DER KAFFEEKLATSCH IST ZURÜCK (erstmal)

Ella TheBee
8 Abonnenten
2 Videoaufrufe·06.10.2024
Der Kaffeeklatsch ist zurück, als kleine Miniserie. Heute geht es um Trennungen.
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Ich hätte nie gedacht, dass ich das nochmal sage, aber here we are.
Ich habe gerade mal nachgeguckt, der letzte Kaffeeklatsch ist sieben Jahre her.
What the fuck?
Es fühlt sich einerseits so an, als wenn wir den letzten vorgestern gemacht haben.
Andererseits weiß ich auch, dass über die letzten sieben Jahre so oft Nachrichten von euch kamen.
Von unterschiedlichsten Menschen, die unterschiedlichste Sachen zum Kaffeeklatsch geschrieben haben.
Oton war immer, bring ihn zurück, der fehlt mir.
Der hat mir durch eine schwere Zeit geholfen.
Der hat mich so getragen, der hat mir so viel beigebracht.
Wo ist der Kaffeeklatsch? Und so weiter.
Und die Leute, die damals dabei waren, als er geendet ist, die wissen, warum er geendet ist.
Und es gab relativ kurz danach schon das Go von der anderen Seite, dass es total okay ist, das Format weiterzumachen.
Wir haben ja einen intensiven Austausch gehabt für eine ganze Weile.
Und ich habe trotzdem immer so eine gewisse Scheu davor gehabt.
Ich meine, wenn man sowas erlebt, dann hat man einen gewissen Respekt davor, wieder anzusetzen.
Auch wenn ich jetzt weiß, dass es nicht meine Schuld war und dass auch das Format nicht schuld war.
Trotzdem will man ja auch irgendwie einen Umgang damit finden.
Und ich habe über die letzten Jahre immer wieder versucht, das Format auf die eine oder andere Art und Weise wiederzubringen.
Aber das Original, das ist nie gewesen.
Und das Auf-dem-Bett-Sitzen und Übers-Leben-Schnacken ist es auch nicht gewesen.
Die Leute, die noch nicht so lange dabei sind, sich jetzt fragen, worum geht's?
Was laberst du?
Der Kaffeeklatsch war so ein Versuch, so eine Art Safe Space zu schaffen.
Immer mit der Info, ich bin keine Psychologin, ich bin keine Expertin.
Und ich werde das jetzt auch in jedem Video soweit immer wieder erinnern.
Auch wenn ich das damals schon gemacht habe.
Trotzdem ist es mir wichtig, dass euch das an jedem Punkt bewusst ist.
Es ist einfach nur der Versuch sozusagen, wenn man in einer Situation steckt, die einen überfordert
oder sich mit einem Thema beschäftigt und sich da so reindenkt, was einen selbst betrifft,
ist es manchmal gar nicht so leicht, die Außenperspektive zu kriegen und wirklich klar analytisch überlegen zu können.
Okay, was ist jetzt eigentlich gerade Phase und welche Richtung will ich gehen?
Welche Möglichkeiten habe ich?
Und es war sozusagen von mir so ein Versuch, genau das zu sein.
Die Person von außen, die das Ganze aus unterschiedlichsten Richtungen beleuchtet,
damit man am Ende vielleicht das Gefühl bekommt, okay, ja, das könnte meine Richtung sein.
Oder vielleicht auch, wenn man das Thema selber nicht betrifft, so ein bisschen mehr Info darüber zu kriegen
oder eine Inspiration, wie man vielleicht auch mit eigenen Themen umgehen kann.
Es war immer, immer, immer ein ganz wundervoller Austausch in den Kommentaren,
in denen Leute sich auch zu dem Thema geäußert haben, ihre Erfahrungen geteilt haben und so weiter,
sodass es sich wirklich angefühlt hat wie ein Safe Space, in dem man sich einfach äußern kann,
in dem man Hilfe bekommt, Zuspruch bekommt.
Und ich glaube, das ist auch, was uns allen so fehlt in dieser verrückten Welt, in der wir uns momentan befinden,
in der alles irgendwie wackelt.
Einfach zwischendurch mal Luft zu holen und in Ruhe über Dinge zu sprechen.
Und genau das machen wir jetzt.
Nein, der Kaffeeklatsch wird nicht regulär wiederkommen.
Nicht jeden Sonntag kann ich einen Kaffeeklatsch machen.
Das kann ich jetzt momentan einfach nicht versprechen.
Das möchte ich auch nicht versprechen.
Aber ich habe mir gedacht, für den Oktober, jetzt, wo es wieder kälter wird und wir uns mehr nach drinnen zurückziehen
und vielleicht auch in uns zurückziehen, uns wieder mehr mit Dingen beschäftigen, uns weniger ablenken,
ist es vielleicht ganz schön, dass wir für den Oktober eine kleine Miniserie starten.
Das heißt, jeden Sonntag im Oktober wird es einen Kaffeeklatsch geben.
Und danach gucken wir einfach mal, wie es uns damit geht.
Wie es mir damit geht, die zu drehen.
Wie es euch damit geht, ob ihr überhaupt noch Bock drauf habt.
Manchmal ist es ja auch so, dass man über so eine alte Serie nachdenkt und denkt,
oh, ich mochte die so gerne.
Und dann guckt man sie an und denkt, was, das fand ich mal gut.
Man entwickelt sich ja auch weiter.
Und es kann gut sein, dass ihr mit dem Format nichts mehr anfangen könnt.
Dann würde ich es natürlich auch entsprechend nicht mehr machen.
Aber vielleicht gibt es dem ein oder anderen noch ein bisschen was.
Und von daher dachte ich, wir probieren das jetzt einfach mal.
Ich hatte bei Instagram gefragt, ob es Themen gibt, die euch persönlich besonders betreffen,
die euch besonders interessieren.
Und das Thema, was am allermeisten mit Abstand genannt wurde, war Trennungen.
Und deswegen dachte ich, machen wir uns einen Kaffee, einen Tee, machen uns das gemütlich
und tauschen uns mal aus über das Thema Trennung.
Ich finde persönlich, Trennungen sind super individuell.
Das heißt, ich kann schlecht einfach nur von meinen Trennungen sprechen.
Und ihr könnt da wahnsinnig viel raus mitnehmen.
Trennungen hängen immer davon ab, wie das Paar an sich war, wie die Situation ist,
warum die Trennung passiert ist, wer sie ausgesprochen hat,
in welcher Verfassung man selbst ist, in welcher Verfassung das Gegenüber ist und so weiter.
Sind Kinder involviert und so? Das ist halt wirklich ein super komplexes Thema.
Trotzdem habe ich versucht, indem ich mich mit Freundinnen ausgetauscht habe
und über ihre Trennung gesprochen habe, möglichst ähnliche Sachen zu finden,
Parallelen zu finden, Dinge, die unterschiedlichen Menschen geholfen haben,
um euch hier vielleicht so ein bisschen einen Anhaltspunkt zu geben darüber,
was man tun kann, wie man sich verhalten kann, was hilft, was vielleicht nicht so hilft.
Ich glaube, es ist trotzdem ganz wichtig, das jetzt nicht zu sehen als Go dafür,
sich in jedem Fall zu trennen, wenn man in einer schwierigen Situation ist.
Ich bin absolute Verfechterin davon, zu kämpfen für das, was man liebt
und wirklich zu gucken, dass man gemeinsam Wege findet, sich darüber klar zu sein,
dass eine anfängliche Verliebtheit nicht für immer bleibt,
dass es am Ende ein Gefühl ist, was ein bisschen tiefer rutscht, dass eine Liebe entsteht,
ein Vertrauen, eine Zuneigung, dass man an Dingen arbeiten kann
und auf jeden Fall an vielen Stellen durch Kommunikation viel repariert.
Ich glaube, es geht an vielen Stellen um Vergebung und um sich immer wieder füreinander entscheiden
und trotzdem kann der Punkt kommen, dass man sagt, es geht nicht mehr.
Entweder weil eine Person losgelassen hat, weil ein Betrug passiert,
weil das Vertrauen aus irgendeinem Grund dahin ist, weil man keine Ebene mehr miteinander findet,
weil es nur noch Streit gibt, weil man sich nicht mehr zuwenden kann
und in dem Fall halte ich es definitiv für sinnvoll, den Stecker zu ziehen.
Das ist nichts, was ich persönlich leichtfertig tun würde.
Das würde ich immer nur dann tun und habe ich auch immer nur dann getan,
wenn ich gemerkt habe, ich habe alle Wege probiert und ich finde keinen anderen mehr als zu gehen.
Denn ja, eine gut funktionierende Beziehung ist wundervoll und auch in einer Beziehung zu arbeiten kann wundervoll sein,
kann einem super viel beibringen und kann einen auch wachsen lassen.
Aber man darf sich selbst nicht verlieren und man darf nicht sich so aufopfern, dass man verschwindet.
Und deswegen kann ein Nein zum Paten und zur Partnerin ein Ja für sich selbst sein
und ein neuer Schritt in ein Leben, was wieder mehr Raum für einen selbst hat
und Raum für Entwicklung schafft und für weniger Schmerz.
Das abzuwägen ist absolut eure Entscheidung und trotzdem glaube ich,
ist es wichtig über Trennungen zu sprechen, darüber was passiert, wenn man sich trennt,
welche Schwierigkeiten es mit sich bringt und welche Möglichkeiten auch.
Ich finde, Trennung ist nach wie vor ein Thema, was so ein bisschen mit Scham besetzt ist,
weil es an vielen Stellen assoziiert wird mit einem gewissen Versagen.
Man hat es nicht geschafft als Paar.
Aber nach den letzten Jahren, die ich so hinter mich gebracht habe, würde ich das nicht mehr so sehen
und ich hoffe, dass ihr das am Ende dieses Videos auch nicht mehr so seht.
Die Trennungen, die ich in meinem Leben erlebt habe, waren alle sehr unterschiedlich.
Einige waren hochgradig emotional und auch vor allem emotional gesteuert.
Ich weiß, dass ich in einigen Nächten da gelegen habe und gedacht habe, ich sterbe jetzt.
Ich sterbe an diesem Schmerz, den ich gerade empfinde.
Ich habe richtig das Gefühl, mein Herz hört gleich auf.
Ich kann keine Sekunde länger aushalten.
Generell immer so eine Mischung aus Trauer, aus Angst, aus Wut, aus Verzweiflung, aus Leere teilweise auch
und immer wieder die Angst, dass es sich für immer so anfühlt.
Und das ist wirklich was, was ich mir selbst auch ganz oft wieder sagen musste in den letzten Jahren.
Das bleibt nicht für immer so.
Dieses Gefühl von Schmerz und einfach nicht mehr weiter wissen, das bleibt nicht.
Das verschwindet irgendwann, auch wenn man es, wenn man drinsteckt, überhaupt nicht glaubt.
Man denkt, man fühlt sich für immer so elendig, aber es geht vorbei und es gibt ein Licht am Ende des Tunnels
und man wird sich besser fühlen.
Und ich habe mich immer wieder auch in den sehr, sehr schwierigen Trennungsphasen an so ein Bild festgehalten.
Das habe ich auch in der Schwangerschaft schon gemacht mit der Angst auf die Geburt hin.
Und es hilft mir immer wieder so in schwierigen Zeiten, in schweren Zeiten, mich an einem Bild festzuhalten
und mir immer wieder vorzustellen, wie sich das wohl anfühlt, wenn ich da hingekommen bin.
Und in der Schwangerschaft war es immer wieder die Vorstellung,
dass ich irgendwann mit Wimmi im Kindergarten am Wasser lang schiebe, bei strahlendem Sonnenschein.
Und als der Tag dann kam, weiß ich noch, dass ich da am Wasser lang gelaufen bin und geheult habe vor lauter Erleichterung,
dass diese Geburt hinter mich gekommen ist und dass wir es geschafft haben.
Und genau so hatte ich auch in diesen Trennungsphasen die Vorstellung,
und ich weiß nicht, das kennt ihr vielleicht, dass man, wenn man aus einer schweren Phase rauskommt,
dass man gar nicht gleich merkt, dass man raus ist, sondern dass man irgendwann so einen Punkt hat,
wo man denkt, ey, mir geht es gerade voll gut.
Ich habe das sehr häufig gehabt, dass ich Musik auf den Ohren hatte und draußen unterwegs war.
Und die Sonne hat geschienen und ich plötzlich so eingeatmet habe und plötzlich gemerkt habe,
ich bin wieder leicht.
Und das ist so ein Gefühl, was ich gut kenne und an dem ich mich immer festgehalten habe und festhalte,
wenn ich durch so schwierige Phasen gehe.
Und das kann ich so als Tipp auf jeden Fall mitgeben.
Wenn ihr gerade mittendrin steckt in dieser allerersten Trauerphase,
immer wieder das Bewusstsein dafür schaffen, ihr werdet euch besser fühlen.
Es wird leichter.
Ich finde, Trennung ist nochmal ein Stück weit härter, wenn Kinder involviert sind.
Das habe ich jetzt auch im Austausch mit Freundinnen gehört,
dass das so ein riesengroßer Faktor ist, weshalb man vielleicht auch eine Trennung hinauszögert.
Und auch eine Sache, die Trennung natürlich umso schwieriger macht,
wenn man eben nicht nur für sich selbst entscheidet, sondern auch sein Kind im Hinterkopf behält.
Was hat das für Auswirkungen auf mein Kind?
Wie geht es meinem Kind oder meinen Kindern dann damit?
Ist das die richtige Entscheidung? Mache ich was damit kaputt?
Ist es besser, wenn ich die Situation jetzt einfach aushalte, weil es meinem Kind oder meinen Kindern damit besser geht?
Oder ist es umso besser, diese Trennung auszusprechen, weil eben mein Kind sonst leidet?
All diese Dinge habe ich mich natürlich auch gefragt.
Ich habe auch abgewogen.
Ich glaube, dass ich an vielen Stellen in der Trennung zu Vimis Papa vorher getrauert habe.
Die Sachen vorher durchdacht habe, vorher nächtelang wachgelegen habe und geweint habe und verzweifelt war.
Und das alles versucht habe zu durchdenken und abzuwägen.
Und habe mich auch in der Zeit viel mit Freundinnen ausgetauscht, deren Eltern sich getrennt haben.
Beziehungsweise Freundinnen, die gesagt haben, meine Eltern hätten sich trennen sollen.
Und habe mir all das so angehört und festgestellt,
dass in den allermeisten Fällen nicht die Trennung das war, was für die Kinder das Schwierige war,
sondern die Art, wie sich getrennt wurde.
Und das hat mir sehr viel Kraft und Mut gegeben, damals diese Entscheidung auch mitzutreffen.
Das Bewusstsein, dass es an vielen Stellen auch belastend sein kann, wenn Eltern diese Entscheidung nicht treffen.
Was sehr häufig kam, so im Austausch auch mit Freundinnen, war,
dass man in der Kindposition das kaum aushalten konnte, wenn Eltern sich streiten.
Vor allem, wenn es sehr häufige Streits waren, dass man sehr häufig dann auch so eine Schuld auf sich geladen hat.
Die haben sich jetzt bestimmt gestritten, weil ich mein Zimmer nicht aufgeräumt habe
oder ich muss einfach bessere Noten bekommen oder ich muss mich besser verhalten, dann streiten sie nicht.
Und dass Kinder da einfach so eine gewisse Verantwortung annehmen, die ihnen gar nicht gehört.
Einige haben auch gesagt, dass sie so ein bisschen den Respekt vor den Eltern verloren haben,
weil sie, je älter sie wurden, gesehen haben, die kommen gar nicht miteinander klar.
Die haben hier gar nicht so eine Ebene miteinander. Es ist nur so ein Aushalten von beiden Seiten.
Wie scheiße ist denn das? Warum kämpfen die nicht für sich?
Warum stehen die nicht für sich ein? Warum versuchen sie nicht, ihr Leben glücklich zu gestalten?
Und sollte ich das dann vielleicht auch nicht machen?
Ist Aushalten in einer schwierigen Beziehung immer die bessere Lösung?
Auch so ein Annehmen von falschen Bildern oder von Bildern, die einen einfach auch unglücklich machen können.
Und all das hat mir damals geholfen, zu sagen, ja, eine Trennung wird eine Herausforderung für alle Seiten.
Aber eine Trennung kann auch absolut ein Befreiungsschlag sein.
Deswegen haben wir damals auch einvernehmlich gesagt, an der Stelle hier ist Schluss.
Wir müssen einen anderen Weg finden, weil wir sonst uns schaden und auch natürlich unserem Kind.
Aber an der Stelle nochmal ein Reminder, das ist nicht die Wahrheit für alle Familien.
An vielen Stellen können Familien auch die Kurve kriegen und mit Paartherapie was lösen
oder einfach mit Kommunikation neue Wege, neue Grenzen setzen, neue Regeln aufstellen,
Freiheiten schaffen, die vielleicht vorher nicht da waren, wieder Elternzeit schaffen und so weiter.
Aber man muss auch wissen, wann der Punkt erreicht ist, dass man alles versucht hat und dass es eben nicht weitergeht.
Ganz, ganz, ganz wichtig finde ich, dass man sich in jedem Fall Zeit nimmt, um zu trauern.
Und eigentlich ist es so selbsterklärend, aber ich habe eben auch einige in meinem Umfeld gehabt, die gesagt haben,
boah, ganz ehrlich, ich habe versucht, nach der Trennung erstmal zu funktionieren und bloß nicht darüber nachzudenken,
es weggedrückt, habe meinen Kram gemacht und nach zwei Jahren kam bei mir dann voll der Einbruch.
Und da habe ich dann erstmal festgestellt, wie es mir eigentlich geht.
Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich gleich zu Anfang den Raum schafft.
Auch da funktionieren Menschen unterschiedlich.
Ich habe von Menschen gehört, dass sie getrauert haben, bis die Trennung ausgesprochen war
und danach hatten sie wie so ein Befreiungsgefühl, endlich ist es soweit und konnten dann sozusagen loslassen lernen.
Andere haben mit der Trennung sozusagen den Trauerprozess gestartet.
Beides ist okay, aber wichtig ist, finde ich, dass man sich den Raum nimmt, wirklich zu trauern.
Das ist natürlich gar nicht so einfach, wenn man Kinder hat,
weil man natürlich die Kinder nicht belasten will und auch nicht belasten sollte, finde ich persönlich.
Ich habe versucht, diese Trauer, die ich hatte, von Bimi definitiv fernzuhalten, das nicht vor ihm zu machen.
Natürlich auch aufgrund seines Alters.
Ich weiß nicht, wie die von euch das sehen, die ältere Kinder haben, ob man das da eher zeigen darf, kann.
Ich persönlich würde es, glaube ich, versuchen zu vermeiden, weil ich Angst hätte,
meinem Kind da auch so eine gewisse Verantwortung zu übertragen, die meinem Kind einfach nicht gehört.
Natürlich kann man da auch so eine Abwägung finden.
Na klar kann man, wenn die Kinder älter sind, auch darüber sprechen und sagen,
boah, ich bin echt traurig, dass wir es nicht geschafft haben.
Und ich hoffe einfach, dass wir gute Wege finden und so weiter.
Aber ich glaube, ich würde nicht diese klassischen emotionalen Zusammenbrüche,
die man dann ja auch hat, vor meinem Kind machen.
Ich würde versuchen, mich zusammenzureißen, das habe ich auch immer getan
und habe dann mir wirklich bewusst auch Raum genommen, wenn Bimi geschlafen hat oder in der Betreuung war,
dass ich gesagt habe, okay, ich habe jetzt Zeit, ich mache mir einen Tee,
ich gucke mir jetzt Fotos an und lasse das wirklich raus.
Auch da kann ich verstehen, wenn man da mal diesem Grundsatz nicht folgt
und es einem auch mal vor dem Kind passiert.
Es sind eben Emotionen, die man hat.
Ich glaube nur, dass es wichtig ist, dass man versucht, nicht vor dem Kind krasse Trauerphasen auszuleben,
weil es einfach ein Stück weit unsere Verantwortung ist als Eltern,
auch wenn wir fühlende, emotionale Wesen sind, das eben von den Kindern fernzuhalten.
Und eher dann der Fels in der Brandung für unsere Kinder zu sein und ihnen zuzuhören,
ihnen Raum zu geben für ihre Trauer und nicht unsere Trauer auf ihnen abzuladen.
Dafür sind wir die Eltern.
Gleichzeitig finde ich es wichtig, dass man sich nicht reinfallen lässt.
Gerade wenn man Kinder hat, hat man eben nicht die Möglichkeit zu sagen,
okay, ich lege mich jetzt vier, fünf Tage ins Bett und esse nur Eis und gucke traurige Filme und heule die ganze Zeit.
Man muss ein Stück weit weiter funktionieren.
Und das ist auch wirklich an einigen Stellen wahnsinnig herausfordernd.
Ich weiß, dass ich gerade nach der letzten Trennung, die ich durchlebt habe,
wirklich nur noch funktioniert habe und wie so eine leere Hülle durch die Gegend gelaufen bin.
Ich musste mich ganz doll zusammenreißen,
vor Wimmi ein Lächeln rauszukriegen und einen gewissen Spaß für ihn zu schaffen.
Ich habe damals den Weg gefunden, einfach Unternehmungen mit ihm zu machen, unterwegs zu sein,
damit er in einem anderen Umfeld ist und sich auf andere Dinge konzentriert.
Zum Erdbeerhof zu fahren, in den Wald zu fahren,
dass wir nicht voreinander saßen und ich die ganze Zeit ganz doll konzentriert meine Maske aufbehalten musste,
sondern dass ich da in dem Umfeld auch mal kurz mein Gesicht locker lassen konnte,
wenn er beschäftigt war mit Karussell fahren oder mit Klettern oder Dinge tun usw.
Und dass ihm einfach nicht so aufgefallen ist.
Trotzdem hat er Dinge aufgeschnappt und gemerkt,
ich weiß, dass er damals zu meiner Schwiegermama gesagt hat,
meiner Mama wurde das Herz kaputt gemacht.
Ich weiß nicht, wo er die Formulierung her hatte.
Von mir hatte er sie nicht, aber er hat es schon trotzdem gespürt
und ich glaube, dass das okay ist, solange man nicht die Trauer überstülpt.
Wisst ihr, was ich meine?
Für uns hat die Ablenkung damals extrem geholfen,
um so eine gewisse Balance zu schaffen, schöne Erlebnisse zu schaffen,
auch so eine gewisse Form von Selbstfürsorge zu schaffen.
Dass wir eben zusammen schöne Dinge erleben konnten,
hat mir natürlich auch geholfen, meinen Blick auf das Positive zu lenken
und mich darauf zu konzentrieren, was ich noch habe.
Denn man fühlt sich ja vor allem so, als wenn man alles verloren hat,
aber das ist ja nicht so.
Man hat sich selbst, man hat die eigene Gesundheit, man hat sein Kind,
man hat seine Arbeit, man hat sein Umfeld,
man hat im Idealfall Freunde, die für einen da sind
und einfach versuchen, sich auf das zu konzentrieren, was noch da ist.
Und wenn was fehlt, wenn man zum Beispiel in dem Moment feststellt,
scheiße, ich habe über die letzten Jahre irgendwie meine Beziehung in den Fokus gesetzt
und jetzt habe ich niemanden mehr, auch da wieder den Fokus zu verschieben,
sich nicht hinzusetzen und sagen, scheiße, jetzt habe ich keine Freunde,
sondern zu sagen, okay, das ist jetzt Mist,
aber gibt es noch alte Freundschaften, die ich aktivieren kann,
Leute, die ich anrufen kann und sagen kann, ich weiß, ich habe mich wenig gemeldet,
aber ich weiß gerade echt nicht, wo ich mich hinwenden soll.
Hast du ein Ohr für mich?
Einfach zu gucken, dass man die Dinge, die einen belasten
oder die Dinge, die einem fehlen in dem Moment, wieder für sich schafft.
Das wird Zeit brauchen, aber es ist möglich.
Ich halte es für extrem wichtig, dass man den Kontakt zur Ex-Person definitiv reduziert.
Das ist natürlich nicht immer so einfach, wenn Kinder involviert sind,
weil dann natürlich die auch Papi oder Mami oder wie auch immer sehen wollen,
eine Person, zu der sie in irgendeiner Form eine Verbindung aufgebaut haben.
Aber ich glaube schon, dass es realistisch ist,
zu reduzieren und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.
Wir haben damals in der Trennung mit Mimis Papa gesagt,
okay, für uns ist das Wichtigste, neben unserem Schmerz, den wir haben,
dass es für unser Kind so gut wie möglich läuft.
Wie gesagt, ich hatte mich damals auch schon mit Freundinnen ausgetauscht,
die Trennung mit ihren Eltern durchgemacht haben,
und die haben alle gesagt, solange die Eltern nicht gestritten haben, war es eigentlich okay.
Natürlich verändert sich viel, aber wenn man merkt, beide sind trotzdem da,
die Grundmauern bleiben.
Ich bin trotzdem nicht in der Mitte und muss mich irgendwie entscheiden,
sondern ich kann einfach sowohl Papi anrufen als auch Mami anrufen
oder Mami oder Mami oder Papi oder Papi, ihr wisst, was ich meine.
Ich kann beide Bezugspersonen kontaktieren, beide sind nach wie vor für mich da
und ich muss mich nicht entscheiden.
Ich muss nicht Position beziehen.
Ich kriege nicht mit, dass sie sich irgendwie nicht gern haben, dass sie sich streiten.
Ich fühle mich weiterhin sicher.
Und wenn wir zusammen sind, was wir auch manchmal sind,
weil ich das brauche als Kind, ist es halbwegs harmonisch.
Natürlich ist es so, wenn man sich trennt, auch als Eltern,
dass man sich für eine gewisse Zeit auch mal scheiße findet
und dass man auch eine Wut aufeinander hat auf Sachen, die schiefgelaufen sind.
Man hat Vorwürfe, man hat natürlich eine Trauer in sich
und wir haben immer versucht, das erst rauszulassen.
Wenn Wimmi dann im Bett war, wir haben natürlich auch in der ersten Zeit,
vor allem um den Übergang leichter zu machen, viel Zeit auch nachmittags zusammen verbracht,
waren zusammen auf dem Spielplatz oder haben zusammen Abendbrot gegessen
und haben da versucht, einen Übergang zu schaffen
und haben dann aber die Streitgespräche vor allem auf die Zeit reduziert,
wenn Wimmi dann geschlafen hat und haben uns da auch noch mal ordentlich behakt
und Sachen gesagt und auch Frust rausgelassen und Dinge besprochen,
auch um zu verstehen, was passiert ist an vielen Stellen.
Das kann man ja manchmal dann auch erst im Nachhinein.
Aber das war im Grunde ganz, ganz wichtig, das zu schaffen
und trotzdem, wo wir konnten, den Kontakt so gut wir konnten zu reduzieren.
In anderen Trennungssituationen war tatsächlich das komplette Rausnehmen des Kontakts
extrem wichtig für mich.
An vielen Stellen glaube ich, dass wenn man dann noch so einen ewigen Austausch hat,
dass es einfach immer nur irgendwann unangenehm wird,
weil man anfängt, ungerecht zu werden, weil man den Schmerz aneinander auslässt.
Man ist eben einfach nicht zurechnungsfähig,
man sagt Dinge, die man hinterher vielleicht bereut,
aber man sagt, scheiße, das hätte ich anders formulieren sollen,
das hätte ich mir einfach klemmen können und so.
Aber an vielen Stellen muss man vielleicht Sachen auch rauslassen,
um sie für sich einfach auch ausgesprochen zu haben.
Trotzdem ist dieser Austausch nach so einer Trennung meistens nicht mehr so sinnvoll.
Deswegen war es eigentlich immer ganz gut, wenn dann irgendwann der Punkt kam,
wo der Kontakt wirklich komplett abgebrochen ist und man sich nicht mehr gehört hat.
Klar, Social Media und so weiter ist immer so ein bisschen so eine Schwierigkeit.
Ich persönlich bin jetzt niemand, der dann anfängt, Leute zu blockieren.
Das finde ich einfach nicht sinnvoll,
sondern ich habe eine Grenze gesetzt und gesagt, ey, kontaktiere mich nicht mehr.
Und es wird immer wieder überschritten, dann würde ich auch blockieren,
aber sonst ist das nichts, was ich tun würde.
Also ich persönlich brauche das nicht,
aber es ist natürlich trotzdem sonst eine Versuchung, immer wieder zu gucken,
was macht die Person, wie geht es ihr und so weiter.
Es ist ja auch schwer, wenn man sich so, so gern hatte,
dass man dann an irgendeinem Punkt einfach den Stecker zieht
und gar nicht mehr weiß, was ist eigentlich los.
Man macht sich Gedanken, wie geht es der Person, ist alles okay,
kommt er oder sie mit der Situation klar, wie ist es gerade und so weiter.
Ängste kommen hoch und so.
Und ich habe auf jeden Fall gemerkt, dass dieses komplett keinen Kontakt haben
mit der Zeit wirklich das Ganze leichter macht,
weil man abschaltet, weil man nicht mehr ständig darüber nachdenkt
und immer weniger auch diesen Input kriegt.
Eine Freundin hat mal gesagt, das ist so ein bisschen wie Gift nehmen.
Man weiß, wenn man auf diesen Kanal klickt,
dass es einem nicht gut tun wird und man macht es trotzdem.
Und es geht einem danach immer wieder schlecht.
Und wenn man dann anfängt, das weniger zu machen
oder wirklich den Komplett-Cut zu machen,
merkt man, dass das Gift eben einfach fehlt
und dass es einem Stück für Stück besser geht.
Und das war auf jeden Fall sehr, sehr wichtig für mich an einigen Stellen.
Ich glaube, dass eine Trennung natürlich schmerzhaft ist
und auch einen echt durchschütteln kann.
Ich glaube aber auch aus meiner Erfahrung,
dass es eine totale Möglichkeit sein kann, zu lernen und zu wachsen.
Ich glaube, dass die Trennung zu Vimmis Papa
auf jeden Fall eine sehr, sehr lange Wachstumsphase für mich angestoßen hat,
in der ich an vielen Stellen mich auch sehr hart reflektiert habe,
sehr kritisch mit mir war, wirklich genau angeguckt habe,
was war mein Anteil an der Trennung, an anderen Trennungen,
was hätte ich anders machen müssen, was hätte ich besser machen müssen.
Ich habe viel über mich gelernt und ich wollte auch lernen.
Natürlich tendiert man so ein bisschen dazu, zu sagen nach einer Trennung,
ja, die andere Person ist schuld, weil der oder die hätte das und das machen müssen
oder der oder die hat die und die Störung.
Aber es ist auch wichtig, sich selbst anzugucken
und zu gucken, an welchen Stellen hätte ich vielleicht eher reagieren müssen,
hätte ich eher sprechen müssen,
hätte ich eher eine Grenze aufzeigen müssen,
wo hätte ich Dinge einfach nicht tun dürfen oder anders tun müssen.
Und es hat mir schon geholfen, auch zu verstehen für zukünftige Beziehungen,
was ist mir wichtig, was ist mir auch wichtig zu erkennen
an Verhaltensmustern, die ich immer wieder anziehe, die mir nicht gut tun
und an welchen Stellen muss ich früher Grenzen setzen.
Und es hat mir auch dann in so einer Datingphase total geholfen,
besser auszusortieren und zu gucken, passt jemand zu mir
oder passt jemand eben nicht zu mir.
Und ich kann das wirklich nur empfehlen, sich dem zu stellen,
das nicht einfach wegzudrücken und sagen,
mein Ex, meine Ex ist das letzte Arschloch und deswegen geht es mir so,
sondern wirklich zu gucken, was hätte ich besser machen müssen.
Nicht im Sinne von eine Schuldfrage klären, wer hat Schuld.
Am Ende sind es immer zwei Leute beteiligt.
Und ja, es gibt auch Menschen, die rücksichtslos sich verhalten
und deswegen die Beziehung am Ende sabotieren, kaputt machen.
Aber es gibt immer einen davor.
Und bestimmte Sachen, die man selber macht und sagt,
sorgen auch dafür, dass Leute sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten.
Wie gesagt, keine Schuldfrage und es trifft auch nicht auf jede Beziehung zu.
Aber ich glaube schon, dass es wichtig ist, zu gucken,
was hätte ich anders machen können. Denn nur da können wir ansetzen.
Wir können nicht gucken, was hätte die andere Person anders machen können.
Die können wir nicht beeinflussen. Wir können nur uns beeinflussen
und gucken, wie wir eben zukünftig mit solchen Situationen,
mit solchen Arten von Beziehungen umgehen können, damit es uns besser geht
und wir vielleicht nicht wieder an so einen Punkt kommen.
Natürlich ist es auch extrem wichtig, dass man diese schwierigen Gespräche
mit seinen Kindern führt. Neben dem Selbstreflektieren
und dem Besprechen mit dem Ex-Partner, Partnerin,
was es passiert und so weiter, dem Verstehen für sich selbst,
ist es auch total wichtig, dass die Kinder verstehen
und dass die Kinder mitgenommen werden, dass es nicht einfach so entschieden wird
und tada, gerade wenn Kinder älter sind.
In unserem Fall war das damals extrem schwierig, weil Wimmi noch so unfassbar klein war
und gar nicht so ganz begreifen konnte, was passiert.
Aber unser großes Glück an der Stelle war,
dass wir in der Struktur, die wir geschaffen hatten,
um so die Kinderbetreuung zu klären und das Arbeiten und so,
dass wir sowieso relativ wenig Dreisamkeit hatten
und sehr viel einzeln mit Wimmi unterwegs waren.
Das heißt, für ihn war das, und das war an der Stelle was Gutes für ihn,
gar nicht so schwierig, da einen Übergang zu schaffen.
Die größte Veränderung war für ihn, dass Papi eine andere Wohnung hatte.
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, in dieser Wohnung zu bleiben,
um eine gewisse Stabilität zu halten,
auch wenn die Wohnung, wenn wir ganz ehrlich sind, viel zu groß ist.
Aber ich hatte damals auch mit einer Kinderpsychologin mich ausgetauscht,
die meinte, es muss gewisse Stabilität geben
und am besten nicht alles sofort verändert werden.
Und deswegen habe ich mich so entschieden, hier zu bleiben.
Ich liebe die Wohnung natürlich auch, das ist kein Geheimnis,
aber es war auch mit ein Grund, warum ich hier geblieben bin,
dass ich wollte, dass Wimmi eine Station hat, die er schon kennt
und dann sozusagen das erste Mal nur die eine Veränderung gibt, wohnungstechnisch.
Für Wimmi war das damals überhaupt nicht schwer, in unserer Wahrnehmung.
Er hat eigentlich das alles sofort so angenommen.
Er fand es cool, ein zweites Zimmer zu haben.
Und er kannte ja schon die Alleinzeit mit Mami und Papi
und von daher hat ihm das nicht so gefehlt.
Ich glaube aber, wenn das anders ist oder Kinder älter sind,
dass es schon wichtig ist, dass man das kommuniziert,
auch noch mehr kommuniziert, als wir das in dem Fall mussten.
Und auch die Fragen beantwortet, die Kinder haben,
auch wenn das schmerzhaft ist und schwierig ist.
Aber dass man versucht, so altersgerecht wie möglich zu erklären.
Das Allerwichtigste an der Situation ist,
dass man in der Erklärung den Kindern gegenüber
auf keinen Fall in irgendeiner Form Schuldzuweisung macht.
Oder sagt, ja, der Papi hat mich eben betrogen.
Oder ja, die Mami, die will eben die Beziehung einfach nicht mehr.
Sondern dass man sagt, die klassischen Sätze, wir haben uns noch lieb,
wir sind nach wie vor Freunde, wir sind nach wie vor auch deine Mami und dein Papi,
aber wir sind kein Liebespaar mehr.
Wenn Kinder Fragen stellen, dann auf jeden Fall die Fragen beantworten,
aber wirklich nur die Frage beantworten.
Keine große Erwachsenenerklärung hinterher geben,
sondern wirklich nur erklären, warum das so ist.
Und das ist ein super Tipp, den ich immer wieder auch von Freundinnen bekommen habe,
dass es total wichtig ist, dass die Kinder mitgenommen werden.
Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass Mama und Papa diese Trennung aussprechen,
ihre Sachen organisieren und vergessen, das Kind mitzunehmen emotional.
Das kann einen Riesenkrater zwischen Eltern und Kind auch bringen,
weil die Kinder sich dann auch ein Stück weit alleingelassen fühlen.
Und das Gefühl haben, sie sind einfach vergessen worden in diesem Prozess.
Und es passiert ja nicht bösartig oder mutwillig, dass man sagt,
ha, ist mir egal und so, das Kind wird schon klarkommen.
Sondern manchmal steckt man so fest in seinem eigenen Schmerz.
Aber ich glaube, es ist total wichtig, dass man den Kindern das Gefühl gibt,
auch wenn wir beide uns jetzt hier trennen, du bist nach wie vor das Wichtigste
und wir sind nach wie vor würdig da. Und wenn du Ängste hast oder Sorgen hast
oder wenn dich irgendwas belastet, auch in dieser Situation,
du kannst es immer mit uns besprechen, es gibt nichts, was du nicht sagen darfst.
Und ich bin da und ich fange dich auf, auch wenn ich selber vielleicht traue,
aber ich bin weiterhin da als deine Mama oder dein Papa.
Und du kannst dich mitteilen, du bist nicht alleingelassen.
Das finde ich extrem wichtig.
Kinder reagieren ja auch ganz unterschiedlich auf Trennungen.
Ich habe einige Freundinnen gehabt, die gesagt haben, sie waren sehr wütend auf beide Eltern.
Andere haben eher mit Schuldgefühlen zu kämpfen.
Wieder andere sind einfach nur traurig.
Wichtig ist, glaube ich, dass man den Blick für seine Kinder gut behält.
Wir haben uns, wie gesagt, damals Hilfe gesucht bei einer Kinderpsychologin
und immer wieder auch Veränderungen, die wir beobachtet haben, mit ihr besprochen,
wie wir bestimmte Dinge lösen können, wie wir es leichter machen können usw.
Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man da auch in der eigenen Trauer
und dem eigenen Schmerz und diesem eigenen Umbruchsgefühl
nicht den Blick für sein Kind verliert oder für seine Kinder verliert.
Auch wenn das extrem herausfordernd ist, aber die haben nur uns, Leute.
Wenn wir diese Erwachsenenentscheidungen treffen,
dann sind unsere Kinder dem ausgeliefert.
Und auch wenn es die richtige Entscheidung in the long run ist,
es ist trotzdem was, was einen erstmal durchschüttelt als erwachsener Mensch.
Und wenn man sich darüber klar wird, wie selber man selbst leidet,
kann man sich wahrscheinlich vorstellen, was es mit den Kindern machen kann.
Gerade wenn die Situation nicht harmonisch abläuft,
weil vielleicht ein Elternteil querschlägt, fangt die Kinder auf.
Seid da, seid präsent und lasst sie nicht einfach im Stich.
Fordert nicht von ihnen, dass sie sich auf eine Seite stellen.
Fordert nicht von ihnen, dass sie sagen, Papi ist blöd, weil...
oder Mami ist blöd, weil...
Ihr könnt für euch entscheiden, dass ihr von eurem Ex-Partner oder Ex-Partnerin
nicht mehr so viel haltet, dass ihr ein Vertrauensproblem habt usw.
Aber für euer Kind bleibt es Mama oder Papa.
Und es ist wichtig, dass das so sein darf, dass sie nicht in eine Position kommen,
dass sie sagen, okay, du musst dich jetzt schon entscheiden.
Findest du nicht auch das Papi? Findest du nicht auch das Mami?
Das gibt euch für einen ganz kurzen Moment, wenn das Kind das ausspricht,
so eine gewisse Genugtuung.
Aber am Ende macht das so viel Schaden an euren Kindern.
Versucht diesen Kampf nicht auf dem Rücken eurer Kinder auszutragen.
Bezieht sie in diese Themen, diese Beziehungsthemen nicht mit ein,
sondern fangt sie auf, seid da.
Ich habe auch mit meinen Freundinnen darüber gesprochen,
was denn so positive Aspekte sind, denn das vergisst man gerne.
Gerade wenn man so selber in der Trennung drinsteckt,
dann sieht man vor allem Scheiße und jetzt ist hier dieser Umbruch
und man hat so mit Schuldgefühlen zu kämpfen und die armen Kinder usw.
Aber es hat ja auch positive Aspekte und es gab auch einige Freundinnen,
die gesagt haben, ey, meine Eltern hätten sich trennen sollen.
Es wäre für uns alle besser gewesen.
Denn was ja manchmal so sein kann in Beziehungen, bevor eine Trennung passiert,
ist, dass es sehr, sehr viel Streit gibt, weil es Frustrationen gibt,
weil es Wut gibt, weil es vielleicht auch Ängste gibt,
die dann ja auch sich im Wut umwandeln können.
Und Kinder reagieren sehr sensibel auf Streit zwischen Eltern,
denn Eltern sind immer das Grundgerüst und immer das Sicherheitsnetz.
Und wenn an dem gewackelt wird, finden sich auch die Kinder nicht gut.
Und ich habe einige Freundinnen gehabt, die gesagt haben,
ey, nach der Trennung habe ich vor allem genossen, dass es so ruhig war,
dass es keinen Streit mehr gab, dass ich nicht in meinem Zimmer saß
und dachte, oh Gott, wie soll das alles werden,
sondern dass es da einen Endpunkt gab und dass Mama und Papa wieder
harmonisch aneinander sprechen konnten,
dass es plötzlich wieder normale Unterhaltungen gab
und wir auch abends mal zusammen am Tisch gesessen haben,
wenn Mama zu Besuch kam oder Papa zu Besuch kam
und uns einfach über das Leben unterhalten haben und dass diese Wut verschwunden ist.
Das macht ganz viel mit Kindern auch,
dass dieses ewige Wütensein der Eltern sich so auf die Kinder legt
und dass die das auch mit sich tragen.
Und wenn man das verhindern kann und den Streit wirklich nur zwischen den Eltern auslebt
und nach der Trennung schafft, nicht die Kinder mit einzubeziehen in den Streit,
ist das, glaube ich, ein Riesenvorteil.
Man kann ja auch mit einer Trennung, gerade wenn Kinder involviert sind
und beide sich darüber klar sind, dass da die Priorität liegt,
einfach wieder mehr Harmonie schaffen.
Das war auf jeden Fall in unserem Fall so, dass ich an irgendeinem Punkt dachte,
krass, ich habe meinen besten Freund wieder, auch wenn wir kein Paar mehr sind
und auch nie wieder werden, aber wir waren ja auch beste Freunde viele, viele Jahre.
Und das haben wir, nachdem wir diesen ganzen Trennungsscheiß durchgemacht haben,
nicht verloren. Wir haben natürlich jetzt eine andere Ebene von Freundschaft,
aber nach wie vor wissen wir, wir können uns aufeinander verlassen
und wir halten uns den Rücken frei und wenn es wirklich dramatisch wird,
ist der andere, ist die andere da.
Und das ist auch etwas, was man Bimi anmerkt.
Dieses Bewusstsein dafür, dass Mama und Papa sich gegenseitig nichts Böses wollen,
das merkt man ihm deutlich an.
Dieses klare Verständnis davon, dass wir nach wie vor, auch wenn wir getrennte Eltern sind,
eine Einheit bilden für ihn.
Eine Freundin hat gesagt, und das fand ich ganz spannend,
dass sie aufgrund der Trennung ihrer Eltern und die Art und Weise, wie das abgelaufen ist,
super viel über Kommunikation gelernt hat.
Sie hat auch gesagt, meine Eltern haben sich vor der Trennung so krass gestritten
und ich habe immer wieder gedacht, das hört niemals auf.
Und dann kam die Trennung und plötzlich war diese Wut weg
und die emotionale Ebene hat sich abgebaut
und man konnte wieder besser miteinander kommunizieren.
Und sie hat in dieser Art und Weise, wie die Eltern dann miteinander gesprochen haben,
wie auch dann Jahre später Dinge miteinander besprochen wurden.
Ja, Mensch, ich hätte mir damals gewünscht.
Oder auch ganz klares Eingestehen von eigenen Fehlern.
Weißt du, ich hätte damals einfach besser zuhören sollen, als Mama gesprochen hat.
Oder ich hätte damals vielleicht nicht so viel arbeiten sollen oder sowas.
Dass man da als Kind auch, wenn das so ausgesprochen wird, merkt,
okay, krass, so Selbstreflektion, Fehlereingestehen ist was Positives
und sorgt auch dafür, dass beim Gegenüber wieder so ein bisschen die Tür aufgeht.
Diese Erkenntnisse in so einer Situation sind für ein Kind auch extrem wertvoll.
Etwas, was wohl auch untersucht wurde, das hat zumindest damals die Kinderpsychologin zu mir gesagt,
ist, dass Kinder die Trennungen durch Leben an vielen Stellen
auch eine bessere soziale Kompetenz ausbilden,
weil sie einfach in einer schwierigen Situation sind natürlich.
Aber eben hier und da auch lernen, mit Dingen umzugehen,
auch von Mama und Papa im Idealfall eben an die Hand genommen werden.
Lernen, mit ihrer Wut umzugehen.
Lernen, mit Trauer umzugehen.
Lernen, wie man Dinge kommunizieren kann.
Das geht natürlich nur, wenn die Eltern es schaffen, sich im Guten zu trennen
und da eben auch das Kind an die Hand nehmen, nicht weggehen,
sondern da sind und sich dieser Verantwortung bewusst sind.
Aber das kann auch dazu führen, dass die Kinder wirklich eine bessere soziale Kompetenz haben,
eine gewisse Form von Empathie auch ausbilden
und aus dieser Trennung der Eltern vor allem
einen gewissen Respekt für ihre Eltern haben,
nämlich in dem Sinne, dass sie sagen,
ey, ich finde es voll gut, dass die erkannt haben,
dass sie nicht mehr gut füreinander sind,
denn es ist ja nicht immer nur so, dass sich Eltern trennen oder Menschen trennen,
weil irgendwer einen Fehler gemacht hat,
sondern manchmal entwickelt man sich auch einfach auseinander.
Manchmal sind die Bedürfnisse andere, je älter man wird
oder man wünscht sich andere Dinge
oder man kommt vielleicht auch mehr in der eigenen Persönlichkeit an
und es passt dann nicht mehr so gut.
Und dass es auch ein Learning für die Kinder war zu sehen,
dass es in Ordnung ist, wenn man es im Guten macht,
zu sagen, ey, ich bin nicht mehr glücklich
und ich bin schon lange nicht mehr glücklich
und dass es wichtig ist, an der Stelle dann eben auch für sich einzustehen
und für sein eigenes Glück zu kämpfen und zu sagen,
ich möchte das so nicht mehr, ich kann das so nicht mehr,
ich möchte einen neuen Weg gehen und ich bitte nicht den Kopf abhacken
oder irgendwie gemein zu dir sein, aber ich muss auf mich selber aufpassen.
Und auch diese gewisse Selbstfürsorge bei den Eltern zu sehen,
war auch was, was viele beschrieben haben als was sehr Positives.
Zu sehen und zu lernen, dass man für sich einstehen muss
und dass man für das eigene Glück kämpfen muss.
Was auf jeden Fall meine Erfahrung ist und auch die von vielen anderen,
ist, dass nach der Trennung die Qualitätszeit mit den Eltern
definitiv ansteigt.
Und das merke ich auch an mir.
In der Woche, wo Wimmi da ist, habe ich mir Freiraum geschaffen.
Ich habe die Arbeit ein bisschen umverteilt.
Ich arbeite definitiv viel, viel weniger, wenn Wimmi da ist
und habe mehr Zeit auch für Ausflüge, für besondere Dinge.
Ich mache Partys hier mit seinen Freunden oder wir machen Ausflüge.
Ich habe Zeit in der Woche, in der er nicht da ist,
mir darüber Gedanken zu machen, was wir Cooles anstellen können,
Sachen vorzubereiten.
Und das macht auf jeden Fall auch was aus in der Qualität unserer Zeit.
Das haben auch Freundinnen beschrieben, dass sie das bei ihren Eltern gemerkt haben,
dass wenn sie dann bei Papi waren oder bei Mami waren,
dass es eben immer coole Sachen gab, die man miteinander unternommen hat
und dass auch Mami und Papi präsenter waren als vor der Trennung
und wirklich zugehört haben.
Dass die Beziehung zwischen Eltern und Kindern nochmal auf eine andere Ebene gehoben wurde,
weil einfach mehr Raum dafür da war.
Und das kann ich bei uns auf jeden Fall auch bestätigen,
dass es etwas ist, was sich als Positives herausgestellt hat,
dass diese Qualitätszeit, die Wimmi mit Papi und Mami hat, nochmal eine ganz andere ist
und auf jeden Fall auch etwas ist, was wir alle genießen.
Die positiven Aspekte für mich nach Trennung waren
zum einen persönliche, also zu sehen,
wie sehr ich in so einer Situation über mich hinauswachsen kann.
Mit dem Bewusstsein vorher zu sagen,
ich glaube, das überlebe ich nicht, wenn das eine Trennung gibt.
Dann aber zu sehen, dass ich das sehr wohl überlebe und dass ich da rauskomme
und dass ich Dinge daraus lernen kann.
Zu merken, wie ich wachse, auch wenn das Schweineweh tut.
Ich sage ja auch immer, Wachstum ist nicht das, was man immer so in schönen Zusammenschnitten in Filmen sieht,
sondern Wachstum tut Schweineweh, das ist Wachstumsschmerz.
Das ist genau das Gleiche, wie wenn die Beine wachsen und man nachts wach wird
und nicht weiß, wohin mit sich, weil es so wehtut.
Genauso fühlt sich das auch für mich persönlich innerlich an,
dass man so denkt, ich zerreiße es gleich, ich weiß gar nicht, wohin mit mir.
Aber man wächst das Stück, das tut Schweineweh
und dann kommt man wieder an den Punkt, dass man denkt, voll gut.
Und wenn ich dann so zurückgucke auf die Personen, die ich war vor den Trennungen,
dann ist das schon krass zu sehen,
wie sehr ich gewachsen bin.
Gar nicht so im Sinne von, guck mal, wie supi bin ich denn,
aber an wie vielen Stellen ich Ängste abgebaut habe,
ein Bewusstsein dafür geschaffen habe, wie stark ich bin
und vor allem auch, gerade so in den letzten Jahren,
das Bewusstsein, in was für einem guten Netz ich sitze.
Wie wertvoll meine Freundschaften sind, wie gut ich aufgefangen bin eigentlich.
Das ist mir vorher nie so bewusst gewesen,
wie viele Menschen es in meinem Leben gibt, die mich wirklich ehrlich lieben
und die für mich da sind, wenn es brennt, ohne dass ich fragen muss,
die einfach da stehen und sagen, hier ist meine Hand.
Ich weiß, dass es eine Trennung gab, bei der ich wirklich dachte,
ich überlebe es nicht, emotional nicht, wo sich meine Freundinnen
die Klinke in die Hand gegeben haben, wo immer jemand hier war,
immer jemand angerufen hat und teilweise wurde sich abgesprochen.
Ey, übrigens, ich fahre Sonntagabend los, willst du dann Sonntagabend übernehmen?
Die mich wirklich nicht alleine gelassen haben in einer Zeit,
in der ich nicht gut alleine sein konnte.
Und das ist auch so eine krasse Erkenntnis zu sehen, wer ist denn noch da?
Wer ist für einen da? Wer fängt einen auf?
Und auch dieses Bewusstsein, jetzt nach den Trennungen da rauszugehen
und sagen, ich bin viel stärker als vorher, ich weiß,
dass ich immer besser auch durch schwierige Situationen gehen kann,
ich immer mehr Resilienz entwickelt habe.
Gleichzeitig weiß ich aber auch, wenn ich gerade stolper
oder gerade nicht stark sein kann, gerade nicht mal, wie eine Freundin mal sagt,
wenn du gerade mal nicht die Superheldin bist, wie viele Leute hinter mir stehen
und mich auffangen und da sind und mir die Hand reichen.
Das ist einfach auch so eine wertvolle Erkenntnis,
das möchte ich nicht missen.
Und natürlich lernt man auch in dem Wachsen und auch mit der Zeit,
was man sich für Beziehungen jetzt wünscht.
Also natürlich bin ich Beziehungen eingegangen zu einer Zeit,
in der genau das in dieser Beziehung da war, was ich dringend gesucht habe
und gebraucht habe und was ich gerne wollte für Beziehungen.
Aber man entwickelt sich ja weiter und man verändert seine Bedürfnisse
und seine Wünsche und stellt fest, dass bestimmte Dinge,
die man für wichtig gehalten hat, gar nicht wichtig sind.
Dass es andere Sachen sind, die viel relevanter sind.
Und auch da so die Erkenntnis zu kriegen, wer bin ich denn jetzt
und was brauche ich von der Beziehung jetzt, das ist schon auch echt wertvoll.
Und ich glaube, je mehr man über sich selbst lernt,
was man definitiv in so einer Phase tut,
desto mehr lernt man auch, was man braucht.
Wenn ich vielleicht früher gesagt hätte, okay, ich suche eine Beziehung,
in der ich so verschmelzen kann, in der man so ein Wir wird
und so Sachen sagt wie wir mochten den Film
oder wir machen das und das gerne, dann würde ich das heute ganz anders sagen.
Heute würde ich nicht mehr ein Wir wollen.
Ich würde ein Du und Ich wollen. Ich hoffe, es ergibt Sinn.
Also ich möchte nicht mehr jemanden, mit dem ich verschmelzen kann.
Ich möchte nicht jemanden, der vor mir steht und mich ständig beschützt und abschirmt.
Ich möchte aber auch nicht jemanden, der hinter mir steht
und ständig meinen Schutz braucht und meine Hilfe.
Ich möchte jemanden auf Augenhöhe, der neben mir steht,
der oder die seine oder ihre Sachen alleine gebacken kriegt
und ab und zu sagt, ey, wie siehst denn du das?
Oder dem ich ab und zu die Hand reichen kann, der ich ab und zu die Hand reichen kann.
Und genauso umgekehrt. Jemand, von dem ich weiß,
dass er oder sie eben mich machen lässt
und nicht die ganze Zeit hinterfragt, ob ich das denn schaffe,
sondern darauf vertraut, dass ich das schaffe,
aber auch da ist, wenn ich nicht kann, wenn ich Hilfe brauche.
Und das ist schon nochmal ein Unterschied zu dem,
wie ich das vielleicht vor ein paar Jahren gesehen habe.
Und so geht es auch mit anderen Sachen, dass ich heute eher nach jemandem suchen würde,
der oder die mir ähnlicher ist, weil ich das Gefühl habe,
ich mag nicht mehr so viel erklären müssen,
nicht mehr so viel Kompromisse finden müssen,
sondern eher jemanden, eine Person finden, die mit mir gleich schwingt,
weil ich glaube, dass das einfach für meine Seele wichtig ist.
Das heißt aber alles, was ich jetzt gesagt habe,
ist nicht, dass das die ideale Beziehung für alle ist,
nur nicht vergessen, sondern wirklich, das ist das, was für mich stimmt.
Es kann aber auch sein, dass es genau umgekehrt ist,
dass ihr vielleicht vorher eine sehr autonome Beziehung geführt habt,
in der jeder so seins gemacht hat und man hat dann so bestimmte gemeinsame Erlebnisse gehabt
und ihr sucht jetzt vielleicht jemanden, mit dem ihr wirklich verschmelzen könnt,
mit dem ihr ein Wir werden könnt.
Es kommt immer darauf an, was man vorher hatte, was man vielleicht gelernt hat über sich
und was man dann in dem Fall sucht.
In jedem Fall glaube ich, dass wenn man daraus gelernt hat,
was man vielleicht früher hätte anders machen müssen
oder auch nach welcher Person man jetzt suchen sollte oder eben auch nicht,
dass man in den Beziehungen darauf bessere Beziehungen führen kann.
In meinem Leben hat man gesagt,
die zweite Ehefrau hat es immer besser
und ich glaube, dass da was dran ist.
Gar nicht, weil da eine Ungerechtigkeit ausgelebt wird,
sondern weil natürlich jemand, der eine gescheiterte Beziehung,
gescheiterte Ehe wie auch immer erlebt hat,
die gleichen Fehler nicht nochmal machen würde,
weil man natürlich ungern durch eine Trennung geht,
sondern im Idealfall dann mit der Person, mit der man dann zusammen ist,
die gleichen Fehler nicht wiederholt und eher ein besseres Bewusstsein dafür schafft,
an welchen Stellen kann es knacken und wo kann sowas kaputt gehen,
wo muss ich aufpassen, dass ich besser kommuniziere
und welche Fehler dürfen sich nicht einschleichen und da ist schon was dran.
Ich habe auch mit Freundinnen darüber gesprochen,
was so die typischen Fehler sein können, die man machen kann in einer Trennung.
Ganz vorneweg, was so Kinder angeht, habe ich schon gesagt,
ist es trotzdem immer wichtig zu sagen,
nicht die Kinder in die emotionale Ebene mit einspannen.
Auf keinen Fall die Kinder zu Partnerersatz machen
und mit denen die innersten Probleme besprechen.
Wirklich da absolut trennen die Rollen zwischen dem Herzschmerz,
den man hat aufgrund einer Trennung und der Rolle als Mama oder Papa,
den man eben hat. Das finde ich super, super wichtig.
Das war auch ein Hauptding bei meinen Freundinnen, was sie immer wieder wiederholt haben.
Dann ein weiterer Fehler, den auch viele machen,
was ja auch mit einem gewissen Betäuben von Schmerz zu tun hat,
ist sich gleich schnell wieder einen neuen Partner, eine neue Partnerin suchen
und damit zu versuchen, das Alte wegzuschieben und zu vergessen,
um sich in ein neues Glück zu stürzen.
Ganz oft ist da aber relativ schnell dann auch der Punkt,
dass man merkt, ich bin noch gar nicht so weit.
Ich leide noch viel zu sehr, ich habe noch viel zu sehr damit zu tun,
was ich sozusagen zu verarbeiten habe und das kann die andere Person nicht auffangen.
Das sollte die andere Person auch nicht auffangen müssen.
Sich da auch darüber klar zu werden, dass es, auch wenn es unangenehm ist,
wichtig ist, dass man eine ganze Weile für sich alleine ist,
bis man richtig spürt, ich bin so weit.
Ich bin so weit. Ich möchte wieder jemanden.
Und ich habe auch Raum und Kapazität für jemanden und kann kommunizieren
und kann mich auf jemanden einlassen und auf dessen Bedürfnisse einlassen
und bin nicht noch so in mir selbst beschäftigt mit heilen und reparieren,
dass ich das irgendwie gar nicht leisten kann. Wisst ihr, was ich meine?
Natürlich versucht man, eine Trennung zu verhindern,
solange es irgendwie zu verhindern geht.
Denn Trennungen sind immer schmerzhaft, die sind immer herausfordernd,
auch wenn sie natürlich positive Effekte haben können,
dann auf lange Sicht gesehen.
Aber erst mal ist das so eine Wand, gegen die man ungern läuft.
Und ich weiß, dass es auch ganz viele Leute gibt, die sagen,
heutzutage werden Beziehungen so schnell weggeworfen
und früher haben Beziehungen und Ehen auch 60 Jahre gehalten.
Das mag sein und es wird mit Sicherheit auch Leute gegeben haben,
die über den Verlauf ihrer Ehe am Ende sagen werden,
wir hatten eine gute Ehe, wir waren glücklich.
Aber es gibt auch so viele gegenteilige Beispiele von Leuten,
die einfach ausgehalten haben in Beziehungen, in Ehen,
weil sie gedacht haben, das ist das Richtige.
Und ich frage mich an der Stelle immer, für wen?
Es geht auch nicht darum, einem Außen zu beweisen,
dass man lange zusammen ist und deswegen eine gute Beziehung führt,
sondern es geht doch darum, dass man sich selbst beweist,
dass man für sich einsteht und für sein Glück einsteht
und für die Vorstellungen, die man hat vom Leben.
Und wenn man merkt, ey, du und ich, wir sind nicht mehr gut füreinander,
warum hält man daran fest? Einfach um des Festhaltens willen?
Ich glaube, das ist nicht sinnvoll.
Ich glaube schon, es ist super wichtig, zu kämpfen und zu versuchen
und zu gucken, ob man wirklich, wirklich alle Richtungen probiert hat,
alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, aber wenn der Punkt kommt,
dass man merkt, okay, mir bleibt nur noch die Option auszuhalten,
würde ich persönlich immer den Stecker ziehen und sagen,
das ist es nicht wert. Für dich nicht, aber für mich auch nicht.
Ich will weder mit jemandem zusammen sein in dem Bewusstsein darum,
dass dieser Mensch nicht glücklich mit mir ist,
genauso wenig will ich aber auch nicht unglücklich sein in der Beziehung,
die ich führe, denn dafür ist das Leben einfach zu kurz.
Es ist zu kurz, Leute. Es kann so schnell vorbeigehen.
Das hört man und sieht man auch jeden Tag, wie schnell das Leben vorbei ist.
Ich finde, es ist wichtig, dass man das Leben als das nimmt, was es ist,
nämlich ein riesengroßes Geschenk.
Natürlich hat man nicht immer nur gute Phasen,
natürlich gibt es immer auch schwierige Phasen, auch in Ehen.
Natürlich kann man da auch durchkommen, aber wenn man den Punkt erreichte,
dass man merkt, ich habe alles versucht, es geht nicht mehr,
ist es auch selbst für Sorge zu sagen, ich gehe.
Ich hoffe sehr, dass ich Dinge gesagt habe, die euch vielleicht geholfen haben,
die euch Mut gemacht haben, wenn ihr gerade mitten in der Trennung steckt,
schicke ich euch ganz viel Kraft und Liebe und nochmal die Erinnerung,
es geht vorbei, das Gefühl bleibt nicht für immer.
Denkt daran, dass ihr euch nicht nur an euch zurückzieht,
sucht Austausch mit Freundinnen, sucht vielleicht auch Austausch in den Kommentaren,
beschreibt, wie es euch geht, holt euch Hilfe, besprecht Dinge,
bleibt nicht einfach nur im Schmerz sitzen.
Für den Anfang okay, bleibt im Schmerz sitzen, esst viel Eis,
aber bleibt da nicht für immer, kommt da wieder rausgekrabbelt.
Da draußen in diesem Leben wartet so viel Glück,
so viel Positives, so viele schöne Erfahrungen auf euch
und wenn ihr da rausgekrabbelt kommt, was schwer wird,
dann werdet ihr eine Chance darauf haben, die auch zu leben.
Okay? Okay. Habt einen wunderschönen Tag,
passt gut auf euch auf und wir sehen uns im nächsten Video, wenn ihr mögt.
Bis dann. Tschüss.
