HERMANN HESSE - DER MANN VON FÜNFZIG JAHREN

HERMANN HESSE - DER MANN VON FÜNFZIG JAHREN

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1 Videoaufrufe·03.11.2024

Dichtung von Hermann Hesse /
Rezitation: Ulrich Gebauer /
Anmerkung: Unsterblichkeit? Keinen Rappen gebe ich darum! Wir wollen hübsch sterblich bleiben! (H.Hesse)

Von der Wiege bis zur Bahre
sind es fünfzig Jahre,
dann beginnt der Tod.
Man vertrottelt, man versauert,
man verwahrlost, man verbauert
und zum Teufel gehn die Haare.
Auch die Zähne gehen flöten,
und statt daß wir mit Entzücken
junge Mädchen an uns drücken,
lesen wir ein Buch von Goethen.

Aber einmal noch vor'm Ende
will ich so ein Kind mir fangen,
Augen hell und Locken kraus,
nehm's behutsam in die Hände,
küsse Mund und Brust und Wangen,
zieh ihm Rock und Höslein aus.
Nachher dann, in Gottes Namen,
soll der Tod mich holen. Amen.

Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse
https://www.hermann-hesse.de/
https://www.dhm.de/lemo/biografie/hermann-hesse
https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Gebauer