Findest Du Dich in der Karlsbader Struktur zurecht? Wie reagiert z.B. Schwarz auf den Minoritätsangriff?
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Ja, hallo liebe Schachfreunde, es gibt eine weitere Schachnuss.
Und diesmal wieder aus einer klassischen Partie, also klassisch auf Leachess, 20 Minuten plus 20 Sekunden.
Und ja, hier wurde eine ziemlich standardmäßige Karlsruher Struktur erreicht.
Karlsruher Struktur entsteht meistens aus dem Damengebiet, aber es gibt auch andere Möglichkeiten.
Und ja, diese spannende Stellung war auf dem Brett und ich beispiele jetzt hier die Rohade.
Und ja, hier geht die Schachnuss sozusagen los.
Die Frage ist nämlich, was soll Schwarz hier ziehen und die Antwort kommt nach dem Intro.
Ja, jetzt hattet ihr ein bisschen Zeit nachzudenken.
Ja, was soll Schwarz hier machen?
Also ich hatte hier auf jeden Fall in der Analyse eine sehr interessante Erkenntnis.
Also ich habe jetzt verstanden wahrscheinlich, wenn ich nur merken kann, was hier der richtige Zug für Schwarz ist.
Also in der Partie spielte ich Springer F6 und das ist tatsächlich eine Ungenauigkeit.
Allerdings sehr naheliegend, weil der letzte Zug von Schwarz war hier Springer D7.
Und wenn man den Springer zieht, dann überlegt man sich, okay, Schwarz möchte ja gerne rochieren.
Das geht aber jetzt gerade nicht, weil H7 hängt dann.
Also jetzt habe ich gerade den Springer entwickelt, jetzt möchte der Springer doch sicherlich weiter nach F6.
Interessanterweise will er das gar nicht so schnell.
Wenn überhaupt.
Also Springer F6 habe ich gezogen, das war ungenau wie gesagt.
Wir werden uns gleich mal anschauen, was Weiß am besten hätte drauf spielen sollen.
Also G6 tatsächlich ist der präziseste Zug.
Und wenn Weiß jetzt F3 spielen möchte, also man muss sich ja auch überlegen, was hat Weiß für Pläne in dieser Stellung.
Und da fallen eigentlich ein, zwei Sachen auf.
Also der klassische Minoritätsangriff ist ein Weg, wie Weiß arbeiten kann.
So ähnlich passierte das in der Partie.
Und der zweite Weg, der relativ seltener ist, ist ein Vorgehen im Zentrum.
Und einer der normalen Wege ist F3, E4.
F3, E4 klappt aber hier nicht für Weiß so gut.
Wenn er jetzt F3 spielt, rochiert Schwarz einfach.
Und auf E4 kann Schwarz jetzt dank auch des Springers auf D7 sehr stark mit C5 kontern.
Man kann sogar erst auf E4 nehmen, dann C5 spielen oder halt sofort C5.
Das ist beides ziemlich gut für Schwarz.
Und das weiße Zentrum kann sich nicht halten.
Also der Bauer auf D4 hat ja keinen Nachbarn mehr, der ihn bewachen kann.
Und das heißt, er wird auch irgendwie verschwinden und das weiße Zentrum wird sich quasi jetzt vaporisieren.
Also Schwarz spielt hier auf jeden Fall sehr, sehr bequem.
Und jetzt müssen wir uns natürlich anschauen, was ist der Unterschied zu Springer F6.
Und wie gesagt, das habe ich erstmal jetzt verstanden.
Okay, gucken wir uns an.
Springer F6, das ist natürlich in der Partie halt geschehen.
Und jetzt kann Weiß nämlich sehr gut F3 machen.
Momentan geht E4 vielleicht gar nicht so gut.
Nach Ohade.
Sofort E4 wäre wahrscheinlich ungenau.
Und das ist auch sehr gut bekannt aus der Abtauschvariante Damen Gambit.
Man muss mit Weiß schon umsichtig spielen mit diesem Zug E4.
Sehr wünschenswert, aber man muss das immer gut vorbereiten.
Weil, wenn jetzt Schwarz einfach hier nimmt, dann muss man zumindest sehr ernsthaft mit dem Zug Springer G4 rechnen.
Und dann hat man auch solche Ideen mit Springer E3 und so weiter.
Okay, Weiß kann hier das gut abwehren mit Tum F4.
Aber trotzdem, das muss man halt vorher mit Weiß genau abschätzen.
Ein umsichtiger, langsamerer Weg für Weiß, das hier vorzubereiten ist, besteht in H3.
Das sieht etwas komisch aus, aber jetzt kann man definitiv auch mit Springer G4 nicht mehr arbeiten.
Und Weiß kann einfach E4 durchdrücken.
Und steht etwas besser.
Ja, und das ist interessant, weil das ist mir jetzt erst klar geworden.
Dass nach G6 tatsächlich Schwarz damit F3, E4 erschwert ist, ist hart.
Es gibt sogar noch einen weiteren Vorteil, dass er Springer auf D7 steht.
Falls Weiß nämlich so ähnlich wie in der Partie fortsetzt und den Minoritätsangriff macht, steht der Springer hier auf D7 noch ein bisschen besser.
Das werden wir nachher sehen.
Okay, gucken wir uns an. Springer F6, das ist in der Partie passiert.
Jetzt kam Tum Ab1, also Weiß spielte jetzt hier auf den Minoritätsangriff, was ziemlich standardmäßig ist.
Ich spielte jetzt hier A5, es gab ja auch etwas Besseres, aber das ist jetzt nicht weiter schlimm.
Springer C3, kurz so harte A3.
Der Weiß möchte seinen Minoritätsangriff weiter fortsetzen.
Jetzt kam G6 und er drückte B4 durch.
So, jetzt die nächste Frage an euch.
Wie sollte Schwarz darauf reagieren?
Er hat eine sehr typische Idee für diese Struktur.
Vielleicht kennt ihr die ja noch gar nicht.
Vielleicht kommt ihr allerdings darauf, wenn ihr nachdenkt.
Oder ihr kennt sie schon und macht jetzt die richtige Lösung.
Ich bin sehr gespannt darauf.
Okay, ich trinke mal einen Schluck.
Ja, die richtige Idee besteht darin, mit Schwarz B5 anzustreben.
Also man kann das, so wie ich halt machen, sofort ziehen.
Oder erst auf B4 nehmen.
Es gibt noch andere Züge, die Schwarz machen können in dieser Stellung.
Aber da ich ja gesagt habe, typisch, wäre das damit gemeint.
Ich habe B5 sofort gespielt.
A-B4 ist auch sehr gut.
Und Weiß muss jetzt tatsächlich, wenn er nicht schlechter stehen will, mit dem Turm nehmen.
Also nicht mit dem Bauern nehmen, sondern mit dem Turm nehmen.
Damit er theoretisch nach B5 noch wenigstens bald A4 haben kann, um das aufzuhebeln.
Ja, dann hat er noch Ausgleich.
Wenn er mit dem Bauern nimmt, steht das auf Technik auch schon schlechter.
Okay, und wenn jetzt B5 kommt, das habe ich gespielt.
Und jetzt auch hier, Weiß muss quasi einen Zug machen, um nicht schlechter zu stehen.
Und das wäre auf A5 zu schlagen.
Ja, und danach Dame schlägt A3, Turm A1, Dame...
Weiß ich nicht wohin, irgendwo hin halt.
Dame B4, Dame D6.
Ist das wirklich? Ja, ist wirklich so.
Ist also eine ganz interessante Situation.
Also, Weiß hat einen Freibauern, Schwarz hat einen rückständigen Bauern auf C6.
Und trotzdem ist die Stellung einigermaßen ausgeglichen.
Gut, Schwarz hat auch einen gedeckten Freibauern, das muss man auch nicht vergessen.
Und der Bauer auf A5 ist auch gar nicht so stark, wie er vielleicht erscheinen mag aufs Erste.
Und ja, ist eine sehr interessante, komplizierte Stellung jetzt hier.
Man kann mit Schwarz hier versuchen, mit Turm A7, Turm A8 zu verdoppeln, Druck auf den A-Bauern zu machen.
Der Bauer auf C6 ist gut gedeckt.
Also, schwierig. Aber das wäre der richtige Weg gewesen für Weiß.
Stattdessen spielt er Turm FC1, auch den Zug, den ich erwartet hatte in der Partie.
So, jetzt nimmt man noch B4.
A-Schlägt B4.
Turm A6 habe ich gespielt, um C6 nochmal zu überdecken.
Und Springer E2.
Und was sollte Schwarz jetzt machen?
Vielleicht noch eine klitzekleine Frage.
Also jetzt, ähm...
Man muss ja jetzt ja auch einen Plan verstehen, also vielleicht sollte noch was zurückgehen.
Ähm, einmal kurz an diese Stelle.
Das habe ich ein bisschen zu schnell abgehandelt.
Also, die Idee von B5, ähm, hat auch ein paar Ideen.
Man muss erstmal verstehen, was soll denn B5 überhaupt bringen?
Also, okay, man hat den Minoritätsangriff jetzt mit B4, B5 natürlich radikal verhindert.
Aber B4, also, schwarzes B5 sieht so radikal aus.
Und dieser Bauer auf C6 sieht so hässlich aus.
Wie kann das eine vernünftige Idee sein?
Ja, und die Idee ist eigentlich, dass man mittelfristig versucht, einen Springer nach C4 zu stellen.
Und jetzt erinnert ihr euch, wenn der Springer noch auf D7 stünde,
dann hätte ich in zwei Zügen Springer B6, äh, C4.
Tja, das ist auch ein Grund dafür, dass der Springer auf D7 wahrscheinlich besser aufgehoben ist als auf F6.
Äh, noch eine wichtige Erkenntnis.
Okay, also, das ist die Idee von Schwarz.
Also er möchte gerne nachher einen Springer auf C4 hinstellen,
weil sobald eine Figur auf C4 steht, ist der Bauer auf C6 nicht mehr schlimm.
Okay, jetzt kam's wie gesagt so.
Und, äh, ja, was wäre jetzt der richtige Zug gewesen an dieser Stelle für Schwarz?
Ja, ich beglückwünsche euch, wenn ihr Turm F A8 gemacht habt.
Das war tatsächlich auch das, was ich vorhatte.
Und dann war ich einen Moment unkonzentriert und spielte Schablone Springer C8 sofort
und musste dann sehr, sehr bereuen, dass ich den gemacht habe.
Also, Turm F A8 und ich denke, Schwarz steht danach etwas angenehmer.
Vielleicht etwas besser, etwas angenehmer.
Tatsächlich. Also, Schwarz hat die A-Linie jetzt unter Kontrolle.
Der kann vielleicht auch mal Turm A2 spielen.
Und, ähm, ganz wichtig ist allerdings, dass man nicht so gut Springer C8 spielen kann,
weil sobald man Springer B6 spielt, ist der Bauer nicht mehr ausreichend gedeckt.
Also, das ist der Moment gewesen, weil ich habe Springer C8 sofort gespielt
und das war der Moment des Erwachens für mich,
weil ich dachte mir so, oh Gott, was habe ich jetzt angestellt?
Ähm, wenn ich jetzt Springer B6 spiele, ist der Bauer C6 ja futsch.
Also, das war nicht gut, ja.
Und danach hatte ich Probleme.
Großes Glück noch, am Ende stand ich auch total breit
und dann habe ich aber Glück gehabt, dass ich die Partie noch remisiert habe.
Ja, also, ich hoffe, ähm, ihr konntet einiges mitnehmen.
Und diese Stellung, wie gesagt, am Ende ist leicht angenehmer für Schwarz.
Man hat halt Idee mit Springer C8, B6.
Momentan geht es noch nicht so direkt weiter,
aber B6 hat auch keine direkten Pläne.
Also, es ist nicht so einfach.
Und insgesamt hat Schwarz halt mehr Ideen.
Also, das finde ich sehr angenehm für Schwarz.
Ja, dann hoffe ich, dass es euch gefallen hat.
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Bis dahin. Ciao.