einheit er
spricht hier von synthesis und
Bestimmung einer gegebenen Anschauung
möglich ist reine apriorische
verstandesbegriffe sind nicht mehr von
anderen allgemeinen Begriffen abgeleitet
und in Anlehnung an Aristoteles spricht
kannt daher auch von Kategorien oder
auch den Grundbegriff des Denkens die
reinen verstandesbegriffe sind den
empirischen Begriffen immer schon
vorausgesetzt Erkenntnisse werden auf
ihrer Grundlage
gemacht kant hat die reinen apriorischen
verstandesbegriffe aus seiner
sogenannten urteilstafel und daraus
seiner kategorientafel versucht
abzuleiten das Ergebnis ist allerdings
in Fachkreisen nicht vorbehaltlos
akzeptiert worden aber auch wenn seine
kategorientafel nicht vollends
konsistent hergeleitet und gefüllt sein
sollte so hat Kant darin sehr wohl
einige Begriffe vorgelegt die mit Fug
und Recht als reine apriorische
verstandesbegriffe einzustufen sind
beispielsweise sind logische Begriffe
bzw logische Operatoren dazu zu zählen
wie konjunktor der Aussagen mit Begriff
mit dem Begriff und verbindet oder
Negator mit denen Aussagen verneint
werden mit dem Begriff nicht Begriffe
wie
Einzelding Zeitpunkt Beziehung Ursache
Wirkung also Kausalität Veränderung und
andere mehr lassen sich als reine
apriorische verstandesbegriffe
identifizieren Sie und die logischen
Operatoren sind alle samtbegriffe mit
denen wir du und ich Wahrnehmungen
überhaupt erst machen können sie zu
Erkenntnissen werden lassen die reinen
die apriorischen verstandesbegriffe
werden nicht erfahren sondern sie sind
unserer Erfahrung durch uns bereits
schon vorausgesetz so kann sie sind eine
Vorleistung des Subjektes um objektive
erfahrungsgegenstände zu
konstituieren mit Kant gelangen wir
letztlich zu einer überaus wichtigen
Einsicht nämlich dass wir den Dingen
unserer Erfahrung bestimmte
Eigenschaften vorschreiben
wir sehen wie wir wir wie sehen wir
sehen die Welt wie wir sie erkennen
können nicht aber notwendigerweise wie
sie wirklich
ist es gibt viel mehr Bedingungen unter
denen wir Erfahrungen machen und es sind
die reinen die apriorischen
verstandesbegriffe die nach Kant die
sogenannten synthetischen Urteile a
priori möglich machen synthetisch
bedeutet hier erweiternd im Gegensatz zu
analytisch das erläuternd bedeutet
in kansworten klingt das wie
folgt die Bedingungen der Möglichkeit
der Erfahrung überhaupt sind zugleich
Bedingungen der Möglichkeit der
Gegenstände der Erfahrung und haben
darum Objektive Gültigkeit in einem
synthetischen Urteile a
priori es gibt also notwendige
Bedingungen der Erfahrung so kann die
dadurch zustande kommen dass wir unser
Erkenntnisvermögen ausüben alle
Gegenstände der Erfahrung müssen diese
Bedingungen genügen und daher sind die
Aussagen die behaupten dass
erfahrungsgegenstände diesen Bedingungen
unterworfen sind synthetische Aussagen a
priori und synthetische Aussagen a
priori sind für uns wah lassen sich
nicht widerspruchsfrei verneinen und mit
ihnen verfügen wir tatsächlich über die
Möglichkeit wahre Aussagen über die
Realität gewinnen zu können
welche theoretischen Konsequenzen das
für die volkswirtschaftslehr hat das
soll in Teil 2 und 3 dieses Videos
erklärt werden ich hoffe die
Ausführungen waren bis hierher für Sie
aufschlussreich und etwas erhellend wenn
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dieses Videos an vielen Dank