GEORG TRAKL - DER HERBST DES EINSAMEN III

GEORG TRAKL - DER HERBST DES EINSAMEN III

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Dichtung von Georg Trakl (Foto) /
Rezitation: Fritz Stavenhagen /
Anmerkung: Er wahrlich liebte die Sonne, die purpurn den Hügel hinabstieg,
die Wege des Walds, den singenden Schwarzvogel und die Freude des Grüns.(G.Trakl)

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns ruhige Geberde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.
 
Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden
Und Engel treten leise aus den blauen
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr;
anfällt ein knöchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft
von den kahlen Weiden.

Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Trakl
http://www.georgtrakl.de/georg-trakl-biographie.html
https://www.deutschelyrik.de/home.html

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