#Wissenswert: Reise in den Mikrokosmos

Museum für Naturkunde Berlin
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Von Asseln, Milben und Feuerwanzen: Unter dem Mikroskop könnt ihr kleine Tiere in Groß beobachten. Fred und Korbinian sind Guides am Museum für Naturkunde Berlin nehmen euch mit auf eine Forschungsreise in den heimischen Mikrokosmos.
In #Wissenswert überbrücken unsere Guides die Zeit, in der keine Führungen im Museum stattfinden, mit informativen Videos aus dem Homeoffice – immer mit Bezug zu Sammlung und Forschung am #mfnberlin. Die Serie ist Teil von #fürNatur digital, im Rahmen dessen wir unsere Online-Angebote ausbauen: http://bit.ly/fürNatur-digital
Hi, willkommen zurück bei uns in der Biologen-WG.
Wie ihr seht, sind wir heute wieder drinnen bei uns in der Küche.
Und die haben wir heute mal zu einem kleinen Labor umgebaut.
Ihr seht schon, wir haben hier ganz viele verschiedene Geräte vorbereitet.
Und am auffälligsten ist wahrscheinlich hier unser Mikroskop.
Und der Fred wird euch jetzt mal erklären, was wir hier heute mit euch vorhaben.
Genau, was wir machen wollen, ist ganz verschiedene Sachen,
die wir draußen bei uns im Hinterhof gesammelt haben.
Ein bisschen Erde, ein bisschen vom Boden einfach so Laub und Zeug aufgesammelt.
Ein paar Pflanzenteile haben wir abgeschnitten und mitgebracht.
Und die wollen wir uns jetzt heute tatsächlich einfach mal ganz, ganz hoch vergrößert anschauen.
Dafür sind nämlich Mikroskope da.
Alles mögliche eigentlich, was sehr, sehr klein ist,
was man mit dem bloßen Auge nicht so gut erkennen kann,
kann man sich, wie der Korbi das hier schon zeigt, eben ganz, ganz, ganz, ganz nah anschauen.
Am Anfang steht natürlich erst mal, dass man schauen muss, was man da überhaupt mitgenommen hat.
Wir haben da einfach ein bisschen was vom Boden genommen
und haben das dann auf so ein Blatt Papier geschüttet und haben gesucht, was man da denn so findet.
Da kann man auch mal eine Lupe zur Hand nehmen, um das ein bisschen besser zu sehen.
Und da waren überraschend viele Tiere drin.
Wenn man sich dann entschieden hat, was genauer anzuschauen,
dann legt man das hier unter das Mikroskop.
An der Seite ist eine Lampe dran, die das Ganze gut ausleuchtet.
Und unten drunter ist eben Platz, um ein Objekt zu platzieren.
Und an der Seite ist ein Rädchen, wo man die Schärfe einstellen kann.
So, das erste Tier haben wir jetzt hier tatsächlich schon unter der Lupe sozusagen.
Das ist doch was ganz Bekanntes, oder Korbi? Was ist denn das?
Ja, genau. Das ist eine Feuerwanze.
Oft wird die auch Feuerkäfer genannt.
Das stimmt nicht. Also das ist kein Käfer, sondern eine Wanze.
Und das ist ein Insekt.
Das sieht man hier an den sechs Beinen.
Und was auch ganz charakteristisch für diese Wanzen ist,
ist der lange Rüssel, den man hier erkennt.
Den nutzt sie, um Pflanzensäfte zu saugen.
Also das ist ein reiner Pflanzenfresser, überhaupt nicht gefährlich.
Die sticht nicht mit dem Rüssel.
Zumindest keine Tiere und vor allem auch keine Menschen, sondern eben nur Pflanzen.
Genauso wie diese kleine Blattlaus hier,
die relativ nah mit der Feuerwanze verwandt ist,
aber eben deutlich, deutlich kleiner, wie ihr hier schon sehen könnt.
Und deswegen stellen wir jetzt am Mikroskop mal eine größere Vergrößerung ein.
Unser Mikroskop ist ein relativ einfaches Mikroskop.
Deswegen hat es nur zwei Vergrößerungen.
Und die stellt man hier einfach ein.
Und dann stellt man das wieder scharf.
Und dann sieht man bei den kleinen Blattläusen schon erstaunlich viele Details.
Zum Beispiel sieht man, wenn man ganz genau hinschaut, auch sechs Beine.
Und daran kann man erkennen, auch die Blattläuse sind sehr, sehr kleine Insekten.
Wir sehen also, dass selbst Tiere, die normalerweise, wie hier,
als Schädlinge auf Pflanzen bekannt sind,
unter genauerer Betrachtung unter dem Mikroskop auch ganz interessant sein können.
Das gleiche gilt für das nächste Tier,
das ihr bestimmt schon mal gesehen habt um euer Haus,
vielleicht sogar in eurem Haus oder in eurem Keller.
Und ihr werdet es schon erkannt haben.
Die Rede ist von der Assel.
Wenn wir uns die Assel mal von unten anschauen,
das sehen wir hier ganz gut,
fällt direkt auf, das sind mehr als nur sechs Beine.
Und das bedeutet?
Das bedeutet, dass die Assel kein Insekt ist.
Und genau deswegen ist die Assel auch so ein interessantes Tier.
Die Assel gehört nämlich zu den Krebsen.
Also die ist näher mit den Flusskrebsen oder den Garnelen verwandt,
als tatsächlich mit den Insekten wie zum Beispiel Wanzen und Käfern.
Die Asseln sind somit die einzigen Krebstiere, die tatsächlich an Land leben
und trotzdem, wie alle Krebstiere, Kiemen zum Atmen haben.
Diese Kiemen liegen hier hinter den Beinen bei der Assel
und die muss sie zum Atmen deswegen immer feucht halten,
weswegen man Asseln oft an feuchten Orten findet.
Apropos Beine.
Hier haben wir ein Tier gefunden, das hat noch mehr Beine als die Assel.
Und wie wir ja gelernt haben, ist es damit kein Insekt.
Aber Fred, was haben wir da gefunden?
Das da ist ein Steinläufer, der gehört zu den Hundertfüßern.
Tatsächlich hat er nicht wirklich 100 Beine,
aber eben ganz schön viele im Vergleich zu einem Insekt.
Die Beine sind aber nicht das einzig Interessante,
sondern was wir hier schon am Kopf sehen,
der hat zwei ganz ganz große, wie so eine Art Dornen,
mit denen er tatsächlich Jagd auf andere kleine Tiere macht.
Und da sieht man mal, dass der für uns, wenn wir den so sehen,
eigentlich gar nicht gefährlich aussieht.
Aber wenn wir uns vorstellen, wir sind ein kleines Insekt,
dann ist das ein richtig gefährliches Raubtier, so ein Hundertfüßer.
Wir sehen also, auch bei den ganz ganz kleinen Tieren
gibt es sowohl Tiere, die sich von Pflanzen ernähren,
als auch welche, die sich von Tieren ernähren.
Nur weil wir mit unseren menschlichen Augen
ganz viele so kleine Sachen überhaupt gar nicht erkennen können,
heißt es eben nicht, dass sie nicht trotzdem da sind.
Besonders gut sehen wir das bei dieser kleinen roten Milbe.
Die Milbe hat acht Beine, gehört also nicht zu den Insekten,
sondern zu den Spinnentieren.
Und wenn man da mit bloßem Auge drauf schaut,
sieht man nur einen kleinen roten Punkt, der so rumflitzt.
Und gar nicht, dass das eigentlich auch ein ganz schönes Tier ist,
wie hier unter dem Mikroskop.
Also, wir haben uns jetzt ganz verschiedene Sachen
unter dem Mikroskop angeschaut.
Und euch ist sicher auch aufgefallen,
dass man eben unter der hohen Vergrößerung
ganz viele Details und Kleinigkeiten,
die man eben mit dem bloßen Auge überhaupt nicht erkennen kann,
plötzlich sichtbar macht.
Und so werden eben auch ganz kleine Tiere,
die einem sonst überhaupt nicht auffallen,
plötzlich zu total spannenden Objekten.
Genau, der nächste Schritt für viele Wissenschaftler
wäre deswegen, die Beobachtungen, die man hat,
irgendwie festzuhalten und zwar zu zeichnen.
Dazu gibt es ein ganz tolles Video von der Marlene vom Museum.
Und da könnt ihr euch das mal anschauen,
wie das so funktioniert.
Genau, wenn ihr selber mal Tiere,
die eigentlich kleiner sind, in ganz groß sehen wollt,
müsst ihr euch natürlich nicht gleich ein Mikroskop kaufen.
Am Anfang tut es auch hier einfach so eine kleine Lupe.
Da haben wir auch eine zu Hause.
Da kann man mal einfach ganz genau hinschauen.
Die passt in die Hosentasche.
Und wenn euch das noch nicht reicht,
dann könnt ihr ins Museum kommen.
Das hat jetzt nämlich wieder offen.
Und da gibt es Modelle von Insekten.
Da könnt ihr mal kleine Insekten ganz groß sehen,
ohne Mikroskop.
Und irgendwann könnt ihr vielleicht sogar wieder
im Museum einen Mikroskopierkurs machen.
Und dann können wir uns die Sachen mal ganz gemeinsam
unter dem Mikroskop anschauen.
Bis dahin bleiben wir weiter bei uns in der WG.
Und wir sehen uns beim nächsten Video.
