
Lotte Reiniger - Tanz der Schatten (deutsche Künstlerin, Scherenschnitte, Trickfilm)
"Lotte Reiniger - Tanz der Schatten" (Scherenschnitte)
Portrait der Pionierin des künstlerischen Trickfilms.
Doku D 2012 von Susanne Marschall, Rada Bieberstein.
Aufnahme: ARTE 10.07.2018.
Die 1899 in Berlin geborene und 1981 im Dettenhausen bei Tübingen verstorbene Lotte Reiniger gilt heute als die bedeutendste Pionierin des Animationsfilms. Sie hinterlässt ein gewaltiges Werk mit 44 Filmen, Scherenschnitten, Zeichnungen, Fotos und Schattenrissen berühmter Filmpersönlichkeiten. Mit "Das Ornament des verliebten Herzens" entsteht 1919 ihr erster Film: Auf einem selbst gebauten Tisch fotografiert Reiniger ihre Silhouetten und setzt sie so in Bewegtbild um. Die Dokumentation "Tanz der Schatten" nimmt die Aktualität des Werks Reinigers zum Anlass einer neuen Auseinandersetzung mit dem Silhouettenfilm und dem Schattentheater, zu deren Entwicklung die Berlinerin entscheidend beigetragen hat. So wird sie von zeitgenössischen Filmemachern und Animationskünstlern in Filmen wie "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" (2010) oder "Tales of the Night" (2011) zitiert. Ausgangspunkt der Dokumentation ist der umfangreiche Nachlass im Stadtmuseum Tübingen, wo die Filmrecherche ihren Anfang nimmt, bis hin nach Berlin und London, den wichtigsten Stationen im Leben der Lotte Reiniger. Ihre narrative und ästhetische Kreativität, die mit Hilfe von Schere und Papier zeitlose Märchenwelten für Jung und Alt schafft, lohnen diese Ausnahmekünstlerin neu zu entdecken.
Nicht – wie gerne behauptet – Walt Disney, sondern der deutschen Filmkünstlerin Lotte Reiniger ist der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte zu verdanken. 1926 zauberte die Virtuosin des Scherenschnitts die ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED auf die Stummfilmleinwand und erfand eine neue Spielart des Kunstfilms zwischen Jugendstilästhetik, Expressionismus und Zaubermärchen. Während ihr Mann Carl Koch die Multiplankamera und den Tricktisch perfektionierte, entwickelte Lotte Reiniger Figur um Figur und inszenierte deren Bewegungen mit äußerster Geduld.
Die sechzigminütige Dokumentation LOTTE REINIGER – TANZ DER SCHATTEN zeigt die Aktualität Reinigers, die weltweit bis heute inspirierend auf die Kunst junger Animationsfilmer wirkt. Regisseure wie Michel Ocelot und Hannes Rall kommentieren die Wirkung ihres Werks von den Animationen Ben Hibons bis in die magische Welt Harry Potters. Der Dokumentarfilm porträtiert die Künstlerin, deren Lebenserfahrungen auch das filmkünstlerische Werk prägten und enthält neu aufgefundenes Material, das Lotte Reiniger bei der Arbeit an ihren letzten Filmen in Kanada zeigt. "Tanz der Schatten" ist am Lehrstuhl für Film- und Fernsehwissenschaft des Instituts für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität in Tübingen entstanden. Unterstützt durch ein professionelles Filmteam und in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Tübingen arbeiteten Lehrende und Master-Studierende gemeinsam an dem ambitionierten Projekt.
Der Film ist am Lehrstuhl für Film- und Fernsehwissenschaft des Instituts für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität in Tübingen entstanden. Unterstützt durch ein professionelles Filmteam und in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Tübingen arbeiteten Lehrende und Master-Studierende gemeinsam an dem ambitionierten Projekt der filmischen Wiederentdeckung einer bedeutenden Filmkünstlerin.
