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Der Grabenteufel
von Ludwig Ganghofer
Jeder Weidmann ist abergläubisch.
Es ist dies ein Satz, den man gern belächelt,
aber es hat damit seine Richtigkeit
und sollte es nur insoweit der Fall sein,
dass jeder Weidmann sich ärgert,
wenn ihm des Morgens beim Auszuge zur Jagde ein altes Weib begegnet.
Der Jäger aus Passion ist abergläubisch,
weil der Aberglaube nun einmal zum richtigen Sport gehört.
Der Berufsjäger des Flachlandes ist abergläubisch aus Erziehung,
denn neben der Kunst des Weidwerks
lernt er den Aberglauben von seinem Lehrmeister,
der wieder von einem Älteren diese Sprüche und Munkeleien übernahm,
die in eine Zeit zurückdatieren,
in welcher der Aberglaube noch Glaube war.
Ganz anders verhält sich die Sache beim Hochlandsjäger.
Die Majestät der Berge wirkt einen unsichtbaren Zauber um Herz und Sinne
und zwingt selbst in den klügsten Köpfen Gedanken,
wie sie der friedsame und aufgeklärte Stadtbewohner
nur aus den Märchenbüchern seiner Jugend kennt.
Solchen Empfinden lässt sich nicht mit Worten sagen.
Nur jener weiß es zu fassen,
der diese stumme und doch so beräte Einsamkeit der Berge kennt.
Nur jener, der durch lange Stunden dem geheimnisvollen Rauschen
der Hochlandsföhren lauschte
und dem donnernden Liede der Regenstürze und Heuchen stand,
wenn durch die dunklen Schluchten das Echo des Schusses hallte,
dumpf und grollend,
dass es sich anhört wie ein drohendes Zirnen des Alpengeistes,
dem man wieder eines seiner Kinder stahl.
Der kluge und gebildete Tourist,
den der Zufall in einem Bergwirtshause
mit einem Jagdgehilfen zusammenführt,
schüttelt wohl mit ungläubigem Lächeln den Kopf,
wenn er da die eine oder die andere seltsame
und ungeheuerliche Geschichte hören muss.
Es ist auch wirklich nur ein Zufall, wenn er solche Dinge zugehör bekommt.
Und er hat es dann weniger dem Zauber seiner Gesellschaft
als der zungenlösenden Wirkung des Weines zuzuschreiben.
Der Jäger des Hochlandes ist schweigsam.
Er entwöhnt sich des Redens in der wochenlangen Einsamkeit.
Und dennoch ist er nicht einsam dort oben.
Die ganze Natur spricht mit ihm,
durch das Rauschen der Bäume,
durch das mahnende Poltern der abrollenden Steine,
durch den Vogelruf,
durch das Pfeifen der Gämsen wie durch das Schreien der brünstigen Hirsche.
Er versteht diese Sprache,
wenn auch auf seine eigene Weise.
Wirkt doch der Zauber der Natur auch auf das Herz des Ungebildeten,
wenn er dann auch nicht imstande ist,
über die eigene Empfindung zu klarem Verständnis zu kommen?
Und so wird für ihn die Naturpoesie zum Aberglauben.
Er personifiziert das ganze ihn umgebende stille Leben.
Die Tiere werden ihm zu gleich fühlenden und gleichdenkenden Wesen.
Alles, was er sieht und hört,
erklärt er sich nach bestem Wissen und Können.
Steht er aber plötzlich vor einem gewissen Etwas,
das ihm gegen alle Gewohnheit und Vernunft geht,
so hilft ihm nur sein Gespenster- und Teufelsglaube
zu einer befriedigenden Erklärung.
Aber nicht nur der Ungebildete erliegt diesem Banner.
Ich kenne Forstleute in unseren Bergen,
die in der einen Stunde von ihren Universitätsjahren plauderten,
in der andere mit Kopfschütteln und Achselzucken erzählen,
wie sie an einem Freitag ein Stück im Schnall niedergeschossen,
am Schauplatz aber weder Stück noch Schweiß noch Fährte gefunden hätten.
Oder wie gruselig es wäre, wenn man einen weitwunden Bock,
trotz des kunstgerechtesten Knickens,
nicht zum Verenden bringen könnte.
Wer immer mit der Büchse hoch oben hinzieht,
über schwindelnde Steige auf einsamer Pirsch,
sie alle, alle sind abergläubisch.
Auch ich bin es geworden,
wenn ich es im eigentlichen Sinn des Wortes
auch nur eine einzige Sekunde war.
Die Liebe zur Jagd und zu den Bergen meiner Heimat
hatte mich wieder einmal zur Sommerszeit
nach dem schönen und wildreichen Oberresital geführt.
Ein paar Wegstunden hinter Lengris,
in einem kleinen, von massigen Bergzügen umschränkten Talkessel,
dicht hinter dem Zusammenfluss der Walchen,
Dürrach und Isar,
liegt der kleine Weilerfall.
Ein herrlicher Fleck Erde,
den ich mir für diesmal zum Standquartier erkoren hatte,
um von hier aus meine Jagdausflüge nach den umliegenden Bergen
und nach den hochstämmigen Forsten der Jachenau zu unternehmen.
Der schöne Sommer wanderte schon in den September hinein,
und die Birkenblätter begannen zu vergelben.
Da stieg ich eines Tages lange vor dem Morgengrauen bergauf
zu einem Gemspirsche,
deren Verlauf mich für die Dauer einer Sekunde
zum krassesten Aberglauben verführen sollte.
Dicht und schwer lag der Nebel noch auf Wasser und Flur,
als ich um vier Uhr die Dürrachbrücke überschritt.
Außer dem Klappern meiner genagelten Bergschuhe
störte kein Laut die tiefe Morgenstelle.
Nur später hin,
als ich die ersten dampfenden Waldwiesen betrat,
hörte ich den leichten Fußschlag des flüchtenden Wildbrets.
Ich schritt bergan,
empor über den Nebel des Tales,
der mich aber bald wieder überholte.
Zerrissen und zerteilt durch die massigen Stämme
flatterten die wandelsüchtigen Nebelgestalten
vor mir die Höhe hinan,
legten sich da und dort für einen Augenblick
wie ein leichter duftiger Schleier über Stein und Busch
und huschten empor durch die stillen Aste,
um vereint über den Wipfeln aufzuschweben in den blauen Himmel.
Durch einzelne Lücken der Bäume
winkten die felsigen Bergspitzen zu mir herunter,
erglühend unter dem Morgenkuss der aufgehenden Sonne.
Da klang der erste Drosselschlag,
dann das schüchterne Zwitschern der erwachenden Meisen.
Bedächtig, wie es einem richtigen Steiger geziemt,
war ich drei Stunden emporgestiegen,
als ich mich niederließ, um auszurasten,
meine Büchse nachzusehen und den Tau davonzuwischen.
Den das hohe Bergrass an Schloss und Schaftung abgestreift hatte.
Es gehört zum Verständnis des Nachfolgenden,
wenn ich über dieses Gewehr ein paar Worte des Lobes einflechte.
Es war eine Doppelbüchse.
Die beiden kurzen Gussstahlläufe waren von feiner Arbeit
und bis auf 200 Gänge schossen sie die beiden Kugeln
in gleicher Höhe auf Doppelzollweite nebeneinander.
Manch schönen Schuss hatte ich mit dieser Büchse schon getan,
auf eine Distanz, dass der besorgte Jagdgehilf
mir während des Zielens abmahnend zuflüsterte,
es reicht nicht, es reicht nicht hin.
Meine Hand und mein Auge ließen mich auch nicht leicht im Stich.
Und so war ich mit dieser Büchse meines Schusses sicher,
wenn ich nur zu Schuss kam.
Nach weiterem halbstündigen Steigen befand ich mich in Wildhöhe,
an jener Stelle, wo von dem zu Bergschneider emporführenden Pfad
sich der eigentliche Jagdsteig abzweigte,
um in gleichbleibender Höhe den ganzen Bergstock zu umkreisen,
aus- und einbiegend über Felsrücken und Klüfte.
Mit dem Betreten dieses Pfades beginnt die bestrickende Aufregung
eines solchen Pirschganges.
Langsam, Schritt für Schritt mit den Augen überall,
geht es dahin über den schmalen, oft gefahrvollen Steig.
Mit immer gleicher Vorsicht setzt der Jäger Fuß und Bergstock an.
Nicht etwa, um sicher zu stehen,
denn des Gedankens an die Gefahr hat er sich längst entwöhnt.
Nein, er scheut nur ängstlich selbst das geringste Geräusch.
So Aludersgams hört dich ja schon, wenn's schnaufst.
Nähert sich der Steig einer Felskrümmung,
so schärft sich Aug und Ohr.
Lautlos schiebt der Jäger das halbe Gesicht über die Ecke
und späht hinein in die dunkle, schattenvolle Schlucht,
um dann blitzschnell die Büchse vom Rücken zu reißen
oder mit mühsam unterdrücktem Unmut weiterzusteigen
auf dem beschwerlichen Wege.
Das Letztere schien für diesen Pirschgang mein Schicksal zu sein.
Unter einem ständigen Wechsel von Enttäuschung und neuer Hoffnung
war ich umhergestiegen an die fünf Stunden.
Die besten Gemsbestände hatte ich aufgesucht
und wo ich früher oft ein Bock schier mit dem Berg stecken hätt,
der schlagen können,
sah ich jetzt nur eine Gemsgeiß,
die mit ihrem Kitz gemütlich über das Stein gerollt rollte
und unbekümmert über meine Nähe die salzigen Felswände belegte.
Einem vierjährigen Schwächling war ich bis auf Schussweite nahe gekommen,
aber ich hatte ihn wieder laufen lassen,
um mir nicht die Möglichkeit eines besseren Schusses zu verderben.
Jetzt freilich ärgerte ich mich,
dass ich den Burschen nicht einst aufs Fell gebrannt hatte,
um wenigstens nicht mit leerem Rucksack heimwandern zu müssen.
Aber mir blieb eine einzige, wenn auch sehr vage Hoffnung.
Ungefähr eine halbe Stunde tiefer auf dem Berghang
lag der Teufelsgraben,
eine schwer wegsame, wild zerrissene Schlucht,
die auf der Revierkarte unter dem Namen
Hochgraben verzeichnet steht.
Aber der Fürster und die drei Jagdhilfen nannten sie den Teufelsgraben
und das aus einem ganz bestimmten Grunde.
Gleich während der ersten Zeit meiner Anwesenheit in Fall
war ich eines Abends mit einem der Jagdhilfen hinter dem Maaskruge gesessen,
als ein anderer Gehilf in die Stube trat
und meinem Gesellschafter schon von der Türe zurief.
Du, heute habe ich den Grabenteufel wieder gesehen.
Natürlich fragte ich sofort nach dem Sinn dieser rätselhaften Mitteilung.
Und so erfuhr ich, dass der Grabenteufel ein alter Gemsbock wäre,
mit dem es seine eigene Bewandtnis hätte.
Seit Jahren hielt er seinen immer gleichen Stand im Teufelsgraben.
Aber weder einem der Jagdhilfen noch dem Fürster,
der doch gewisser, richtiger Gamsjager ist,
wäre es trotz aller Mühe,
List und Ausdauer gelungen, diesen Bock zu erlegen.
A Kerl zottlet wie a Bär,
so lautete die Schilderung des Jagdhilfen.
Und mit a paar Krucken wie noch mal a Teufelskrön.
Und wann auf ihn gehst,
hören tust ihn jetzt mal,
sehen die mal,
der schießen nie mal.
Denn wenn auch zum Schießen kommst,
so fehlst ihn.
Ein paar Tage nach diesem Vorfall ließ ich mich von dem Jagdgehilfen
der Neugierhalber nach dem Teufelsgraben führen.
Und wirklich,
lautlos waren wir schon auf stundenlanger Pass gesessen.
Da prasselte es plötzlich von abfallenden Steinen.
Und jenseits des Grabens sah ich einen dunklen Schatten
durch die Latschen huschen.
Ich sag's halt allweil,
meinte mein Führer, als er sich erhob.
Mit dem Bock ist was net richtig.
Und dieser Bock war jetzt meine letzte Hoffnung.
Ach, Herr Jerum,
aber probieren kostet ja nichts.
Ich hatte noch eine gute Stunde Zeit,
bis ich für eine Pirsch am Teufelsgraben
guten Wind bekommen musste.
Allerdings hatte ich auch noch einen kleinen Umweg zu machen,
um den Wind abzufangen.
Als ich am Teufelsgraben angelangt war,
murmelte ich spaßeshalber ein
Witzsprüche
oder,
um mich verständlich auszudrücken,
einen weitmännischen Gespenstersegen,
den ich von einem Jagdgehilfen gelernt hatte.
Nun ging es am Rande des Grabens talwärts,
langsam und lautlos.
Von 50 zu 50 Schritt
pirschte ich mich vor an den Absturz,
sodass ich immer einen Teil der Schluchten übersehen konnte.
Keinen Winkel und keinen Latschenbusch
ließ ich unbeschaut.
Aber nicht ein Haar bekam ich zu Gesicht.
Endlich war ich in der Nähe des Platzes,
wo ich bei meinem ersten Besuche
den Grabenteufel mehr gehört als gesehen hatte.
Etwa 30 Fuß unter mir
sprang eine grasige Platte in die Schlucht hinein,
von wo aus ich ein gutes Teil der tiefen Felsrinne
hinauf und hinunter übersehen konnte.
In aller Vorsicht und Stille stieg ich nieder
und machte mir's bequem.
Ich hatte noch ein paar Stunden vor mir,
denn wenn ich um sechs Uhr mich zum Heimweg richtete,
konnte ich immer noch vor Einbruch der Nacht nach Hause kommen.
So passte ich und passte.
Aber nichts regte und rührte sich.
Die Sonne war schon hinuntergezogen
über den Rücken eines Berges.
Lang und dunkel schlichen die Schatten
über die Höhen herauf
und leise begann es,
in den Büschen und Bäumen zu rauschen
von dem immer stärker ziehenden Abendwind.
Ich war müde und hungrig und mich begann zu schläfern.
Um mich munter zu erhalten,
nahm ich meine Patronen aus der Tasche,
sah die Kugeln nach.
Und um mich zu vergewissern,
dass sich die Ladung nicht gelockert,
rüttelte ich die Patronen vor meinem Ohr,
eine nach der anderen,
alle sieben, die ich bei mir trug.
Dann wieder studierte ich die Konturen
der Wandrisse und Abstürze
und bohrte den Blick in jeden Schattenwinkel
und in alle Felslöcher und Wandnischen.
Dabei summten mir die Bergschnaken
mit ihrem eintönigen Lied um die Ohren
und zerstachen mir Hände und Knie.
Mein Jagdeifer begann nachzulassen
und recht unweitmännische Träume
gaukelten vor meinen Augen auf und nieder,
Träume von Teufeln,
Zwergen und Berggeistern.
Manchmal klang es aus diesen Bildern
wie ein geltendes Hui-Höh
und meine Fantasie sah unter dem Dampf und Nebel
den leibhaftigen Gott sei bei uns
mit einem Paar der herrlichsten Gamskrickeln
auf dem pechraben schwarzen Krauskopf
emporsteigen aus der Tiefe der Schlucht.
Besonders jenes dunkle Felsloch
mir schräg gegenüber
hielt ich in meinen lustigen Teufelsfantasien
nicht für ganz geheuer.
Dadrin war es schwarz wie die Nacht.
Ein eigentümliches Verlangen regte sich in mir
hinüberzusteigen und dort hineinzugucken.
Von meinem Platze hinunter in die Schlucht
das ging.
Ob ich aber drüben wieder hinaufkam,
das war zweifelhaft.
Ich nahm mein Glas zur Hand
und musterte das Terrain des Genaueren.
Nein, es war wirklich unmöglich
von unten aus da emporzusteigen.
Aber vom jenseitigen Rande der Schlucht
führte ein leicht erkenntlicher Gamswechsel
bis zur Felsplatte,
von der aus die Höhlung sich in den Berg senkte.
Heiliger Gott!
Wahrhaftig!
Im Dunkel der Höhle unterschied ich deutlich
durch mein Glas die Umrisse eines ruhenden Tieres.
Aber unmöglich vermochte ich zu erkennen, was es war.
Lautlos stand ich auf,
legte das Gewehr in Anschlag.
Ein kurzer, scharfer Pfiff gelte von meinen Lippen.
Das Tier sprang auf
und mit der Brust gegen mich.
In der Luftlinie höchstens auf 60 Gänge
stand ein Gemsbock da,
wie ich keinen zweiten mehr gesehen habe.
Der Grabenteufel!
Im gleichen Augenblick krachte es auch.
Und noch einmal.
Der Pulverdampf erzieht sich
und auf dem gleichen Platze steht der Bock
mit gespreizten Läufen,
die großen funkelnden Lichter,
regungslos nach mir gewandt.
Gefehlt?
Nein, das war nicht möglich.
Mit diesem Gewehr und auf diese Distanz.
Entladen und laden.
Das war ein Augenblick.
Ich schoss.
Und wieder.
Das Tier stand unbeweglich.
Mein Herz schlug wie ein Hammer
und sied heiß, stürmte mir das Blut in die Schläfe.
Wieder lud ich.
Und schoss.
Der Grabenteufel rührte sich nicht.
Da lief ein Schauer über meinen Leib.
Ich fühlte, wie mir das Blut aus Kopf und Gliedern floh
und sich zusammendrängte im Herzen.
Und während ich mit zitternder Hast nach der letzten Patrone suchte,
glitt es von meinen Lippen.
Alle guten Geister loben Gott, den Herrn.
Ich lud.
Mit dem letzten Aufgebot meiner Willenskraft
riss ich das Gewehr an die Wange.
Und schoss.
Das Tier stand wie aus Stein geformt.
Der Teufel.
Der leibhaftige Teufel.
Und mir graute.
Da stieß ich einen heiseren Schrei aus der Kehle.
Denn das Tier neigte sich vorn über,
fiel nieder,
fiel mit dem halben Leib hinaus über die Felsplatte.
Und zwei-, dreimal an Steinvorsprüngen aufschlagend
stürzte es hinunter in die Tiefe der Schlucht.
Aufatmend schüttelte ich den Kopf,
trocknete meine Stirn, auf welcher der Schweiß und kalten Tropfen stand,
versuchte zu lächeln
und schämte mich.
Der Abstieg zu dem verendeten Gemsborg war ein schweres Stück Arbeit.
Als ich ihn aufbrach, sah ich,
dass alle sieben Schuss getroffen hatten.
Schon der erste.
Sicher aber der zweite musste tödlich gewesen sein.
Alte Jäger erzählen, es käme zuweilen vor,
dass ein Stück Wild nach einem Kernschuss in Starkrampf verfieler.
War das hier der Fall gewesen?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht.
Als ich mit dem Bock auf dem Rücken zu Hause anlangte,
wollte der Förster kaum seinen Augen trauen.
Immer und immer wieder musste ich die dunkle Geschichte berichten,
die er kopfschüttelnd mit anhörte.
Und am folgenden Tage erzählte ich sie auch dem Jagdgehilfen,
der mich zum ersten Mal nach dem Teufelsgraben geführt hatte.
So, so. Erst mit dem siebten Schuss?
Der Jäger zog die Braun in die Höhe.
Ja, ja. Da glaub ich's schon.
Der Siebener ist für sowas eine heikle Zahl.
Der Bock wog aufgebrochen 74 Pfund
und seine Prachtkrickeln zeigten deutlich 13 Jahresringe.
Ja, ja.
Der 13er halt.
Danke fürs Zuhören.
Wenn dir die Geschichte gefallen hat und du noch nicht schläfst,
würde ich mich über einen Daumen nach oben und einen Kommentar freuen.
Und falls du noch nicht schlafen kannst,
findest du hier eine weitere Geschichte.
Bis bald.
Hörbuch Erzählung zum Einschlafen für Erwachsene "Der Graben-Teufel" von Ludwig Ganghofer | Gan Jing World