RAINER MARIA RILKE - ABEND

RAINER MARIA RILKE - ABEND

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2 Videoaufrufe·03.11.2024

Dichtung von Rainer Maria Rilke aus dem Buch der Bilder ersch. 1904 /
Rezitation: Matthias Habich (Foto) /
Anmerkung: Ich möchte dir ein Liebes schenken, das dich mir zur Vertrauten macht: aus meinem Tag ein Deingedenken und einen Traum aus meiner Nacht. (R.M.Rilke)

Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
ein himmelfahrendes und eins, das fällt;

und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt -

und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so dass es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Siehe auch hier: https://www.rainermariarilke.de/
https://www.mein-herbst.de/der-abend-wechselt-langsam-die-gewander