DAS GEHEIMNIS VON SOHO #krimihörspiel Joachim Fuchsberger Karin Dor #missmarple #retro

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
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16.11.2024
London, die Hauptstadt des britischen Empires.
Wir befinden uns in einer kleinen, heruntergekommenen Wohnung im Stadtteil Soho.
Das Telefon klingelt.
Hallo?
Mrs. Irwin?
Ja?
Ist Ihr Mann zu Hause?
Nein, mein Mann ist nicht hier.
Besitzt er einen roten Wagen mit der Nummer XU50204?
Ja, aber wer spricht dort bitte?
Polizei, wie er Hamsterd hieß.
Bitte machen Sie sich fertig, Mrs. Irwin.
Ich schicke einen Wagen, um Sie abzuholen.
Um Gottes Willen, was ist denn geschehen?
Haben Sie eine Ahnung, wo Ihr Mann gewesen ist?
Ja.
Eine andere Frau?
Nein.
Mein Mann hatte nur eine Leidenschaft.
Das Spiel.
Meistens verbrachte er seine Nächte in einem Spielklub in Soho.
Soho?
Das würde allerdings übereinstimmen mit der Fahrtrichtung und der Unfallstelle.
Ja.
Ich...
Ich will ihn sehen!
Ich möchte Ihnen diesen Anblick ersparen.
Außerdem, nicht einmal die eigene Frau könnte ihn wiedererkennen.
Nein.
Trotzdem, wir versuchen einwandfrei festzustellen, wer der Tode ist,
eh die leichtste Beerdigung freigegeben werden kann.
Was hat Ihr Mann bei sich?
Das kann ich Ihnen auch nicht so genau sagen.
Seine Brieftasche aus braunem Leder und Zigaretten.
Hm.
Das ist alles verbrannt.
Leider.
Hatte er nichts anderes bei sich, was nicht verbrennen konnte?
Überlegen Sie.
Er war wahrscheinlich sein Maskottchen.
Wissen Sie, mein Mann war abergläubisch, wie alle Spieler.
Er hatte immer eine kleine Spinne aus weißem Glas bei sich.
Er dachte immer, sie bringen ihm Glück.
In dieser Nacht hat sie ihm kein Glück gebracht.
Der nächste Morgen führt die junge Frau nach Norwood in ein Anwaltsbüro.
Wenn ich nicht irre, ist Ihr Herr Gemahl gestern erst beerdigt worden.
Ich verstehe.
Sie wundern sich, dass ich heute schon komme, um mir die Lebensversicherung auszahlen zu lassen.
Aber um ganz offen zu sein, das Begräbnis hat mein letztes Bargeld gekostet.
Und mein Mann hat mich ohne einen Penny zurückgelassen.
Umso merkwürdiger, dass vor wenigen Tagen die Lebensversicherung Ihres Mannes erhöht worden ist.
Und zwar von 5.000 Pfund auf 50.000.
Das habe ich nicht gewusst.
Davon hatte ich keine Ahnung.
Diese Tonbandaufnahme hat mir die Angela-Versicherung zur Verfügung gestellt.
Gibt es in der Sache Irwin ein bestimmtes Verdachtsmoment, oder ist das alles?
Vorläufig ja, aber naja, es ist nicht das erste Mal, dass die Versicherungsgesellschaften mit ihren Bauchschmerzen zu uns kommen.
Sie zahlen eben ungern.
Ich kann mich der Tatsache nicht verschließen, Sir, dass in den vergangenen Jahren 200.000 Pfund mehr an Lebensversicherungen ausbezahlt wurden, als es dem Durchschnitt entspricht.
Das ist immerhin auffallend.
Eine Reihe anscheinend üblicher Unfälle mit tödlichem Ausgang.
Und alles hochversicherte Personen.
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, bitte, Sir, und habe eine Liste der entsprechenden Todesfälle zusammengestellt.
Enthalten diese Protokolle irgendeinen Hinweis darauf, dass es sich um, sagen wir mal, fingierte Unfälle handelt?
Offengestanden nein, aber ich will Ihnen etwas sagen, Inspektor Dawson.
Es können in die Art bearbeitet im Moment eine Menge eindeutiger Verbrechen.
Ich wäre Ihnen verbunden, wenn Sie bei deren Aufklärung mithelfen würden,
bevor Sie Fälle ausgaben, von denen Sie nur vage vermuten, dass es sich überhaupt um Verbrechen handeln könnte.
Entrümpeln, Inspektor?
Verzeihung, ich habe nur gedacht.
Ich meinte ja nur...
Gedacht? Sie haben gedacht, Hagen?
Wissen Sie nicht, dass Denken in Scotland Yard unerwünscht ist?
Jawohl, Inspektor.
Denken wollen wir den Elefanten überlassen, die haben größere Köpfe, ne?
Also los, ran an die Routinearbeit, was gibt's?
Ein Foto vom Gerichtsmedizinischen Institut, wahrscheinlich der Mann, der aus dem Zug gefallen ist.
Können Sie sich einpökeln lassen, das Verstehens hält nicht viel von Unfalltoten.
Moment.
Die Lupe, bitte.
Jawohl.
Etwas Besonderes, Inspektor?
Nur eine kleine weiße Spinne als Krawattennadel.
Ja, manche tragen ein Hufeisen als Verzierung und manche...
Sonderbar.
Ich habe doch dieser Tage etwas über eine weiße Spinne gelesen.
Wo war denn das nur?
Hat nicht Mrs. Irwin ihren Mann mithilfe einer weißen Spinne identifiziert?
Naja, ich glaube, ich zu erinnern.
Ja, das ist es gewesen!
Tun Sie die Akten da in den Schrank zurücksagen.
Ja.
Vielleicht zahlt mich Scotland Yard doch für meinen Kopf und nicht für mein Sitzfleisch.
An alle Polizeistationen in Großlondon.
Sergeant?
Ja, Inspektor?
Geben Sie das weiter.
Ich gehe jetzt.
Inspektor, falls etwas Wichtiges sein sollte, kann ich Sie zu Hause erreichen?
Nein, nicht vor morgen früh.
Ich habe nämlich die Absicht, mich ein bisschen in Soho umzusehen.
Mrs. Irwin?
Verzeihen Sie, entschuldigen Sie, wenn ich Sie anspreche.
Mein Name ist Summerfield.
Ich war der Anwalt Ihres Mannes.
Ja, ich...
Ich möchte Ihnen gerne helfen, Mrs. Irwin.
Ich kann mir denken, dass Sie Hilfe dringend nötig haben.
Ja, das habe ich wirklich.
Kommen Sie.
Wenn ich Ihnen jetzt meine Hilfe anbiete, Mrs. Irwin, so ist diese Gäste nicht ganz frei von Selbstsucht.
Ich hatte die Ehre, Ihren verstorbenen Gatten zu vertreten.
Ich schätzte ihn sehr und ich habe alles versucht.
Naja, es tut mir außerordentlich leid, dass das alles geschehen musste.
Um aber nun auf den eigentlichen Zweck meines Besuches zu kommen.
Ihr Mann hat einige Schecks unterschrieben, die leider nicht ganz...
Die nicht gedeckt waren.
Ein Irrtum von seiner Seite.
Nichts weiter, ich konnte die Sache bereinigen.
Gott sei Dank.
Bitte kommen Sie.
Allerdings schuldet mir Richard Irwin noch eine Kleinigkeit.
Genauer gesagt die Summe von 17 Pfund und 6 Pence.
Eine Bagatelle.
Aber...
Ich kann sie nicht bezahlen.
Aber ich bitte Sie, das eilt doch nicht.
Im Moment nicht.
Aber wenn die Anglia erst einmal ihre Ansprüche erfüllt hat, dann...
Sie weigert sich zu zahlen.
Weigert sich?
Ja.
Es ist doch immer das Gleiche mit der Versicherung.
Zuerst arbeiten Sie mit allen Mitteln, um unsere Unterschriften herauszulocken.
Und wenn es dann ums Zahlen geht, dann zwingen Sie uns zu prozessieren.
Wenn Sie wollen, dass ich den Kampf für Sie führen soll.
Ich kann Sie nicht bezahlen, Mr. Summerfield.
Ein Erfolgshonorar von 10 Prozent...
Zwölfeinhalb.
Ich muss ja auch Ihre Spesen für Sie auslegen.
Und bin daher leider gezwungen, genau zu kalkulieren.
Ich bitte Sie aber trotzdem, mich als Ihren Freund zu betrachten.
Das will ich gerne tun.
Wenn ich nur wüsste, wovon ich in der Zwischenzeit leben soll.
Ich habe mich zwar nach Arbeit umgesehen, aber...
Was haben Sie eigentlich vor Ihrer Heirat mit Irwin gemacht?
Ich habe Psychologie und Sozialkunde studiert.
Danach habe ich eine Zeit lang in einer städtischen Beratungsstelle für Jugendliche gearbeitet.
Aber diese Art Posten sind ja leider alle besetzt.
Trinken Sie einen Scherz?
Ja, ja, gerne.
Ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen.
Es gibt da ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich zur Aufgabe gemacht hat,
entlassene Sträflinge wieder ins bürgerliche Leben zurückzuführen.
Es ist der Hilfsverein für Gestrauchelte.
Ja, ich habe davon gehört.
Ich habe die Ehre, dort als Syndikus tätig zu sein.
Die Geschäftsführung der Sekretärin ist im Begriff für sich zu verehrlichen.
Ich könnte an Ihrer Stelle Sie dort in Vorschlag bringen, Mrs. Irwin.
Wir befinden uns jetzt im Stadtteil Rutherhide in einem zwielichtigen Club.
Die angemeldeten Mitglieder sind vollzählig.
Okay, Mr. Korner, ich lasse niemanden mehr rein.
Und wenn es der Lord Kanzler persönlich wäre.
Wissen Sie, Mr. Korner, dass der Chef Stewart heute nicht zur Arbeit erschienen ist?
Er hat gekündigt, er ist nach Paris gefahren.
Meine Herren, darf ich Ihnen Ihre Avancements verkünden.
Sie, Melanie, werden ab heute Chef Stewart.
Und Gideon wird Stewart.
Niemals bereuen, Mr. Korner, dass Sie mir diese Chance gegeben haben.
Wie meine Mutter sehr oft sagte, mit Fleiß und gutem Manieren
kommen auch in der besten Gesellschaft weiter.
Gideon, du kannst so bleiben.
Sind alle Getränke serviert?
Jawohl, Sir. Und auch der doppelte Whisky für Lady Bloomsbury.
Gut, das Bridge-Zimmer bleibt geschlossen.
Die Gäste wollen nicht gestört sein.
Scotland Yard, 8 Uhr morgens. Es riecht nach Kaffee.
Guten Morgen.
Meine Herren, ich habe Sie zu mir gebeten, um Ihnen mitzuteilen,
dass wir den Verlust eines unserer verdientesten Kollegen zu beklagen haben.
Inspektor Dawson wurde heute Morgen aus der Temse gefischt.
Ermordet mit einer Drahtschlinge.
Und wer wird den Mordfall Dawson übernehmen, Sir?
Ein weltberühmter Kriminalist, der sich gerade in London befindet.
Sie haben sich ja schon von Raymond Conway gehört.
Conway? Der Australier?
Ja.
Aber der ist doch völlig fremd in London.
Trotzdem habe ich diese Entscheidung getroffen.
Und wann werden wir unseren neuen Kollegen kennenlernen?
Überhaupt nicht.
Deshalb habe ich ihm das Zimmer 7 zur Verfügung gestellt,
das noch eine zweite Tür mit direktem Ausgang zum Hof besitzt.
Inspektor Conway hat sehr eigenwillige Arbeitsmethoden.
So, hier ist die Liste.
Vielen Dank.
Bitte.
Sie haben wahrscheinlich gar nicht gewusst,
dass sich unser Orden die Fürsorge für Sträflinge und Ex-Sträflinge
zur speziellen Aufgabe gemacht hat.
Hier unser Pfarrer Riley ist schon seit mehr als 20 Jahren tätig
und hat schon viele wunderbare Erfolge aufzuweisen,
allerdings auch einige bittere Enttäuschungen.
Ich freue mich, dass Sie sich offensichtlich schon etwas hier einleben konnten.
Hallo, Puppe, du bist ja neu hier.
Ich habe Sie nicht klopfen hören.
Weißt du, warum?
Ich habe nicht geklopft.
Wer sind Sie?
Ich bin Joe Phillips.
Aber alle nennen mich Kitty, weil ich so ein netter Junge bin.
Du darfst auch Kitty zu mir sagen.
Mr. Phillips also.
Lass mich das machen, ich habe mehr Übungen drin.
Ich kenne mein Dossier besser.
Meine Akte gefällt dir aber nicht, hm?
Fünf Jahre wegen Sittlichkeitsverbrechen.
Tja, das war eine lange Zeit.
Gut.
Keine Sorge, gnädigste, Sie sind nicht mein Typ.
Wenn du weiterliest, wirst du finden, dass ich nur auf Minderjährige fliege.
Mr. Phillips, ich...
Schluss mit der Formalität, rück endlich die Wochenrente raus.
Dazu müsst ihr erst wissen, wo Sie im Moment beschäftigt sind.
Adresse, Stellung, Gehalt.
In dieser Akte ist nichts darüber vermerkt.
Kitty mag neugierige Mädchen, nicht?
Seine Vorgängerin hat immer gleich berabt, ohne viel Fragen zu stellen, schade.
Ich hätte gehofft, dass wir gute Freunde werden.
Geben Sie die Kapitze her oder ich rufe die Polizei!
Polizei?
Mädchen.
Ich dachte, du wirst sie um armen, entlassenen Sträflingen zu helfen.
Und nicht um sie zu verpfeifen.
Aber Kitty!
Du warst doch sonst nicht so ungalant zu Damen.
Ralph Stewart.
Du bist mir schon einmal in die Quere gekommen.
In Dartmoor.
Tut mir leid, Kitty.
Aber du hast ein Messer bei dir gehabt.
Das hatten die in Dartmoor nicht so gerne.
Die Werther nicht und wir auch nicht.
Der war noch gar nicht dran, rauszukommen, Fräulein.
Der muss ausgebrochen sein.
Wir sind noch nicht fertig miteinander, Stewart.
Ich kenne Leute, mit denen das nicht zu spaßen.
Die stecken solche wie dich in die Tasche.
Dutzendweise.
Vielen Dank für Ihr Eingreifen, Mister...
Stewart.
Ralph Stewart.
Kitty hat natürlich gelogen.
Es stimmt nicht, dass die Polizei mich sucht.
Hier, damit sie sehen, dass mit mir alles in Ordnung ist, mein Entlassungsschein.
Ich möchte mich hier registrieren lassen.
Vor ihr steht ein recht gepflegter Herr, Ende 30, der ihr optisch gut gefällt.
Juppert Ralph Dartmoor.
Sechs Monate wegen Heiratsschwindel.
Die Frauen haben es mir eben leicht gemacht.
Ich hoffe, dass Sie jetzt umsatteln werden und...
Umsatteln?
Sie meinen, ein neues Leben anfangen?
Das ist genau das, was ich vorhabe.
Aber die dementsprechende Hilfe erwarte ich von Ihnen.
Das Geldliche...
Ach, Geld.
Geld ist nicht das, was einem Mann in meiner Situation helfen kann.
Nein, ich...
Ich meine, einen guten Rat.
Oder das Mitgefühl einer verständnisvollen Frau.
Versuchen Sie mir bitte nicht den Hof zu machen, Mister Juppert.
Andere Frauen würden darauf hereingefallen sein.
Aber ich bin wohl kaum ein lohnendes Objekt für Sie.
Ich bin völlig mittellos und arbeite für 12 Pfund die Woche.
Aber nachdem ich sowieso meinen Job wechseln muss, dann könnte ich es doch auch mal mit mittellosen Damen probieren, oder?
Wäre doch für mich gewissermaßen der erste Schritt zur Besserung.
Würden Sie bitte das Formular ausfüllen.
Sie haben mich rufen lassen, Chef.
Ja.
Eine neue Aufgabe für den guten Kitty.
Nein, es gibt einen anderen Grund.
Aber es wird höchste Zeit, dass der brave Kitty wieder was zu tun bekommt.
Er braucht Geld.
Deine verdammte Geldgier wird uns doch alle um Kopf und Kragen bringen.
Habe ich dir nicht ausdrücklich verboten, wegen der paar lupigen Pfund die Sekretärin vom Hilfsverein zu belästigen?
Wieso wissen Sie davon?
Vor mir gibt es keine Geheimnisse.
Außerdem hast du dich damit gebrüstet, dass du mächtige Beschützer hast.
Das habe ich nie gesagt, Chef.
Lüg nicht!
Ich habe dich schon einmal gewarnt, mich mit ins Spiel zu bringen.
Aber Chef, Sie glauben doch nicht etwa, dass ich Sie... Sie jemals verpfeifen würde.
Das würdest du ganz bestimmt tun, wenn du wüsstest, wer ich wirklich bin.
Weg mit dir, Chef!
Lass dir das eine Warnung sein.
Gewöhn dir den Großmaul ab. Du weißt jetzt, was er sonst lügt.
Du lachst?
Aus Freude, Chef. Aus reiner Freude.
Was soll das heißen?
Wissen Sie, ich... Ich hatte immer Angst vorm Henker.
Die haben Sie mir heute gründlich genommen.
...Version-Chips von der Kriminalaußenstelle Everdeen.
Inspektor Kahn wäre aus persönlichen Gründen zugeteilt.
Na ja, aber dann kennen Sie sich im Jatsch ja gar nicht aus.
Gerade deshalb hat man mich aus Schottland kommen lassen.
Ich soll mich um 11.30 Uhr bei Conway melden.
Es ist noch nicht 11.30 Uhr.
Bei mir schon.
Es fehlen noch zehn Sekunden.
Aber hören Sie mal.
Inspektor Conway ist sehr genau.
Fünf, vier, drei, zwei, eins, null.
Inspektor Conway, sind Sie hier?
Sie haben mich rufen lassen.
Sie sind also Sergeant Mills.
Setzen Sie sich.
Ihr Dienstblatt ist zufriedenstellend, Sergeant.
Fleiß, Scharfsinn, Diskretion, mein Respekt.
Danke, danke, danke, Sir.
Ich möchte wissen, wohin Dawson in der Nacht seines Todes gegangen ist.
Das kann ich Ihnen sagen, nach Soho.
Soho ist groß.
Tja, Dawson war nicht sehr gesprächig.
Er verfolgte eine Spur, aber er weihte mich nicht ein.
Er sagte nur, dass er Schwierigkeiten mit dem Chef hatte.
Aber ich habe so meine Vermutungen, dass es sich um den Fall Irwin handelte.
Das Irwin, ist das nicht die Dame, die mit der Versicherung prozessiert?
Ja, ganz richtig.
Irwin fiel ein Unfall zum Opfer, kein Verbrechen.
Aber die Anglia-Versicherung ist misstrauisch.
Und Dawson hegte den Verdacht, dass Mrs. Irwin den Unfall, wenn ich so sagen darf, bestellt hatte.
So, so, interessant.
Und Ihre Meinung, Sergeant?
Ich habe meine eigene Theorie.
Ich bin der Meinung, dass man eine Leiche in das brennende Auto gelegt hat.
Und dass Richard Irwin noch am Leben ist.
Entschuldigen Sie, dass ich mich verspätet habe.
Das macht nichts.
Auf Sie zu warten, ist mir ein Vergnügen.
Danke.
Sie wollten mir doch bei der Wahl eines neuen Berufes helfen.
Gerne.
Haben Sie irgendwelche besonderen Fähigkeiten oder Ambitionen?
Ja, beim Pokern.
Sie könnten mir doch eine nette kleine Partie arrangieren mit ein paar reichen Kaufleuten aus der Provinz.
Na, das wäre eine Sache.
Ich möchte wissen, in welcher Abteilung Sie in Dartmoor gearbeitet haben.
Ach so, in der Schlosserei, Feinmechanik.
Die waren aber sehr zufrieden mit mir.
In der kurzen Zeit war ich schon in der Lage, ein paar Nachschlüssel anzufertigen für die Proviantkammer.
Ich habe keinen Sinn für diese Art Humor, Mr. Hubert.
Bitte vergessen Sie nicht, dass es mir obliegt, Sie unter A oder B einzustufen.
Was denn das?
A für asozial und B für besserungsfähig.
Na, ich würde Ihnen ja gern beweisen, dass ich kein asoziales Element bin.
Zum Beispiel, wenn Sie mit mir zusammen essen gingen.
Sie erwarten doch nicht von mir, dass ich Ja sage.
Warum denn nicht?
Ihr Gehalt hier wird auch nicht zum Todlachen sein.
Während ich zum Beispiel in Dartmoor gezwungen war, mir ein paar Ersparnisse zu machen.
Immerhin 150 Pfund.
Sie lügen, junger Mann.
Das sind nur 15 Pfund und 7 Schilling.
Guten Morgen.
Ich habe es mir zur Regel gemacht, mich jeweils bei der Gefängnisdirektion über die Entlastungssumme zu informieren,
um die Wahrheitsliebe meiner Schützlinge nachprüfen zu können.
Das ist Mr. Sommerfield, der Syndikus unseres Hilfsvereins.
Er ist sehr genau.
Aha.
Na, wenn Sie schon so pedantisch sind, dann müssen Sie auch die Fahrkarte von Dartmoor nach London abziehen.
Keineswegs.
Sie macht zwar 8 Schilling, aber man hat Ihnen ein solches Ticket bei Ihrer Entlassung bereits ausgehändigt.
Ihr Unterstützungsantrag ist genehmigt worden.
Na, fein.
Wir werden Ihnen außerdem einen Kurs für Feinmechanik bezahlen
und Vater Riley von der christlichen Gefangenenfürsorge wird sich bemühen, Ihnen später eine Praktikantenstelle zu besorgen.
Bedingungen sind, Sie müssen sich einmal wöchentlich hier bei Mrs. Irwin melden.
Nichts lieber als das.
Und vor allem tadelloser Lebenswandel.
Unser Personal wird von Zeit zu Zeit in Ihrer Behausung überraschende Stichproben machen.
Heißt das, dass Mrs. Irwin mich ab und zu zu Hause besucht?
Diese Aufgabe obliegt Father Riley.
Guten Tag allerseits.
Na, wo ist er?
Meine Geldtasche ist weg.
Vielleicht haben Sie sie woanders hingesteckt.
Aber Mrs. Irwin!
Sie denken doch nicht etwa, dass ich...
Gestatten Sie, dass ich Sie durchsuche.
Was heißt hier gestatten? Ich bestehe sogar darauf.
Tatsächlich, ich habe mich geirrt. Ich habe Ihnen Unrecht getan. Entschuldigen Sie.
Moment.
Wenn Sie mich schon verdächtigen.
Tatsächlich.
Weg?
Da ist sie ja.
Ist alles drin.
Bitte können Sie mir noch einmal verzeihen.
Ist ja schon gut.
Ich darf jetzt keine Zeit verlieren. Ich habe noch dringende Wege zu machen.
Ich muss mich jetzt dringend und energisch um Ihre Angelegenheiten kümmern, Mrs. Irwin.
Guten Tag allerseits.
Na, und Sie?
Sie haben doch auch geglaubt, ich hätte...
Ja, das habe ich.
Es tut mir leid.
Sie sind wenigstens aufrichtig.
Na, jetzt habe ich aber einen ganz schönen Pluspunkt bei Ihnen.
Darf ich Sie jetzt zum Essen einladen?
Seien Sie mir bitte nicht böse, aber meine Antwort bleibt nein.
Schade.
Sie wünschen, Sir?
Ich möchte den Clubmanager sprechen.
Ja, und in welcher Angelegenheit?
Ich bin der Anwalt von Mrs. Irwin.
Der Witt wird es leider tödlich verunglücken, Richard Irwin.
Er war Mitglied dieses Clubs.
Es handelt sich nur um ein paar Fragen.
Na, dann kommen Sie bitte mit.
Wie sind Sie hier hereingekommen?
Durch die Hintertür. Sie war offen.
Verzeihen Sie, Sir.
Ich wollte diesen hungrigen Club durch meine Schäbigkeit nicht kompromittieren.
Ich suche nämlich Mr. Summerfield.
Er hat gesagt, er muss hierher.
Summerfield, der Anwalt?
Ja.
Ja, der ist hier gewesen.
Eben wieder weggegangen.
Was wollten Sie von ihm?
Er hat mir einen Job versprochen.
Einen Job?
Ja.
Was können Sie überhaupt?
Ach, nichts Reelles, Sir.
Kartenspielen, Cocktails mixen.
Meine Martinis sind berühmt trocken.
Dann können Sie hier bei uns als Mixer arbeiten.
Ein Mixer wäre genau das, was ich suche, Sir.
In unserem Club gibt es erstklassige Möglichkeiten, sich hochzuarbeiten.
Wir haben nämlich erst vor kurzem einen Mann verloren.
Dann nehmen Sie doch mich, Sir.
Ich bin ehrlich, treu und fleißig.
Das werden wir ja sehen.
Allerdings, ich könnte nur bei Nacht arbeiten, Sir.
Wissen Sie, am Tag unterstehe ich nämlich der Kontrolle der christlichen Nächstenliebe.
Sie dürfen mir glauben, mein Sohn, ich bin nicht hierhergekommen, um zu schnüffeln,
sondern um Ihnen zu helfen.
Ich bitte Sie, Father Reilly.
Das ist doch ganz selbstverständlich.
Genieren Sie sich nicht, schauen Sie sich ruhig um bei mir.
Mr. Summerfield sagte mir, Sie wollen sich in Feinmechanik ausbilden.
Hier, sehen Sie.
Ich bin gerade bei meiner Arbeit.
Das freut mich. Kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?
Mir behilflich? Ja.
Ach ja, ich bräuchte dringend ein paar technische Bücher.
Bücher?
Für meine Arbeit.
Das sind die Titel, wenn Sie mir die besorgen könnten.
Das will ich gern versuchen.
Das ist nett.
Rachen Sie?
Nein, danke.
Sehen Sie, wie fleißig ich bin.
Bleiben Sie auf dem neu gewählten Pfad.
Also dann, Gott befohlen, mein Sohn.
Ich komme dann demnächst wieder.
Guten Morgen. Ja, bitte.
Sergeant Mills von Scotland Yard.
Ja.
Habe ich Sie geweckt?
Es ist noch ein bisschen früh.
Es tut mir leid, aber mein Chef hat mich beauftragt, Ihnen das so bald wie möglich zu übergeben.
Sich heute um 12.30 Uhr in Scotland Yard zu einer Siebenzweckseinvernahme zu melden.
Aber ich wurde doch schon zweimal verhört.
Tja, aber nicht von Inspektor Conway.
Und was das für ein Unterschied ist, das werden Sie schon noch merken.
Ich habe nichts zu fürchten, Sergeant.
Wie Sie meinen.
Auf baldiges Wiedersehen.
Ein weiteres Mal kehren wir in den zwielichtigen Club zurück.
Sie wollten mich sprechen. Bitte nehmen Sie Platz. Sie kennen ja diesen Raum.
Ich habe in keiner Zeitung etwas über den Selbstmord Ihres Chefs Duarts gelesen.
Wenn es das ist, was Sie beunruhigt, können Sie darüber mit Inspektor Conway sprechen.
Sie sehen ihn ja in etwa 40 Minuten.
Die Vorladung lautet doch auf 12.30 Uhr, wenn ich mich recht erinnere.
Woher wissen Sie das so genau?
Es kann nie schaden, über alles informiert zu sein.
Wenn Sie so gut informiert sind, dann wissen Sie vielleicht auch, dass ich wegen des Verhörs hier bin.
Wenn Sie ein reines Gewissen haben, Mrs. Irwin, kann ich Ihnen nur einen Rat geben.
Die Wahrheit sagen. Nichts als die Wahrheit.
Das will ich gerne tun, aber...
Aber? Nun.
Ich kenne die volle Wahrheit nicht.
Wie? Darf ich dann erfahren, was ich dann...
Was wissen Sie über meinen Mann?
Ist er tot? Oder lebt er noch?
Tun Sie nicht so überrascht, Mr. Korner.
Wenn Richard wirklich noch am Leben ist und sich irgendwo versteckt hält, dann...
dann tut er es mit Ihrem Wissen.
Und Sie beide haben sich diesen Plan gemeinsam ausgedacht.
Wenn dann die Versicherung das Geld gezahlt hat, dann taucht er wieder auf.
Und ich habe gebundene Hände.
Wenn nur das Geringste durchsieht, ja, dann stehe ich doch als Komplizin da.
Meineidig und als Betrügerin.
Genau überlegt, Mrs. Irwin, wäre eine solche Situation für Sie immer noch vorteilhaft als Ihre jetzige.
Wie meinen Sie das?
Sehr einfach. Angenommen Richard Irwin wäre immer noch am Leben, würde Sie das von dem Verdacht reinwaschen, Sie hätten seinen Tod veranlasst.
Haben Sie das?
Melanie, was haben Sie hier zu suchen?
Ich wollte schon seit einiger Zeit einmal in aller Ruhe mit Ihnen plaudern, Mr. Korner.
Für ein sehr wichtiges Thema. Meine Gehaltserhöhung.
Sie bekommen doch zehn Pfund mehr, seitdem Sie Chefsteward sind.
Es handelt sich diesmal nicht um zehn Pfund, Sir, sondern um tausend.
Ich würde Ihnen nicht raten, einen Erpressungsversuch zu unternehmen.
Glauben Sie, ich weiß nicht, wie viel Sie hintenherum verdienen, indem Sie den Gästen, die hier hohe Summen gewinnen, zu viel aufrechnen?
Aber ich habe bisher beide Augen zugedrückt.
Beide Augen? Das wundert mich aber, Mr. Korner, wo Sie doch nur eines haben.
Was wollen Sie damit sagen?
Dass ich zu gern einmal sehen möchte, was hinter dieser schwarzen Klappe steckt.
Er greift dem Klubchef ins Gesicht.
Was er spürt, ist eine plastische Gummimaske, die das gesamte Gesicht umgibt.
Danach bekommt er einen Dolch mitten in die Rippen und segnet das Zeitliche.
Hallo, Gideon. Ich habe Neuigkeiten für dich.
Du hast dir zum letzten Mal Staub gewischt.
Ich bitte tausendmal um Entschuldigung. Das sind völlig neue Nachrichten für mich.
Wollen Sie mich dann entlassen?
Ganz im Gegenteil. Ich habe Melanie hinausgeworfen.
Er hat unsere Gäste mit falschen Rechnungen übervorteilt.
Die Gäste beschwindelt? In einem solchen Klub?
Du sollst für deine Treue belohnt werden. Du wirst Chef-Steward.
Aber das ist zu viel. Das habe ich nicht verdient. Sie werden es niemals bereuen.
Jetzt muss ich sofort...
Halt! Wohin?
Zur Postanze. Ich will meine Mutti die freudige Nachricht telegrafieren.
Sie sind sehr pünktlich.
Setzen Sie sich doch, Mrs. Irwin. Der Stuhl steht neben Ihnen. Nehmen Sie Platz.
Ich habe mit Bedauern gehört, dass Sie Schwierigkeiten haben, die Lebensversicherung Ihres Mannes einzukassieren.
Die Anglia ist der Ansicht, die von mir vorgenommene Identifizierung reiche nicht aus.
Und was ist Ihre Meinung, Mrs. Irwin?
Ich weiß nicht recht. Die Einwände haben mich vollkommen verwirrtig.
Am Anfang hatte ich keinerlei Zweifel, als ich das Maskottchen meines Mannes erkannte.
Soweit ich unterrichtet bin, hat Ihr Mann die Spinne von einer Auslandsreise mitgebracht.
Ja, ja. Ich erinnere mich, dass mein Mann diese Spinne in der Schweiz gekauft hat.
So? Und seither haben Sie keine zweite solche Spinne gesehen?
Eine zweite Spinne? Nein.
Nirgends?
Nein.
Wissen Sie das ganz sicher?
Ganz sicher.
Danke. Ich habe eine Erklärung vorbereitet.
Wenn Sie so lieb wären, sie zu unterschreiben, sie liegt dort auf dem Tisch.
Ein weiteres Mal hört die Frau nur die Stimme des Mannes und sieht eine Silhouette hinter einem Vorhang.
Ich soll die Erlaubnis geben, dass die Leiche meines Mannes exhumiert wird?
Dann könnte Scotland Yard einwandfrei feststellen, ob der Beerdigte Richard Irwin ist.
Das vermag die moderne Kriminalistik mithilfe der Zähne.
Wir haben uns vom Zahnarzt Ihres Mannes Röntgenaufnahmen besorgt.
Und wenn diese mit dem Gebiss des Toten übereinstimmen...
Wäre das dann die Gewissheit?
Die absolute Gewissheit.
Sie fürchten sich doch nicht vor ihr?
Nein, ganz im Gegenteil.
Nicht nur Scotland Yard, auch ich muss Gewissheit haben.
Das haben Sie sehr überzeugend vorgebracht, Mrs Irwin.
Was wäre Ihnen eigentlich lieber, dass Ihr Mann tot ist oder dass er noch lebt?
Wie können Sie eine solche Frage stellen?
An eine liebende Frau, nicht wahr?
Ihre Nachbarn haben einstimmig bestätigt, dass es mit Ihrer Ehe nicht zum Besten stand.
Es habe oft Streit gegeben.
Stimmt das?
Warum soll ich das leugnen?
Mein Mann begann zu spielen und verlor nach und nach unser ganzes Vermögen.
Er hat ungedeckte Schecks ausgestellt.
In der letzten Nacht da, wollte er noch einen Versuch machen, alles zurückzugewinnen.
Sollte ihm das nicht gelingen, dann...
Dann?
Dann wollte er nicht mehr wiederkommen.
Wollen Sie möglicherweise damit andeuten, dass er in selbstmörderischer Absicht gegen die Mauer fuhr?
Ja, das war mein erster Gedanke, als die Polizei anrief.
Hat er Ihnen einen letzten Brief geschrieben, ein paar Abschiedszahlen?
Nein.
Sie haben also keinerlei Beweis dafür, dass es sich um einen Selbstmord gehandelt haben könnte?
Nein.
Das ist aber ungemein bedauerlich, Mrs. Irwin.
Denn nur ein Selbstmord Ihres Gatten könnte den Verdacht beseitigen, unter dem Sie stehen.
Sie scheinen sich nicht im Klaren darüber zu sein, was es bedeutet, für die Klientin eines Mördersyndikats gehalten zu werden.
Mördersyndikat? Was ist das?
Eine amerikanische Erfindung in London importiert.
Man kann für ein paar tausend Pfund den Tod eines Menschen bestellen.
Ein bedauerlicher Unfall und die Leiche wird prompt geliefert.
Es mag ein geschäftlicher Konkurrent sein, ein Rivale um die Gunst einer Frau
oder ein ungeliebter Gatte, der eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen hat.
Das ist nicht wahr, das.
Das kann ich nicht glauben, dass man mir so etwas zutraut.
Sie lügen.
Sie wollen mich doch nur einschüchtern.
Sie haben doch nicht den Schatten meines Beweis...
Hallo.
Sie?
Kein Grund zum Staunen.
Wie Sie sehen, haben Sie nicht allein den Vorzug vom berühmten Inspektor Conway vorgeladen zu werden.
Sagen Sie, wie war's denn?
Der scheint Sie ja ganz schön fertig gemacht zu haben.
War's denn so schlimm?
Ach, Mrs Irwin, Sie sehen, dass ich bei völliger Gesundheit den Raum nicht betrete.
Wenn ich in 30 Minuten nicht draußen sein sollte, rufen Sie bitte die Polizei.
Non.
Was wollen Sie hier?
Sie besuchen, schöne Dame, was sonst?
Falls Sie es nicht gemerkt haben sollten, das Haus besitzt eine Tür.
Und falls Sie das nicht bemerkt haben sollten, diese Tür wird von der Polizei überwacht.
Polizei?
Ja.
Sind Sie nur gekommen, um mir das zu sagen?
Seit dieser Conway mich verhört hat, muss ich mit Ihnen sprechen.
Und zwar unbeobachtet.
Da ist niemand.
Also?
Übrigens wusste dieser Conway ziemlich genau Bescheid über alle meine Besuche im Hilfsverein.
Er hat mich beauftragt, den Kontakt mit Ihnen aufrecht zu erhalten.
Oder, falls mir das gelingt, ihn ein bisschen enger zu gestalten.
Zum Beispiel nachts in mein Schlafzimmer einzudringen.
Das hat er mir nicht direkt aufgetragen, aber
er erwartet von mir regelmäßig Bericht über alles, was ich aus Ihnen rauskriegen kann.
Also Spitzeldienste.
Das ist ein hartes Wort.
Gehen Sie zu Ihrem Mr. Conway und sagen Sie ihm das.
Aber ich verspreche Ihnen nur das allerbeste über Sie zu berichten, wenn Sie mir...
Gehen Sie.
Gehen Sie auf der Stelle.
Nein, nicht bevor Sie mir gesagt haben...
Moment, schöne Dame.
Lassen Sie mich los.
Ich muss mit Ihnen sprechen.
Lassen Sie mich los.
Hören Sie mir doch mal zu.
Ich kann nicht.
Na schön, aber bevor Sie ganz vom Stuhl rutschen, sagen Sie mir, was Conway von Ihnen wollte.
Was wirft er Ihnen vor?
Sie wissen doch, dass ich in Dartmoor war.
Ich kann da mehr erfahren als alle anderen.
Außerdem kenne ich ein paar kleine Tricks, mit denen ich Ihnen vielleicht helfen kann.
Haben Sie mich denn immer noch nicht begriffen?
Merken Sie nicht, dass ich Ihnen nur helfen will?
Ich muss meinen Mann finden.
Ihren Mann?
Wozu? Der ist doch tot.
Nein, er ist nicht tot.
Ich fürchte, dass er...
Nein, nein, ich hoffe, dass er noch lebt.
Ich muss Gewissheit haben.
Verstehen Sie? Absolute Gewissheit.
Inspektor Conway ist überzeugt, ich hätte meinen Mann ermorden lassen.
Aber wenn er noch lebt, dann...
Ja, bitte?
Ja.
Ja, ich habe verstanden.
Danke für Ihren Anruf. Gute Nacht.
Das war Summerfield.
Man hat es ihm als meinem Anwalt offiziell mitgeteilt.
Das Grab meines Mannes wird am 11. des Monats geöffnet.
Noch sieben Tage.
Ich hatte gehofft, dass Richard Irvin für immer aus Ihrem Leben verschwunden wäre.
Und wenn Sie ehrlich sind, geben Sie zu, dass Sie genauso denken.
Warum quälen Sie mich? Warum?
Also schön. Ich werde versuchen, Ihren Mann zu finden.
Danke.
Auf bald.
Und ein weiteres Mal sind wir...
Na ja, Sie wissen es schon.
Sie möchten mich sprechen? Was wünschen Sie?
Ich brauche Geld.
Ich verleihe kein Geld.
Ich weiß. Aber ich will einmal sehr reich sein.
Ich...
Ich bin der Universalerbe meiner Tante.
Der Marchioness Penelope Dactyl.
Eine Dame über 70. Hier, sehen Sie selbst.
Sie glauben, sie könnte bald das Zeitliche segnen?
Keine Chance.
Soviel ich weiß, ist sie gesund und rüstig.
Aber wenn sie das Opfer eines Unfalls würde...
Ein solches Opfer würde jedenfalls zehn Prozent der Erbschaft für mich bedeuten.
Das wären bei 300.000 Pfund...
Eure Lordschaft blieben zu scherzen.
Das Ableben der Marchioness bedeutet eine solide halbe Million.
Ich bin sehr genau informiert.
Also gut.
50.000 Pfund für die weiße Spinne.
Die Marchioness wird in den nächsten Tagen einen Unfall erleiden.
Ein völlig natürlich aussehendes, wenn auch tödliches Missgeschick.
Und woher werde ich wissen, dass es nicht ein echter Unfall war?
Es wird keine Zweifel geben, me Lord.
Der Tod Ihrer verehrten Frau Tante wird den eindeutigen Stempel meines Unternehmens tragen.
Und nun befinden wir uns wieder in dem wundervollen Stadtteil Westminster.
Old Scotland Yard.
Bayswater Road.
143.
Nun, Sergeant Mills, haben Sie Richard Irwin ausfindig machen können?
Nein, Sir.
Ich...
Ich habe seine Spur bis in die Gegend der Docks verfolgt.
Dann verlor sie sich.
Aber in der Gegend dort kann sich niemand lange versteckt halten, ohne dass ich Schwind davon bekomme.
Bravo, Sergeant.
Bleiben Sie auf der Fährte.
Was mich betrifft, so dürfen Sie auf eine Beförderung rechnen,
wie sie bisher noch keinem Mann von Scotland Yard zuteil geworden ist.
Inspektor Conway, hallo.
Wie?
Dieser Ralph Hubert wird...
Das ist ja sehr interessant.
Lassen Sie vorfahren, Chips.
Sofort, Inspektor.
Danke, Mills.
Das wäre alles für heute.
Gestatten Eure Lordschaft, dass ich mein ehrliches Mitgefühl ausdrücke?
Ich kann es noch gar nicht fassen.
Wie konnte das denn geschehen?
Die Bedauernswerte ist offensichtlich in der Wanne ausgeglitten
und nach der Wunde an der Stirn zu urteilen gegen die Kante gestürzt.
Sie hat das Bewusstsein verloren und ist ertrunken.
Peggy, lassen Sie nur.
Sie trifft bestimmt keine Schuld.
Es klingt erstaunlich, aber die Statistik besagt,
dass mehr Menschen im Badezimmer verunglücken, als hinter dem Steuer ihres Wagens.
Der Tag verabschiedet sich mit einem fulminanten Abendrot.
Guten Abend, Madame.
Guten Abend.
Die Bürostunden sind zwar vorbei, aber wenn es sich um einen dringenden Pfarrmann handelt, dann...
Sehr dringend.
Bitte treten Sie her.
Was kann ich für Sie tun?
Die Frage ist falsch gestellt, Madame.
Mein Auftraggeber möchte gerne wissen, was er für Sie tun kann.
Ihr Auftraggeber?
Ganz recht. Sie wollten ihn einmal sprechen, als Sie im Club der 55 waren.
Er hat Mitleid mit Ihnen, Madame.
Und Sympathie.
Er weiß, dass Sie seine Hilfe dringend benötigen.
Mehr denn je.
Ich brauche seine Hilfe nicht.
Er bietet Ihnen fürs erste 10.000 Pfund an, als Vorschuss auf Ihren Prozess.
Ich habe das Geld bei mir.
Ferner erklärt er sich bereit, Sie in Sicherheit zu bringen, ins Ausland.
Und warum will er das alles für mich tun?
Manche Männer sind bereit, für eine schöne Frau jede Dummheit zu begehen.
Ich glaube Ihnen kein Wort.
Sie wollen mir nur eine Falle stellen.
Ein Fluchtversuch würde mich nur verdächtig machen.
Und dieses Geld in meinen Händen wäre der letzte Beweis gegen mich.
Ich wäre rettungslos der Polizei ausgeliefert.
Oder der weißen Spinne.
Bitte gehen Sie.
Sie sind nicht nur schön, Mrs. Irwin, sondern auch klug.
Eine gefährliche Kombination.
Ich kann meinen Auftraggeber und Richard Irwin sehr gut verstehen.
Wo ist mein Mann? Warum versteckt er sich? Was bezweifelt er mich?
Kommen Sie mir nicht zu nahe!
Ich mag das nicht.
Sie werden die Wahrheit über Ihren Mann noch rechtzeitig genug erfahren.
Und auch Scotland Yard wird dann volle Gewissheit haben,
ob man gegen Sie Anklage wegen Versicherungsbetruges erheben soll oder wegen Mord.
Einen Augenblick.
Wenn Sie nicht ins Gefängnis wandern wollen, Mrs. Irwin, bleibt Ihnen nur ein Ausweg.
Die Flucht mit Ihrem Chef, nicht wahr?
Zu großen Unbekannten.
Aber ich lasse mich nicht einschüchtern.
Und solange Scotland Yard keine Beweise gegen mich hat, kann...
Es könnte noch welche in die Hand bekommen.
Worauf spielen Sie an?
Das werden Sie vielleicht noch heute erfahren.
Gute Nacht, Mrs. Irwin.
Und angenehme Träume.
Also, ich kann es doch gar nicht fassen,
dass Sie nochmals hier auftauchen und wirklich mieten wollen.
Aber warum denn nicht? Ich habe Ihnen doch gesagt.
Da, wo mein Freund Kitty sich wohlfühlt, da gefällt es mir auch.
Und wenn außerdem der Preis günstig und die Weft Ihnen entgegenkommend ist,
Zigarette.
Dankeschön.
Da hätten Sie mich sehen sollen, als ich 17 war.
Ich habe als Schönheitstänzerin begonnen, mit einem Fächer, sonst nichts.
Tolle Männer lagen mir zu Füßen, Millionäre.
Aber als Falk, der große Falkonetti, kam da,
war ich dumm genug, meine Karriere dafür aufzugeben.
Wer? Der große Falkonetti?
Ja, was denn?
Sie erinnern sich nicht an ihn, an den berühmten Verwandlungskünstler?
Wir sind mit seiner Nummer durch ganz Europa gereist.
Er spielte ein Acht-Personen-Drama, ganz allein, eine halbe Stunde lang.
Kaum war er von der Bühne runter, durch die eine Tür rein, durch die andere Tür raus.
Neue Maske, neuen Anzug, neue Stimme.
Das Publikum war begeistert.
Sie konnten es gar nicht glauben, dass es ein und dieselbe Person war.
Ja, und dann, ich glaube, es war in Athen.
Da hat er mich mit einem Jongleur erwischt.
Peinlich. War er sauer?
Er hatte schon immer ein überschäumendes Temperament.
Na ja, dann hat er den Jongleur umgebracht.
Und dann?
Dann ist er auf und davon, auf und immer wiedersehen.
Und kein Mensch hat ihn je wiedergesehen.
Aber Sie haben doch sicher noch Bilder von damals, oder?
Oh ja, oben auf dem Dachboden habe ich meine Erinnerungen auch bewahrt.
Fotografien, Hochzeitsbilder.
Aber darauf würden Sie mich doch nicht wiedererkennen.
Und von Falconetti haben Sie von dem auch noch Bilder?
Ich meine, von seiner Varieté-Nummer und vor allen Dingen von seinen Masken.
Sagen Sie mal, warum interessieren Sie sich eigentlich für Falconetti so sehr?
Für Falconetti? Für den weniger.
Aber ich denke mir, dass ich vielleicht auch ein paar andere hübsche Bilder zu sehen kriege.
Von Ihnen. Mit und vor allen Dingen ohne Fächer.
Na, Sie sind mir ja einer.
Na ja gut, wenn Ihnen so viel daran liegt, dann werde ich das Zeug mal rauskramen.
Wenn Sie morgen mit Ihrem Gepäck zurückkommen,
dann können Sie nach Herzenslust sich die Bilder anschauen.
Ja, aber nur, wenn Sie mir dabei Gesellschaft leisten, Mrs. Falc.
Dieses Gespräch wurde durch ein Ofenrohr belauscht.
Ja, so war es in den 60ern.
Guten Abend, Sergeant.
Bringen Sie mir schon wieder eine Vorladung von Inspektor Conway?
Nein. Diesmal ist es ein Haftbefehl.
Ich muss Sie leider bitten, mit mir zu kommen, Mrs. Irwin.
Aber ich bin doch eben erst nach Hause gekommen.
Umso besser. Es erspart Ihnen die Mühe, sich wieder anzuziehen.
Lassen Sie mich bitte nur meine Mantel wechseln.
Oh nein. Ich darf Sie keinen Augenblick aus den Augen lassen.
Die Leibesvisitation wird eine Beamtin im Scotland Yard vornehmen.
Gut.
Was geht hier vor?
Wer ist dieser Mann, Mrs. Irwin?
Sergeant Mills von Scotland Yard.
Ich wurde soeben verhaftet.
Verhaftet? Aus welchem Grund?
Das brauche ich Ihnen nicht zu sagen.
Ich bin Mrs. Irwins Anwalt und ich protestiere im Namen meiner Mandantin.
Darf ich den Haftbefehl sehen?
Es liegt keine schriftliche Order vor, aber ich habe den Auftrag, die Dame vorzuführen.
Das ist gesetzeswidrig. Ich werde mich bei Ihrer vorgesetzten Behörde beschweren.
Das steht Ihnen frei, aber...
Und wenn Sie jetzt nicht sofort gehen, dann werde ich Sie wegen Hausfriedensbruch belangen.
Ich muss doch schon sagen, Mr...
Jedenfalls sollen Sie wissen, dass ich Ihnen jederzeit zur Verfügung stehe.
Nicht nur als Anwalt, sondern auch als... sondern überhaupt.
Danke.
Manchmal wünsche ich mir, ich wäre ein paar Jahre jünger.
Aber Sie sind doch ein Mann in den besten Jahren.
Schon gut, schon gut. Dumme Gedanken eines eingefleischten Junggesellen.
Immerhin bin ich nicht mehr ganz so jung wie zum Beispiel Ralph Hubert.
Wie kommen Sie auf Hubert?
Oh, es ist nicht schwer zu sehen, dass er Ihre ganze Sympathie besitzt.
Und ich möchte nicht, dass Sie eine Enttäuschung erleben oder Ihr Vertrauen einem Unwürdigen schenken.
Aber Mr. Summerfield, Sie selbst haben Hubert doch unterbesserungsfähig eingestuft.
Ja, ja, das schon, aber...
Er versucht wirklich alles, sich eine neue Existenz aufzubauen.
Ich fürchte, er hat uns beide getäuscht. Und auch Father Ely.
Es scheint, dass er sich Nacht für Nacht heimlich aus seinem Zimmer entfernt und...
Ja, das stimmt, ich weiß davon, aber wenn wir schon davon sprechen,
dann muss ich Ihnen gestehen, dass er in meinem Auftrag unterwegs ist.
Hat er das vorgegeben? Das war nur eine neue Lüge, um Sie einzuwickeln.
Nach meinen Informationen arbeitet er in einer übel beläumenden Spielhülle.
Im Club der 55.
Er hat mir ausdrücklich gesagt, dass ich die Herrschaften von der Fürsorge immer zu ihm lassen soll.
Wahrscheinlich ist er nur Zigaretten holen gegangen. Kann ich vielleicht so lange hier warten?
Aber gewiss, Madam.
Auch ein Club schließt irgendwann.
Spät geworden heute.
Ich hab's nicht eilig genehm.
Verzeihen Sie die Bemerkung, Mr. Hubert, aber wenn ich nicht wusste, dass Sie nur ein Mixer sind,
würde ich Sie unbedingt für ein Mitglied unseres Clubs halten.
Sogar ein sehr aristokratisches Mitglied.
Vielen Dank, Gideon.
Also dann, gute Nacht.
Oder besser gesagt, guten Morgen.
Einen Moment noch, Hubert. Der Chef möchte Sie sprechen.
Wer? Der Chef? Ich denke, der ist in Kalifornien.
Wenn dem so wäre, würde er Sie nicht im grünen Salon erwarten.
Na wunderbar.
Ich hab mir immer schon gewünscht, meinen Brötchengeber kennenzulernen.
Man schickt ihn in einen leeren Raum.
Kurze Zeit später taucht jemand auf und versucht, ihn mit einer Eisenschlinge zu erwürgen.
Er kann den Angreifer abwehren.
Um Himmels Willen, was ist geschehen?
Nichts Besonderes, Gideon.
Ich bin nur mit dem Sofa umgekippt und dabei ist mein Revolver losgegangen.
Aber Mr. Hubert, mit einer Feuerwaffe in einem solchen Club?
Gideon, es wäre nett, wenn du Mr. Korner nichts davon sagen würdest.
Er wird stocksauer, wenn er erfährt, dass sein schöner Kamin im Heimer ist.
Er gönnt sich noch einen Pink Gin und geht dann zurück in seine Pension.
Als er Mrs. Falk sucht, findet er diese erwürgt.
Hände hoch!
Da werden Sie Inspektor Conway aber eine ganze Menge zu erklären haben.
Diesmal lässt er Sie bestimmt nicht so schnell wieder laufen.
Ich habe Sie nicht rufen lassen.
Ich möchte nur melden, dass ich Ralf Hubert verhaftet habe. Er sitzt im Zelle 8.
Hände hoch!
Was ist geschehen, Sir?
Unser Freund Mills hat wieder mal einen Fehler begangen.
Den größten Fehler seines Lebens.
Er ist hier mit seines Postens enthoben und ich werde mein Versprechen halten,
ihm zu einer Beförderung zu verhelfen, wie sie noch keinem Mann in Scotland Jahr zu Teil geworden ist.
Ich werde ihn auf die Plattform des Henkers befördern.
Keine falsche Bewegung, Mann! Und ich breche dir sämtliche Knochen!
Mir war von vornherein klar, dass das Mördersyndikat einen Spitzel bei der Polizei haben musste.
Denn auf der Schreibtischunterlage von Inspektor Dawson konnte ich eine Nachricht entziffern.
Den letzten Auftrag, den mein ermordeter Vorgänger gegeben hatte.
Eine Anordnung an sämtliche Polizeistationen, das Auftauchen von weißen Spinnen zu melden.
Aber dieser Order kam nie durch, denn Sie, Mills, haben sie verschwinden lassen.
Wer ist Ihr Auftraggeber?
Ihren Namen kenne ich nicht.
Aber wenn ich schon baumeln muss, dann soll sie auch dann glauben, diese verschluchte alte Hexe.
Damit sie es wissen konnte.
Die geheimnisvolle weiße Spinne ist eine Frau.
Guten Tag. Sind Sie die Inhaberin dieser Varieté-Agentur?
Ja, ganz recht. Ich bin Mrs. Springl.
Mein Name ist Smith. Ich habe Sie vorhin telefonisch um eine Unterredung gebeten.
Willkommen, Mr. Smith. Was kann ich für Sie tun?
Suchen Sie ein Engagement?
Nein, nein. Ich bin wegen etwas ganz anderem hier.
Um es kurz zu machen, ich bin von Scotland Yard. Mordkommission.
Mordkommission?
Ja. Ich suche einen Artisten. Einen gewissen Falkonetti.
Falkonetti?
Ja, der große Falkonetti.
Ja, ich entsinne mich. Der hat tatsächlich einen Mord begangen.
Irgendwo im Orient, glaube ich. Das ist doch schon viele Jahre her.
Ja, aber Sie kennen ihn.
Ich war schon bei mehreren Agenturen, aber niemand konnte sich an ihn erinnern.
Das waren alles etwas jüngere Leute.
Mrs. Springl, ist es möglich, dass Sie unter Ihren Unterlagen noch altes Propagandamaterial von diesem Falkonetti haben?
Ja, das wäre ganz gut möglich. Ich habe da eine Unmenge von altem Material aufbewahrt.
Alphabetisch geordnet. F ist allerdings ziemlich weit oben.
Das macht nichts.
Ja, wenn Sie sich der Mühe unterziehen wollen. In meinem Alter klettert man nicht mehr gern.
Aber natürlich.
Kaum dreht er sich um, demaskiert sich die sogenannte alte Dame, holt eine Stahlschlinge heraus und versucht, unseren Freund zu erwürgen.
Mit Mühe und Not kann er den Angreifer abwehren. Er verschwindet.
Ich hätte nicht gedacht, dass Sie heute noch zur Arbeit kommen würden, Mr. Hubert.
Ich bin eben ein pflichtbewusster Angestellter, Mr. Korner, und solange ich keine offizielle Kündigung bekomme...
Ach, Sie wollen eine offizielle Kündigung. Ist der Chef nicht deutlich genug gewesen?
Aber ich bitte Sie, Mr. Korner, er hat ein bisschen auf mich geschossen, ich habe ein bisschen zurückgeschossen, nun sind wir wieder quitt.
Öffnen Sie! Polizei! Machen Sie sofort auf!
Das Licht! Ein Signal!
Es tut mir furchtbar leid, aber sämtliche Bildstiche sind voll besetzt.
Davon will ich mich gerade überzeugen, Kleiner.
Ich protestiere!
Weißt du, was eine Razzia ist?
Was hat das zu bedeuten?
Ich habe gelaufen, dass in diesem Club nicht nur Britsch gespielt wird.
Das ist eine haltlose Verleumdung.
Bitte überzeugen Sie sich selbst.
Die Sache wird ein Nachspiel haben.
Ich dulde nicht, dass die Mitglieder des Clubs in dieser Weise belästigt werden.
Ich habe nur meine Pflicht getan.
Mr. Hubert, wenn ich nicht höre.
Hallo, Sargent. Wie geht's?
Peinlich für Sie, mich hier zu treffen.
Ganz im Gegenteil, ich freue mich.
Ich freue mich immer, wenn ich irgendwo alte Bekannte wiedersehe.
Wollen Sie mir vielleicht erklären, was Sie hier zu suchen haben?
Ach, Sie wissen doch, Sargent, ich habe in Dartmoor unter anderem auch gelernt, elektrische Leitungen zu reparieren.
Das ist auch der Grund, warum man mich hierher bestellt hat.
Dieser Wandarm hier ist nämlich ein bisschen defekt, wie ich feststellen konnte.
Wo ist hier der Manager? Wo ist Kornhagen?
Ich weiß nicht. Ich weiß nicht.
Eine Razzia.
Ist hier jemand durchgekommen?
Nein, niemand. Sind Sie der Partner hier?
Ja, nicht von hier, vom Nebenhaus.
Ich hole mir nur immer die alten Zeitschriften vom Club.
Meine Augen machen ja nicht mehr so richtig mit, aber es hilft doch ein wenig, die Zeit zu vertreiben.
Kann ich jetzt gehen? Ich muss noch meine Runde machen.
Hier. Dieses Geld stammt von der weißen Spinne.
Ein Vorschuss auf die Lebensversicherung meines Mannes.
Halten Sie mich jetzt immer noch für seine Mörderin?
Ich halte Sie vor allem für eine Frau in Panikstimmung.
Beruhigen Sie sich bitte und erklären Sie mir, woher Sie das Geld haben.
Man hat es mir aufgedrängt.
Ich wollte es nicht nehmen, aber dann fand ich es zu Hause.
Im selben Moment, als Ihr Beamter mich verhaften wollte.
Aber das war kein Zufall.
Wenn mein Anwalt nicht im letzten Moment interveniert hätte,
dann hätte man das Geld mit der weißen Spinne bei mir gefunden.
Und was das bedeutet hätte, das können Sie sicher denken.
Und was bezweckte Ihrer Meinung nach der Verbrecher damit?
Er will mich gefügig machen.
Er droht mir, mich ins Gefängnis zu bringen, wenn ich mich seinen Wünschen nicht füge.
Und wie sind die?
Er will mich zwingen, mit ihm ins Ausland zu fliehen.
Hat er Ihnen das telefonisch mitgeteilt?
Nein, durch einen Vertrauensmann, einen Inder.
Mrs. Irwin, das war kein Vertrauensmann.
Das war er selbst.
Ein Inder?
Das ist nur eine seiner Masken.
Das Mördersyndikat ist keine weitverzweigte Organisation,
sondern ein Ein-Mann-Betrieb.
Ein einziger Mann, wenn auch ein Verwandlungskünstler mit sehr vielen Gesichtern.
Und seine Helferselfer, die er brauchte,
die suchte er in der Kartei des Hilfsvereins aus.
Unter dem Asozialen in Ihrer Kartei, Mrs. Irwin.
Sie sehen also, wenn Sie sich dazu entschließen können,
mit offenen Karten zu spielen, dann bin ich auch dazu bereit.
Das nennen Sie mit offenen Karten spielen,
wenn Sie sich hinter diesen Scheinwerfern verstecken?
Na schön, wenn Sie so viel Wert darauf legen, mein Gesicht zu sehen,
dann will ich es Ihnen zeigen.
Auch wenn es Sie vielleicht erschreckt.
Sie?
Ja.
Mrs. Irwin, bevor Sie mich verurteilen,
ich weiß, dass Sie unschuldig sind.
Aber um das beweisen zu können,
musste ich mich leider genau der gleichen Mittel bedienen,
wie die weiße Spinne.
Deshalb dieses Theater.
Ich freue mich sehr, dass ich gerade Ihnen gegenüber jetzt offen sein kann.
Und ich verspreche Ihnen, dass ich alles tun werde,
um Sie so schnell wie möglich aus Ihrer Situation zu befreien.
Es wird...
Ja?
Sir James ist auf dem Weg zu Ihnen.
Danke.
Es wird besser sein, wenn Sir James Sie hier nicht trifft.
Diese Tür führt ins Freie.
Auf Wiedersehen, Mrs. Irwin.
Ich habe hier den Bericht vom Gerichtsmedizinischen Institut.
Der Tote ist tatsächlich Richard Irwin.
Lassen Sie einen Haftbefehl ausstellen
gegen Mrs. Irwin wegen Anstiftung zum Mord.
Nein, das werde ich nicht.
Bitte?
Mrs. Irwin ist unschuldig.
Ich habe schon davon gehört,
dass Mrs. Irwin eine außerordentlich schöne Frau sein soll.
Aber glauben Sie nicht, dass ich einen Fehler machen werde,
bloß weil Sie...
Sir James, ich will lediglich vermeiden,
dass Scotland Yard sich lächerlich macht.
Bitte geben Sie mir noch 24 Stunden,
dann können Sie mich wiederholen.
Also die Dame mit den schönen Augen ist unschuldig.
Und Lord Ansfield ist wohl ein weißer Knabe.
Sie haben mir seine Verhaftung versprochen.
Stattdessen ist der FIFA-Wertboden verschwunden.
Sie haben sich von Dorsen und Dartmoor anschmuggeln lassen,
um besser an die Bande heranzukommen.
Aber was ist der Erfolg?
Der famose Mr. Corner scheint sich genauso
in Luft aufgelöst zu haben wie Kitty Phillips.
Und vom großen Falconetti haben wir nach wie vor
nicht die geringste Spur.
Die weiße Spinne ist sehr schlau, Sir James,
aber Spinnen haben eine Eigenart.
Seit Wochen verfolge ich anhand dieser Karte
die Bewegungen von Falconetti.
Da ist zunächst einmal der Club der 55 und Hotel Falk.
Hier das Haus von Mrs. Irwin,
die Agentur von Mrs. Pringle
und schließlich der Hilfsverein.
Das ergibt das Netz der weißen Spinne.
Und die Spinne selbst im Zentrum.
Das Theaterviertel.
Dass ich darauf nicht gekommen bin.
Falconetti war ein großer Verwandlungskünstler.
Er hat seinen Beruf aufgegeben,
aber es treibt ihn natürlich immer wieder zurück
an die Städten seiner Triumphe.
Dort muss ein Schlupfwinkel liegen
in einem der stillgelegten Theater.
Ordnen Sie sofort Überwachung
sämtlich an Frage kommenden Gebäude an.
Das ist bereits geschehen.
IC, bitte melden.
IC, hört sie.
Ein Mann, auf den die Beschreibung Kitty Phillips passt,
hat eben das Tivoli betreten.
Hallo, Chef.
Ich hab dir doch verboten, noch mal hierher zu kommen.
Ja, aber wo soll ich denn hin?
Die Polypen jagen mich Tag und Nacht.
Falsche Fall warnen.
Vielleicht wird dir eine Luftveränderung guttun.
Ich zahle dir eine Fahrkarte, wohin du willst.
Das würden Sie sich was kosten lassen, nicht?
Aber so leicht ist der gute Kitty nicht abzuschieben.
Wie viel willst du?
2.000 und die gleich auf der Stelle,
damit nicht nach dem letzten Moment
etwas dazwischenkommt,
eine unliebsame Überraschung, ein kleiner Unglücksfall.
2.000?
2.000.
So viel habe ich nicht im Haus.
Aber ja doch, Chef, ja doch.
Sie haben doch sicherlich nicht
Ihren kleinen braunen Koffer vergessen,
den da auf dem Regal,
und Sie auch Ihre alten Varieté-Programme aufheben.
Kein Messchen mit Ihrer vermuten Drahtstränge, Chef.
Das können Sie mit Kitty kein zweites Mal machen.
Wir wollen die Sache in Ruhe besprechen.
Abstand halten, Chef.
Sicherheitsabstand, oder es knallt.
Pech, Kitty.
Der Bus war schneller.
Kitty Phillips ist aus dem Fenster gestürzt.
Hier war doch eben noch ein alter Pförtner.
Alles durchsuchen.
Sir, hier.
Die Perücke der alten Dame,
der Augendeckel des Mr. Korner
und hier die Pfeife des Pförtners.
Ja, aber was ist das?
Statten Sie?
Das ist eine Schnur.
Und zwar ein Stück von einer Schnur,
so wie die Mönche sie brauchen für ihre Kutten.
Father Riley.
Ja, auch der.
Und eine in Rileys Verkleidung.
Jetzt kennen wir alle seine Masken.
Welches ist sein wahres Gesicht?
Ich muss unbedingt diesen Lord Anfield fassen,
und zwar heute Nacht noch.
Und wenn ich den zwischen meine Finger kriege, dann...
Ach, gut, dass Sie gekommen sind, Mr. Hubert.
Sie werden es nicht glauben, ich bin seit zwei Stunden hier
und kein einziger Gast ist erschienen.
Aber Sie sind da, Sie haben mich nicht enttäuscht.
Ja, ich bin aber nicht gekommen,
um mit Dir Schwarzer Peter zu spielen.
Du bist doch der Mann, der Sie in Adelskreisen am besten auskennt.
Oh, ein Hobby von mir.
Also kannst Du mir auch am besten helfen,
meine Wohnung noch draußen in seinem Landhaus zu finden.
Und dann war der Fliegeklub,
er war ein ganz bekannter Pilot der Royal Air Force.
Ja, das weiß ich, er war aber seit Tagen nicht in seinem Klub.
Dann der HFG.
Im Hilfsverein für Gestrauchelte?
Nein, Helikopterfluggesellschaft.
Seine Lotschaft hat sein Privatflugzeug
Anfang dieses Jahres verkauft,
und jetzt fliegt er mit einem Hubschrauber.
Gideon, Du bist ein Genie.
Sagt meine Mutti auch.
Hallo?
Ach, Sie sind es.
Hat sich der Inder nochmal blicken lassen bei Ihnen?
Ja, von der Versicherung.
Mr. Summerfield hat mich vorhin angerufen
und mir gesagt, dass die Angleer den Prozess eingestellt
und das Geld ausgezahlt hat.
Ein Beamter ist mit dem Scheck auf dem Weg zu mir.
Oh, ich glaube, das ist er schon.
Auf bald.
Father Reilly, kommen Sie herein.
Ich weiß gar nicht, wie ich es Ihnen sagen soll.
Was denn los? Sie sind ja ganz verstört.
Na, das ist ja auch kein Wunder,
wenn sich die Toten aus den Gräbern melden.
Mein Mann?
Ja, es handelt sich um Richard Irwin.
Er hat sich an mich gewandt,
weil er weiß, dass ich nicht verraten werde,
dass ich nicht verraten darf.
Es fände ihm nicht gut zu gehen.
Er ist in Gefahr. Er ist krank.
Er sagt, dass nur Sie ihm helfen können.
Er sagt, ich soll Sie zu ihm bringen.
Wo ist er?
In den Docks, auf einer Motorparkasse.
Sehen Sie, was ich gefunden habe.
Ein Brief von Richard Irwin an seine Frau.
Muriel, das ist unser Abschied für immer.
Heute Nacht habe ich noch einmal versucht, alles zu retten
und ich habe versagt, wie immer.
Nun mache ich Schluss.
Also hat Richard Irwin doch Selbstmord begangen.
Tja, und diesen Abschiedsbrief hat er Corner gegeben,
das heißt der weißen Spinne.
Und der hat ihn unterschlagen.
Natürlich brachte Inspektor Conway die weiße Spinne zur Strecke.
Natürlich war Miss Irwin rehabilitiert.
Und natürlich heirateten beide ein Jahr später.
Das war es wieder bei Hör mal zu dem Kanal
für echte Hörspiel- und Retrofreunde.
Dein Kopfkino zu jeder Zeit, 365 Tage im Jahr.
Werbefrei und kostenlos.
Danke für Dein Like und bis demnächst.
Untertitel von Stephanie Geiges
Es ist unmöglich, von Hör mal zu nicht gefesselt zu sein.
