Lied: Dietrich Fischer-Dieskau singt "Das Lied des gefangenen Jägers"

Lied: Dietrich Fischer-Dieskau singt "Das Lied des gefangenen Jägers"

Tradition
Tradition
31 Videoaufrufe·02.10.2023  #DietrichFischerDieskau #Tradition #Lied

Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton
Gerald Moore, Klavier

Das "Lied des gefangenen Jägers" ist der letzte Gesang aus "Das Fräulein vom See – Ein Gedicht in sechs Gesängen" von Walter Scott. Die deutsche Fassung des Gedichts stammt von D. Adam Storck, Professor in Bremen. Erstveröffentlichung 1810.

Franz Schubert komponierte die Musik zum Gedicht im April 1825.

Lied des gefangenen Jägers:

Mein Ross so müd’ in dem Stalle sich steht,
Mein Falk ist der Kapp’ und der Stange so leid,
Mein müssiges Windspiel sein Futter verschmäht,
Und mich kränkt des Turmes Einsamkeit.

Ach wär’ ich nur, wo ich zuvor bin gewesen,
Die Hirschjagd wäre so recht mein Wesen,
Den Bluthund los, gespannt den Bogen:
Ja, solchem Leben bin ich gewogen.

Ich hasse der Turmuhr schläfrigen Klang,
Ich mag nicht seh’n, wie die Zeit verstreicht,
Wenn Zoll um Zoll die Mauer entlang
Der Sonnenstrahl so langsam schleicht.

Sonst pflegte die Lerche den Morgen zu bringen
Die dunkle Dohle zur Ruh’ mich zu singen,
In dieses Schlosses Königshallen,
Da kann kein Ort mir je gefallen.

Früh, wenn der Lerche Lied erschallt,
Sonn’ ich mich nicht in Ellens Blick,
Nicht folg’ ich dem flüchtigen Hirsch durch den Wald,
Und kehre, wenn Abend taut, zurück.

Nicht schallt mir ihr frohes Willkommen entgegen,
Nicht kann ich das Wild ihr zu Füssen mehr legen,
Nicht mehr wird der Abend uns selig entschweben,
Dahin ist Lieben und Leben.

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