RAINER MARIA RILKE - ABEND II

RAINER MARIA RILKE - ABEND II

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267 Videoaufrufe·04.10.2024

Dichtung von Rainer Maria Rilke aus dem Buch der Bilder ersch. 1904 /
Rezitation: Fritz Stavenhagen /
Anmerkung: Ich denke, wir müssen viel und aufmerksam zuhören, dann werden wir allmählich immer vorsichtiger antworten und immer besser. (R.M.Rilke)

Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
ein himmelfahrendes und eins, das fällt;

und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt -

und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so dass es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Siehe auch hier: https://www.rainermariarilke.de/
https://www.rainermariarilke.de/
https://www.mein-herbst.de/der-abend-wechselt-langsam-die-gewander