Ein Problem, das nahezu alle Welpenbesitzer kennen: Der Welpe beißt in alles rein, was er vor die Schnauze bekommt und hat dabei wahnsinnig viel Spaß. Wie ihr es schafft, dem Welpen das Beißen abzugewöhnen, zeige ich euch in diesem Video.
Mein Name ist Daniel und ich bin ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer. Hunde gehören zu meiner größten Leidenschaft im Leben, weshalb ich mich entschieden habe, nach meinem Studium der Humanpsychologie diese Leidenschaft zu meinem Beruf zu machen. Heute führe ich eine Hundeschule im Raum Oberhausen/Essen/Mühlheim. Mit unseren Videos möchten wir vor allem Fehler und Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund aufdecken und dir als Hundehalter praktische Tipps an die Hand geben, die euren Alltag harmonischer und glücklicher gestalten.
Herzlich willkommen!
In diesem Video geht es um ein Problem, was nahezu alle Welpenbesitzer kennen, nämlich
dass die Welpen sehr, sehr viel in die Hände beißen, in Hosenbeine und wahnsinnig viel
Spaß dabei haben.
Ich habe dazu schon mal ein Video gemacht mit meiner Hündin, mit der Nora, als sie
selber Welpe war und bei mir eingezogen ist.
Das ist unter anderem auch Bestandteil des Welpentrainingsprogramms und da schalten wir
einfach mal rein, da kriegt ihr jetzt ein paar Tipps von mir.
Junge Welpen beißen eigentlich in alles Mögliche rein, was sie finden.
Das können Schuhe sein, das können Stromkabel sein, alles, was in der Wohnung rumliegt in
der Regel.
Aber mit Beißhemmung ist ein bisschen was anderes gemeint.
Mit Beißhemmung ist gemeint, dass der Hund lernt, in Anführungszeichen, sanft zuzubeißen,
sag ich mal, beziehungsweise so zuzubeißen, dass es dem anderen nicht wehtut.
Man muss da jetzt ein bisschen differenzieren.
Ein Hund, der gehemmt beißt, ist vom Prinzip her erstmal nichts Schlimmes.
Damit es da jetzt keine Missverständnisse gibt, ich meine damit natürlich jetzt nicht
ein Hund, der draußen rumläuft und irgendwelche anderen Leute beißt oder andere Hunde, auch
wenn es gehemmt ist, das ist keine schöne Sache, aber wenn du jetzt mit deinem Hund
spielst, du bist in einer Interaktion und ihr macht ein bisschen was, dann benutzt du
deine Hände quasi, um den Hund anzufassen und mit ihm zu spielen und ein bisschen was
zu machen.
Und der Hund hat halt nun mal keine Hände, also der Hund wird seine Pfoten benutzen und
er wird seinen Maul benutzen.
Wenn dein Hund also deinen Arm mal in den Mund nimmt, also tastet, dann ist das überhaupt
nichts Schlimmes.
Wichtig dabei ist halt nur, dass er vorsichtig ist, dass er dir also nicht wehtut.
Ich werde dir jetzt mal erklären, wie Hunde die Beißhemmung unter Hunden lernen, also
in einem Rudel und daraus können wir dann auch sehr, sehr schön ableiten, wie du mit
deinem Hund dann die Beißhemmung erlernen kannst.
Was passiert denn eigentlich bei Wölfen, bei Hunden, die mit ihrem Muttertier oder
mit ihren Geschwistern interagieren?
Die Hunde spielen miteinander, das ist eine ganz normale Sache und dieses Spielen ist
für die Hunde ja wahnsinnig toll, also sehr, sehr positiv.
Dabei beißen sie sich die ganze Zeit.
Wenn jetzt ein Hund im Spiel zu fest zupackt, dann wird Folgendes passieren.
Dem Hund, dem es wehgetan hat, der wird aufjaulen, das bedeutet, er wird ein Geräusch machen.
Eigentlich reicht das schon, eigentlich wird der andere Hund in dem Moment ablassen und
wird sagen, okay, das war zu fest, das hat dir wehgetan, das wollte ich nicht.
Das ist eine normale, natürliche Verhaltensweise unter Hunden.
Die zweite Variante ist, dass der Hund zu fest zugepackt hat, der andere Hund jault
auf, aber beißt zurück und sagt dann, hey, du hast ja nicht mehr alle, das hat mir wehgetan,
das gibt es nicht mehr.
Genauso macht es letztendlich auch das Muttertier und so kannst du das auch machen, das heißt,
wenn du mit deinem Hund in einer Interaktion bist, in einem Spiel oder etwas mit ihm unternimmst,
dann ist das für den Hund sehr, sehr positiv, auch allein schon die Aufmerksamkeit, die
er von dir bekommt, ist für den Hund einfach stärker, also etwas sehr, sehr Positives.
Wenn dein Hund dich jetzt also zu feste zwickt beim Spiel, solltest du in dem Moment ihm
ein Signal geben, dass er es versteht, also kurz ein Geräusch imitieren und zwar einmal
kurz aufjaulen oder in einem hellen Ton einfach einmal kurz sagen, au, tut mir weh.
Die zweite Sache, die du dann machst, ist genau in diesem Moment, wo du dann einmal
kurz aufgejault hast, drehst du dich weg, wendest den Blick ab und beendest die Interaktion
mit deinem Hund.
Was ist das?
Das ist für den Hund eine Strafe.
Wenn wir jetzt in die Lerntheorie gehen, schau dir dazu das Webinar zum Thema Lerntheorie
an, dann ist das eine negative Strafe, das heißt, wir nehmen etwas für den Hund Positives
weg, nämlich unsere Aufmerksamkeit, unser Sozialspiel, was für den Hund sehr, sehr
positiv ist, entziehen wir ihm.
Vorher haben wir ihm durch das Aufjaulen mitgeteilt, dass das zu feste war, dann ist die Interaktion
beendet und dann ist auch gut.
Du brauchst da dann auch nicht lange rumschmollen oder sauer sein, darum geht es gar nicht.
Es geht nur um eine Kommunikation, also um eine klare Kommunikation aufzubauen.
Es reicht also, wenn du einfach mal ein, zwei Minuten das Ganze unterbrichst, dann wieder
zurück zu deinem Hund gehst und sagst, so jetzt spielen wir nochmal, jetzt machen wir
nochmal weiter und dann wird das halt wieder belohnt durch gutes Verhalten.
Sollte er dann wieder zu feste beißen, wendest du dich dann einfach wieder ab und jaulst
auf.
Für den Fall, dass dein Hund ein bisschen zu hartnäckig ist, also dass er wirklich zu
feste beißt und auch nachdem du jetzt mehrmals die Aufmerksamkeit entzogen hast und aufgejault
hast, dieses Verhalten sich nicht bessert, darfst du einfach auch mal zurückzicken.
Das heißt, wenn der Hund dich packt, darfst du auch mal deine Finger nehmen und ihm einen
kleinen Klaps geben oder einmal so ein bisschen in die Seite kneifen.
Damit meine ich wirklich vorsichtig, du sollst deinen Hund nicht schlagen, du sollst deinem
Hund auch nicht wirklich weh tun.
Es geht einfach darum, quasi zu imitieren, was ein anderer Hund tun würde.
Du kannst den Hund auch wegschubsen, also wenn er etwas zu feste gewesen ist, nimmst
du ihn einfach, schubst ihn ein Stückchen weg und sagst, hey, lass das und beendest
dann die Interaktion.
Ja, das sind die Möglichkeiten, die du hast, um mit deinem Hund die Beißhemmung zu trainieren.
Das verstehen Hunde sehr, sehr schnell.
Zusätzlich würde ich dir generell auch raten, dass du deinen Hund sehr, sehr viel Kontakt
zu Artgenossen haben lässt.
Das sollten hin und wieder erwachsene Hunde sein, aber insbesondere auch gleichaltrige
Hunde, der Sozialkontakt ist für die Welpen sehr, sehr wichtig.
Da lernen sie wahnsinnig viel und auch unter anderem eine sehr, sehr gute Beißhemmung.
Die Beißhemmung wird von Hunden unterschiedlich gelernt.
Einmal wird diese bezogen auf andere Hunde und dann auf uns Menschen.
Andere Hunde sind in der Regel nicht so empfindlich, da dürfen die Welpen etwas stärker agieren,
währendhingegen wir Menschen natürlich etwas empfindlicher sind.
Wir haben kein dickes Fell, uns tut es häufig ein bisschen eher weh, gerade mit diesen kleinen
spitzen Welpenzähnen, aber das lernen die Hunde auch sehr schnell.
So, jetzt karrt sie hier zum Beispiel ganz, ganz zärtlich auf meiner Hand rum.
Das kann sie gerne machen, das kann ich ihr auch geben, weil da passiert gar nichts, das
tut mir überhaupt nicht weh, sie ist da sehr, sehr vorsichtig und das kann man natürlich
so machen.
Ich hoffe, euch hat das Video gefallen, dann hinterlasst uns gerne einen Daumen nach oben
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