NÄHE UND DISTANZ - Balance finden in der pädagogischen BEZIEHUNGSARBEIT | ERZIEHERKANAL

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75 Videoaufrufe·23.12.2024
In diesem Video schauen wir uns an, was man eigentlich unter Nähe und Distanz versteht,
warum sie vor allem für die pädagogische Arbeit so enorm wichtig ist und wie du es
als pädagogische Fachkraft schaffst, die Balance zwischen Nähe und Distanz zu halten.
Was ist Nähe und Distanz?
Als Nähe und Distanz beschreibt man in der pädagogischen Arbeit das Beziehungsverhältnis
zwischen der pädagogischen Fachkraft und dem Kind bzw. den Jugendlichen, je nach Arbeitsfeld
auch noch das Beziehungsverhältnis zu den Eltern.
Es ist fundamental wichtig, eine gewisse Nähe zu zeigen, aber auch eine gewisse Distanz
zu wahren.
Pädagogische Fachkräfte haben einen Arbeitsauftrag und sie sind kein Elternersatz und auch kein
Freundeersatz.
Vereinfacht gesagt, mit Nähe ist die empathische und emotionale Haltung dem Kind oder Jugendlichen
gegenüber gemeint, sodass dieser Mensch Sicherheit und Geborgenheit erfährt.
Mit Distanz ist gemeint, dass diese Haltung aber nicht zu Abhängigkeiten und Belastungen
führt.
Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn das Kind die Fachkraft eben als besten Freund
wahrnimmt oder sogar als Elternersatz.
Die richtige Balance zu halten ist oft gar nicht so einfach.
Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlen ist wichtig, aber emotionale Abhängigkeiten
und Belastungen sind zu vermeiden.
Wieso das so wichtig ist, wirst du nach diesem Video besser verstehen.
Wieso ist Nähe und Distanz in der pädagogischen Arbeit so elementar wichtig?
Das Ziel der pädagogischen Arbeit ist über alle Arbeitsfelder hinweg, das Kind bzw.
den Jugendlichen zu begleiten, um eine möglichst optimale Entwicklungsförderung und Persönlichkeitsentfaltung
zu ermöglichen.
Wie das konkret aussieht, ist natürlich sehr individuell.
Es kommt in der Arbeit also immer zu einem zwischenmenschlichen Beziehungsverhältnis,
da sich Menschen begegnen.
Je nach Arbeitsfeld kann die Arbeit sehr emotional und zum Teil auch sehr belastend sein, zum
Beispiel bei Kindeswohlgefährdung, in Obhutnahme oder auch schweren Erkrankungen oder Behinderung.
Hier ist es wichtig, dem Kind, Jugendlichen und dessen Eltern empathisch und authentisch
zu begegnen.
Aber ebenso ist es als pädagogische Fachkraft wichtig, nicht an den individuellen Belastungen
selbst zu zerbrechen, damit eine Handlungsfähigkeit bestehen bleibt.
Ein Spannungsfeld, welches ausgehalten werden muss.
Nähe und Distanz sind zentrale Elemente in der pädagogischen Arbeit, da sie das Vertrauensverhältnis
zwischen Erzieherin und Kindern maßgeblich beeinflussen.
Eine professionelle Haltung bedeutet, aufmerksam auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder
einzugehen, ohne die eigene Rolle als Bezugsperson und Vorbild zu vernachlässigen.
Die pädagogische Fachkraft entwickelt eine zeitlich begrenzte Beziehung zu dem Kind oder
den Jugendlichen.
Das bedeutet, dass der Zeitraum formell von Arbeitszeiten und Arbeitsvertrag der Fachkraft
abhängig ist.
Irgendwann wird dieser enden.
Würde es zum Beispiel zu einem tiefen freundschaftlichen Verhältnis oder einer Eltern-Ersatz-Beziehung
kommen, dann wäre das für das Kind oder den Jugendlichen in schwierigen Lagen ein
weiterer emotionaler Vertrauensbruch, teilweise sogar eine Art weitere Traumatisierung, wenn
zum Beispiel der Arbeitsvertrag der Fachkraft endet und sie einfach nicht mehr wiederkommt.
Distanz hilft dabei, objektiv zu bleiben und eine gewisse emotionale Balance zu bewahren,
also an Schicksalen und emotionalen Belastungen als pädagogische Fachkraft nicht zu zerbrechen.
In schwierigen und belastenden Arbeitsfeldern kann es nämlich dazu kommen, dass eine Fachkraft
über Jahrzehnte hinweg immer und immer wieder hochgradig emotional belastende Schicksale
miterlebt und verantwortlich ist, zu helfen.
Nur mit einer gewissen professionellen emotionalen Distanz ist es möglich, hieran nicht selbst
schnell zu zerbrechen.
Dennoch ist die empathische und emotionale Haltung ebenfalls enorm wichtig.
Deshalb wird im Kontext von Nähe und Distanz von dem Spannungsfeld gesprochen, bei dem
eine Balance gehalten werden muss zwischen Distanz, also dem handlungsfähig bleiben,
und der Nähe, dem empathisch sein.
Um als pädagogische Fachkraft eine gesunde Balance zwischen Nähe und Distanz zu wahren,
ist eine bewusste Reflexion des eigenen Verhaltens und der Beziehung zu den Kindern, Jugendlichen
und Eltern notwendig.
Klare Regeln und Grenzen im Alltag helfen, ein professionelles Miteinander zu gestalten
und geben den Kindern Struktur und Sicherheit.
Indem man achtsam auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes eingeht, kann man Nähe situationsgerecht
anbieten, zum Beispiel durch Trost oder ermutigende Worte, ohne jedoch die professionelle Distanz
zu verlieren.
Es ist auch hilfreich, regelmäßig das eigene Handeln und vor allem das emotionale Erleben
im kollegialen Austausch oder auch in Supervisionen zu reflektieren.
Supervisionen sind vor allem in emotional belastenden Arbeitsfeldern sehr sinnvoll.
Die Reflexion fördert die Selbstwahrnehmung und hilft, frühzeitig emotionale Überlastungen
zu erkennen.
Durch gezielte Rituale, die Nähe symbolisieren, wie beispielsweise Begrüßungs- oder Abschiedsrituale
und ein bewusster Rückzug, wenn die Situation es verlangt, bleibt das Verhältnis zu den
Kindern empathisch und professionell zugleich.
Nähe und Distanz sind zentrale Elemente in der pädagogischen Arbeit, da sie das Vertrauensverhältnis
zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern, Jugendlichen und Eltern maßgeblich beeinflussen.
Pädagogische Fachkräfte sind kein Eltern- oder Freundeersatz.
Eine angemessene Nähe ist aber wichtig, damit die Kinder und Jugendliche emotionale Sicherheit
und Geborgenheit erfahren können.
Dies ist wichtig.
Zu viel Nähe hingegen kann schnell Grenzen verwischen und das professionelle Verhältnis
beeinträchtigen.
Eine professionelle Haltung bedeutet, aufmerksam auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder
bzw. Jugendlichen einzugehen, ohne dabei die eigene Rolle als Bezugsperson und Vorbild
zu vernachlässigen.
Distanz hilft dabei, objektiv zu bleiben und eine gewisse emotionale Balance zu wahren,
insbesondere in schwierigen Situationen.
Diese Balance zwischen Nähe und Distanz kann durch Reflexion, kollegialen Austausch oder
bei Bedarf auch Supervisionen geschaffen werden.
