Die Reise in den Westen: Kapitel 1 – Lied 2 – Wer bin ich?

YBH – YellowBlueHarmony
16 Videoaufrufe·20.06.2025

Sie nannten mich König, ich tanzte im Licht,
doch in meinem Herzen – da fehlte Gewicht.
Ich sprang durch die Lüfte, ich herrschte im Tal –
doch fragte mich still: Was war meine Wahl?

Ich sah, wie die Blätter im Winde verwehn,
wie Freunde vergehen, wie Zeiten vergehn.
Ich fühlte die Freude, den Rausch und den Mut –
doch all das verglühte – was bleibt, ist: Was tut…?

Was tut ein Leben, das nur herrscht und vergeht?
Was sucht ein Wesen, das fragt, doch nicht versteht?
Ich bin nicht zufrieden, nicht satt, nicht voll –
es fehlt eine Stimme, es fehlt ein Soll.

Ich hörte das Lachen, ich spürte das Spiel,
doch war da ein Loch, so dunkel, so viel.
Die Sonne ging auf, ich regierte mit Macht –
doch mein Herz war leer – bei Tag und bei Nacht.

Wer bin ich? – fragt der König im Stein.
Was bleibt, wenn Applaus nur Staub und Schein?
Was ist das Ziel, wenn alles vergeht –
und selbst der Tod hinter Mauern steht?

Ich will mehr – nicht Gold, nicht Macht.
Ich suche das, was ewig erwacht.
Ich gehe hinaus – in Nebel und Wind –
zu finden, wer wir wirklich sind.

Ich sah die Tiere, wie sie lebten im Kreis,
jeden Tag gleich, ein endloser Fleiß.
Sie hatten kein Ziel, nur Hunger und Spiel –
doch ich wollte mehr – ich wollte Gefühl.

Ein Funke in mir – er ließ mich nicht ruh’n,
er fragte nach Sternen, nach Dingen zu tun.
Ich stand auf dem Gipfel, der Wind trug mein Haar –
doch wusste ich: Mein Ziel ist nicht klar.

Ich will wissen, was Leben wirklich bedeutet,
was bleibt, wenn das Spiel sich erneutet.
Ich will finden, was älter ist als der Stein –
die Wahrheit, die tief in uns könnte sein.

Wer bin ich? – fragt das Herz, nicht der Blick.
Was such ich im Außen, das mich nicht beglückt?
Ist es der Tod, der mir Antwort gibt –
wenn alles fällt – und nichts mehr wiegt?

Ich will mehr – ich will Licht und Klang.
Ich will wissen, woher ich einst kam.
Ich verlasse den Hof, verlasse das Spiel –
und folge dem Ruf, der mich leise befiehlt.

Ein König, der nicht herrschen will…
Ein Affe, der spürt: es wird still…
Denn wer fragt: „Wer bin ich?“ – ist bereit –
für das Dao, für die große Zeit.