EUGEN ROTH - VERSÄUMTE GELEGENHEITEN

EUGEN ROTH - VERSÄUMTE GELEGENHEITEN

LYRIK_MUSIK #literaturforum
104 Videoaufrufe·13.08.2024

Dichtung von Eugen Roth (Foto) /
Rezitation: Fritz Stavenhagen /
Anmerkung: Ein Mensch betrachtete einst näher die Fabel von dem Pharisäer, der Gott gedankt voll Heuchelei dafür, dass er kein Zöllner sei. Gottlob! rief er in eitlem Sinn, dass ich kein Pharisäer bin! (E.Roth)

Ein Mensch, der von der Welt bekäme,
Was er ersehnt – wenn ers nur nähme,
Bedenkt die Kosten und sagt: Nein!
Frau Welt packt also wieder ein.

Der Mensch – nie kriegt ers mehr so billig! –
Nachträglich wär er zahlungswillig...
Frau Welt, noch immer bei Humor,
Legt ihm sogleich was andres vor:

Der Preis ist freilich arg gestiegen...
Der Mensch besinnt sich und lässts liegen.
Das alte Spiel von Wahl und Qual
Spielt er ein drittes, viertes Mal.

Dann endlich ist er alt und weise
Und böte gerne höchste Preise.
Jedoch, sein Anspruch ist vertan,
Frau Welt, sie bietet nichts mehr an.

Und wenn, dann lauter dumme Sachen,
Die nur der Jugend Freude machen,
Wie Liebe und dergleichen Plunder,
Statt Seelenfrieden mit Burgunder...

Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Roth_(Dichter)
https://www.deutschlandfunk.de/vor-125-jahren-geboren-ein-mensch-der-eugen-roth-hiess-100.html
https://www.literaturportal-bayern.de/autorinnen-autoren?task=lpbauthor.default&pnd=118749935
https://www.deutschelyrik.de/home.html