In diesem Video "Gesellschaft am Abgrund | Was uns in 2-3 Jahren erwartet: Kollaps oder Wandel? | Prof. überrascht" spricht Prof. Guérot über die möglichen gesellschaftlichen Veränderungen in den nächsten 2-3 Jahren. Erfahre mehr über den möglichen Kollaps oder Wandel, der auf uns zukommen könnte.
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Wir wissen das de facto aus der Neurologie. Fragen Sie mal Neurologen, an was wir wirklich glauben.
Wir brauchen Erzählungen. Die ganze Menschheitsgeschichte, also ob das jetzt Märchen sind,
Märchen sind ja ganz wichtig, oder ob es Sagen sind, früher im alten Griechenland.
Jedenfalls eine Erzählung von uns selber. Roosevelt, New Deal, da ist die Hoffnung.
Utopien, Thomas Morris. Und das alles hat keinen Bestand mehr.
Das heißt, wir nehmen die Magie, die Spontanität, das Mysteriöse, das nehmen wir alles aus dem Diskurs.
Vor allen Dingen aber auch, dass es morgen ganz anders kommen kann, als wir heute noch glauben.
Weil irgendetwas um die Ecke kommt, von dem wir heute noch gar nicht wissen, dass es da ist.
Und dass wir uns das nehmen lassen, das ist ja epistemisch, also von unseren Denkstrukturen her, ganz problematisch.
Ich glaube, es hat auch was mit diesen Endgeräten zu tun, dass wir sozusagen über die Algorithmen usw.
in so eine Zahlenwelt der Simulation und der Plausibilitäten hineingesteuert werden.
Und deswegen sage ich, es wird in den nächsten zwei, drei Jahren ganz viel Positives geben.
Denn was ich bemerke, ich bin ja auch aus der Konsensfabrik rausgeschmissen worden,
ich kann nur sagen, draußen ist es schön. Draußen gibt es viele bunte Blumen,
draußen gibt es superintelligente Leute, die bauen schon längst die neue Welt.
Da hat die Konsensfabrik noch gar nichts gemerkt, was draußen alles ist,
weil die die Fenster und die Rollharten so zuhaben. Aber draußen werden bunte Blumen gebaut,
draußen wird die neue Welt gemacht, da draußen gibt es Bürgerversammlungen.
Ich habe noch ein anderes Buch, das halte ich jetzt in die Kamera.
Draußen gibt es die Eurotopia, das ist das Verzeichnis von allen kleinen autarken Kommunen in Europa.
Die machen alles Slow Food, die haben alle kein Glyphosat, also es gibt eine unglaubliche Bewegung,
glaube ich, des neuen Nachdenkens. Welche Bildung wollen wir? Wollen wir das Internet?
Wollen wir die künstliche Intelligenz? Wollen wir die Mensch-Maschine-Beziehung?
Wollen wir Barcodes überall? Wollen wir Freiheit? Welche Schule wollen wir?
Und so wollen wir Krieg. Und ich nehme eine fast ameisenartige Bewegung im,
ich will nicht sagen Untergrund, ja, aber in einer zivilen Gesellschaft wahr,
wo ich persönlich, nachdem ich aus der Konsensfabrik herausgeschmissen wurde
oder von der Universität gekündigt wurde, so viel Umtriebigkeit, so viele Bürger,
die gerade nachdenken über irgendwas Neues, dass ich fest davon überzeugt bin,
das ist gerade, als wenn die Saat schon in der Erde ist, ja, und so den Durchbruch durch die
Erde schon hat im nächsten Frühjahr. Es ist noch nicht sichtbar und deswegen glaubt die Konsensfabrik
mit ihren zugezogenen Rollladen noch, dass wir das alles so schlucken, was da kommt.
Und ich glaube, es wird ganz anders kommen. Ich habe noch nie so viel umtriebige Diskussionen
in der Gesellschaft erlebt wie in dieser, wie in dieser Zeit. Übrigens nicht nur hier,
auch in Spanien, auch in Italien, auch in Frankreich. Und insofern glaube ich,
es wird irgendwas Neues kommen und es wird gut.
Sehr schön. Ich hatte noch eine ganz kurze Frage aus der Community. Wie können wir die
richtigen Dinge voranbringen, damit die schlechten Dinge alternativlos werden?
Alternativlos ist sowieso ein blödes Wort. Also was wir voranbringen können, ist, dass wir dieses
Begriff, diesen Begriff der Alternativlosigkeit einfach schon mal aus dem Diskurs verbannen, ja.
Also ich zitiere mal Theodor Adorno, weil das, was ist, sich ändern kann, ist das, was ist,
nicht alles. Wenn das, was ist, alles ist, sind wir in totalitären Strukturen. Da brauchen wir
nichts zu ändern. Das, was ist, ist alles. So ist es jetzt, ja. Nicht mehr, nicht weniger. Du
stehst hier. Alles ist so, wie es ist. Da brauchen wir keine Politik mehr. Politik ist per se
immer über Alternativen. So, wie es ist, ist es nicht gut. Wir machen es anders, ja. Wir wollen
keinen Krieg, wir wollen Frieden, wir wollen keine Corona-Maßnahmen, wir wollen Freiheit,
wir wollen kein Glyphosat, wir wollen und so weiter und so weiter, ja. So. Das heißt,
Politik ist über Alternativen und wir hören schon mal auf, alternativlos als Begriff zu benutzen,
genau wie wir aufhören, über Verschwörung zu reden, weil Verschwörung ist ja nur die
Perversion des Begriffes der Vermutung. Ich hätte mal die Vermutung, dass es vielleicht anders ist,
als es mir erzählt wurde. Und das ist kritisches Nachdenken, nämlich der Vermutung nachgehen,
der Neugierde nachgehen. Das heißt, alternativlos und Verschwörung sind die Begriffe der anderen,
ja. Ja, genau. Also, wir hören schon mal auf, über Verschwörung und über alternativlos zu
reden und wir bringen das voran, indem wir uns über das, was ist, nicht abarbeiten. Das musste
ich jetzt auch mühsam lernen, ja. Also, man hat ja immer irgendwie, man will die anderen noch
überzeugen und man will da, es ist ja wie an so einer Betonwand, wo man mit der Katze so kratzt
oder, keine Ahnung, nehmen wir eine Glaswand und dann perlt da das Wasser ab, ja. Lassen wir doch
die Wand da stehen. Also, es ist wirklich so ein bisschen, wie heißt das da biblisch, wer sich
zurückdreht, ist die Salzsäure lot und wer nach vorne geht, also nicht zurückgucken. Wir bauen
einfach das Neue. Also, das war jetzt meine auch persönliche Lebensentscheidung. Also, ich bin ja
jetzt seit fast zwei Jahren da gekündigt, ja und ich habe jetzt einfach mein European Democracy Lab.
Ich mache das Gleiche. Ich kümmere mich immer noch um Europa. Ich habe sehr viel Zuspruch,
viele Einladungen, neue Bücher und man wollte mir das Denken verbieten und ich habe gesagt, nein,
das lasse ich mir nicht verbieten. Ich denke weiter über Europa nach, wie ich das sonst gemacht
hätte, auch an der Universität und ich arbeite mich nicht mehr an der Konsensfabrik ab. Ich glaube,
das ist das Zentrale, ja, die neue Welt, die neue Welt bauen, ohne sich an der anderen abzuarbeiten.