Festakt 20 Jahre Transportflugzeug C-130 Hercules im Bundesheer

Österreichs Bundesheer
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09.12.2024
Herr Brigadier, Oberstleutnant Kandler, Kommandant der ausgerückten Truppe, meldet die Militärmusik Oberösterreich,
eine Ehrenkompanie gestellt durch die Garde, den Insignientrupp Luftunterstützung
sowie Abordnungen der Verbände und unmittelbaren Einheiten Luftunterstützung zum feierlichen Jubiläum angetreten.
Mit dem Festakt beginnen.
Brigadier Wolfgang Luthenberger. Herr Brigadier, bitte um Ihre Worte.
Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Geistlichkeit.
Als Kommandant der Luftunterstützung ist es mir eine besondere Freude,
Sie heute im Rahmen des Festaktes 20 Jahre C-130 Herkules im österreichischen Bundesheer
am Fliegerhorst Vogl in Hörsching begrüßen zu dürfen.
Die Wichtigkeit des operativen Lufttransportsystems für die Luftstreitkräfte, das Bundesheer und die Republik Österreich
wird durch die Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Ehren- und Festgäste unterstrichen,
wovon ich nunmehr einige persönlich begrüßen möchte.
Es freut mich sehr, in Vertretung des Landeshauptmanns von Oberösterreich,
den Landesrat für Soziales, Integration und Jugend,
Herrn Dr. Wolfgang Hartmannsdorfer in unserer Mitte begrüßen zu dürfen.
In Vertretung des Herrn Generalstabschefs darf ich den Leiter der Direktion 2 und Air Chief,
Herrn Brigadiermagister Gerfried Bromberger begrüßen.
Mein respektvoller Gruß gilt in Vertretung des Leiters der Direktion 1,
Herrn Generalmajor Gerhard Christiner.
Einen herzlichen Willkommensgruß entbiete ich dem Leiter der Luftzeugabteilung,
Herrn Brigadiermagister Jörg Freistetter.
Für die Direktion 7 freut es mich besonders,
Herrn Maratschaftlicher Gruß gilt dem Militärkommandanten von Oberösterreich,
Herrn Brigadiermagister Dieter Muhr und dem stellvertretenden Landespolizeidirektor,
Herrn Generalmajor Dr. Alois Lissl.
In Vertretung des Vorsitzenden des Fachausschusses Luft begrüße ich
Herrn Vizeleitnant Peter Hernegger.
Für den Bezirkshauptmann Linz-Land darf ich den Leiter der Sicherheitsabteilung,
Herrn Mag. Dietmar Zasny, begrüßen.
Den Kommandanten des Jagdkommandos,
Herrn Brigadiermagister Philipp Sigur Kabanak, entbiete ich ein herzliches Willkommen.
Aus dem Bereich der Luftschreckkräfte darf ich weiters Willkommen heißen.
Den Leiter des Materialstabs Luft,
Herrn Brigadierdiplomingenieur Peter Wesseli,
den Kommandanten der Luftraumüberwachung,
Herrn Oberst Markus Kronreif
und den Kommandanten der Flieger- und Fliegerarbeitgruppenschule,
Herrn Brigadiermagister Reinhard Kraft, herzlich Willkommen.
Für die Direktion 2 freut es mich,
den Chef des Stabes und stellvertretenden Kommandanten,
Herrn Brigadiermagister Wolfgang Briller
und den Leiter der Einsatzführung Luft,
Herrn Oberstdg. Michael Wurm, zu begrüßen.
Als Vertreter des Bürgermeisters unserer Heimatgemeinde von Hörsching
begrüße ich Herrn Gemeinderat Robert Reutmeier.
Sogenannte Einsätze unserer C-130-Flotte
auf mehreren Kontinenten in hervorragender Weise
und ohne Luftfahrzeugverluste gelangen und auch zukünftig gelingen werden,
für Sie alle den heutigen Kommandanten der ausgerückten Truppe
und Kommandanten der fliegertechnischen Kompanie 130,
Herrn Oberstleutnant Magister Robert Kandler.
Ich vertraue darauf, dass Sie diesen Arbeitseifer
und das hohe persönliche Engagement
auch weiterhin zum Wohle der Luftunterstützung
und des österreichischen Bundesheeres einbringen werden.
Abschließend darf ich mich bei Ihnen allen,
sehr verehrte Damen und Herren,
für die in den letzten 20 Jahren gelebte Unterstützung
beim unfallfreien Betrieb der C-130 Herkules bedanken
und Sie ersuchen auch die Zukunft
des operativen Lufttransportsystems im österreichischen Bundesheer
gemeinsam mit uns zu planen und zu gestalten,
damit wir weiterhin die an uns gestellten Aufgaben
zeitgerecht und mit größter Präzision
als Beitrag zu einem lebenswerten und sicheren Umfeld
in Österreich und Europa erfüllen können.
Glück ab, gut Land!
Der Fliegermarsch Kerzengrat steige ich zum Himmel,
1912 komponiert vom Österreicher Hermann Tostal
und jetzt gespielt von der Militärmusik Oberösterreich,
kündigt die Ansprache des militärischen Höchstanwesenden,
Leiter der Direktion 2 und Kommandanten der Luftstreitkräfte
Brigadier Gerfert Bromberger an.
Militärmusik
Herr Brigadier, ich bitte um Ihre Worte.
Hochverehrte Geistlichkeit,
geschätzter Herr Landesrat Dr. Hartmannsdorfer,
sehr geehrte Personalvertretung,
sehr geehrte Festgäste, Soldatinnen, Soldaten
und Zivilbedienstete des Standortes,
des Fliegerhorstes Vogt,
sehr herzlich willkommen
zu unseren britischen und portugiesischen Partnern und Freunden.
Herzlich willkommen hier im Fliegerhorst Vogt in Hörsching.
Als erste von drei für das österreichische Bundesheer
bestimmten C-130 Herkules
Transportflugzeuge landete ziemlich genau vor 20 Jahren
am 20. März 2003
die 8 Tango Charlie Alpha in Österreich.
Einen Tag darauf wurde sie auch offiziell in den Dienst
gestellt und die zweite Maschine,
die 8 Tango Charlie Charlie, hier zu bewundern,
die da entsprechend dargestellt ist,
traf am 26. August in Linz Hörsching ein
und am 28. Februar in weiterer Folge dann die dritte Maschine.
Mit der C-130 Herkules
erhielt das österreichische Bundesheer eine eigene
Lufttransportkapazität,
nachdem wir jahrzehntelang uns mit
teuren Notlösungen abfinden mussten.
Die drei Maschinen wurden bereits in den Jahren
sage und schreibe 1976
korrigiere 67
und 68 von der Royal Air Force
angeschafft und waren auf der
Royal Air Force Station Leinheim stationiert.
Von dort flogen sie Einsätze in den Falklands,
auch im Zuge des Falklands-Konflikts
Anfang der 80er Jahre, sowie auch
bei der Operation Desert Storm in Irak.
Sie waren bei Lieferung somit schon
über 35 Jahre alt und hatten
um die 25.000 Flugstunden absolviert
und die Royal Air Force selbst
ersetzte diese drei Maschinen durch modernere Systeme.
Die drei Transport-
Luftfahrzeuge wurden bei der Auslieferung
von der Firma Marshall of Cambridge
Aerospace Ltd. generalüberholt und abgegradet.
Der Systempreis bezog damals um die
40 Millionen Euro für diese
drei generalüberholten Maschinen,
die Ausbildungskosten, das erforderliche
Logistikpaket, Ersatzele und Zubehör.
Und die weitere Betreuung wurde
einerseits durch die Royal Air Force, auch gebaut
mit der schwedischen Luftwaffe und mit
Marshall of Cambridge. Das war alles
in diesem Paket enthalten.
Eine einzelne neue C-130 zum damaligen
Zeitpunkt kostete 80 Millionen Euro.
Der Kauf von neuen Systemen
gab das Landesverteidigungsbudget
einfach nicht her. Das war nicht abbildbar.
Somit griff man auf gebrauchte Maschinen zurück
und die Finanzierung hat sich
in den letzten 20 Jahren bewährt
und ist bis heute die Nabelschnur
für unsere Soldaten in den Auslandskontingenten.
Am Balkan, im Libanon,
in Mali und bald auch in Niger.
Ich möchte die außergewöhnlichen Leistungen
der Luftfahrzeugbesatzungen, der
Lufttransportstaffel, unseren Technikern der
Fliegertechnischen Kompanie, unseren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern des Lufttransportumschlages,
weil die Fracht muss ja auch entsprechend gepackt werden,
der Planungszelle operativer Lufttransport,
im Fliegerjargon auch Dispatch genannt, und des
Kommandos Luftunterstützung entsprechend hervorheben.
Nur mit einem eigenen Lufttransportsystem
sind wir entsprechend unabhängig und in der Lage
unsere Soldatinnen und Soldaten im Ausland zu versorgen,
aber auch im Anlassfall, österreichische und EU-Staatsbürger
und Staatsbürgerinnen zu evakuieren,
wie wir es auch im Zuge des
Arabischen Frühlings aus Ägypten gemacht haben.
Seit der Systementführung der
C-130 Herkules in Österreich wurden
ca. 17.000 Flugstunden absolviert.
Wir haben in Summe, und das danke auch für die exakte Dokumentation,
117.584
Passagiere transportiert, fast 1,5
Millionen Tonnen an Cargo- und Versorgungsgütern
ins Ausland transportiert und
13.670 Starts
und zum Glück auch Landungen hingelegt.
Das heißt, eine exzellente Leistung,
wie vom Kommandant Luftunterstützung angesprochen,
vom gesamten operativen Lufttransportsystem.
Hervorzuhebende Einsätze des Lufttransportsystems
Herkules waren 2004 der
Ersteinsatz im Zuge des Tsunamis in Sri Lanka,
das war die erste Bewährungsprobe,
gleichzeitig 2004 die Unterstützung
nach dem Terrorangriff im Beslan,
2008 und 2009,
und da nochmal wirklich mein absoluter Respekt
für den damals jungen Staffelkommandanten,
damals Hauptmann Armin Kriegel
und seinen Mannen für die Folgeversorgung
und Ersteinsatz im Chad, wo allein
pro Jahr 1.200 Flugstunden für die EU-Mission
geflogen wurden, kann mich nur erinnern, es wurde
dreimal in der Woche Versorgungsgüter
und Soldaten des Jagdkommandos
in den Einsatzraum geflogen, Folgeversorgt
und im Bedarfsfall wieder sicher nach Hause gebracht.
Mitte des 2011 im Zuge des
Arabischen Frühlings haben wir
Österreichische und EU-Staatsbürger
aus den Maghreb-Staaten evakuiert.
Es war interessant, wie ich dann die Passagiere
entsprechend begrüßt habe in Wien-Schwächert,
die sich über mangelnden Sitzkomfort beschwert haben,
dass sie lieber mit Austrian Airlines geflogen werden,
ich verstehe überhaupt die Beschwerde nicht.
Weiters haben sie gefragt, ob sie nicht beim nächsten Flug
mit dabei sein können, weil sie möchten noch gerne eine
Trekking-Tour machen und jetzt erst kürzlich
2023 der Aftro-Einsatz nach dem Erdbeben
in der Türkei.
Die C-130 Herkules flog seitlich,
wie Sie hier hinten sehen, diesen weißen Container
mit dem roten Kreuz, ein entsprechendes
Aeromedical Evacuation-Modul, kurz MedEvac-Modul,
für das Lufttransportsystem Herkules C-130.
Das befähigt uns, Verletzte und Erkrankte
Österreicherinnen und Österreicher sowie auch Soldatinnen und Soldaten
sicher aus den Einsatzräumen
nach Hause zurückzuholen und eine entsprechende
medizinische Versorgung in Österreich zuzuführen.
Um Aufträge insbesondere in internationalen Einsätzen
erfüllen zu können, muss das
österreichische Bundesheer befähigt sein,
ein Patienten-Lufttransportsystem entsprechend auch
autark betreiben zu können.
Die Luftschaltkräfte führten seit 2010
mit dem System Herkules 87
MedEvac-Flüge durch und vor allem
in der Covid-Pandemie über 13 Einsätze,
wo wir Covid-Patienten mit entsprechenden
Vorrichtungen sicher aus dem Ausland
zurückgeholt haben. Es besteht jedoch
mittlerweile entsprechende Einschränkungen des täglichen
Betriebs aufgrund der technischen Verfügbarkeit.
Die Herkules, wie Sie ja sehen,
als Propellermaschine mit vier Turoprops, basiert
in allen Varianten auf einem Grundkonzept aus den 50er-Jahren
und gerade mit der Erweiterung des Aufgabenspektrums
auf entfernte Destinationen
und Einsatzräume stößt die Herkules somit
immer mehr an ihre Grenzen.
Umso mehr gilt es Ihnen, meine Damen und Herren,
der Lufttransportstaffel, der fliegertechnischen
Kompanie, der Planungszelle operativer
Lufttransport und des Lufttransportumschlages
sowie dem Kommando Luftunterstützungen und meinen
Herren in der Einsatzführung Luft, meinen Respekt,
meinen Dank und meine besondere Anerkennung.
Bevor ich jetzt zum letzten Abschluss komme, möchte ich mich
auch beim Militärkommandant bedanken und insbesondere bei der Militärmusik
Oberösterreich für die exzellente Ausführung
des Fliegermarsches. Man spürt die hohe Fliegeraffinität
am Fliegerhorst Vogler. Herzlichen Dank,
geschätzte Kameradinnen und Kameraden.
Zum Abschluss eine wirklich gute Nachricht
noch vor dem Wochenende. Am Montag dieser Woche
hat im Bundesministerium für Landesverteidigung
der sogenannte Luftgipfel stattgefunden
unter Führung vom Generalstabschef General Stridinger
und ich gehe davon aus, dass unsere
Frau Bundesministerin, Frau Mag. Claudia Tanner
zeitnah eine Entscheidung für die Nachfolge
der C-130 treffen wird. Es leben
die Luftschallkräfte, es lebe das österreichische Bundesheer.
Glück ab, gut Land.
Die Rede des Herrn Landesrats Dr. Wolfgang Hattensdorfer
wird angekündigt durch das Stück Odum ein Österreich
von Franz von Souper
in dem uns bekannten Marschformat komponiert
von Ferdinand Preiss 1852.
Untertitel der Amara.org-Community
Herr Landesrat, ich bitte Sie respektvoll um Ihre Worte.
Sehr geehrte Fest- und Ehrengäste
hochgeschätzte Geistlichkeit, dear international guests
very warm welcome to Upper Austria
the power heart, the power state of the Republic of Austria
Sehr geehrter Air Chief, sehr geehrter
Kommandant der Luftunterstützung
Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten
Heute, der Festakt 20 Jahre Herkules
ist ein Tag der Dankbarkeit, ein Tag
des Stolzes und vor allem ein Tag des Respektes.
Ein Tag des Respektes vor Ihrer Arbeit
vor Ihren Einsätzen mit und
rund um die Herkules und das mittlerweile
seit 20 Jahren. Und es unterstreicht
glaube ich auch die Beurteilung des österreichischen Bundesheers
nicht nur in der Verantwortung für die Sicherheit
der Republik in Österreich an den Grenzen
zu sorgen, sondern auch die Verantwortung
des österreichischen Bundesheers im Bereich der Sicherheit
im Ausland. Auf der einen Seite was die
Verantwortung betrifft bei humanitären Einsätzen
aber was auch die Verantwortung betrifft bei
Sicherheitseinsätzen im Ausland. Und wie wichtig
das Engagement des österreichischen Bundesheers im Ausland
ist, merkt man gerade in Tagen
in Wochen wie diesen. Wo eine Tagesreise
weg von uns, ein schrecklicher Krieg stattfindet
und dieser Krieg in der Ferne unmittelbare
Auswirkungen auf unsere Republik
auf die Republik Österreich hat. In banalen Fragen
die wir tagtäglich spüren, was kostet der Strom
im Ausland, bedeutet eine moderne Sicherheitspolitik
auch, sich vor den Grenzen Österreichs zu engagieren.
Und wir haben erst genau vor einer Woche in Ried
Teile der Panzergrenadiere und auch anderer
Truppenfabrik. Und deswegen ist auch das Militärstandort
Hörsching. Weil, und das zeigen uns glaube ich
die Diskussionen der aktuellen Zeit
dass Freiheit, dass Demokratie
in seinem freien, in seinem liberalen Verständnis
nur möglich sein kann, wenn ein Staat auch in der Lage ist
für die Sicherheit zu sorgen und damit auch ein ganz
ein klares Bekenntnis zum österreichischen Bundesheer.
Und ich sage allen, die die Diskussion führen, brauchen wir
überhaupt ein Herkules? Brauchen wir Hubschrauber? Brauchen wir
Kampfflieger? Brauchen wir überhaupt noch Kasernen?
Schauen wir uns um in dieser Welt? Ich glaube, wir
bedanken, aber bei uns ganz besonders
auch beim Kommandanten der Luftunterstützung
dass auch das miteinander so gut funktioniert. Auf der
einen Seite direkt mit einer Beteiligung von uns, die man
hinter der Herkules sieht, mit unserem Zivilflughafen
aber auch darüber hinaus mit den Behörden.
Und ich hoffe, dass dieser heutige Festtag einmal mehr
bewusst macht, die Bedeutung, die Wichtigkeit
des österreichischen Bundesheers. Die Bedeutung, die Wichtigkeit
des Fliegerhorst Vogler. Und ich darf schließen
in Anlehnung an den Erdschiff. Es lebe
das österreichische Bundesheer. Es lebe unsere Heimat
die Republik Österreich.
