
Die Schwarze Sonnencreme
„Die Schwarze Sonnencreme“ ist ein mystisch-symbolisches Lied über Täuschung, Schutz und Erwachen. Eine vermeintlich schützende Creme wird zum Sinnbild für die Angst vor der Wahrheit – für den Versuch, das Licht zu filtern, das uns heilen will. Die Musik verbindet sphärische Flöten, Harfen und einen geheimnisvollen Chor mit einer weiblichen Stimme, die vom Erwachen in das wahre Licht erzählt.
Die Schwarze Sonnencreme
Sie sagten: „Schütz dich vor der Sonne, sie ist zu stark, zu klar.“
Ein Fläschchen voller Schatten – wie sanft, wie wunderbar.
Ich trug sie auf die Haut, sie kühlte, schmeichelnd fein,
doch unter ihrem Glanz begann das Licht zu schrein.
Ein Tropfen Schwarz auf goldner Haut,
so still, so zärtlich, so vertraut.
„Vertrau der Creme, sie hält dich rein,
vor Feuer, Strahl und Sonnenschein.“
Doch tief in mir erwachte Schmerz,
die Wärme suchte ihren Herz.
Ich spürte: etwas stimmt hier nicht,
die Creme vergaß das wahre Licht.
O Schwarze Sonnencreme, du sanfte Lüge,
du deckst mich zu mit deiner Flut aus Trüge.
Du sagst, du schützt – doch du nimmst mir den Schein,
das Licht, das heilt, darf nicht mehr rein.
Im Schatten deiner Werbung tanzen schöne Frauen,
sie lächeln still, als könnten sie dir traun.
Doch ihre Augen sind aus Glas,
sie spiegeln nur, was keiner sah.
Ich sah den Himmel grau erblassen,
die Sonne durfte nicht mehr fassen.
Man sagte: „Licht ist Gift und Schmerz“,
doch Licht war Leben, Herz an Herz.
Die schwarze Creme, sie brannte mild,
sie machte mich so zart, so still.
Doch still ist nur, wer schlafen soll –
der Traum der Welt ist nicht mehr voll.
Ich wasch sie ab, die Schicht aus Nacht,
die auf der Seele Netze macht.
Das Wasser singt, das Licht erwacht,
mein Körper glüht, mein Geist entfacht.
O Schwarze Sonnencreme, du sanfte Lüge,
du deckst mich zu mit deiner Flut aus Trüge.
Du sagst, du schützt – doch du nimmst mir den Schein,
das Licht, das heilt, darf nicht mehr rein.
Ich seh die Wahrheit in den Strahlen,
die über Mauern, durch mich malen.
Kein Filter kann das Feuer binden,
wer sich verbirgt, wird sich nicht finden.
O Schwarze Sonnencreme, ich war geblendet,
doch jetzt, wo deine Schicht sich wendet,
seh ich die Sonne, wie sie spricht:
„Ich töte nicht – ich bin dein Licht.“
