
RAINER MARIA RILKE - DER SCHWAN
Dichtung von Rainer Maria Rilke (Foto) /
Rezitation: Reiner Unglaub /
Anmerkung: Die Nacht ist wie ein großes Haus. Und mit der Angst der wunden Hände reißen sie Türen in die Wände - dann kommen Gänge ohne Ende, und nirgends ist ein Tor hinaus. (R.M.Rilke)
Diese Mühsal, durch noch Ungetanes
schwer und wie gebunden hinzugehn,
gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.
Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen
jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,
seinem ängstlichen Sich-Niederlassen:
in die Wasser, die ihn sanft empfangen
und die sich, wie glücklich und vergangen,
unter ihm zurückziehen, Flut um Flut;
während er unendlich still und sicher
immer mündiger und königlicher
und gelassener zu ziehn geruht.
***
The swan
This toil to move through matters still undone,
fraught and as if bound to go one’s way,
mirrors the ungainly walking of the swan.
And one’s dying, this no longer standing
on a ground, we stand on day by day,
resembles the swan’s trepid landing:
Onto waters which receive him gently,
and which, as if bygone and still friendly
retreat beneath him, wave by wave,
while he, tranquil and self-assured,
even more kinglike and mature,
deigns to draw along, serene and brave.
Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Maria_Rilke
https://www.rainermariarilke.de/
https://www.abipur.de/gedichte/analyse/8159-der-schwan-rilke.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_David_Friedrich
