Christian Hackbarth-Johnson: Yoga als ein Gebet

Christian Hackbarth-Johnson: Yoga als ein Gebet

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Bettina Geitner

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00:00 Bettina Geitner Bewusst Moderatorin
01:45 Spirituelles Yoga
02:10 Yoga spirituelle Praxis Indien
03:00 Patanjai Yoga Sutra
07:30 Mantra als Gebet
09:00 Kontemplation
09:30 Verbindung zu Gott
11:00 Meditation Betrachtung versus Beschau Miguel de Molinos
12:00 Brautmystik
14:50 Ziel des Betens Vereinigung
17:00 Christliche Mystik und Erwachen
18:00 Teresa von Avila
21:00 Dunkle Nacht der Seele
22:00 Positive Gefühle in der Meditation
23:00 Buddhistischer Gleichmut Karma
25:00 Befreiung von Identifikationen

Der Ausdruck christliche Mystik ist ein Sammelbegriff für Texte, Autoren und Gruppierungen innerhalb des Christentums, auf die rückblickend die religionswissenschaftliche Kategorie „Mystik“ anwendbar ist. Es werden allerdings unterschiedliche Bestimmungen des Mystikbegriffs vorgeschlagen. Die Zurechnung zu „christlicher Mystik“ ist sowohl von dieser Begriffsbestimmung abhängig als auch von der Interpretation der entsprechenden Primärtexte. Beides ist vielfach kontrovers. Eine typische Minimalbestimmung versteht Mystik als eine Praxis, die auf eine Einswerdung (unio mystica) mit Gott zielt, die bereits im diesseitigen Leben teilweise erfahren werden soll, sowie Elemente einer Theorie, welche die Möglichkeit einer solchen Erfahrung erklären und bestimmen soll.So wird das „Bewusstsein von Gottes unmittelbarer Gegenwart“ als gemeinsamer Bezugsrahmen für die unterschiedlichen Lehren der abendländisch-christlichen Mystiker vorgeschlagen und die „Verwandlung in Gott“ als Ziel des mystischen Weges bestimmt.Nicht nur in der katholischen Theologie gibt es keinen einheitlichen Begriff von Mystik, was damit zusammenhängt, dass die Bedeutung des Wortes sich im Laufe der Geschichte verändert hat.

Mystik beschreibt das Bemühen eines Menschen um die Erfassung des Göttlichen. Gläubige möchten den unbegreiflichen Gott ganz persönlich erleben, ihn aus nächster Nähe anbeten und Kraft aus ihm schöpfen. Doch was bedeutet Mystik in unserem modernen Geistesleben konkret?

eten ist eine besonders tiefe Ausdrucksform unseres Glaubens. Wir begegnen Gott und reden mit ihm. Wie jede Beziehung lebt auch unsere Gottesbeziehung von Begegnung und Gespräch.

Es gibt keine menschliche Beziehung ohne Gespräch.
Es gibt keine Beziehung zu Gott ohne Gespräch.
Das Gespräch mit Gott nennen Christen Gebet.

Wir können beten, weil wir an einen persönlichen Gott glauben, an ein Du. Gott spricht zu uns Menschen und wir können ihn anreden. Beten besteht nicht nur darin, dass wir Gott etwas sagen möchten, sondern gleichzeitig auch darin, dass wir hören, was er uns sagen will. Gott weiß, was wir brauchen.

In der Begegnung mit Gott werden wir uns tiefer bewusst, wer wir sind. Wir tragen vor ihn, was uns bewegt. Unser Beten ist Lobpreis und Klage, Dank und Bitte, Ausdruck von Vertrauen und Solidarität in eigenen Worten oder formulierten Gebeten.

In der Bibel gehört das Beten ganz selbstverständlich zum Leben, so selbstverständlich, dass es ursprünglich kein eigenes Wort dafür gegeben hat. Beten ist Rufen, Jubeln, Klagen, Bitten, Flehen, je nach der Situation des Menschen.

„Wenn du betest, geh in deine Kammer und schließ die Tür zu“, sagt Jesus (vgl. Mt 6,6). Hilfreich für das Beten sind bestimmte Orte und Zeiten, die uns die nötige Ruhe geben und uns die Gegenwart Gottes erfahren lassen. Still werden, eine Kerze anzünden, sich von Musik, Bildern oder der Heiligen Schrift inspirieren lassen, können dazu beitragen.

Obwohl das Gebet nicht an fixe Zeiten gebunden ist und ganz spontan aus der Situation heraus geschehen kann, legen sich besondere Zeiten nahe. Dazu gehören der Morgen, der Mittag und der Abend. Am Morgen nehmen wir den Tag als Gabe und Aufgabe aus der Hand Gottes entgegen, am Abend legen wir den Tag vertrauensvoll in Gottes Hand zurück. Im Tischgebet danken wir Gott als dem Geber aller Gaben.

An vielen Orten erinnern Kirchenglocken an diese Gebetszeiten. In der Familie gehört das Beten zu den Ritualen, die nicht zuletzt Kindern Sicherheit geben bei der Bewältigung des Lebens. Die Festzeiten des Jahres oder Anlässe aus dem Familienleben können zum Beten motivieren.

Auch die Gebetstexte im Folgenden wollen Anregungen geben für das persönliche Gebet.