THOR - ORIENTIEREN IM LEBEN - von Maja Nowak

#MajaNowak
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Kamera: Astrid & Maja
Schnitt: Maja
Musik: Kevin Graham (Artlist)
Website: https://www.maike-maja-nowak.de/
Bücher: https://www.maike-maja-nowak.de/buecher
Mein Weg führte mich zu einer tiefen Bewusstheit für Trauma und seiner Integration. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie, Trauma-Expertin, fünffache Bestseller-Autorin, Referentin, Seminarleiterin und Ausbilderin arbeite ich therapeutisch mit Menschen und meinen Impulsgebern, den Hunden. Ich lebe in Brandenburg und in Schweden.
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Mitunter holen wir uns einen Menschen oder ein Tier in ein Leben, das wir so noch gar
nicht haben, aber uns wünschen.
Zum Beispiel einen quirligen Hund, mit dem wir viele Abenteuer erleben.
Oder einen ruhigen Hund wie Thor, der ein Anhalten ins Leben bringt.
Und wenn wir uns dann nicht dagegen wehren, gegen das, was dieses Wesen in seinem Charakter
mitbringt, bekommen wir auch das, nachdem wir uns bewusst oder unbewusst sehnen.
Eine gute Freundin erzählte, dass sie mit ihrem Enkel im Zoo war und für acht Meter
eine halbe Stunde gebraucht hat, weil der kleine Bruno jeden einzelnen Reiz in Ruhe
verarbeiten wollte.
Und wenn wir uns überlegen, wie oft wir es so eilig haben im Leben und den Kindern sowie
auch den Tieren, die neu ankommen im Leben, keine Zeit geben, sich zu orientieren, dann
erzeugen wir Wesen, die hektisch werden, weil sie nie langsam sein konnten.
Als junger Mensch habe ich oft so getan, als hätte ich etwas verstanden, obwohl es mir
viel zu schnell gegangen war oder viel zu viel war, was mir jemand erklärt hatte.
Aber alle anderen wirkten, als hätten sie es verstanden.
Und ich wollte natürlich nicht alleine die Dumme sein.
Inzwischen vermute ich, dass viele der anderen auch nur so taten.
Die beste Achtsamkeitsschule ist vielleicht, wenn man zusammenlebt mit einem kleinen Kind
oder einem Tier, das noch ganz achtsam ist und langsam.
Thor ist jetzt seit gut drei Wochen bei uns und vor zwei Wochen fuhren wir nach Schweden
zu unserem zweiten Lebensort mitten im Wald.
Man kann es als Schwierigkeit ansehen, wenn ein Hund noch nichts kennt, weder das Leben
mit Menschen noch die Natur.
Und dann wird es sicher auch schwierig.
Oder man empfindet es als Chance, alles auch wieder neu sehen zu lernen durch die Augen
des Hundes.
Am eindrücklichsten zeigte sich, wie anstrengend es für ein ganzes inneres System ist, neue
Eindrücke zu verarbeiten, als Thor das erste Mal in seinem Leben im Wald war.
Bereits der kurze Weg dorthin mit seinen Eindrücken als auch die Eindrücke an einer einzigen Stelle
an der wir blieben, waren für ihn so anstrengend, dass er sich nach kurzem hinlegte ins Heidekraut
und erst einmal alles verarbeitete.
Je mehr Zeit der Thor bekam, um etwas einzuschätzen und sich zu entscheiden, umso mehr öffnete
er sich und schloss sich der Gruppe an.
Was hast du denn vor, mit der Bürste, möchtest du aufwaschen hier, ja?
