Im Gespräch mit dem Arzt Prof. Dr. Jörg Spitz erfährst du, was der Begriff “Natur-Defizit-Syndrom” bedeutet und wie dies chronische Infektionen begünstigen kann. Er geht dabei auf die Punkte Symbiose, Dysbiose und Mikrobiom ein und erläutert, warum du deinen Genen nicht ausgeliefert bist - Epigenetik.
Doch was sind überhaupt chronische Infektionen? Bei einer chronischen Infektion verbleiben eine oder mehrere Erregerarten über einen längeren Zeitraum in unserem Organismus und vermehren sich dort, ohne dass unser Immunsystem sie auslöscht. _ Werbung: Bei den Links handelt es sich um Affiliate-Links oder eigene Produkte. _
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Dass wir Menschen ja ein Teil der Natur sind.
Wir sind eine vorübergehende Ansammlung von Biomasse dieser Erde mit dem Ziel, die
Evolution fortzusetzen.
Und diese Biomasse, die formt sich und ist geformt worden im Rahmen der Evolution in
einem ganz bestimmten Umfeld, in einem ganz bestimmten Milieu, in einer ganz
bestimmten Umgebung. Und diese natürliche Umgebung beinhaltet alles, was wir
brauchen. Ob das Sonne ist, ob das Bewegung ist, ob das klares Wasser ist, ob
das die Mikronährstoffe sind.
Alles das war vorhanden.
Und dann ist der Mensch hingegangen vor 10.000 Jahren, hat mit Ackerbau und
Vielzucht angefangen, die Erde nicht nur zu verändern und letztlich auch zu
verschmutzen, sondern er hat eine neue Parallelwelt geschaffen.
Und diese Parallelwelt, auf die wir so stolz sind, die Zivilisation, die enthält
viele Dinge eben nicht mehr.
Zum Beispiel die Mikronährstoffe, zum Beispiel den ruhigen Schlaf, zum Beispiel
die Bewegung und, und, und, und das alles zusammen kostet uns praktisch unser
Leben bzw. unsere Gesundheit.
Und deswegen habe ich das zusammengefasst als Naturdefiziteffekt, weil solange
wir mit der Natur verbunden waren, die uns ja vorgebracht hat, solange
haben wir diese Defekte nicht gehabt.
Vor 40.000 Jahren sind wir zu Fuß um die ganze Welt gegangen.
Zu Fuß. Heute laufen die Leute 500 Meter, sind sie platt.
Wir sind kein einzelnes Lebewesen, sondern wir sind eine riesengroße Community von
Körperzellen, von Bakterien, von Viren, von Pilzen und so weiter und so fort.
Und diese Milliarden von Lebewesen, die alle selbstständig
für sich existieren, die reden miteinander, nicht übereinander, sondern
miteinander. Und wer miteinander redet, muss eine Sprache haben, sich zu
verständigen. Und wir Menschen haben so ein paar Dinge, haben wir schon
entschlüsselt, wie der Körper sich untereinander, die Zellen untereinander
verständigen. Das sind die Nervenimpulse, die da sind.
Dann wissen wir, dass es Hormone gibt.
Aber das ist ein Bruchteil von dem, was wirklich da ist.
Dann ist es nämlich weitergegangen, dass man gesehen hat, auch zum Beispiel mit
Vitamin D, dass das ein Hormon ist, was von dem einen Organ, der Haut, zu
den anderen Organen geht. Aber darüber hinaus gibt es eine ganze Menge weiterer
Brutstoffe, die man allgemein Zytokine nennt, die im Körper rumgereicht
werden und die dann bei den einzelnen Empfängern ganz bestimmte Dinge
auslösen. Im Gehirn unter anderem neue Gehirnzellen machen
oder in der Leber dafür sorgen, dass die Leber entgiftet wird oder oder oder.
Das heißt also, wir haben eine Vielfalt von Informationsmöglichkeiten,
wahrscheinlich bis hin zu Biophotonen und solchen Dingen, die allgemein als
Voodoo angesehen werden. Aber die ganze Truppe redet miteinander.
Das Immunsystem ist nicht das, was wir früher gelernt haben, eine Schlägertruppe,
die ein paar Bakterien platt macht, sondern das Immunsystem ist eine zentrale
Organisation oder Institution, um diesen Körper miteinander zu verbinden und die
vielfältigen Aufgaben, die die einzelnen Organe und Zellen haben, um die
abzudecken. Also ein IT-System im Grunde genommen, was nebenbei auch diese
Dinge mit steuert. Das heißt also unsere klassischen Infektionsproblematik.
Wie kann dann Vitamin D auch speziell bei diesen chronischen Infektionen,
egal ob es jetzt Borreose ist oder mit Candida oder EBV oder multiresistente
Keime, wie kann Vitamin D da unterstützend wirken?
Also da gibt es zwei ganz wesentliche Mechanismen.
Der eine Mechanismus ist der, dass Vitamin D das Immunsystem tunt.
Es gibt immer wieder Leute, die sagen Vitamin D unterdrückt das Immunsystem,
weil bei allergischen Erkrankungen zum Beispiel dann diese Allergien unterdrückt
werden oder nicht so massiv sind.
Aber Vitamin D suprimiert nicht das Immunsystem, sondern Vitamin D tunt das
Immunsystem. Wenn man sich die vielfältigen Bestandteile des
Immunsystems anschaut, die Zellen, dann kann man sehen, dass Vitamin D an einigen
Stellen die Zellen hochtritt.
Das heißt, die Funktion der Zellen erhöht.
Andere Zellen werden reduziert.
Das heißt also, es wird wirklich getunt, wie ich es brauche.
Das ist die eine Geschichte.
Das Zweite ist, was Vitamin D kann, es ist in der Lage, in bestimmten Immunzellen
ein Antibiotikum zu induzieren.
Die können Antibiotika bilden, diese Immunzellen, gegen die die Keime nicht
resistent werden können.
Einer von denen ist Catecholidin, mit dem man sogar tuberkulose Bakterien umbringen
kann. Das ist kein neues Voodoo, sondern das hat man im letzten Jahrhundert schon
gewusst. Man wusste nur nicht, wie es funktionierte.
Aber man hat gesehen, dass wenn man schwerkranke tuberkulose Patienten in die
Sonne legt, und das hat man in den sogenannten Luftkuhorten getan, die gar
keine Luftkuhorte waren, sondern Höhenkuhorte, wo die Sonne nämlich auch
nicht geschehen hat, in der Schweiz zum Beispiel oder bei uns in den
Mittelgebirgen. Man hat die Menschen in die Sonne gelegt und dann haben die mit
ihrer Haut Vitamin D gemacht.
Dieses Vitamin D hat dann die Tierchen umgebracht.
Das hat manchmal ein halbes Jahr, ein Dreivierteljahr gedauert, aber dann waren
die Leute geheilt. Und dann kam die Antibiotika-Ära, dann konnte man das alles
viel schneller. Klammer auf, dass das Nebenwirkungen hat, hat man natürlich nicht
gewusst damals. Und dann ist Vitamin D in Vergessenheit geraten und diese Art der
Behandlung in Vergessenheit geraten.
Inzwischen wissen wir aber aufgrund der Grundlagenforschung, wie das funktioniert
und können das also elegant einsetzen.
Egal, ob es sich um grippbare Infekte handelt oder ob es sich um Tuberkulose
handelt oder bei den Autoimmunerkrankungen eben.
Da ist einer der Effekte, dass das überschießende, die überschießende
Reaktion, die Autoimmunreaktion in das Körpereingewebe eben auch reduziert wird.
Und von daher sind wir in der Lage, diesen Krankheiten einen wesentlich günstigeren
Verlauf zu geben, als wenn man denen nur irgendwelche Pillen einwirft,
Pharmapillen einwirft und dann den Körper in die Lage versetzt, dieses
Autoimmungeschehen weniger heftig zu haben.
Und da, wo weniger gekämpft wird, gibt es weniger Tote und weniger Gewebsschäden und
von daher ist das ein positiver Effekt.
Was man nur wissen muss, ist, dass Vitamin D keine, kein
Heilsversprechen ist und nicht alleine, alleine in der Lage ist, alles zu bewirken,
sondern Vitamin D wirkt im Kontext, im Chor oder im Orchester mit
vielen, vielen anderen Dingen zusammen.
Wir haben für alles Lobby in diesem Land, Waffenlobby, Zigarettenlobby,
aber es gibt keine Gesundheitslobby.
Ja, beziehungsweise falsch, unter dem falschen Deckmantel, Krankenkassen.
Ja, ja, das Gesundheit ist der Deckmantel.
Genau richtig. Und in Wirklichkeit ist was anders dahinter.
Die Sonne drauf scheinen konnte früher.
Heute geht das nicht mehr.
Wir sitzen drinnen. Wir haben also früher auch ja in Höhlen gelebt, aber nur nachts.
Nachts waren wir draußen.
Heute haben wir zu der Schlafhöhle zusätzlich noch eine Wohn- oder Arbeitshöhle.
Wir haben fahrbare Höhlen, mit denen wir unterwegs sind.
Also wir sind nicht mehr in der Sonne.
Und wenn wir reingehen, schmieren wir uns gegenseitig liebevoll mit Sonnencreme ein.
Und Sonnencreme, die heißen ja im Volksmund Blocker, ja, die blocken wirklich die
Sonne. Da geht nix mehr durch und da gibt es kein Vitamin D mehr.
Und das ist der Grund, warum in Studien und ich selber habe Gott sei Dank
Zugang zu vielen, vielen Vitamin D Daten.
Ich bin inzwischen Vitamin D Millionär geworden, leider nicht Euro, sondern nur
Daten.
Aber in diesen Daten können wir sehen, dass die Menschen nicht nur in Deutschland,
sondern weltweit im Defizit sind, weil sie eben nicht mehr in die Sonne kommen.
Selbst in sonnigen Ländern, wo wir Urlaub machen, ja, in Vorderen Orient
oder auch in Indien oder so.
Die Leute haben Mangel überall, weil sie nicht mehr in die Sonne gehen.
Wenn dann noch religiöse Dinge dazukommen, dass die Frauen zugehangen werden mit
Klamotten, dann kommt gar nix mehr durch.
Im Iran, nur eine Story, im Iran ist nach der Revolution, als sie wirklich die
Frauen komplett eingedeckt haben, ist die MS Rate, Multipsklerose Rate
um den Faktor sieben bei den Frauen angestiegen.
Das ist aktionkundig publiziert worden.
Und das ist unser Problem. Und wie schon gesagt, zwischen Oktober und
März geht gar nix. Und wer dann schon mit einem mickrigen Wert
reingeht in diese Zeit und das sind die meisten von uns, selbst wenn sie draußen
waren, die haben dann einen Wert von 26 oder so was, der schon nicht ausreichend
ist, der landet dann eher wohl bei sechs oder acht im März.
Und das ist der Grund, warum wir auch die Grippe Epidemien immer kriegen.
Jedes Jahr im Winter geht die Grippe los.
Warum? Die Leute kommen in ganz niedrige Vitamin D Spiegel.
Und dann sagen die Tierchen, sobald die in den Körper kommen, hallo, hier ist freie
Arbeit, hier können wir uns ausbreiten.
Und dann laboriert man eine Woche an so einer blöden Grippe rum.
Ich kann mich als Top-Vitamin-D Mensch auch nicht vor der Infektion
Mund schützen. Aber die Vitamin D macht diese Tierchen von zwei Tagen
platt. Es gibt ein leichtes Fieber, das Immunsystem reagiert richtig und
wutscht in die Tierchen platt.
Vitamin D dichtet den Darm ab.
Vitamin D ist für die Verbindung der Darmzellen oder aller Zellen
verantwortlich. Tide Junctions.
Und wenn ich kein Vitamin D habe, dann fehlen mir die Tide Junctions und dann habe
ich einen leaky gut oder eher leaky gut.
Habe ich aber gut Vitamin D, macht der Darm wieder zu und dann kann der leaky gut
abheilen. Als einer der Faktoren, auch wiederum nicht alleine.
Wenn ich komplett falsche Besetzung in meinem Innenleben habe, weil ich eben
entweder immer Cola trinke oder Antibiotika nehme oder oder oder, dann
nutzt es auch nichts, wenn ich ein paar dichtere Zellenverbände habe.
Aber das alles zusammen, damit habe ich eine gute Chance, die Dinge wieder
zurückzudrehen. Das größte Anliegen ist bitte, bitte, bitte selber
kochen. Komplette Nahrungsmittel kaufen, selber kochen.
Die Menschen sehen in Deutschland vier Stunden lang am Tag fern.
Wenn wir nur eine Stunde davon fürs Kochen nehmen, eine Stunde, sind wir
absolut happy und können diese Stunde dafür nehmen, ein gesundes Essen selber
zuzubereiten.
Sind wir unseren Gen ausgeliefert oder können wir die positiv
beeinflussen?
Bis vor 20 Jahren habe ich eben schon kurz erwähnt, haben wir gedacht, die Gene
würden uns steuern. Die gesamte Onkologie ist darauf aufgebaut, dass also ein
Gen, was zum Beispiel über chemische Einflüsse oder
eine Strahlung beschädigt worden ist, dass dieses Gen die Zelle so
verrückt macht, dass sie dann anfängt eben zu wuchern und so weiter und so fort.
Diese Theorie ist inzwischen komplett über den Haufen geworfen worden, seitdem
wir wissen, dass nicht die Gene die Zellen steuern, sondern die
Zellen steuern ihre Gene.
Und die Gene sind nicht mehr als ein dickes,
schweres Buch, in dem die Evolution alles aufgelistet hat, was
jemals gemacht worden ist. Da ist also wirklich unsere gesamte Vorgeschichte drin.
Nur es ist eine Art Kochbuch und man kann es nicht leicht
nachvollziehen, dass ein Kochbuch nicht kochen kann.
Wenn ich ein Rezept brauche, mache ich das Buch auf, gucke da rein und koche nach
diesem Rezept dann meine Mahlzeit.
Dann klappe ich das zu und stecke das wieder weg.
Und genau das Gleiche machen die Zellen.
Diesen Vorgang des Nachschlagens, was ich brauche, des nachlesenden Rezeptes,
den nennt man Epigenetik.
Wenn ich z.B. eine toxische Schwiegermutter auf dem Sofa sitzen habe, die kann ich
entweder erschießen, dafür werde ich bestraft oder ich packe die Koffer und
gehe da raus. Denn die andere Konsequenz, wenn ich drin
bleibe, werde ich auf Dauer krank.
Chronischer Stress macht mich krank.
Wir bekommen es ja auch. Also es steht jetzt nicht jeden Tag in der Zeitung Epigenetik.
Du kannst ja selber was für deine Gesundheit machen.
Du bist nicht dein Gehen ausgeliefert, sondern das wird halt noch häufig eher
andersrum. Auch das ganze Gesundheitssystem ist ja eher
nicht so danach aufgebaut.
Und das ist leider Gottes kein Zufall.
Und der Zufall oder das, was kein Zufall daran ist, ist der, dass man mit
Krankheit mehr Geld verdienen kann als mit Gesundheit.
Und deswegen wären solche Dinge, wenn du dich eigenverantwortlich korrekt verhältst,
wirst du nicht krank. Das wird nicht propagiert.
Und auf der anderen Seite, was auch noch dazu kommt, das gesamte
Gesundheitswissen in der Bevölkerung ist gerade schlecht.