Weltmeister in Nöten || Caruana vs. Carlsen || Tata Steel 2021 Runde 10
1 Videoaufrufe·04.11.2024
In dieser Partie setzt Caruana den Weltmeister Magnus Carlsen enorm unter Druck.
▬ Über diesen Kanal ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Auf „Schachcoach“ geht es komplett um Schach und Schachtraining. Du erfährst nützliches über jede Phase der Partie. Zudem streame ich regelmäßig auf Twitch.
Als ausgebildeter A-Trainer biete ich Schachtraining an, bei Interesse schreib mich einfach an.
▬ Untersützung ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
👉 Kanal unterstützen: https://www.paypal.me/Schachcoach
▬ Kontakt ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
📧 Kontakt: [email protected]
Hallo liebe Schaff-Freunde, weiter geht's mit einer weiteren Folge und diesmal aus der Runde 10 des Tata Steam Masters.
Und dort kam es zur Begegnung zwischen Caruana und Carlsen, der Nummer 1 und Nummer 2 der Welt.
Und Caruana wurde schon lange Zeit nicht mehr von Carlsen besiegt und der WM-Kampf ging ja auch mit 12 Unentschieden über die Bühne.
Und ja, jetzt Carlsen war in einer unangenehmen Situation jetzt hier, dass sein Turnier nicht besonders gut läuft.
Und jetzt hat er auch noch die schwarzen Steine gegen Fabiano Caruana und naja, das muss man auch erstmal überleben.
Und das schauen wir uns an und zwar nach dem Intro.
Okay, legen wir los. Caruana spielte D4.
Das ist eher untypisch für Caruana, also eine kleine Überraschung schon für Carlsen.
Caruana ist eigentlich so ein ausgeriesener erstens E4-Spieler.
Aber ja, auch in der Welt der Elite ist es gerade ganz besonders vertreten, schon seit einigen Jahren, dass die Leute halt eigentlich alles spielen können und ja, fast schon müssen.
Ansonsten ist man zu gut ausvorbereitbar.
Ja, also jetzt kam Springer F6 von Carlsen. C4 E6.
Lässt sich gerne offen, ob er jetzt hier sozusagen nimmt zur Indie-Spiel, wenn Springer C3 käme.
Ja, kann man nimmt zur Indie spielen oder halt, ob es doch Richtung Damen-Gambit geht.
Aber Caruana wählte jetzt hier G3.
Und das ist eine klare Einladung für Katalanisch.
Das verändert auch so ein bisschen Damen-Indie. Ja, wenn jemand Damen-Indie spielen möchte, dann naja, das wird ein bisschen komisch nach Lochläufer G2.
D5 kam von Markus Carlsen.
Also nimmt die Einladung an. Jetzt kam Springer F3.
Und an dieser Stelle kann Schwarz sehr viele spielen. Also ich persönlich spiele auch ganz gerne gegen Katalanisch inzwischen, aber dann wähle ich immer Läufer E7.
Ich habe früher auch mal Läufer B4 Schach gespielt.
Das folgende Manöver sieht auf den ersten Blick erstmal ein bisschen blöd aus, aber nach Läufer D2 geht der Läufer jetzt wieder zurück.
Und dazu gibt es zwei Optionen. Entweder geht er nach D6 oder er geht nach Läufer E7.
Jetzt kann man sich natürlich fragen, was hat das denn jetzt gebracht?
Schwarz sieht zweimal mit dem Läufer.
Das kann ja auch nicht gut sein.
Aber doch, das ist eine sehr gängige Idee, weil in der Regel der Läufer auf D2 nicht gut steht.
Also der weiße Läufer, wenn der auf C1 stehen geblieben wäre, dann kann der weiße Springer sehr gut nach D2 gehen und später E4 unterstützen.
Und der Läufer kann sich dann auch oft auch nach B2 stellen.
Hier mit dem Läufer auf D2 verstellt er dem Springer eigentlich ein sehr gutes Feld und deshalb ist dieser Tempoverlust von Schwarz jetzt nicht allzu tragisch.
Weil normalerweise wird der Läufer auch wieder umziehen müssen irgendwann, aber schauen wir uns mal an, was Caruana sich hier gedacht hat.
Er spielt jetzt Läufer G2, C6.
Er deutet an, dass Carlsen gerne den geschlossenen Katalanen spielt.
Aber was er auch früher schon mal gemacht hat, war sowas ähnliches wie so etwas hier zu spielen, gefolgt von F5.
Und plötzlich ist es eine Art Stonewall mit Schwarz.
Und damit hat Carlsen auch schon ganz gute Ergebnisse gefahren.
Und Caruana will das natürlich nicht zulassen.
Er hat eine eigene Idee, Springer C3.
Aber es ist nicht die Idee, das nur zu verhindern, sondern er hat auch etwas Eigenes vor.
Und an dieser Stelle macht Carlsen wahrscheinlich eine kleine Ungenauigkeit. Erstaunlich, aber wahr.
Also, er spielt die kurze Rohade, was absolut natürlich aussieht, aber nach Läufer G5 gibt es kleine Problemchen.
Also die Variante ist durchaus gefährlich.
Vermutlich wäre statt die kurze Rohade Springer BD7 besser, um auf Läufer G5 dann einfach H6 zu haben.
Und dann könnte man mit einem Springer auf F6 nehmen.
Und dann wäre das Feld E4 super unter Kontrolle, nebenbei hätte man das Läuferpaar mit Schwarz schon.
Also dann wäre Läufer G5 sicherlich nicht brauchbar.
Aber nach der kurzen Rohade geht Läufer G5 sehr gut, weil jetzt auch Springer BD7 hat weiß einfach E4.
Und dank der Fesselung des Springers auf F6 kann Schwarz jetzt hier nicht so gut, naja, das Ganze aufheben.
Und weiß hätte sein wichtiges strategisches Ziel erreicht.
Er hat E4 durchgesetzt, er hat die Stellung sozusagen geöffnet.
Und hat ein schönes Zentrum und plus ganz gute Entwicklung und sicherlich steht er hier etwas besser.
Das hat Carlsen auch erkannt und spielt jetzt H6.
Aber diesmal muss er dann mit der Dame nehmen auf F6.
Also Läufer steckt F6, Dame steckt F6.
Habe ich mich jetzt ein bisschen gewundert, dass Caruana im nächsten Zug nicht rochiert hatte.
Also ich denke, weiß steht er nach etwas besser.
Aber er spielte Dame B3, durchaus auch eine sehr interessante Wahl.
Ich vermute mal, das hat er am Brett sich ausgedacht.
Was ich beobachtet habe, war, dass beide sehr intensiv hier nachdachten.
Und von daher gehe ich davon aus, dass es eigentlich Dame B3 schon keine Vorbereitung mehr war.
Was mich aber ein bisschen verwundert, weil die Variante mit Läufer G5 ist durchaus...
Also mir war sie durchaus bekannt, also die ist schon gefährlich für Schwarz, wenn man da nicht genau spielt.
Und Carlsen spielt jetzt Springer D7 völlig natürlich und gut.
Hochhade von weiß.
Und so langsam ist E4 auf jeden Fall ernst zu nehmen.
Schwarz hat auch ein leichtes Problem mit der Damenflügel, der Läufer auf C8 ist passiv.
Und ja, jetzt ist die Frage, was spielt man? Was macht man gegen diese Drogen E4?
Und vermutlich ist Turm D8 die beste Lösung.
Weil, wenn jetzt E4 kommt, das wäre sogar gar nicht gut, hat Schwarz die Befreiung mit D schlägt C, Dame schlägt C und E5.
Und das ist was ganz typisches, das gibt es im Damengambit sehr sehr häufig.
Oder im Halbslaven, dass man dann sich so befreit mit Schwarz.
Und Schwarz könnte hier sehr zufrieden sein. Alternativ, wenn weiß jetzt hier mit C5 abriegelt,
dann kann der Läufer nach F8 gehen, der Tum hat schön Platz gemacht und ich denke die schwarze Stellung ist hier auch absolut gesund.
Also von daher, Turm D8 wäre sehr stark, ich denke, eine vernünftige Fortsetzung gewesen.
Aber Carlsen spielt jetzt Dame E7.
Aber vielleicht hat er hier auch wieder die Idee gehabt, mit F5 immer noch ein Stonewall zu bekommen.
Oder auch mal Platz zu machen für den Springer, das sind ja quasi zwei Ideen.
Aber Caruana nutzt jetzt die Gunst der Stunde und spielt sofort C5.
Und das hat den Vorteil, dass Schwarz sich jetzt nicht mal mit D schlägt C4 befreien kann.
Und der Läufer muss jetzt ziehen und jetzt kommt E4.
Noch ein kurzes Wort zu Bauernstruktur.
Wenn Schwarz jetzt auch E4 nimmt, das sieht erstmal für Schwarz ganz vernünftig aus.
Also ich habe diese Bauernstruktur von Weiß früher völlig falsch eingeschätzt.
Ich dachte immer, nee, das ist doch hässlich, das ist nicht gut.
Aber tatsächlich ist es so, dass dieser Bau auf C5 und der Bau auf D4 haben schon eine schöne Umklammerung bei Schwarz.
Und kontrollieren sehr viel Raum.
Und klar, der Bau auf D4 ist rückständig, aber Schwarz ist nicht in der Lage dazu, das irgendwie auszunutzen.
Er könnte theoretisch jetzt einen Springer nach D5, selbst das kann er nicht.
Aber selbst wenn der Springer nach D5 käme, wäre das kein Beinbruch für Weiß, weil der Springer alleine macht auch nicht so viel bei Schwarz.
Und es gibt immer dann Ideen mit Weiß, dann das Feld D6 auszunutzen.
Und deshalb, diese Struktur ist sozusagen sehr günstig für Weiß.
Obwohl man es am Anfang vielleicht gar nicht glauben mag.
Und deshalb, Nehmer auf E4 wäre nicht gut gewesen.
Das hat Carlsen auch sich bestimmt gedacht.
Und spielte jetzt hier B6, um diese Bauernkette aufzusprengen.
Und ist ja auch sehr konsequent.
Er muss das ja auch machen, ansonsten wird er noch irgendwie erdrückt hier.
Und Caruana wählte jetzt hier E-Schlitt D5.
Der Computer sagt hier, dass Dahmer auf 4 sehr stark ist.
Und es gibt hier eine längere, eine kleinere Variante, die hier ein bisschen mit Taktik gebürzt ist.
Und zwar nach dem Läufer B7, der Bauer muss gedeckt werden.
Und jetzt E-Schlitt D5.
Und wenn Schwarz jetzt mit dem C-Bauern schlagen würde, das ginge gar nicht, dann käme nämlich einfach C6.
Eine kleine Gabel.
Also er muss mit dem E-Bauern nehmen.
Aber jetzt gibt's nach Turm E4 ein schöner Tempozug.
Dahmer derft und Springer-Schlitt D5.
Sieht aus wie ein Bauern-Gewinn, aber ist noch keiner nach C6.
Läufer C8, D-Schlitt C7, Dahmer-Schlitt D7.
Zeigt es sich, dass Schwarz sogar das Läuferpaar besitzt?
Er hat noch nicht mal einen Bauern verloren.
Aber dieser Bauer auf D5 ist im Gegensatz zu dem weißen Bauern auf D4 sehr gut angreifbar.
Also zum Beispiel mit dem Springer wegziehen, der Läufer kann hier drauf gehen.
Und im Gegensatz dazu hat Schwarz so gesehen fast null Druck gegen D4.
Und abgesehen davon ist Weiß auch noch besser entwickelt, deshalb steht Weiß hier besser.
Ist natürlich jetzt nicht hoffnungslos für Schwarz, aber das wäre ein Weg gewesen für soliden Vorteil für Karuana.
Stattdessen wählte er jetzt hier E-Schlitt D.
E-Schlitt D.
Turm E1.
Und jetzt musste Karlsen sich entscheiden, wohin mit der Dame.
Und er griff fehl, tatsächlich.
Und sogar taktisch.
Also ihr könnt ja schon mal selber nachdenken, welcher von den beiden Damenzügen, Dame F6 oder Dame D8, der bessere ist.
Und warum.
Okay, gucken wir uns die Lösung an.
Dame D8 ist der richtige.
Und nach zum Beispiel Dame A4 könnte man jetzt mit B5 abriegeln.
Und die Stellung wäre sogar einigermaßen ausüglich.
Ausüglich.
Die Struktur ist immer noch relativ geschlossen.
Der Läufer auf G2 beißt jetzt auf Granit.
Und ja, Schwarz könnte damit leben.
Stattdessen kam Dame F6.
Und das war ein kleiner taktischer Fehler, der einen Bauern verliert.
Das zeigt eigentlich, dass Karlsen nicht so gut drauf ist.
Und es kam Springer schlägt D5.
Und nach C schlägt D, Dame schlägt D5.
Hat Weiß erstmal eine Figur geopfert.
Aber durch den Angriff auf den Turm, der Turm muss ziehen.
Und erstaunlicherweise nach C6 hat der Springer kein Feld mehr.
Und deshalb gewinnt Weiß jetzt die Figur zurück.
Ja, hübsch.
Nach Turm D8, C schlägt D7.
Läufer schlägt D7.
Hat Weiß einfach einen Bauern mehr.
Aber dieses Einfach ist nicht so einfach.
Und Schwarz hat das Läuferpaar.
Was schon mal durchaus Hoffnung ergibt.
Die Dame steht auf D5 nicht so ideal.
Es können Abzüge kommen.
Und der Bauer auf D4 ist naturgemäß auch ein bisschen schwach.
Es ist ein Freibauer.
Also ist jetzt kein reiner Isolani.
Es ist also schon ein Freibauer.
Aber der Bauer neigt auch ein bisschen zu Schwäche.
Trotzdem ist es ein Mehrbauer.
Also technisch nicht einfach.
Und tatsächlich, Caruana Tritt hier fehlt.
Und der einfachste Zug der Welt wäre auch der beste gewesen.
Und zwar einfach Turm A, C1.
Ja, letzte Figur ins Spiel bringen.
Und nach Läufer D6.
Und jetzt einfach A3.
Und Weiß steht gut.
Und hat gute Chancen, denke ich, hier zu gewinnen.
Aber es ist wirklich nicht so einfach.
Also Schwarz hat noch gute Chancen.
Stattdessen spielt Caruana Springer E5.
Was auch sehr logisch aussieht.
Öffnet den Läufer auf G2.
Kontrolliert C6.
Greift den Läufer an auf D7.
Aber nach Läufer E6.
Dame E4.
Und jetzt kam ein Moment, wo man sagen muss.
Also wirklich, wirklich stark, Carlsen.
Und zwar, wie verteidigt man so etwas hier?
Es ist ja undankbar.
Manchmal denkt man so, ja, vielleicht kann ich ungleichfarbige Läufer kriegen.
Die Frage ist halt wie.
Geht schlecht.
Und was macht man jetzt?
Und Carlsen fand jetzt wirklich eine exzellente Lösung.
Und zwar Läufer schlägt E5.
Da fragt man sich erstmal, okay, was soll das bringen?
Nach D schlägt E5.
Dame E7 stellt sich plötzlich heraus.
Dass Schwarz aktives Spiel besitzt.
Am Damenflügel.
Also man hat ja einen gewissen Druck auf A2.
Man hat die D-Linie.
Man hat vielleicht auch die C-Linie.
Und ganz wichtiger Faktor, der Läufer auf E2 ist plötzlich...
...hat keine Funktion mehr.
Also er hat so eine schöne Diagonale, aber da gibt es nichts mehr zu holen.
Und erstaunlicherweise, der Läufer auf E6 ist auch besser als der Läufer auf E2.
Reicht diese Figurenaktivität Richtung Damenflügel und auf der D-Linie,
dass das Weiß keinen großen Vorteil mehr hat.
Muss man sich mal vorstellen.
Bauern mehr, aber irgendwie kann man damit nichts anfangen.
Und das hat Carlsen anscheinend auch alles korrekt eingeschätzt.
Jetzt kam Dame E3.
Auch eine sehr starke Idee von Caruana.
Das Feld E4 freizuräumen für den Läufer.
Aber Carlsen bringt einfach jetzt seine Tümmel ins Spiel.
Turm B C8.
Läufer E4.
Und jetzt kam der nächste starke Zug.
Dame C5.
Er sagt sogar, hier kannst du sogar die Damen tauschen.
Sehr beeindruckend.
Weil natürlich die restlichen Figuren von ihm immer noch trotzdem so viel Dynamik besitzen,
dass das den Bauern Minus ausgleicht.
Der Bauer auf E5 hängt potenziell.
Jetzt natürlich noch nicht, wegen Läufer A7 Abzugsschach.
Aber man muss den trotzdem mal irgendwie decken.
Also kam E4. G6.
König E2. Ganz klassisch gespielt.
Ja, König ab in die Mitte im Endspiel.
Carlsen spielt A5.
Auch sehr geschickt.
Droht durchaus mal Turm B5 mit Ideen wie A4.
Also er möchte auf jeden Fall weiter hier Druck machen am Damenvögel.
Ganz konsequent.
König E3. A4.
Und hier zeigt sich auch eine Idee, wenn Weiß jetzt zum Beispiel A3 machen würde.
Also ein Zugeständnis.
Endlich diesen Druck loswerden gegen A2.
Aber dann kommt Turm B5.
Und dann drohen auch so Sachen wie Turm B3 Schach.
Oder abgesehen davon, dass der Bauer auf B2 hängt.
Ist auch nicht so einfach für Weiß hier.
Also er hat wirklich nichts mehr.
Den Bauern mehr, aber es bringt nichts.
Turm E C1 Geschach von Caruana.
Turm B5.
Ganz wichtige Technik.
Meistens ist es so, wenn man besser steht, dann möchte man gerne ein Turmpaar tauschen.
Und das ist natürlich nicht in Carlsens Interesse.
Weil mit nur einem einzigen Turm würde er nicht mehr so viel Druck ausüben hier in dieser Stellung.
Selbst wenn er den Bauern zurückgewinnen würde, wäre das wahrscheinlich besser für Weiß.
Aber Turm B5 behält die Türme auf dem Brett.
Turm C2, Turm B4.
Stellt sogar eine kleine Falle.
Was würde nach A3 passieren?
Ich hoffe, ihr habt es gesehen.
Genau, es kommt Turm schlägt E4.
König schlägt E4, Läufer E5.
Das sind so die Momente.
Wenn einem das passiert in der Turnierpartie, dann möchte man am liebsten mit Schach aufhören.
Aber so eine Falle sollte man...
Im Blitzen passiert sowas häufiger.
Aber wenn einem das nach 4 Stunden in der Schachpartie passiert, dann...
Das sind immer die ganz bitteren Momente.
Also immer aufgepasst.
Auch im Endspiel gibt es oft auch noch taktische Motive.
Läufer D3.
Caruana fällt nicht drauf ein.
H5.
Auf den ersten Blick sieht das komisch aus, dass man mit einem Weißwäldigen Läufer die Bauern auf Weiß stellt.
Aber das größere Ziel ist es, hier diese Bauernmasse zu fixieren.
Und Weiß kann mit seinem Mehrbauern, der eigentlich hier auf E5 steht, nicht mehr besonders viel anfangen.
Und Schwarz hat weiterhin diesen Druck auf dem Damenflügel.
Und das reicht.
Jetzt kam Turm D2.
B5.
Jetzt stehen sogar alle Bauern von Schwarz auf die weißen Feldern.
Und Weiß kann damit nichts anfangen.
Das ist wirklich erstaunlich.
Ja, zieht der A-Turm...
Der kann immer noch nicht ziehen.
Wenn der A-Turm zieht, dann kommt einfach ein Läufersteg A2.
Und dann ist der Bauer wieder futsch.
Also jetzt war der Moment für A3 gekommen.
Aber nach Turm B3 ist Weiß in eine so eine Art fatale Fesselung geraten.
Und er verliert zwar jetzt nichts, aber er kann auch nichts mehr damit anfangen.
Also er kommt nicht weiter.
Nach Turm C1 kommt noch eine Idee.
Weiß hat die Idee, Turm C3.
Wenn er das schafft, dann steht er gut.
Aber Karlsson hat das alles richtig vorher gesehen.
Jetzt kam B4.
Nimmt das Feld C3 weg.
A schlägt B.
Und jetzt A3. Sehr stark gespielt.
Opfert sogar nochmal zwei Bauern.
Alles nur dazu, dass die Fesselung des Läufers nicht aufgehoben werden kann.
Läufer F5.
Schwarz ist dreimal auf dem Läufer drauf.
Er muss jetzt passiv decken, der Weiße.
Und man kommt hier nicht aus dieser Fesselung raus.
R nach B5.
Und Schwarz konnte jetzt sogar das Remis erzwingen.
Er kann leider nicht noch mehr Druck aufbauen auf diese Fesselung.
Aber wenn er zu lange wartet, dann spielt wahrscheinlich Weiß einfach hier B6, B7 usw.
Und irgendwann ist dann sozusagen der Moment gekommen, wo man dann halt die Fesselung auflösen muss.
Aber mit Läufer G4 kann man jetzt das Remis erzwingen.
Der Turm muss weg und nach Läufer F5 muss er wieder zurück.
Und das Spielchen ging noch ein bisschen weiter und dann war die dreifache Zugwiederholung erreicht.
Wie ich finde, eine sehr interessante Partie.
Caruana hat ein interessantes Konzept gefunden gegen Katalanisch.
Carlsen hat ein bisschen gestrauchelt.
Übersieht sogar taktisch einen Bauernverlust.
Hat das Glück, dass er danach aktiv genug aufgestellt ist.
Caruana macht eine kleine Ungenauigkeit mit Springer E5.
Und da war der Vorteil wieder weg.
Also das muss man auch anerkennen, wie Carlsen sich da verteidigt hat.
Okay, ich hoffe es hat euch gefallen und wir sehen uns dann beim nächsten Mal.

