Die Stimme des Gefangenen

Die Stimme des Gefangenen

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„Die Stimme des Gefangenen“ erzählt aus der Perspektive eines politischen Häftlings, der wegen seiner Gedanken, seiner Worte und seines Gewissens eingesperrt wurde.

Im Verhör soll er Freunde verraten, ein falsches Geständnis unterschreiben und sich der offiziellen Wahrheit unterwerfen. Obwohl sein Körper gefangen ist, weigert er sich, seine innere Freiheit aufzugeben.

Das Lied steht symbolisch für alle Menschen, die unter kommunistischen Diktaturen, Einparteiensystemen und politischer Verfolgung gelitten haben oder noch heute leiden. Es erinnert daran, dass Unterdrückung nicht nur durch Gefängnisse entsteht, sondern auch durch Angst, Zensur, Propaganda und erzwungenes Schweigen.

Ein Mensch kann eingesperrt werden.
Eine freie Überzeugung jedoch nicht.

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Die Stimme des Gefangenen

Metalltüren schlagen, Schritte im Gang,
kaltes Licht und ein rostiger Klang.
Sie nahmen den Namen, sie nahmen die Zeit,
doch tief in mir lebt noch die Wahrheit.

Sie kamen bei Nacht, ohne Grund, ohne Recht,
mein Kind schlief noch, meine Frau sprach ganz leise.
Ein schwarzer Wagen, ein Blick ohne Gesicht,
dann verschwand meine Welt hinter Mauern und Licht.

Sie fragten: „Wer half dir? Wer denkt wie du?“
Ich schwieg und hörte den Stiefeln zu.
An der Wand hing das Bild ihrer Macht,
doch kein Bild hat mein Gewissen bewacht.

Sie wollten ein Geständnis, sauber geschrieben,
eine Lüge, um ihre Wahrheit zu lieben.
Ich sollte sagen, ich hätte bereut,
doch ich bereue nur, dass so viele schweigen.

Sie können meine Hände binden,
sie können jedes Fenster schließen.
Doch wo ein Mensch noch Wahrheit kennt,
kann keine Diktatur ihn besitzen.

Ich bin die Stimme des Gefangenen,
hört mich durch die Mauern schreien.
Ihr könnt den Körper in Ketten legen,
doch mein Denken bleibt frei.

Ich bin die Stimme des Gefangenen,
mein Name wird nicht untergehen.
Solange einer die Wahrheit bewahrt,
wird eure Lüge niemals bestehen.

Kein Morgen, kein Abend, nur Neonlicht,
die Tage verschwimmen, doch ich breche nicht.
Im Nebenraum weint jemand still,
weil er seinen Bruder nicht verraten will.

Ein Wärter flüstert: „Unterschreib und geh.“
Doch ich kenne den Preis, den ich dafür bezahl.
Denn draußen wartet vielleicht meine Tür,
doch ein anderer landet dann an meiner Stelle hier.

Sie nennen es Frieden, wenn niemand mehr spricht,
sie nennen es Ordnung, wenn Widerstand zerbricht.
Sie nennen uns Feinde, Verräter, Gefahr,
weil ein freier Gedanke schon stärker war.

Sie können Bücher verbrennen,
sie können Geschichte neu schreiben.
Doch jede verbotene Wahrheit
wird in den Herzen bleiben.

Ich bin die Stimme des Gefangenen,
hört mich durch die Mauern schreien.
Ihr könnt den Körper in Ketten legen,
doch mein Denken bleibt frei.

Ich bin die Stimme des Gefangenen,
mein Name wird nicht untergehen.
Solange einer die Wahrheit bewahrt,
wird eure Lüge niemals bestehen.

Man zeigte mir Bilder von Frau und Kind:
„Denk gut nach, bevor sie allein sind.“
Für einen Moment brach alles in mir,
doch ihre Angst wurde zur Klinge gegen sie.

Denn was wäre ich draußen, wenn ich mich verkaufe?
Nur ein Schatten, der vor seinem Spiegel davonläuft.
Mein Kind soll später verstehen können,
warum manche Menschen nicht vor Lügen knien.

Vielleicht verlasse ich diesen Ort niemals mehr,
vielleicht bleibt mein Stuhl eines Morgens leer.
Doch schreibt meinen Namen nicht auf einen Stein,
tragt meine Worte in die Zukunft hinein.

Wenn ihr draußen noch hören könnt,
dann vergesst uns nicht.
Vergesst nicht die Zellen,
die Namen ohne Gesicht.

Vergesst nicht die Lehrer,
die Dichter, die Frauen, die Kinder.
Vergesst nicht die Menschen,
die verschwanden hinter Gittern.

Ein System fürchtet keine Armee so sehr
wie einen Menschen, der keine Angst mehr hat.
Denn Mauern zerfallen nicht zuerst durch Gewalt,
sondern wenn niemand mehr an ihre Lügen glaubt.

Wir sind die Stimmen der Gefangenen,
hört uns durch die Mauern schreien.
Ihr könnt Millionen in Ketten legen,
doch der Wunsch nach Wahrheit bleibt frei.

Wir sind die Stimmen der Gefangenen,
unsere Namen werden auferstehen.
Solange einer sich weigert zu lügen,
wird eure Herrschaft nicht ewig bestehen.

Ihr könnt Türen schließen,
ihr könnt das Tageslicht nehmen.
Doch niemals könnt ihr verhindern,
dass freie Gedanken weiterleben.