Rundgang im Tragtierzentrum

Österreichs Bundesheer
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Die Soldaten im Tragtierzentrum in Hochfilzen erfüllen mit rund 60 Haflinger und Esel Trag-, Zug- und Reiteinsätze für das Bundesheer. Wachmeister Michelle Buchholzer nimmt euch mit auf einen Rundgang durch das Tragtierzentrum. #Bundesheer #Haflinger #Esel
Hallo und herzlich willkommen im Tragtierzentrum in Hochfilzner.
Mein Name ist Wachtmeister Buchholzer, ich bin Gruppenkommandant einer Tragtiergruppe.
Derzeit befinden sich bei uns 60 Tragtiere, davon 6 Eseln.
Unsere Hauptaufgaben sind im Mittel- und Hochgebirge Trag-, Zug- und Reiteinsätze durchzuführen.
Unser großer Unterschied ist, wir besitzen Esel wie Haflinger und dazu gehen wir jetzt der Nähe ein.
So und das ist jetzt unser Haflinger, was wir da herinnen großteils haben im Tragtierzentrum.
Davon derzeit 56 Stück.
Schaut wie folgt aus, wir haben keine technischen Daten bei den Tragtieren, sondern es sind Leistungsparameter.
Der Haflinger ist ein super Gebirgspferd, stammt aus Tirol, wurde damals gezüchtet für den Trageinsatz im Hochgebirge.
Die Parameter für unsere Pferde jetzt im Allgemeinen.
Das Pferd namens Lucian schafft netto Zulast auf dem Tragsattel 100 bis 130 Kilogramm.
Im Zug jedoch, zum Beispiel beim Holzrücken oder wenn ich Lasten ziehe hinten noch, schaffen sie bis zu 300 Kilogramm.
Unsere Pferde muss man immer sehr individuell einschätzen.
Es geht darum, manche sind größer gebaut, stärker gebaut, schmächtiger gebaut.
Das heißt, wir müssen uns immer auf das Tragtier, auf das jeweilige bestens einstellen können.
Und im Gegensatz dazu stelle ich euch jetzt den Esel vor.
Das ist jetzt unser Esel namens Jeff.
Schaut wie folgt aus, der Esel ist einfach kompakter gebaut, schmäler gebaut.
Das heißt, er ist einfach auf kleinen schmalen Wegen für uns einfach einsatzfähiger.
Der Esel im Gegensatz dazu, dass er kompakter ist, fordert natürlich auch weniger, was er tragen kann.
Seine netto Zulast beträgt circa zwischen 60 und 80 Kilogramm und im Zug circa 100 bis 150 Kilogramm.
Der Esel ist sehr gutmütig, sehr schnell lernfähig und ist kein Fluchttier, was auch die Ausbildung wesentlich verkürzt.
Schaut wie folgt aus, der Esel ist super fürs Hochgebirge, da er auf bis zu 5000 Meter ohne Akklimatisierung klarkommt.
Das heißt, man kann schnelle Höhenänderungen durchführen mit dem Esel.
Vor allem auch wichtig, wenn wir daran denken, an Auslandseinsätze.
So, das war jetzt der Esel und jetzt machen wir noch einen Rundgang durch unsere Stallungen im Tragtierzentrum.
So, jetzt befinden wir uns bei unseren Boxen von den Pferden, das heißt, da wohnen sie.
Wir haben hier drinnen zehn Quadratmeter große Boxen für die Pferde, das heißt, über der Norm.
Denen geht es gut hier drinnen.
Da findet auch die Fütterung statt.
Die Pferde haben eine durchgehende Tränkmöglichkeit.
Das ist wichtig für die Gesundheit der Pferde zum Verdauen.
Hier drinnen im Stall hat alles eine militärische Ordnung.
Auf jeder Seite jeweils ist eine andere Tragtiergruppe.
Das heißt, für uns auf der rechten Seite befindet sich die zweite Gruppe, auf der linken Seite die dritte.
So ist alles sehr übersichtlich und einfach verständlich für unsere Rekruten.
Gut, jetzt befinden wir uns in unserem Futtermittellager.
Da wird das Futter individuell einfach abgewogen für das jeweilige Pferd.
Schaut wie folgt aus.
Es befinden sich zwei GWD vom Stalldienst.
Die sind 24 Stunden, sieben Tage die Woche immer da für die Pferde, egal ob Wochenende oder Feiertag.
Sie sind dafür zuständig, dass die Fütterung ordnungsgemäß erfolgt, die Haltung der Tiere bzw. der Zustand der Tiere.
Gut, derzeit befinden wir uns jetzt in unserer Wellnessoase für die Pferde.
Hier drinnen sehen wir jetzt gerade den Aster.
Der Aster ist schon ein altgetiegener bei uns, der ist schon 21 Jahre alt.
Das Ganze haben wir dazu da, dass sich die Pferde bei uns einfach wohlfühlen.
Das ist so wie bei uns Menschen, man hat einmal irgendwo ein Wehwehchen im Rücken oder was, das kann man sehr gut dadurch beheben.
Verspannungen einfach ein bisschen mildern und damit die Pferde einfach einmal ein bisschen Wellness haben und sich entspannen können.
Beziehungsweise im Winter einmal, wenn sie durchnass sind, auch zum Auftrocknen der Pferde und zum Wärmen der Pferde.
Jetzt befinden wir uns in einem Gruppenmagazin.
Das ist gerade mein Gruppenmagazin von der dritten Praktikgruppe.
Schaut wie folgt aus.
Wir haben zwei verschiedene Modelle von Tragsätteln.
Jedoch greifen wir besonders immer auf das ältere Modell zurück, weil es einfach in der Handhabung und Nutzung und fürs Tier einfach besser ist.
Natürlich haben wir auch die Möglichkeit zum Ziehen von Lasten.
Hauptsächlich, sage ich einmal, ziehen wir Lasten wie Baumstämme, beziehungsweise machen einen Patiententransport, einen Abtransport.
Und dazu haben wir natürlich auch Hilfsmittel.
Wenn ich euch kurz zeigen darf, da haben wir die Holzrückerwanne.
Das ist einfach eine Wanne, in der du sie nirgends mit dem Baumstumpf einstichst im Gelände.
Das heißt, ihr erleichtert dem Pferd einfach den Widerstand des Zuges.
Ist ein ganz klasse Gerät.
Können wir genauso im Winter verwenden, dass wir sagen, okay, das Pferd zieht und dahinter sitzt einer drauf und kann das Pferd auch von hinten führen.
Dann geht es weiter natürlich auch, wir sind fähig dazu und in der Lage einen Reitansatz durchzuführen.
Dann befinden sich im Hintergrund die Reitsattel.
Jedes Tragtier hat bei uns seinen eigenen Sattel, sein eigenes Gerät.
Dazu, jeder Rekrut, wenn er ein Pferd zugeteilt bekommt, geht herein, holt sich von seinem Tier den Sattel, beginnt das Pferd zu satteln und dann geht es schon raus ins Gelände.
Jetzt befinden wir uns in unserer Indoor-Reithalle.
Natürlich in Hochfilzen optimal, vor allem auch im Winter, da wir sehr hohe Schneelogen haben hier drinnen.
Drinnen befindet sich derzeit gerade der Ausbildungszug bei der Ausbildung der Pferde.
Da geht es einmal hauptsächlich darum, um das Beereiten und dass sie das Ganze gewohnt werden, Mensch-Tier-Kooperation.
Drinnen haben wir jetzt derzeit einen Gruppenkommandanten vom Ausbildungszug plus eine Praktikantin der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Weidau.
Die macht gerade ihr Pflichtpraktikum, was sie braucht für die Schule.
Mittlerweile schon die 27., die wir hier drinnen für ihr Praktikum unterstützen.
Gut, und jetzt geht es dann weiter raus.
Der Luzian und der Chef warten schon auf uns, sind bereit für Satteln und Verlasten und danach gehen wir ins Gelände.
Jetzt sind wir eben angelangt mit unseren zwei Tragtieren.
Einmal das Pferd der Luzian und der Esel, der Chef.
Die werden jetzt von uns einmal die Sattelgurtenlage durchgeputzt ordentlich, damit es zu keine Druck- und Scheuerstellen kommt.
Und danach beginnen wir mit dem Satteln.
Einmal der Sattel vom Esel, das ist das neuere Modell, leicht umgebaut.
Jetzt sind wir bei circa 30 Kilogramm.
Das, was wir dann am Luzian, am Pferd sehen werden, ist dann bei circa 47 bis 50 Kilogramm, der Sattel selbst.
Dann zu den Lasten, die wir verlasten, auf die Tragtiere.
Wenn wir schauen, wir haben zweimal die Kraxen.
Das ist das Großgebäck von einem kämpfenden Soldaten.
Und danach gehen wir weiter am Pferd, am Luzian, machen wir dann das überschwere Maschinengewehr.
Da sind wir dann bei 70 Kilogramm zusätzlich zum Sattel.
Und jetzt geht's los, wir bereiten unsere Pferde vor.
Gut, Pferde durchputzen.
So, jetzt haben wir unsere ganze Geschichte mit dem Tragsattel beendet.
Jetzt gehen wir darauf ein, auf was es wirklich drauf ankommt, auf was wir achten müssen,
damit die Tiergesundheit bei uns an erster Stelle stehen bleibt.
Gut, jetzt als Permanent bin ich natürlich verantwortlich für meine Rekruten bzw. Grundwehrdiener,
die ich da habe, und natürlich auch für meine Tragtiere.
Darauf muss ich besonders achten, dass die Sattelung korrekt gemacht worden ist.
Ansonsten hole ich sofort einmal Schäden bzw. Scheuerungen am Pferd.
Ich achte darauf, dass ich die korrekten Abstände einhalte beim Vorderzeug,
dass die Freiheit für das Pferd bzw. für den Esel gegeben ist, dass er seinen Hals bewegen kann.
Als nächstes tue ich den Bauchgurt unten drinnen.
Da nehmen wir das Handmaß, eine Handbreite gegebenmäßig, bis ich vorne für seinen Vorderfuß anstehe.
Natürlich auch auf die korrekte Zurung.
Es muss schon schmackig angezogen sein, sodass das Ganze dann wirklich erhebt,
wenn wir im Gelände unterwegs sind, bei gewissen Steigungen.
Dann als nächstes kontrolliere ich die Last an sich.
Wichtig ist, dass die Last, auch wenn das ein Tragtier einen kleinen Hüpfer macht,
wirklich korrekt und bombehebt da oben drauf.
Das heißt, ich schaue einfach, lasse sie das wirklich irgendwo aushängen oder so.
Das ist super stabil und in Ordnung.
Danach müssen wir zurückgehen.
Wir haben ein Hinterzeug.
Das ist bei uns wichtig, dass die Last nicht nach vorne rutscht auf die Schulter.
Das heißt, er hat dann keine Freiheit mehr zum Bewegen.
Hinten muss ich dann kontrollieren, dass das Hinterzeug angezogen ist,
sodass mir nichts verrutschen kann.
Sehr gut.
Dann haben wir den Esel fertig.
Ich bin zufrieden mit seiner Arbeit.
So kann er dann wieder rausgehen ins Gelände.
Wenn wir als nächstes dann zum Pferd gehen, zum Luzern.
Der hat das ÜSM-Geo.
Da ist wieder dasselbe Spiel.
Vor der Zeug, er hat seine Freiheit, ist alles gegeben.
Es befindet sich keine Bauchfalte, keine eingeklemmte.
Die Zurung ist in Ordnung.
Da können wir noch nachstellen.
Jawohl.
Die Waffen sind korrekt eingeklemmt.
Wichtig ist immer die Oberlast, dass das Pferd nicht beeinträchtigt wird.
Das heißt, durch Aufschlagen auf die Gruppe hinten bzw. vorne auf den Hals,
dass das Pferd frei seinen Kopf bewegen kann.
Wieder dasselbe wie beim Esel.
Eine Handbreite bis zum Schweifansatz.
Und am Hinterzeug hat er genauso die Bewegungsfreiheit.
Der Kasten vom ÜSM-Geo ist ebenso korrekt eingeklemmt.
Alles ist verzurrt.
Man hebt ordnungsgemäß durch die Truppe.
Dann kann man mit einem super Gerät weiterarbeiten,
mittels beschädigten Waffen oder Transportmitteln.
Jetzt geht es weiter.
Wir stellen unsere Marschbereitschaft her.
Wir adjustieren uns genauso.
Dann gehen wir raus ins Gefäß.
