RAINER MARIA RILKE - LIEBESLIED

LYRIK_MUSIK #literaturforum
01.11.2024

Dichtung von Rainer Maria Rilke /
Rezitation: Ulrich Tukur (Foto) /
Anmerkung: Ich habe nie begriffen, wie eine wirkliche, elementare, durch und durch wahre Liebe unerwidert sein kann; da sie doch nichts anderes ist, als der dringende selige Anspruch an einen andern, schön, reich, groß, innig, unvergeßlich zu sein; die an ihn heranflutende Verpflichtung, etwas zu werden. Und sagen Sie, wer dürfte das abweisen, wenn es auf ihn sich richtet, ihn erwählt aus den Millionen, ihn findet, der vielleicht in einem Schicksal verborgen oder mitten im Ruhm unnahbar war? (R.M.Rilke)

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt?
Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt,
wenn deineTiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Spieler hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Maria_Rilke
https://www.rainermariarilke.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Proksch
https://www.o-shana.de/uber-mich/