
NIKOLAUS LENAU - HERBST (Rings ein Verstummen, ein Entfärben)
Dichtung von Nikolaus Lenau (Foto) /
Rezitation: Erika Pluhar /
Anmerkung: Ihr stoßet an, die Gläser klingen, // Ihr lasset leben manchen Mann; // Und morgen schon denkt keiner d'ran, // Ihm eine Freud' ins Herz zu bringen. (N.Lenau)
Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.
Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.
Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.
In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör′ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.
Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Lenau
https://www.deutsche-biographie.de/sfz50193.html
https://whoswho.de/bio/nikolaus-niembsch.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Pluhar
