Stefan Verra analysiert Peter Pilz

Stefan Verra
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28.10.2024
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Peter Pilz.
Er ist in diesem Wahlkampf ein Unikum - und zwar: Er ist derjenige, der die Gesten und
Mimiken am Stabilsten hält.
Das beginnt schon beim Augenkontakt.
Wenn er zuhört, schaut er dem anderen richtig aufmerksam in die Augen.
Da passiert was, wir glauben nämlich danach, alles, was Pilz sagt, wäre eine Replik auf
den anderen.
Weil wenn jemand redet und ich schau währenddessen weg und sag dann etwas, hat man das Gefühl,
ich sag jetzt irgendwas.
Diesen Fehler macht Peter Pilz nicht.
Etwas, wovon viele, auch ich mir etwas abschauen kann, ist: Wenn Peter Pilz spricht, dann lässt
er die Gesten unglaublich lange stehen.
Wenn der mit der Hand hinzeigt, dann bleibt die Hand draußen stehen, so lange er die
Aussage tätigt und noch länger.
Weil Peter Pilz sagt manche Aussagen einfach doppelt.
Das heißt, er sagt eine Aussage, macht die Gestik dorthin, und dann sagt er den Schluss
der Aussage gleich nochmal.
"Das wird so nicht gehen. Das wird so nicht funktionieren."
„… lassen Interessenvertreter wie Sie die Bauern im Stich. Die Bauern im Stich."
Jeder Werbestratege würde sagen: Hammer home your message!
Da bleibt einfach unter der Haut eine unglaubliche Stabilität, ein unglaublicher Nachdruck.
Achtung: Nur die Worte zweimal sagen funktioniert nicht ohne stabile Gestik, ohne stabile Gestik.
Peter Pilz hat eigentlich das Potenzial, all jene Protestler abzuholen, die zwar schon
zornig sind, aber das eigentlich auf eine sehr intellektuelle Art und Weise darstellen wollen.
Nämlich genau das macht Peter Pilz.
Die Emotionalität, die er zeigt, die wird vielen Österreicherinnen und Österreichern abgehen.
Nämlich diese Emotionalität der Vernunft und des Nachdrucks.
Er war sozusagen das symbolhafte Korrektiv in dieser Republik.
Jetzt hab ich schon in der Vergangenheit geredet.
Ich hoffe, ich hab da jetzt nichts vorweggenommen.
